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Antworten der senft-coaching zum Thema No-Goes im Bewerbungsverfahren

No Goes im Bewerbungsverfahren - Antworten der senft-coaching

No Goes im Bewerbungsverfahren - Antworten der senft-coaching
senft-coaching
Susanne Senft
Coach und Karriereberaterin

Informationen zum Unternehmen:
Branche: Coaching und Bewerbungscoaching
Beschäftigte: ./.
Gewünschte Bewerbungsform: k. A.


Berufsstart.de: Welches waren die lustigsten Entschuldigungen und Ausreden auf einen Bewerbungsausrutscher?
Ein Teilnehmer eines Assessment-Centers kam in zerrissenen Jeans mit Löchern. Als ich ihn beim Feedback zu dem AC darauf angesprochen habe, erzählte er, dass er nur noch einen Konfirmanden-Anzug hätte, der ihm etwas zu eng geworden sei und außerdem hätte er gelesen, man solle in Vorstellungsgesprächen und in Assessment-Center etwas anziehen, in dem man sich wohlfühlt. Daher hätte er sich am Morgen des Assessment Centers für seine Lieblingsjeans entschieden.


Berufsstart.de: Die Bewerbungen auf eine ausgeschriebene Stelle trudeln ein. Was wäre für Sie ein Fall für den Papierkorb und wie sollte eine Bewerbung auf keinen Fall sein?
Bewerbungen, die sich nicht ausreichend genug auf das Stellenangebot beziehen und bei denen das Anforderungsprofil des Bewerbers überhaupt nicht auf das Anforderungsprofil der Stelle passen sind ein Fall für den Absagestapel. Häufig sind dies Bewerbungen, die sehr allgemein formuliert sind, viele Leerfloskeln enthalten und in denen keine persönlichen Erfahrungen des Bewerbers zu lesen sind. Ein Personaler erkennt schon nach 1 Minute, ob ein Bewerber sich die Mühe gemacht hat, eine Bewerbung gezielt für seine Stelle zu formulieren oder ob es eine Bewerbung ist, die auch noch an 10 andere Arbeitgeber geschickt wird. Diese Bewerbungen haben keine Chance. Bei Bewerbungen, die mit der Post verschickt werden, muß zusätzlich darauf geachtet werden, dass sie besonders ordentlich aussehen, d.h. keine alten Bewerbungsmappen und keine Knicke in den Unterlagen.


Berufsstart.de: Wie sehen für Sie die perfekten Bewerbungsunterlagen aus?
Eine Bewerbung ist dann perfekt, wenn sie individuell und passgenau auf die jeweilige Stelle formuliert ist. Dazu muss der Bewerber sich sehr gezielt mit den gewünschten Anforderungen des Arbeitgebers auseinandersetzen: "Welche Anforderungen bringe ich jetzt schon mit? Wo habe ich diese bereits in meinem Werdegang eingesetzt? Wo gab es erste Berührungspunkte (z.B. in Praktika, studentischen Aushilfsjobs bzw.während meines Studiums)?" Auch der Lebenslauf muss entsprechend auf die Stelle zugeschnitten sein. Hier hat der Bewerber einigen Gestaltungsspielraum, d.h. er kann Anforderungen oder Erfahrungen, die für diese Stelle besonders wichtig sind, auch im Lebenslauf entsprechend formulieren und besonders hervorheben. Der Lebenslauf ist für die Bewerbung genauso wichtig wie das Anschreiben. Viele Personaler lesen zuerst den Lebenslauf und nur wenn dieser überzeugend formuliert ist, lesen sie sich das Anschreiben durch. Daher muss ein Bewerber immer genausoviel Mühe in den Lebenslauf wie in das Anschreiben stecken. Zu einer perfekten Bewerbung gehört auch immer ein professionelles Bewerbungsfoto, d.h. niemals ein privates Foto beifügen sondern immer den Gang zum Fotografen wählen. Bei der Bewerbungsart ist immer darauf zu achten, was das Unternehmen wünscht: online oder per Post. Im Zweifelsfall besser vorher beim Unternehmen nachfragen.


