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Antworten der Dr. Susanne Seffner Beratung zum Thema No-Goes im Bewerbungsverfahren

No Goes im Bewerbungsverfahren - Antworten der Dr. Susanne Seffner Beratung für Personalmanagement

No Goes im Bewerbungsverfahren - Antworten der Dr. Susanne Seffner Beratung für Personalmanagement
Dr. Susanne Seffner Beratung für Personalmanagement
Dr. Susanne Seffner
Geschäftsführende Gesellschafterin

Informationen zum Unternehmen:
Branche: Dienstleistung im Bereich Personalmanagement
Beschäftigte: 3
Gewünschte Bewerbungsform: per Mail - Bewerbungen für unsere Kundenunternehmen werden streng vertraulich behandelt.


Berufsstart.de: Welches waren die lustigsten Entschuldigungen und Ausreden auf einen Bewerbungsausrutscher?
Ein Telefoninterview, in dem ein Informatiker sich große Mühe gab, fachliche Themen sehr einfach darzustellen: Auf einmal wurde er sich dessen bewusst und glaubte, eine Begründung abgeben zu müssen: "Ich mache es extra auf niedrigem Niveau, damit Sie mich auch verstehen." Meine Rückfrage, woher er denn mein Niveau kenne, beantwortete er so:"Na, weil Sie ja nur so eine Personalfrau sind." Als ich dann erklärte, dass ich kein Fremdling in der Informatik bin, dauerte es eine Weile, bis er auch die einfachsten Sätze wieder ohne Unterbrechung und Stottern zu Ende brachte.


Berufsstart.de: Die Bewerbungen auf eine ausgeschriebene Stelle trudeln ein. Was wäre für Sie ein Fall für den Papierkorb und wie sollte eine Bewerbung auf keinen Fall sein?
Elektronische Bewerbungen, in denen Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse auf zahlreiche Dateien verteilt sind, werden von mir nicht angesehen. Am besten sind maximal zwei Dateien im pdf-Format. Schlechte Karten haben auch Bewerbungen, denen man auf den ersten Blick ansieht, dass sie pauschal versendet wurden und sich nicht auf die ausgeschriebene Stelle beziehen. Kommt dann noch eine falsche Anrede dazu, hat es der Bewerber schwer, mich von seiner ganz besonderen Eignung für die ausgeschriebene Position zu überzeugen.
Bewerbungen in Papierform werden immer seltener - sie haben einfach Nachteile im Handling. Was sich hier verbietet, sind Schlamperei, unvollständige Unterlagen, übermäßige Spielereien bei der Gestaltung. Und für beide Formen gilt natürlich: Der Inhalt muss stimmen - dazu in der nächsten Frage …


Berufsstart.de: Wie sehen für Sie die perfekten Bewerbungsunterlagen aus?
Die Bewerbung sollte zeigen, dass sie für den Bewerber wichtig ist und er Sorgfalt auf sie verwendet hat: ordentliches Foto, gute Gliederung, saubere, gut lesbare Scans von Zeugnissen und ähnlichen Unterlagen. Anschreiben und Lebenslauf sind klar und gut erfassbar aufgebaut.
Gut aufbereitet heisst für mich: Die wesentlichen Inhalte - also die, die für die ausgeschriebene Stelle und das Bild der Persönlichkeit des Bewerbers wichtig sind - sind deutlich erkennbar. Das Anschreiben widmet sich dem Bezug zur angestrebten Stelle, nicht der Wiedergabe dessen, was im Lebenslauf steht. Auf Besonderheiten im Lebenslauf, auf Abweichungen vom so genannten Standard sollte ein Bewerber im Abschreiben selbstbewusst eingehen. Für mich sind Menschen interessant, auch wenn sie keinen schnurgeraden Weg verfolgt haben. Neben fachlicher Eignung und einschlägigen Erfahrungen sind Authentizität, echtes Interesse an den ausgeschriebenen Tätigkeitsbereichen und am Unternehmen gleichfalls wichtige Kriterien, um eine Auswahl unter den Bewerbungen zu treffen.


