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Bewerbung
Richtig Bewerben = Bewerben mit Erfolg
Praktische Tipps für die schriftliche Bewerbung
und das Vorstellungsgespräch
Wann beginnt der Bewerbungsmarathon?
Die Frage „wie bewerbe ich mich richtig“
sollte man nicht erst mit dem Diplom in der
einen und dem Stellenteil der Tageszeitung
in der anderen Hand stellen. Wer nach dem
Studienabschluss nicht nur irgendeine Beschäftigung
für etwas Gehalt anstrebt, sondern Karriere
machen möchte, sollte bereits nach dem Vordiplom
beginnen, seinen Berufseinstieg zu planen.
Die Selbstanalyse
Am Anfang dieser Planung steht die Selbstanalyse.
Sie gehört bei vielen zum unbeliebtesten
Teil, denn wer macht sich schon gerne Gedanken
über seine Stärken und Schwächen. Aber die
Selbsteinschätzung sowie die eigenen Vorstellungen
und Ziele sind der wichtigste Teil im Bewerbungsprozess.
Denn wer nicht über sich selbst Bescheid
weiß, kann auch nicht über sich selbst Auskunft
geben. Egal ob Bewerbungsunterlagen oder
Vorstellungsgespräch: Ihre Person ist immer
gefragt. Die Basis dieser Selbstanalyse bilden
banale Fragen, wie zum Beispiel:
- Was kann ich?
- Was will ich?
- Wo möchte ich hin?
- Wie sehen mich Freunde, Bekannte, Professoren?
- Was ist möglich?
Nicht nur im stillen Kämmerlein sollten Sie
die Antworten auf diese Fragen suchen, sondern
auch im Gespräch mit Freunden, Verwandten,
Professoren und mit Unternehmen.
Stellen Sie sich vor, Sie treffen sich mit
einem Bekannten, den Sie schon Ewigkeiten
nicht mehr gesehen haben. Er oder sie fragt:
Was hast du denn so alles gemacht, seitdem
wir die Schule verlassen haben? Um dem Gegenüber
einen spannenden und abwechslungsreichen
Bericht zu geben, wird man versuchen interessante
Punkte hervorzuheben, um so einen einnehmenden
und spannenden Werdegang zu präsentieren.
Man sollte sich nicht nur auf die Universität
konzentrieren. Jobs, mit denen man das Studium
finanziert hat, Praktika und auch das Hobby
bilden wichtige Bausteine für einen spannenden
Vortrag über erlerntes Fachwissen und die
Persönlichkeit. Genau diese Strategie wird
Ihnen auch die Türen der Unternehmen öffnen.
Im Gespräch mit Freunden, Eltern und Professoren
erfahren Sie, was andere von Ihren Fähigkeiten
halten und Sie werden lernen, Ihre Fähigkeiten
einzuschätzen.
Kontinuierliches Lesen von Fach- und Wirtschaftsliteratur
gibt Ihnen darüber hinaus ein breites Spektrum
Ihrer beruflichen Möglichkeiten. Nur so erfahren
Sie, was auf dem Arbeitsmarkt los ist und
welche Einstiegschancen Sie haben. Auf den
vielen Jobmessen zum Beispiel erhalten Sie
Informationen über die Unternehmen und darüber,
wo Sie mit Ihren persönlichen Fähigkeiten
einsteigen können. Sammeln Sie gerade deshalb
schon während des Studiums Informationen,
um Neigungen karrierefördernd zu vertiefen
und die notwendigen Voraussetzungen für einen
nahtlosen Berufseinstieg zu schaffen.
Die Unternehmen wollen Eigeninitiative und
Eigendynamik
Trotz des immer noch recht guten Arbeitsmarktes
für Hochschulabsolventen, insbesondere für
Ingenieure, werden Ihnen die interessanten
Jobangebote nicht auf dem Campus Ihrer Hochschule
entgegenfliegen. Den ersten Schritt zu Ihrer
Karriere müssen schon Sie tun und auf die
Unternehmen zugehen. Je weiter Sie mit Ihrem
Studium vorangeschritten sind, desto konkreter
sollten diese Schritte sein.
Wo möchten Sie in fünf Jahren stehen? Eine
Frage, die Ihnen in jedem Vorstellungsgespräch
begegnen wird. “Wo kann ich in fünf Jahren
stehen?” lautet Ihre Gegenfrage an die Unternehmen.
Sich in dem Unternehmen Ihrer Wahl wohlfühlen
und persönliche Ziele verfolgen zu können,
ist sehr wichtig. Haben Sie immer vor Augen,
dass Sie dort die meiste Zeit des Tages verbringen
werden. Es ist sehr wichtig, dass Sie sich
dort wohl fühlen, sowie zufrieden und glücklich
mit dem Ihnen zugeteilten Aufgabengebiet
sind. Denn nur so können Sie volle Leistung
erbringen. Ein vorschneller Entschluss für
einen Arbeitsplatz schadet Ihnen und auch
dem Unternehmen.
Richtig entscheiden können Sie aber nur,
wenn Sie wissen, was Sie wollen. Und deshalb
sollten Sie der Selbstanalyse viel Zeit widmen
und schon nach dem Vordiplom über den Tellerrand
Ihres Abschlusses hinausblicken.
Sie müssen von Ihren Fähigkeiten überzeugt
sein
Wer in der schriftlichen Bewerbung und im
Vorstellungsgespräch die Unternehmensvertreter
davon überzeugen möchte, dass er der Idealkandidat
für die ausgeschriebene Position ist, muss
von seinen Fähigkeiten überzeugt sein. Die
Basisfragen zu Ihren Fähigkeiten müssen in
der Selbstanalyse in überzeugende Aussagen,
wie Ich kann... Ich will... Ich möchte...
umgewandelt werden.
- Sich bewerben heißt sich verkaufen
...ist vielleicht eine gewagte Aussage, aber
sie trifft den Nagel auf den Kopf. Das Produkt,
welches „verkauft“ werden soll, ist Ihre
Person und Ihre Arbeitskraft. Dafür müssen
Sie eine Marketingstrategie entwickeln.
Denken Sie einmal darüber nach, wieviel Energie
ein Unternehmen entwickelt, um ein neues
Produkt auf dem Markt zu platzieren, es zu
etablieren und sich gegenüber der Konkurrenz
einen Marktvorteil zu verschaffen. Diese
Energie lässt sich an den Werbestrategien
für einige Produkte in Zeitungen, Zeitschriften
und Fernsehen eindrucksvoll verfolgen. Wenn
Sie diese Maßstäbe auf Ihre Person ansetzen,
werden Sie begreifen, welche Anstrengungen
Sie auf sich nehmen müssen, um gegenüber
Ihren Mitbewerbern bestehen zu können und
einen interessanten Arbeitsplatz zu bekommen.
Bei dem Entwickeln Ihrer Marketingstrategie
hilft Ihnen das AIDA Prinzip:
- Attraction
- Interest
- Desire
- Action
Beispiel: Auf eine Stellenanzeige eines bekannten Markenartikelherstellers
- ausgeschrieben wird ein Traineeprogramm
für Wirtschaftsingenieure im Bereich Produktion
- bewerben sich zum Beispiel 200 Absolventen.
Ein Horrorszenario für Stellensuchende, aber
eine interessante Auswahlmöglichkeit für
das Unternehmen. 200 Arbeitsuchende, die
glauben, dem Anforderungsprofil des Unternehmens
zu entsprechen, 200 Wirtschaftsingenieure
mit entsprechenden Fachkenntnissen, 200 Individuen
mit unterschiedlicher Persönlichkeit.
Sie interessiert diese Stelle natürlich auch.
Doch wie kann man gegen 199 potentielle Bewerber
bestehen? Zunächst sollte man das Anforderungsprofil
studieren und seine eigenen Stärken in Bezug
auf dieses Profil setzen. Entwickeln Sie
Ihre Marketingstrategie für Ihre Person.
Finden Sie für sich heraus, was Sie von all
den anderen unterscheiden könnte. Ihre persönlichen
Stärken und Kenntnisse sind gefragt. Sie
haben Wirtschaftsingenieurwesen mit den gewünschten
Schwerpunkten studiert. Warum entsprechen
gerade Sie dem geforderten Profil des Unternehmens?
Warum sind Sie der Kandidat, der mit Leistungsbereitschaft,
Initiative, Motivation, Kreativität und Fachwissen
dem Unternehmen die notwendigen Fortschritte,
Marktchancen, Umsätze und Gewinne erarbeiten
wird? Um hier zu bestehen, müssen Sie überzeugen.