Berufsstart.de: Wie sollten sich künftige Arbeitnehmer zwischen Posteinwurf, Zwischenbescheid und eventuellem Vorstellungsgespräch verhalten und was könnten diese vorbereitend tun?
Nach Absenden der Onlinebewerbung sollte spätestens nach 2 Tagen eine Eingangsbestätigung vorliegen. Wenn nicht kann man auf jeden Fall nachfragen, ob die Bewerbung eingegangen ist und nicht evtl. im Spam-Filter gelandet ist. Für Bewerbungen, die per Post verschickt werden, gilt eine etwas längere Frist, aber nach 1 Woche sollte auch hier eine Eingangsbestätigung vorliegen, ansonsten: nachfragen.
Danach beginnt die Zeit des Wartens. Sollte sich nach 3 - 4 Wochen noch niemand gemeldet haben, kann man freundlich telefonisch nach dem aktuellen Stand des Bewerbungsverfahrens nachfragen. Auf ein eventuelles Vorstellungsgespräch kann man sich natürlich schon jetzt vorbereiten. Hier knüpft man an die Vorbereitungen zum Schreiben der Bewerbung an, in dem man sich noch ausführlicher und detaillierter mit dem Unternehmen und der Position auseinandersetzt. Auch sollte man sich rechtzeitig auf die Frage "Warum bewerben Sie sich auf diese Position?" und "Warum sollten wir Sie einstellen?" vorbereiten.


Berufsstart.de: Unpünktlichkeit, mangelhafte Vorbereitung, unklare Jobvorstellungen ... Fehler, die im Vorstellungsgespräch passieren. Was wäre für Sie ein KO-Kriterium?
Eine mangelhafte Vorbereitung ist in jedem Fall ein KO-Kriterium. Ein Bewerber, der nicht gezielt auf Fragen zur ausgeschriebenen Position antworten kann, hat keine Chancen. Auch der eigene Werdegang muss sitzen. Die Motivation, warum man ausgerechnet in diesem Unternehmen arbeiten und diesen Job möchte, muss glaubhaft vermittelt werden. Auch sollte jeder Bewerber am Ende des Gesprächs 2-3 Fragen parat haben, die er dem Unternehmen stellen möchte. Unpünktlich zum Vorstellungsgespräch zu kommen - das geht gar nicht. Von daher lieber 30 Minuten vor der Tür warten, als 5 Minuten zu spät zu einem Interview zu kommen.


Berufsstart.de: Was raten Sie künftigen Arbeitnehmern, um solche Fettnäpfchen zu vermeiden und was, wenn man bereits reingetreten ist?
Wenn ein Bewerber merkt, dass er es nicht pünktlich zum Vorstellungsgespräch schafft, sollte er auf jeden Fall rechtzeitig anrufen und den Arbeitgeber informieren, dass es aufgrund eines Staus oder einer Verspätung des Zuges ca. 10 Minuten später wird. Eine mangelhafte Vorbereitung ist schwer wieder gut zu machen, denn damit signalisiert ein Kandidat mangelndes Interesse und daran ist kein Arbeitgeber interessiert.
Um sich positiv in Erinnerung zu bringen kann ein Bewerber eine sogenannte Nachfass-Mail 1-2 Tage nach dem Vorstellungsgespräch senden, in dem er nochmals sein großes Interesse betont und hier möglicherweise auch nochmal Punkte aus dem Interview aufgreift, die aus seiner Sicht im Gespräch zu kurz gekommen sind oder bei denen er das Gefühl hat, nicht richtig reagiert zu haben.


Berufsstart.de: Raum für Ihre Anekdoten/Bemerkungen.
Mein persönlicher Tipp an alle Bewerber: Lieber weniger Bewerbungen verschicken, diese aber ganz gezielt und passend für das jeweilige Unternehmen schreiben. Da dauert es schon mal einige Stunden, bis eine Bewerbung fertig ist, doch damit sind Bewerber auf Dauer erfolgreicher, als wenn sie eine zu allgemein verfaßte Bewerbung versenden.


No-Goes im Bewerbungsverfahren und im Vorstellungsgespräch - Unternehmen antworten
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