Berufsstart.de: Wie sollten sich künftige Arbeitnehmer zwischen Posteinwurf, Zwischenbescheid und eventuellem Vorstellungsgespräch verhalten und was könnten diese vorbereitend tun?
Es zeugt nicht von der Fähigkeit, sich in den Empfänger der Bewerbung hineinzuversetzen, wenn man seine Bewerbung per Mail abschickt und drei Stunden später anruft und nach einem Vorstellungstermin fragt. Ca. eine Woche nach Eintreffen des Eingangsbescheids nachzufragen, ist ok. Dann lohnt es sich, gut zuzuhören und einerseits nicht zu viel Druck zu machen, andererseits jedoch auch das Interesse zu bekräftigen und auf möglichst klare Aussagen hinzuwirken. Für mich ist es auch wichtig, dass ein Bewerber mit offenen Karten spielt und darauf hinweist, dass er auch mit anderen Unternehmen redet und deshalb z.B. die Zeit für eine Entscheidung begrenzt ist. Dadurch weiß ich, ob besondere Eile geboten ist. Das Recruiting muss den Fachabteilungen nämlich manchmal mühevoll erklären, dass Bewerber nicht unbedingt so lange warten, bis endlich mehrere Entscheidungsrunden im Unternehmen abgeschlossen wurden.
Gibt es eine Einladung, so empfiehlt es sich, den Termin rasch zu bestätigen oder auszuhandeln und dafür zu sorgen, dass der Termin auch ohne Stress wahrgenommen werden kann. Planen Sie genügend Zeit und Freiraum ein für Vorbereitung, Anreise und entspanntes Herangehen.
Unbedingt sollte ein Bewerber vor der schriftlichen Bewerbung und erst recht vor dem Vorstellungsgespräch die Perspektive wechseln und sich solche Fragen stellen wie: Was beinhaltet die ausgeschriebene Position, welche Anforderungen werden gestellt und welches Verhalten könnte in der neuen Tätigkeit gefordert werden; was wird man von mir erwarten? Was genau bringe ich davon mit; woran könnte ich anknüpfen; welches Wissen und welche Erfahrungen sind übertragbar? Welche Stärken habe ich, die ich einbringen kann oder als Ausgangspunkt für das Hineinwachsen in neue Aufgaben nutzen kann? Stellen Sie sich auch ein auf kritische Punkte und sprechen Sie diese ggf. aktiv an. Und vergessen Sie nicht, Fragen zu Tätigkeit und Unternehmen zu stellen. Stellen Sie diese während Ihrer Vorbereitung in den Kontext Ihrer persönlichen Vorstellungen von Arbeitsumgebung, Unternehmenskultur und natürlich des Arbeitsinhalts. So werden Ihre Fragen konkret und Ihre persönliche Motivation wird deutlich.


Berufsstart.de: Unpünktlichkeit, mangelhafte Vorbereitung, unklare Jobvorstellungen ... Fehler, die im Vorstellungsgespräch passieren. Was wäre für Sie ein KO-Kriterium?
Unpünktlichkeit ohme plausiblen Grund oder das Versäumen einer Absage, unprofessionelles Auftreten und Arroganz sind kein guter Einstand. Ein bisschen Nervosität schadet nicht. Wenn aber nicht auf den Punkt gebracht werden kann, was man mitbringt und warum man sich überhaupt um diese Stelle bei diesem Unternehmen bewirbt, kann das nicht mit Unerfahrenheit oder Nervosität entschuldigt werden. Schließlich gibt es im Beruf auch unsichere Situationen, in denen man bestehen muss. Ein erfahrener Gesprächspartner wird hier sicher Alter, Erfahrung und beruflichen Anspruch berücksichtigen. Ein KO-Kriterium wäre es, wenn ein Bewerber über Fragen leichtfertig hinweggeht, oberflächlich bleibt und nicht erkennen lässt, dass er seinem Gegenüber genau zuhört und das Gespräch und seinen Gesprächspartner ernst nimmt. Natürlich ist es auch nicht gerade förderlich, wenn sich herausstellt, dass zwischen der schriftlichen Darstellung und den tatsächlich mitgebrachten Qualifikationen eine große Diskrepanz besteht und eine Eignung nicht gegeben ist.


Berufsstart.de: Was raten Sie künftigen Arbeitnehmern, um solche Fettnäpfchen zu vermeiden und was, wenn man bereits reingetreten ist?
Bereiten Sie sich intensiv vor! Eine Bewerbung ist ein ernst zu nehmender Job, der darin besteht, den eigenen Hintergrund und das Selbstbild mit der ausgeschriebenen Stelle in Beziehung zu bringen und dies auch gut formulieren zu können. Schauen Sie in den Spiegel und befragen Sie sich nach Ihrer Motivation, Ihren Vorstellungen von Ihrer Arbeit und der, die Sie von der ausgeschriebenen Position haben. Informieren Sie sich über das Unternehmen, wenn möglich aus verschiedenen Quellen.
Entdecken Sie in Ihrem eigenen Werdegang mögliche Ansatzpunkte und auch Ecken und Kanten, die für einen Gesprächspartner im Vorstellungsgespräch interessant sein könnten - ob positiv oder negativ. Bereiten Sie sich auf diesbezügliche Fragen vor. Bleiben Sie offen und sachorientiert, auch wenn Ihnen die eine oder andere Frage nicht passt oder Ihnen zu nahe kommt. Sollten Ihnen Fragen zu persönlich werden, können Sie dies ruhig deutlich machen, sollten aber nicht beleidigt reagieren.
Konnten Sie das Fettnäpfchen nicht vermeiden, so sprechen Sie dies an, mit etwas Humor und Charme werden Sie zeigen, dass Sie flexibel und souverän reagieren und sich selbst kritisch oder mit Abstand betrachten können.


Berufsstart.de: Raum für Ihre Anekdoten/Bemerkungen.
Vergessen Sie nicht - mit Ihrer Bewerbung sprechen Sie Menschen an. Und diese sind individuell, haben unterschiedliche biografische Hintergründe und Erfahrungen. Wenn Sie versuchen, sich allein auf Personen einzustellen, die Ihnen völlig fremd sind, und im Gespräch Ihren Standpunkt je nach Situation und Thema wechseln, können Sie nur verlieren. Orientieren Sie sich an den Inhalten der angestrebten Position. Der zuverlässige Anker liegt in Ihnen selbst - bleiben Sie sich treu und behalten Sie Ihr Selbstvertrauen. Dann überzeugen Sie am meisten!


No-Goes im Bewerbungsverfahren und im Vorstellungsgespräch - Unternehmen antworten
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