Achtung: Trotz alledem, bleiben Sie immer
bei der Wahrheit. Es hat keinen Sinn nicht
vorhandene Kenntnisse oder Erfahrung darzustellen.
Sie haben es bei der Bewerberauswahl mit
Profis zu tun. Falls Sie z.B. die gewünschte
Auslandserfahrung nicht mitbringen, heißt
das noch lange nicht, dass Sie kein interessanter
Kandidat sein können. In diesem Fall ist
es ein guter Schachzug diesen Punkt offen
anzusprechen: "Es lag mir viel daran,
in meinem Studium zielstrebig die notwendigen
Fachkenntnisse zu erlangen. Bei Praktika
habe ich deshalb bewusst auf interessante
und fundierte Projekte wert gelegt. Leider
hat es sich deshalb nicht ergeben Auslandserfahrung
zu erlangen. Gerade deshalb suche ich diese
Erfahrung im Berufseinstieg. Durch private
Reisen und Sprachstudium sehe ich mich hierfür
gut gerüstet." Durch so eine geschickte
Umwandlung kann aus einem Mangel ein Vorteil
werden.
Das beschriebene Szenario von 200 Bewerbern
mag übertrieben klingen. Ich möchte Ihnen
mit einem solchen Beispiel nur die eine wichtige
Tatsache vermitteln. Sie müssen eine Marketingstrategie
für Ihre Person entwickeln, die klar und
deutlich Ihre Vorzüge in fachlicher und persönlicher
Natur hervorhebt. Verfügen Sie nicht über
das so oft gewünschte Prädikatsexamen, dann
müssen Sie um so mehr Ihre Persönlichkeit
in den Vordergrund stellen. Denn was nützt
dem Unternehmen ein Mitarbeiter mit der Note
1,0, wenn er keinen Biss, keine Teamfähigkeit,
keine Leistungsbereitschaft, keine Kreativität
und keine Motivation besitzt.
Achtung: Es nützt wenig, diese Schlagworte ohne Begründung
in Ihrem Bewerbungsschreiben anzuführen.
Aber dazu kommen wir später noch.
Um nun herauszufinden, was die Unternehmen
von Ihnen erwarten und was Sie auf dem Arbeitsmarkt
erwartet, sind wir wieder bei der Vorbereitung,
beginnend mit dem Sammeln von Informationen,
angelangt.
Informationen sammeln
Im stillen Kämmerlein machen Sie sich Gedanken
über Ihre Wünsche. Mit Freunden und Professoren
sprechen Sie über Ihre fachlichen und persönlichen
Fähigkeiten. Die Arbeitsmarktsituation, Branchen,
Unternehmen und Einstiegsmöglichkeiten erfahren
Sie durch das Sammeln von Informationen über
und bei den Unternehmen. Diese finden Sie
zum Beispiel:
- in Fachzeitschriften
- in der Tagespresse
- im Internet
- auf Jobmessen
- auf Industriemessen
- bei Workshops
- durch Telefonate
- über eMail
Fachzeitschriften und der Wirtschaftsteil
der Tagespresse gehören schon in punkto Allgemeinwissen
zu Ihrer Pflichtlektüre. Um die Situation
auf dem Arbeitsmarkt einzuschätzen und um
global über Unternehmen und Branchen Bescheid
zu wissen, dienen sie als wichtiges Medium.
Um sich ein Bild über Unternehmen zu machen,
hat das Internet in den letzten Jahren sehr
an Bedeutung gewonnen und zählt mittlerweile
zur Informationsquelle Nummer eins. Viele
Firmen bieten spezielle Informationsseiten
für Arbeitsuchende an (siehe auch die ca.
10.000 Jobangebote unter http://www.berufsstart.de/stellenmarkt/index1.html.
Auf Job- und Industriemessen können Sie persönlich
mit den Unternehmen Kontakt aufnehmen. Details
hierzu im nächsten Kapitel.
Viele Unternehmen bieten über Studentenorganisationen
oder Fachschaften Workshops und Firmenbesichtigungen
an. Ähnlich wie bei den Messen können Sie
dort persönlich mit Firmenvertretern Kontakt
aufnehmen. Nutzen Sie diese Chancen, denn
jede Information ist zur Karrierefindung
wichtig (Alle Informationen hierzu finden
Sie im umfangreichen Veranstaltungskalender
http://www.berufsstart.de/veranstaltung/index1.html).
Mittelständische und Kleinunternehmen präsentieren
sich leider selten direkt an der Hochschule.
Um an Informationen zu gelangen, müssen Sie
zum Beispiel das Telefon oder die eMail zur
Kontaktaufnahme nutzen. Mitarbeiter unseres
Verlages haben für Sie die Informationsbeschaffung
per Telefon getestet. In den meisten Fällen
wurde unser Anliegen sehr positiv von den
Personalabteilungen aufgenommen. Ja, ehe
man sich versah, befanden sich unsere Mitarbeiter
regelrecht in einem Interview.
Achtung: Bereiten Sie sich gründlich vor, bevor Sie
den Telefonhörer zur Hand nehmen. Notieren
Sie sich Ihre Fragen und erarbeiten Sie ein
Entrée, in dem Sie sich vorstellen und Ihre
Vorzüge herausarbeiten. Denken Sie an Ihre
Marketingstrategie.
Ein Tipp: Um die Sekretärin zu umgehen, die Sie nur
vertröstet, sollten Sie antizyklisch telefonieren:
Die Sekretärin arbeitet zum Beispiel von
9 Uhr bis 17 Uhr. Der Personalleiter bzw.
-leiterin sitzt bereits ab 8 Uhr am Arbeitsplatz
oder verlässt diesen erst nach 19 Uhr.
Beginnen Sie Ihr Gespräch mit der Frage:
“Guten Tag, meine Name ist.... Haben Sie
ein paar Minuten Zeit für mich?" Wird
die Frage bejaht, können Sie sicher sein,
dass Ihr Gesprächspartner sich positiv eingestellt
mit Ihrer Präsentation und Ihren Fragen beschäftigen
wird. Wird die Frage negativ beantwortet,
versuchen Sie gleich einen Termin für einen
nächsten Anruf zu vereinbaren: "Wann
darf ich mich nochmals melden?"
Eine gute Alternative zum Telefon kann die
eMail sein. Bei einer Umfrage unseres Verlages
zu den elektronischen Medien bei Unternehmen
ergab sich eine durchaus positive Einstellung
der eMail gegenüber. Als Instrument zur ersten
Kontaktaufnahme wird sie sehr gerne gesehen.
Finden Sie eine eMail in Stellenanzeigen,
Firmenbroschüren oder im Internet, dann nutzen
Sie diese. Sofort erhalten Sie aber keine
Antwort. Bis zu einer Woche müssen Sie manchmal
warten. Sollte die eMail nach diesem Zeitraum
nicht beantwortet sein, sollten Sie zum Telefonhörer
greifen, um die gewünschten Informationen
zu erhalten.
Die Job- und Industriemesse
Studenteninitiativen wie zum Beispiel bonding
oder KONAKTIVA sowie Messeveranstalter wie
CampusConcept (CampusChances), VHK (Bau-
und IT-Messen), bmv (TALENTS), Absolventenkongress
in Köln und viele mehr organisieren Firmenkontakt-
bzw. Jobmessen an verschiedenen Hochschulstandorten.
Bequem von zu Hause können Sie die virtuelle
Jobmesse www.jobfair24.de besuchen. Einmal im Monat wird hier eine
Messe mit verschiedenen Unternehmen veranstaltet.
Um alle Messehallen besuchen zu können muss
man lediglich seinen Lebenslauf bei jobfair24
oder berufsstart.de hinterlegen. Mit diesem
Lebenslauf kann man sich dann gleich online
bei den Firmen bewerben. Jede Woche bietet
Jobfair24 darüber hinaus einen Karrierechat,
bei dem Sie dem Berufsstart- und Jobfair24-Beraterteam
alle Fragen zum Thema Bewerbung stellen können.
Diese Messen, ob online oder auf dem Unicampus,
sind der Kontakt zwischen Studenten und Firmen.
Sowohl bei Jobfair24 als auch bei vielen
Campusmessen bieten die Veranstalter die
Möglichkeiten zu vorterminierten Einzelgesprächen
in separaten Räumen an.
Diese werden im Vorfeld über den Messeveranstalter
vereinbart. Viele Unternehmen haben zu diesen
Messen konkrete Stellenausschreibungen für
Praktika, Diplomarbeiten und Berufseinstieg
in der Tasche. Bei Jobfair24 können Sie auf
den Stellenmarkt zurückgreifen und sich konkret
zu offenen Positionen im Chat informieren.
Industriemessen, wie zum Beispiel die CeBIT
und die HANNOVER MESSE in Hannover, die IAA
in Frankfurt oder die SYSTEMS in München
bieten Ihnen ein ähnliches Forum der Kontaktaufnahme.
Die Vorbereitung zur Job- und Industriemesse
Wie im ganzen Bewerbungsprozess gilt auch
für den Messebesuch die Devise: Gute Vorbereitung
verspricht Erfolg. Eine Jobmesse können Sie
mit einem Vorstellungsgespräch vergleichen.
Ihr Vorteil dabei ist, dass Sie den Gesprächspartner
auswählen können und nicht erst nach dem
langwierigen Verfahren der schriftlichen
Bewerbung die Chance zum persönlichen Kontakt
haben. Denn Sie werden feststellen, Sympathie
oder Antipathie prägen das Bewerbungsverfahren
mehr, als man glauben möchte. Befinden Sie
sich auf der virtuellen Messe ist die "Chatiquette" ein wichtiger Baustein, um ein Unternehmen
für sich zu interessieren. Hier können zum
Beispiel Fragen schon im Vorfeld formuliert
und dann im Chat eingeflochten werden.
Bei der Campusmesse kommt es zum Beispiel
auch auf Ihre Kleidung an. Auf dem Lichtbild
in der Bewerbungsmappe und bei einem Vorstellungsgespräch
im Unternehmen ist der „Business-Look“, also
Anzug bzw. Kostüm usw., Pflicht. Also sollten
Sie auch beim Messebesuch dem Anlass entsprechend
gekleidet sein. Findet die Messe direkt an
der Hochschule statt, kann der dunkle Anzug
getrost im Schrank bleiben. Angemessen wäre
hier zum Beispiel Jeans mit Sakko bzw. Blazer.
Der nächste Punkt der Vorbereitung führt
Sie wieder zu Ihrer Verkaufsstrategie. Sie
müssen sich dem Unternehmen präsentieren
und zwar am besten mit einem kurzen, aber
prägnanten Entrée. Denn ein starkes und wichtiges
Argument in Ihrer Marketingstrategie halten
Sie in Händen, wenn Sie anschaulich über
sich Auskunft geben können. Sie wissen am
besten über sich selbst Bescheid. Ihre Person
mit allen Vorzügen und Ihr Fachwissen sind
gefragt. Stellen Sie sich als interessanten
Kandidaten für die Unternehmen dar. Unterscheiden
Sie sich von Ihren Kommilitonen. Das gilt
auf der Messe, beim Telefonat, in der eMail,
bei der schriftlichen Bewerbung und beim
Vorstellungsgespräch.
Beispiel: Sie studieren Elektrotechnik. Wenn nun die
Vorstellung Ihrer Person mit „ich studiere
Elektrotechnik“ beendet ist, werden Sie sich
auf einer Messe sicherlich nicht von den
weiteren 100 Studenten der Elektrotechnik
unterscheiden. Wie langweilig für den Unternehmensvertreter,
bei dem Sie sich vorstellen. Dem bleibt die
Möglichkeit, Ihnen alle Informationen aus
der Nase zu ziehen oder Sie mit Standardinformationen
abzuspeisen. Und sicherlich wird er sich
nicht an Sie erinnern, wenn Sie ihm 14 Tage
später eine Bewerbung schicken.
Die Unternehmen bieten Ihnen hier durch das
an Sie gestellte Anforderungsprofil ideale
Anhaltspunkte für Ihre Selbstanalyse. Sie
müssen jetzt Ihre persönlichen und fachlichen
Stärken anhand dieses Profils beschreiben.
Durch diese einmaligen Stärken und auch Schwächen
unterscheiden Sie sich von Ihren Kommilitonen
(siehe hierzu auch das Kapitel "Anforderungsprofil"
weiter unten im Text).
Sie haben Ihren Lebensweg hautnah erlebt,
demnach sollte es für Sie kein Problem sein,
sich Ihrem Gegenüber kurz, aber interessant
vorzustellen. Circa zehn Elektrotechniker
stellen sich zum Beispiel bei einer/einem
Firmenvertreter/in stündlich auf einer Messe
vor. Aber wenn Ihre Bewerbungsunterlagen
14 Tage später auf dem Schreibtisch der Personalabteilung
liegen, dann soll er oder sie sich positiv
an Sie erinnern. Und damit haben Sie Ihren
ersten Pluspunkt im Bewerbungsmarathon erhalten.
Vor dem Kontakt
Zu jeder Jobmesse gibt es einen Messekatalog
mit Firmenprofilen. Bei Jobfair24 finden
Sie zu jedem Unternehmen ein Profil am Messestand.
Bevor Sie mit dem Unternehmen Kontakt aufnehmen,
sollten Sie dieses Profil studieren. Einige
Ihrer Fragen werden dann schon beantwortet
sein, aber sicherlich werden neue Fragen
aufgeworfen. Das gleiche gilt für die Firmenprospekte,
die Sie an den einzelnen Ständen der Campusmessen
finden. Einige Unternehmen bieten Ihnen im
Rahmen des Messeprogramms auch Vorträge an,
die Ihnen weiterhelfen werden.
Da Sie sicher nicht der einzige Informationssuchende
auf der Messe sein werden, werden Sie so
manches Mal warten müssen. Sie sollten sich
dann nicht ärgern, sondern auch diese Zeit
aktiv nutzen und beobachten bzw. bei jobfair24
den Chat am Stand mitverfolgen. Wie präsentiert
sich das Unternehmen? Sind die Firmenvertreter
gut vorbereitet und geben fundiert Auskunft?
Wie wirkt das Messeteam des Unternehmens
auf Sie (Sympathie)? Das sind wichtige Eindrücke,
die Ihnen bei der zukünftigen Entscheidung
für ein Unternehmen helfen.
Beim Kontakt
Machen Sie sich beim Gespräch auf alle Fälle
Notizen, denn Sie werden mehrere Firmen konsultieren
und wollen diese ja auch miteinander vergleichen.
Lassen Sie sich bei der Campusmesse die Visitenkarte
Ihres Ansprechpartners geben. Erkundigen
Sie sich beim Chat nach dem Namen und der
Position des Gesprächspartners. Neben der
korrekten Schreibweise des Namens verfügen
Sie mit der Visitenkarte auch über die korrekte
Firmenanschrift mit Abteilung.
Ein Tipp: Übung macht den Meister. Deshalb sollten
Sie Ihr Auftreten, Ihre Rhetorik und Ihre
Fragestrategie bei einem Unternehmen trainieren,
das Sie nicht interessiert, um gut gerüstet
beim Wunschunternehmen vorstellig zu werden.
Das Anforderungsprofil
Das Anforderungsprofil der Unternehmen an
Sie ist der Schlüssel zur individuellen Bewerbung.
Ein Blick in den Messekatalog einer Jobmesse,
in die Stellenanzeigen von „Berufsstart“
oder der Tageszeitung verdeutlicht Ihnen,
dass die Unternehmen neben Ihrem an der Hochschule
erlernten Fachwissen noch eine Menge Zusatzqualifikationen
von ihrem zukünftigen Führungsnachwuchs erwarten.
Diese Zusatzqualifikationen unterteilt man
in persönliche und fachliche Qualifikationen.
Hier die wichtigsten Qualifikationen auf
einen Blick:
- Soft Skills
- Kreativität
- Auffassungsgabe
- Motivationsfähigkeit
- analytisches Denken
- effiziente Arbeitsorganisation
- Entscheidungsvermögen
- Eigenmotivation
- Leistungsbereitschaft
- Belastbarkeit
- Ausdauer
- Geduld
- Pflichtbewusstsein
- Selbstständigkeit
- Teamfähigkeit
- Durchsetzungsvermögen
- Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen
- Kommunikationsfähigkeit
- Kontaktfähigkeit
- Lebensfreude
- Flexibilität
- Mobilität
- Fachliche Zusatzqualifikationen
- Lehre
- Praktika
- Auslandsaufenthalte
- Fremdsprachenkenntnisse
- EDV-Kenntnisse
- Außeruniversitäre Aktivitäten
- MBA
- Promotion
Ein Thema Ihrer Selbstanalyse ist es nun
Ihre Stärken und Schwächen anhand einer solchen
Liste herauszuarbeiten.
Sie haben nun in Ihrer Selbstanalyse Ihre
persönlichen und fachlichen Stärken herausgearbeitet.
Jetzt müssen Sie diese Stärken mit dem individuellen
Anforderungsprofil des Unternehmens verknüpfen.
Dann ergibt sich daraus die individuelle
Bewerbung.
Beispiel: Unternehmen A, ein internationales Großunternehmen,
sucht teamfähige, mobile Mitarbeiter mit
Organisationstalent und Auslandserfahrung.
Unternehmen B, ein Forschungsinstitut, sucht
teamfähiges, motiviertes Fachpersonal mit
speziellen Fachkenntnissen und Erfahrung
auf einem Gebiet.
Beide Stellen interessieren Sie. Jedoch müssen
Sie sich für beide Positionen völlig anders
präsentieren und den Schwerpunkt auf verschiedene
Ihrer Vorzüge legen. Sie haben ein Semester
im Ausland studiert, nach diesem Semester
beim Aufbau einer hochschuleigenen Auslandspraktikavermittlung
mitgearbeitet und Ihre Diplomarbeit in dem
Fachgebiet absolviert, das Unternehmen B
so wichtig ist. Alles klar? In der Präsentation
für Unternehmen A werden Sie natürlich schwerpunktmäßig
Ihren Auslandsaufenthalt und die Mitarbeit
bei der Praktikavermittlung in den Vordergrund
stellen, während bei Ihrer Vorstellung bei
Unternehmen B Ihre Diplomarbeit im Mittelpunkt
stehen wird.
Wichtig: Diese individuelle Präsentation gilt immer.
Sowohl bei der persönlichen oder telefonischen
Vorstellung, als auch bei der schriftlichen
Bewerbung. Jedes Unternehmen möchte von Ihnen
individuell angesprochen werden (siehe auch
den Punkt "Die individuelle Bewerbung"
in diesem Artikel).
Ein zweiter wichtiger Punkt sind die Schlagworte
wie zum Beispiel "teamfähig". Zur
Beantwortung reicht nicht eine reine Aufzählung
nach dem Motto "ich bin teamfähig, motiviert,etc."
Beispiel: Frage: Sind Sie teamfähig? Antwort: Ja, in
einem Seminar konnten Sie dies unter Beweis
stellen oder beim Praktikum haben Sie erfolgreich
im Team gearbeitet. Frage: Sind Sie leistungsfähig,
engagiert? In einem Praktikum in der Forschungsabteilung
waren Sie maßgeblich an der erfolgreichen
Entwicklung... beteiligt.
Lassen Sie sich auch von Ihrer Familie oder
Freunden anhand der Schlagwörter charakterisieren.
Sie werden Erstaunliches über Ihre Person
erfahren.
Die schriftliche Bewerbung
Sie haben nun Informationen gesammelt, interessante
Gespräche geführt und sind sich über Ihre
Berufswünsche im Klaren. Jetzt können Sie
gut gerüstet Ihre schriftliche Bewerbung
formulieren. Sie werden sehen: Je mehr Vorarbeit
Sie geleistet haben, desto leichter wird
Ihnen das Ausformulieren von der Hand gehen.
Denn Sie kennen Ihre Qualitäten, Sie wissen
worauf es dem Unternehmen ankommt und Sie
haben gelernt, sich zu präsentieren.
Zum Thema schriftliche Bewerbung führen wir
laufend Umfragen in den Personalabteilungen
von Unternehmen unterschiedlicher Branchen
durch. Aus der letzten großen Umfrage zu
diesem Thema ergab sich unter anderem folgendes
Statement: Bis zu 60 % der eingehenden Unterlagen
weisen formale oder inhaltliche Mängel auf.
Im Kampf des Auswahlverfahrens wird auf jede
Kleinigkeit geachtet. So können drei Rechtschreibfehler
im Anschreiben das „Aus“ bedeuten. Negativ
bewertet werden auch „Lose-Blatt-Sammlungen“,
verknickte Unterlagen, unterschiedliches
Datum auf Anschreiben und Lebenslauf, ein
Lichtbild im Freizeit-Look, eine Online-Bewerbung
die 5MB umfasst, Ansprechpartner oder Unternehmen
falsch geschrieben, unsauberer Ausdruck bzw.
unsaubere Kopien der Zeugnisse, unleserliche
Scans der Zeugnisse, unübersichtliche Gestaltung,
unvollständiger Lebenslauf, ein langes unstrukturiertes
Anschreiben im eMail-Body, das Anforderungsprofil
passt so gar nicht zur ausgeschriebenen Stelle
usw. Doch sehen Sie es einmal von der positiven
Seite. Sie müssen nur auf diese „Kleinigkeiten“
achten und schon gehören Sie zu den 40 Prozent,
die einen ersten positiven Eindruck hinterlassen
und somit wiederum Pluspunkte im Bewerbungsmarathon
sammeln.
Ihr Motto für die grafische und textliche
Gestaltung Ihrer Bewerbung sollte lauten:
- einfach
- übersichtlich
- aussagefähig
- individuell
Die individuelle Bewerbung
Statt 100 Bewerbungen an Adressen aus dem
Branchenbuch an „Sehr geehrte Damen und Herren“
von Firmen, die Ihnen eigentlich kein Begriff
sind, per Post zu verschicken oder zu mailen,
sollten Sie lieber 20 Bewerbungen an ausgewählte
Unternehmen schicken, deren Produkt- bzw.
Dienstleistungspalette Sie kennen. Bei denen
Ihnen die Unternehmensstruktur bekannt ist,
Sie durch Informationen aus dem Internet
und einem Telefonat im Anschluss über das
Anforderungsprofil im Bilde sind und Ihnen
Frau Müller im Telefonat mitteilte, dass
Sie Ihre Bewerbungsunterlagen an den Personalleiter
Herrn Maier schicken können. Oh je, Sie haben
vergessen, Frau Müller nach der Schreibweise
von „Herrn Maier“ zu fragen. Ein Telefonat
mit der Zentrale des Unternehmens löst das
Problem. Frau Müller muss nicht nochmals
konsultiert werden und Herr Meyer kann nun
korrekt angeschrieben werden.
Individuell bedeutet aber auch, dass Sie
auf das Anforderungsprofil der Stellenanzeige
oder auf die durch Telefonat oder Internet
gewonnenen Informationen eingehen. Siehe
hierzu das Kapitel "Anforderungsprofil".
Beispiel: Sie bewerben sich bei einem Unternehmen,
das mehrfach hervorhebt: „Die internationale
Firmenstruktur setzt Fremdsprachen voraus“.
Sie verfügen über diese Kenntnisse. Deshalb
sollten im Anschreiben Ihre Fremdsprachenkenntnisse
erwähnt werden.
Bei einem anderen Unternehmen hingegen sind
besondere Fachkenntnisse Voraussetzung. Über
diese Fachkenntnisse verfügen Sie. Im Anschreiben
an dieses Unternehmen erwähnen Sie natürlich
diese Kenntnisse, eventuell verzichten Sie
im Anschreiben auf den Satz zu Ihren Fremdsprachenkenntnissen
(siehe auch das konkrete Beispiel unter der
Rubrik "das Anforderungsprofil"
in diesem Artikel).
„Warum bewerben Sie sich gerade bei diesem
Unternehmen?“ ist ein weiterer Punkt, den
die Personalverantwortlichen in Ihrer Bewerbung
finden möchten. Diese Frage kann nur fundiert
beantwortet werden, wenn Sie sich mit dem
Unternehmen beschäftigt haben. Natürlich,
Sie bewerben sich bei mehreren Firmen. Trotzdem
sollten Sie es schaffen, jedem Unternehmen
den Platz eins in den Augen der Personalverantwortlichen
zu geben. Was interessiert und fasziniert
Sie an dem einen Unternehmen: die ausgeschriebene
Position, die Produktpalette, das Dienst-leistungsangebot,
die Unternehmensstruktur, die Internationalität,
die Innovation, die Marktposition, die Dynamik,
das Traineeprogramm, die Karriereperspektiven
usw. Je mehr Informationen Sie haben, desto
einfacher und fundierter können Sie argumentieren.
Unsere Umfragen ergaben, dass in der Regel
das Anschreiben vor der Durchsicht der Bewerbungsmappe
von den Personalverantwortlichen gelesen
wird. Das heißt auch bei Online-Bewerbung
sollte das Anschreiben im PDF am Anfang stehen.
Die gesamte erste Durchsicht der Bewerbungsunterlagen
dauert allerdings nur circa fünf Minuten.
Besonders große Firmen gehen nach einem Auswahl-Schema
vor. Diese Schemen beinhalten Punkte wie
zum Beispiel Note, Studiendauer, Alter usw.
Wichtig ist bei dieser ersten Durchsicht,
viele Pluspunkte zu sammeln.
Schwierig gestaltet sich eine individuelle
Bewerbung bei Bewerbungsbogen im Internet.
Hier wird häufig nach Fakten wie Note etc.
beurteilt. Entsprechen Sie mit Ihrem Profil
so gar nicht dem gewünschten Bewerbungsmuster
würde ich versuchen individuellen Kontakt
per eMail oder Telefon herzustellen.
Man kann es nicht oft genug erwähnen: Gehen
Sie auf das Anforderungsprofil des Unternehmens
ein. Sucht das Unternehmen motivierte Mitarbeiter
mit Persönlichkeit, sollte Ihre Motivation
und Persönlichkeit bereits in der schriftlichen
Bewerbung Ausdruck finden. Ihre Persönlichkeit
kann sich z.B. auch durch eine übersichtliche
und ansprechende Gestaltung Ihrer Bewerbungsunterlagen
darstellen, die eigentlich allen Personalverantwortlichen
sehr wichtig ist.
Wichtig: Übernehmen Sie die Gestaltungsbeispiele
aus Bewerbungshandbüchern nicht blind, sondern
nutzen Sie diese als Anregung für Ihre eigene
persönliche Gestaltung.
Rechtschreibfehler sollten Sie vermeiden,
die korrekte Schreibweise des Ansprechpartners
und der Firma beachten usw. Bedenken Sie,
ein/e Personalchef/in bekommt jeden Tag Bewerbungen
auf den Tisch.
Versuchen Sie, das Einerlei zu durchbrechen.
Wobei nicht Aufmerksamkeit durch „Gags“,
wie eine Torte, um die Bewerbung zu versüßen
oder einen Ziegelstein, um der Bewerbung
mehr Gewicht zu verleihen, gemeint sind.
Ganz bewusst finden Sie in diesem Artikel
keine komplette Musterbewerbung, sondern
nur formale und inhaltliche Anhaltspunkte.
Ich möchte, dass Sie selbst kreativ werden
und Ihre „persönliche“ Bewerbung erstellen.
Die Rechtschreibreform lässt ein neues Problem
auf Sie zukommen. Seit August 1999 haben
alle Printmedien und viele Unternehmen auf
die neuen Rechtschreibregeln umgestellt.
Die Entscheidung der Frankfurter Allgemeine
Zeitung, im Sommer 2000 wieder die alten
Regeln zu befolgen, hat die Lager wieder
gespalten und auch den Fakultätentag zur
Umkehr bewogen. Somit scheint wieder alles
offen. Im Laufe der Zeit hat sich die neue
Regelung zwar so einigermaßen durchgesetzt.
Doch nehmen die Diskussionen kein Ende und
in so manchem Artikel findet sich ein kunterbuntes
Durcheinander zwischen alter und neuer Rechtschreibung
wieder. Sollte die Stellenausschreibung in
der alten Version verfasst sein, würde ich
auch diese verwenden. Ansonsten gelten bei
den meisten Unternehmen die neuen Regeln.
Das Anschreiben
Das Anschreiben sollte eine Seite nicht überschreiten.
Das erscheint schwer, da Sie gerne alle Ihre
Vorzüge unterbringen möchten. Aber bedenken
Sie das Sprichwort: In der Kürze liegt die
Würze.
Ein Tipp: Am besten schreiben Sie alle, Ihrer Meinung
nach wichtigen Punkte auf und versuchen dann,
den Text auf die richtige Länge zu kürzen.
Lassen Sie ruhig Freunde oder die Familie
das Anschreiben lesen, um neue Anregungen
zu erhalten. Denken Sie daran, dass ins Anschreiben
Ihre persönlichen Highlights im Hinblick
auf das Anforderungsprofil des Unternehmens
gehören. Für Ihren gesamten, lückenlosen
Werdegang ist der Lebenslauf da.
Achtung: Sollte in einer Stellenanzeige vermerkt sein,
dass Sie Ihre Gehaltsvorstellungen angeben
sollen, ist die Beantwortung ein Muss. Haben
Sie Angst über das heikle Thema Geld zu sprechen?
Man will Sie mit dieser Stressfrage testen.
Womöglich ist es sogar ein Auswahlkriterium.
Mit der Beantwortung der Frage legen Sie
sich nicht auf Ihr zukünftiges Gehalt fest.
Denn das ist vom Unternehmen im voraus schon
fest eingestuft worden. Das bestätigte auch
unsere letzte Umfrage zu diesem Thema. Das
Unternehmen will Sie mit dieser Frage in
eine Stresssituation versetzen, denn die
meisten Absolventen haben Angst, über Geld
zu reden. Sie müssen sich lediglich informieren,
was die Branche bzw. das Unternehmen seinen
Berufseinsteigern bezahlt. Bei vielen Firmen
ist das kein Geheimnis. In Firmenbroschüren,
den Katalogen zu Jobmessen oder im Internet
werden teilweise die Einstiegsgehälter angegeben.
Nutzen Sie das Angebot des tagaktuellen Gehaltsanalyser
unter www.berufsstart.de.
Beispiel: Ihre Antwort auf die Frage könnte demnach
lauten: Das nach meinen Informationen branchenübliche
Gehalt zwischen 32.000 - 35.000 Euro p.a.
kann ich mir gut vorstellen. Oder: Die von
Ihrem Unternehmen im Internet angegebene
Gehaltsspanne von 30.000 - 33.000 Euro liegt
innerhalb meiner Vorstellungen.
Zurück zum Formalen: Verwenden Sie bei der
Bewerbung per Post hochwertiges Papier. Eine
andere Möglichkeit bietet ein farbiges Papier,
aber bitte nicht mit Blumenranken oder ähnlichem
Schnickschnack. Bei Bewerbungen in kreativen
Bereichen sollten Sie mehr Zeit bei der Auswahl
des Papiers und der Bewerbungsmappe, aber
auch bei der grafischen Gestaltung verwenden.
Bei Online-Bewerbungen sollten Sie darauf
achten, dass grafische Elemente nicht auf
Kosten der Übersichtlichkeit gehen. Bei der
Gestaltung einer eigenen Website sollte diese
nur der Bewerbung und nicht auch gleichzeitig
privaten Informationen (Bilder vom letzten
Weihnachtsfest bei der Familie) dienen.
Wichtig: Die Anschrift des Unternehmens muss vollständig
sein. Falls Ihnen nicht alle Daten vorliegen,
rufen Sie im Unternehmen an, um alle wichtigen
Daten, also auch die exakte Bezeichnung der
Abteilung usw. zu erhalten. Ihr Absender
sollte am besten inklusive Telefonnummer
und, falls vorhanden, inklusive eMail-Adresse
sein. Wenn Sie die eMail-Adresse angeben,
was heutzutage schon obligatorisch ist, sollten
Sie auch täglich Ihren eMail- Kasten kontrollieren.
Ein Tipp: Bedenken Sie, dass die Firmenvertreter Sie
durchaus einmal anrufen werden. Sei es, um
weitere Unterlagen anzufordern oder um Sie
einfach kennen zu lernen. Sollten Sie über
einen Anrufbeantworter verfügen, versehen
Sie diesen mit einem „seriösen“ Spruch, um
den Anrufer nicht zu irritieren.
Ihr Anschreiben wird mit dem Absendedatum
versehen, welches Sie einheitlich in den
gesamten Bewerbungsunterlagen verwenden.
Achtung: Widerstehen Sie der Versuchung, einen Lebenslauf
aus einer früheren Bewerbung mitzusenden.
Die Personalverantwortlichen werden das Da-
tum vergleichen. Dies ist ein Auswahlkriterium!
Personalverantwortliche sehen diesen Punkt
mit peinlicher Genauigkeit. Da ein Lebenslauf
mit älterem Datum ja von einer früheren Bewerbung
stammt, fühlt man sich sofort als Unternehmen
der zweiten Kategorie.
Bevor Sie die Anrede Sehr geehrte Frau...
setzen, geben Sie Ihrem Anschreiben noch
eine Überschrift. Besser bekannt unter dem
Ausdruck „Betreff“. Das Wort „Betreff“ wird
aber nicht mehr hingeschrieben. Diese Überschrift,
die Sie durch Unterstreichen oder Fettdruck
hervorheben können, erleichtert es der Personalabteilung,
Ihre Bewerbung einzuordnen. Bewerben Sie
sich auf eine Stellenanzeige, aufgrund eines
Messebesuches oder nach einem Telefonat bei
dem Unternehmen.
Diese Kategorisierung setzt sich im Einleitungssatz
Ihres Anschreibens fort.
Beispiel: "Nach dem netten und sehr informativen
Gespräch mit Frau Müller auf der Jobmesse
xy sende ich Ihnen hiermit meine Bewerbungsunterlagen....“
Hatten Sie keinen persönlichen oder telefonischen
Kontakt können Sie auch einmal das Pferd
anders aufzäumen und einen Teil aus dem Anforderungsprofil
des Unternehmens an den Anfang setzen: „Der
Umgang mit Menschen hat mich schon immer
fasziniert und drückt sich auch in der Auswahl
meiner Praktikantenstellen aus. Deshalb hat
mich Ihre Stellenausschreibung sofort angesprochen
und mich bewogen, Ihnen meine Bewerbungsunterlagen
zu senden." Schon in der Einleitung
können Sie somit einen Punkt des Anforderungsprofils
der Stellenausschreibung abdecken.
Wichtig: Versuchen Sie, Ihre positiven Eigenschaften
zu belegen. Eine reine Aufzählung - Ich bin
flexibel, mobil und teamorientiert - sagt
wenig aus.
Beispiel: "Mobilität zeichnet mein Leben schon
seit frühester Kindheit aus, da ich mich
durch häufige Umzüge ständig mit neuen Städten
konfrontiert sah und gelernt habe, mich immer
wieder in neue Umgebungen einzuleben. Auch
in meiner beruflichen Zukunft möchte ich
diese mittlerweile liebgewonnene und reizvolle
Lebensweise fortsetzen. Hierbei interessiert
mich besonders das in Ihrer Anzeige angesprochene
Tätigkeitsfeld im gesamten europäischen Ausland."
Oder: "Meine Teamfähigkeit konnte ich
schon in den vielen Seminaren an der Hochschule
unter Beweis stellen. Besonders möchte ich
meine mit Prädikat abgeschlossene Arbeit
über ... bei Professor X hervorheben, die
entscheidend für meinen angestrebten Berufseinstieg
wurde."
Im letzten Absatz Ihres Anschreibens können
Sie, falls gefordert, die Stressfrage Gehalt
abklären oder das mögliche Einstiegsdatum
benennen und zum Ausdruck bringen, dass Sie
sich über ein persönliches Gespräch sehr
freuen würden. „Mit freundlichen Grüßen“
und Ihre Unterschrift beschließen das Anschreiben.
Wichtig: Das Anschreiben wird beim Postversand
der gesamten Bewerbungsmappe lose beigefügt.
Sie können es als Geschäftsbrief zu Ihrer
Bewerbungsmappe, der „Anlage“, betrachten.
Bei der Online-Bewerbung sollte es das erste
Dokument im PDF sein. Versenden Sie doc-Dokumente
sollte der Lebenslauf und das Anschreiben
als getrennte Dateien der eMail beigefügt
werden.
Das Lichtbild
Beim Lichtbild müssen Sie folgende Punkte
beachten: Bilder aus dem Automaten oder Urlaub
dürfen nicht verwendet werden. Und Sie müssen
sich im „Businesslook“ präsentieren. Das
Bild, egal ob farbig oder schwarzweiß, sollte
über Ausstrahlung verfügen. Denken Sie an
Ihre Verkaufsargumente. Versuchen Sie, Ihre
Motivation, Ihre Dynamik, Ihre Lern- und
Leistungsbereitschaft, Ihre Kreativität und
Ihre positive Einstellung in dieses Bild
hineinzulegen. Mit der korrekten Kleidung
signalisieren Sie, dass Sie das Unternehmen
nach außen hin repräsentieren können.
Beispiel: Sie sollen eine Softwarelösung, die Sie für
einen Kunden entwickelt haben, diesem nun
präsentieren. Es handelt sich um einen Auftrag
in Millionenhöhe. Jeans sind hier sicher
nicht angebracht. Revolutionsgedanken wie
„Krawatte trage ich nicht“ sind hier absolut
fehl am Platze. Katapultieren Sie sich nicht
durch so eine Kleinigkeit ins Abseits.
Ein Tipp: Da Sie Ihre Bewerbung an mehrere Firmen verschicken,
sollten Sie beim Fotografen ruhig auch in
diesem Punkt auf die Unternehmenskultur eingehen
und zum Beispiel die Krawatte bzw. Tuch oder
Blazer wechseln.
Beispiel: Sie bewerben sich auf eine inte-ressante
Anzeige eines kleinen, dynamischen Newcomer-Unternehmens.
Gewagte Farben können hier Ihren Mut zum
Neuen unterstreichen. Gleichzeitig versenden
Sie eine Bewerbung an ein gediegenes mittelständisches
Familienunternehmen mit Tradition. Die Krawatte
bzw. das Tuch mit den gedeckten Farben unterstreicht
diese Tradition. Auch damit geben Sie Ihrer
Bewerbungsmappe einen individuellen „Touch“.
Gescannte Bewerbungsfotos sind auch bei der
Papierbewerbung mittlerweile akzeptiert.
Wichtig ist aber, dass die Qualität stimmt.
Dabei ist nicht nur die Qualität des Scans,
sondern auch die des Ausdrucks maßgeblich.
Wird die Bewerbung online verschickt, sollte
die Qualität des Bildes so sein, dass auch
beim Ausdru-cken Qualität erreicht wird.
Denn häufiger als gedacht, wird die online
verschickte Bewerbung im Unternehmen in Papierversion
weiter bearbeitet.
Die Bewerbungsmappe mit gestalteter Titelseite
Wenn Sie Ihrer Bewerbungsmappe zum Sprung
aus dem grauen Einerlei verhelfen wollen,
gestalten Sie doch eine Titelseite zusammen
mit Ihrem Lichtbild. Sie können zum Beispiel
mit einem Inhaltsverzeichnis auf der Seite
Übersicht über Ihre gesamten Unterlagen schaffen.
Das Lichtbild spielt oft eine psychologische
Rolle.
Ein sympathisches Gesicht stimmt positiv.
Auf einer gestalteten Titelseite haben Sie
die Möglichkeit, Ihr Bild in einem größeren
Format zu präsentieren. Oder statt des Hochformates
ein quadratisches oder gar ein Querformat
zu wählen. Wenn Sie etwas aus dem Rahmen
fallen, kann das den Aufmerksamkeitswert
erhöhen.
Bei der Online-Bewerbung kann im PDF die
mit Lichtbild gestaltete Titelseite auch
vor dem Anschreiben stehen. Das empfielt
sich besonders bei Positionen, bei denen
Kundenkontakt im Vordergrund steht und demnach
der Sympathiefaktor Ihrer Person wichtig
ist.
Achtung: Dosieren Sie grafische Elemente
richtig. „Klasse statt Masse“ ist gefragt.
Ein Tipp: In der Inhaltsangabe unserer gestalteten
Seite finden Sie neben dem tabellarischen
Lebenslauf, Referenzen und den Zeugnissen
noch ein Blatt betitelt mit „Vielleicht interessiert
es Sie...“. Es handelt sich hierbei um ein
„Motivationsschreiben“, in dem Sie, über
das Anschreiben hinaus, Ihre Besonderheiten
hervorheben können. Punkte wie „Meine Erfahrungen...“,
„Wie andere mich sehen...“ oder „Ich bewerbe
mich bei Ihnen, weil...“ können noch einmal
angesprochen werden.
Achtung: Versehen Sie dieses Zusatzblatt
auf alle Fälle auch mit Ihrem Namen und Ihrer
Adresse sowie mit Datum und Unterschrift.
Auch für dieses Schreiben gilt: nicht länger
als eine Seite.
Der Lebenslauf
Doch nun zum Herz Ihrer Bewerbungsmappe,
dem Lebenslauf. Ihm gilt nach dem Anschreiben
die größte Aufmerksamkeit des Personalverantwortlichen.
Im Lebenslauf erhält er „lückenlos“ alle
Informationen über Ihren Werdegang. Wichtig
ist, dass Sie hier alle Informationen in
Stichpunkten erwähnen. Die Anlagen (Zeugniss
etc.) werden immer weniger, in der ersten
Durchsicht manchmal gar nicht gelesen. Deshalb
ist es wichtig, zu Praktika oder Studium
ausreichend Informationen zu geben.
Der Lebenslauf wird in der Regel tabellarisch
angeordnet. Sie haben aber mehrere Möglichkeiten
der grafischen Anordnung:
- zweispaltig (was - wann / wann - was)
- dreispaltig (wann - was - wo)
- vierspaltig ( wann - was - wo - wie)
Welche der Gestaltungsformen Sie wählen bleibt
Ihnen überlassen. Wichtig ist nur, dass Ihr
Lebenslauf übersichtlich und chronologisch
nach Gruppen geordnet wird. Auch obliegt
dem Lebenslauf keine Beschränkung in der
Länge. In der Regel dürfte er circa eineinhalb
bis zwei Seiten lang sein. Lücken von mehr
als drei Monaten sind im Lebenslauf nicht
erlaubt. Spätestens im Vorstellungsgespräch
werden Lücken 100-prozentig angesprochen.
Hier eine inhaltliche Übersicht des Lebenslaufes.
Übersichtsschema zum Lebenslauf
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| Angaben zur Person |
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Vor- und Nachname |
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Anschrift |
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Telefon, eMail |
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Geburtsdatum und -ort |
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Staatsangehörigkeit |
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Familienstand |
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| Schulbildung |
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Zeitraum |
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Schultyp und -ort |
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Abschluss |
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| Wehr- oder Zivildienst |
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Zeitraum |
|
Tätigkeit, Ort |
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| Berufsausbildung (Lehre) |
|
|
Zeitraum |
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Ausbildungsart |
|
Ausbildungsstätte |
|
Abschluss |
|
|
| Studium |
|
|
Zeitraum |
|
Hochschule |
|
Studienfach |
|
Studienschwerpunkte |
|
Vordiplom |
|
Abschluss (Diplom etc.) |
|
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| Fachbezogene Berufspraxis |
|
| (Praktika, Werkstudententätigkeit) |
|
|
Zeitraum |
|
Betrieb und Ort |
|
Berufsbezeichnung |
|
Position und Aufgabenbereich |
|
|
| Weitere Berufspraxis |
|
| (Semesterjobs etc.) |
|
|
Zeitraum |
|
Tätigkeit |
|
|
| Weiterbildungsmaßnahmen |
|
|
Zeitraum |
|
Art der Weiterbildung |
|
ev. Abschluss |
|
ev. Veranstalter |
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| Weitere Kenntnisse |
|
|
Fremdsprachen (Leistungsstand) |
|
EDV-Kenntnisse |
|
|
| Außeruniversitäre Aktivitäten |
|
| (Mitarbeit in Studentenorganisationen, Vereinen) |
|
|
Zeitraum |
|
Organisation |
|
Aufgabengebiet, Position |
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| Private Interessen, Hobbys |
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|
Freiwillige Angabe |
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Auswahl nach Softskills |
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| Datum und Unterschrift |
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|
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|
|
| Alle aufgeführten Punkte ändern sich natürlich
entsprechend Ihres persönlichen Werdeganges. |
|
In Deutschland beginnt der Lebenslauf für
den Berufseinsteiger mit den Daten zu Ihrer
Person und geht dann chronologisch über die
Schulausbildung usw. bis zum Studienabschluss.
Sie können Ihren Lebenslauf aber auch nach
dem amerikanischen Muster umdrehen und mit
den aktuellsten Daten beginnen.
Ordnen Sie die einzelnen Daten in Rubriken
wie z. Beispiel Studium, Praktika, Weiterbildung
usw. Auch wenn sich dadurch zeitliche Überschneidungen
ergeben, ist eine solche Einteilung übersichtlich
und ermöglicht dem Leser, problemlos zum
Beispiel Ihre praktische Erfahrung herauszulesen.
Einschub: Immer häufiger werden Sie sich europa- bzw.
weltweit bewerben müssen. Sei es für ein
Praktikum oder den Berufseinstieg. Berufsstart
bietet Ihnen im Internet bei www.berufsstart.de in der Rubrik "Bewerbungstipps"
und unter www.career-vision-europe.com im "Career Forum" umfangreiche
Redaktion zuverschiedenen Ländern. Berufsstart
hat vor kurzem in Zusammenarbeit mit seinem
Tochterunternehmen eine internationale Stellenbörse
aufgebaut. Unter career-vision-europe.com
und berufsstart.de finden Sie auch internationale
Praktika und Ausschreibungen zum Berufseinstieg.
Wichtig: Der Lebenslauf ist ein Dokument, das Sie
auf alle Fälle mit einem Datum versehen und
unterschreiben müssen.
Inhaltlich sollte Ihr Lebenslauf auch ohne
langes Blättern in Ihren Zeugnissen und Praktikumsnachweisen
ein ausführliches Bild von Ihren Leistungen
vermitteln. In einem Schwerpunktfach haben
Sie bei einem Professor, der als Koryphäe
auf diesem Gebiet gilt, absolviert. Nennen
Sie ihn ruhig. Auch den Personalverantwortlichen
wird er bekannt sein. Oder Ihr Praktikumsnachweis
ist leider alles andere als aussagefähig.
Also sollten Sie im Lebenslauf stichpunktartig
auf Ihre Tätigkeit eingehen.
Beispiel: 08.2003 - 10.2003 - Praktikum bei der Musterfirma,
Abteilung xy, Bearbeitung des Projektes Z
im sechsköpfigen Team. Aufgabenbereich: Als
rechte Hand des Projektleiters, Organisation,
Vor- und Nachbereitung der Meetings sowie
Erarbeitung und Versand von Infomaterial
an teamübergreifende Projektgruppen.
Vergessen Sie auch nicht Ihre „Jobs“, die
Sie zur Finanzierung Ihres Studiums nebenbei
getätigt haben. Sie werden von vielen Firmenvertretern
gerne gesehen, wie unsere Umfragen immer
wieder bestätigen. Viele Soft Skills wie
zum Beispiel Leistungsbereitschaft, Teamfähigkeit,
soziale Kompetenz, Kontaktfähigkeit, Schlagfertigkeit,
Rhetorik usw. können Sie damit gut belegen.
Unter einer Rubrik „Studienbegleitende Nebentätigkeiten“
könnten Sie diese auflisten.
Bei Ihren weiteren Kenntnissen, wie zum Beispiel
Fremdsprachen oder EDV-Kenntnisse, sollten
Sie auf alle Fälle den Leistungsstand angeben.
Beispiel: Ihre Englischkenntnisse / fließend
in Wort und Schrift oder verhandlungssicher
oder Schulstandard. Seien Sie ehrlich mit
Ihrem Leistungsstand. Es ist peinlich, wenn
Ihr Vorstellungsgespräch in englischer Sprache
geführt werden soll und „fließend“ sich dann
als „holprig“ herausstellt. Bei Ihren EDV-Kenntnissen
sollten Sie nicht nur fachspezifische Kenntnisse
angeben, sondern auch die allgemeinen Anwenderprogramme
wie Windows-Office etc.
In unserem Beispiellebenslauf werden als
letzter Punkt die privaten Interessen genannt.
Diese Angabe ist freiwillig. Aber wie mir
ein Personalverantwortlicher sagte: „Die
Hobbys sind für uns sehr wichtig, da wir
bestrebt sind, das ganze Individuum kennen
zu lernen“. Ihre Hobbys sagen viel über Ihre
Person aus. Sind Sie sportlich oder eine
Leseratte, interessiert an Kultur oder künstlerisch
begabt, sind Sie in Ihrer Freizeit gerne
mit anderen Menschen beisammen oder bevorzugen
Sie die Einsamkeit? Und warum sollten Sie
einige Ihrer Hobbys nicht nennen? Nur bei
„Gefahrensportarten“, wie zum Beispiel Fallschirmspringen,
Steilwandklettern oder Bungee-Jumping, würde
ich auf die Nennung verzichten. Falls Sie
im Vorstellungsgespräch feststellen, dass
Ihr zukünftiger Vorgesetzter auch jedes Wochenende
„in der Wand oder am Seil hängt“, können
Sie immer noch das Gespräch darauf bringen.
Wichtig: Versehen Sie Ihren Lebenslauf mit
demselben Datum wie auf Ihrem Anschreiben
angegeben. Unterschiedliche Datumsangaben
werden negativ bewertet, da der Eindruck
entsteht, dass Sie den Ausdruck mehrfach
verwenden.
Die Anlagen
Anschreiben und Lebenslauf liegen fertig
vor Ihnen. Zur kompletten Bewerbungsmappe
fehlen Ihnen jetzt noch Ihre Anlagen. Dazu
gehören Ihre Zeugnisse in Kopien. Diese Kopien
müssen nicht beglaubigt werden, außer Sie
bewerben sich im Öffentlichen Dienst. Wichtig
ist, dass alle Kopien sauber und ordentlich
sind.
Der erste Eindruck zählt. Ist in der Stellenanzeige
nichts anderes vermerkt, legen Sie alle Zeugnisse
bis zum Abiturzeugnis bei.
Sollten Sie Zeugnisse in Fremdsprachen haben,
müssen Sie diese nur übersetzen, wenn es
sich um eine nicht gängige Sprache handelt.
Wenn das Unternehmen im Anforderungsprofil
zum Beispiel Englisch und Französisch voraussetzt,
können Sie Zeugnisse in dieser Sprache auf
alle Fälle ohne Übersetzung beilegen.
Wenn Ihre Zeugnisse oder Praktikumsnachweise
übersetzt werden sollen und Sie diese Fremdsprache
fließend beherrschen, dann können Sie die
Unterlagen selbst übersetzen. Eventuell vermerken
Sie noch, dass auf Wunsch eine beglaubigte
Übersetzung nachgereicht werden kann. Beglaubigte
Übersetzungen von einem Übersetzungsbüro
sind teuer und sollten gründlich überlegt
sein. Sie zahlen bis zu ein Euro pro Zeile.
Einschub: Generell werden Ihre Unterlagen, sei es Lebenslauf
oder übersetzte Zeugnisse, als echt und wahrheitsgemäß
angesehen. Nicht umsonst unterschreiben Sie
diese Dokumente. Das Sprichwort: "Lügen
haben kurze Beine" würde sich spätestens
beim Vorstellungsgespräch, wenn Sie auf Herz
und Nieren geprüft werden, als richtig erweisen.
Unliebsame Lücken im Lebenslauf oder eine
nicht so gute Beurteilung beim Praktikum
sind ärgerlich, aber Sie sollten dazu stehen.
Es gibt immer eine plausible Erklärung.
Achten Sie darauf, dass Ihre Praktikums-
und Arbeitsnachweise aussagefähig sind. Ein
Schreiben: Frau Müller hat vom 17.08.03 bis
zum 31.09.03 bei uns als Praktikantin gearbeitet,
sagt im Grunde genommen nichts aus.
Ein Tipp: Im Nachhinein ist es oft schwer, einen aussagefähigen
Praktikumsnachweis zu bekommen. Wenn Ihnen
noch Praktika bevorstehen, bemühen Sie sich
also um aussagefähige Nachweise. Sie sind
für Ihre spätere Bewerbung von einem unschätzbaren
Wert.
Interessant ist, wenn Sie Ihrer Bewerbungsmappe
eine Referenzadresse beilegen können. Sollte
aus beruflichen Tätigkeiten während des Studiums
ein Arbeitgeber positiv Auskunft über Sie
geben können und wollen, dann geben Sie diese
Adresse inklusive Telefonnummer auf alle
Fälle an.
Ob Sie Ihren Bewerbungsunterlagen eine Arbeitsprobe
beifügen, sollten Sie sich genau überlegen.
Sicher könnte man sich durch die prämierte
Arbeit einen Vorteil gegenüber den Mitbewerbern
verschaffen, aber haben die Vertreter der
Personal- oder Fachabteilung überhaupt die
Zeit, diese zu lesen. Eventuell ergattern
Sie eher einen Minuspunkt, wenn Sie den dicken
Wälzer mitschicken. Falls Ihnen diese Arbeit
sehr wichtig erscheint, dann legen Sie doch
eine Zusammenfassung über eine DIN A4 Seite
bei mit dem Verweis, dass die komplette Arbeit
gerne angefordert werden kann.
Die Präsentation
Alle Unterlagen liegen jetzt sauber ausgedruckt
bzw. kopiert vor Ihnen bzw. alle Unterlagen
sind gescannt bzw. ansprechend layoutet.
Jetzt geht es darum, diese auch entsprechend
zu präsentieren.
Postversand: Das Anschreiben wird Ihren Bewerbungsunterlagen
lose beigefügt. Es übernimmt die Rolle des
Geschäftsbriefes. Ihre Bewerbungsmappe ist
die Anlage dazu. Haben Sie Ihre Bewerbungsmappe
mit einer Titelseite inklusive Inhaltsangabe
versehen, sollten Sie darauf achten, dass
alle Unterlagen, wie im Inhaltsverzeichnis
angegeben, in der Mappe sortiert erscheinen.
Prüfen Sie, ob auf allen Unterlagen Ihr Name
vermerkt ist. Die Bewerbungsmappe wird häufig
auseinander sortiert. Nur Teile gelangen
zum Beispiel in die Fachabteilung.
Nicht notwendig ist es, jedes einzelne Blatt
in eine Klarsichthülle zu legen. Ja, bei
manchen Personalverantwortlichen rief dies
bei unseren Umfragen sogar einen Aufschrei
„Um Gottes Willen, bloß nicht!“ hervor. Sie
können dadurch eher Minus- als Pluspunkte
sammeln und es kostet Sie darüber hinaus
noch eine Menge Geld. Alle Blätter sollten
in einen Klemmhefter Ihrer Wahl eingelegt
werden. In diesem Punkt ist ganz besonders
Ihre persönliche Kreativität gefragt. Wählen
Sie Plastik oder Pappe? In Knallfarben oder
eher in gedeckten Tönen? Alle diese persönlichen
Entscheidungen sagen etwas über Ihr Naturell
aus. Unsere Umfrage ergab, dass Ingenieure,
Informatiker oder Naturwissenschaftler nicht
so sehr auf ausgefallenes Design achten müssen.
Mehr besticht der grafisch logische und übersichtliche
Aufbau.
Anders sieht es bei allen kreativen Studienzweigen
aus. Hier wird die Gestaltung der Bewerbungsmappe
mitbewertet. Leider haben wir weder im Gespräch
noch in unseren Umfragen „Hard Facts“ zur
guten Gestaltung in Erfahrung bringen können.
Aussagen der Personalverantwortlichen wie,
„eine stilvoll gestaltete Bewerbung“ helfen
Ihnen nur wenig weiter. Folgen Sie Ihrem
persönlichen Gefühl und Geschmack. Dann können
Sie zumindest voll hinter Ihrer Arbeit stehen,
genauso, wie Sie von Ihrer Person und Ihren
Leis-tungen überzeugt sein sollen. Wie schon
zu Beginn bemerkt, werden Sie die Unternehmen
nur überzeugen, wenn Sie von sich selbst
überzeugt sind.
Die vorgefertigten Bewerbungsmappen haben
bei unseren Umfragen schlecht abgeschnitten.
Ihre eigene Kreativität geht verloren, die
Mappen sind sehr teuer und meistens sind
ganz bestimmte Mappen zu einem Zeitpunkt
„in“, so dass vor den Personalverantwortlichen
stoßweise mal grüne, dann ein Haufen blaue
Mappen liegen. Sehr originell ist das dann
garantiert nicht mehr. „Die Unterlagen sind
in diesen Mappen besser sortiert“ war die
positivste Aussage, die aus den Personalabteilungen
zu hören war. Doch ich denke, auch ohne vorgefertigte
Bewerbungsmappe liefern Sie gut sortierte
Unterlagen ab.
Um lästige Knicke durch den Versand der Unterlagen
zu vermeiden, sollten Sie einen festen Umschlag
wählen. Er sollte auch groß genug sein, um
die Mappe nicht einzuquetschen. Achten Sie
beim Versand unbedingt auf die Portogrenzen.
Das DIN A 4 Format liegt an einer Portogrenze
zwischen Euro 1,44 und Euro 2,20, je nach
Größe Ihres Umschlages. Kein Unternehmen
bezahlt Nachporto! Es ist sicher nicht notwendig,
Ihre Unterlagen per Einschreiben oder per
Eilboten zu versenden. Beides macht einen
ängstlichen bzw. aufdringlichen Eindruck.
Bewerben Sie sich auf eine Stellenanzeige
in der Tageszeitung, genügt es in der Regel,
die Unterlagen ein bis zwei Wochen nach Schaltung
der Anzeige zu versenden.
Die meisten Unternehmen schicken Ihnen nach
Erhalt der Sendung eine Empfangsbestätigung.
Zumeist einen Zweizeiler, in dem Ihnen der
Erhalt bestätigt und eventuell auch der Prüfungszeitraum
genannt wird. Sollten Sie keinen Brief oder
Anruf erhalten, können Sie getrost nach spätes-tens
14 Tagen beim Unternehmen freundlich anfragen,
ob Ihre Unterlagen angekommen sind und wann
mit einer Prüfung bzw. Entscheidung gerechnet
werden kann. Zeigen Sie auch hier Eigeninitiative.
Sie werden mehrere Bewerbungen verschicken
und müssen planen können. Vielleicht haben
Sie auch schon eine Einladung zum Vorstellungsgespräch
in der Tasche, möchten aber trotzdem die
Entscheidung des zweiten Unternehmens rechtzeitig
wissen, um entsprechend agieren zu können.
Versand per eMail: Wichtig ist hier in Erfahrung zu bringen,
in welchem Dateiformat das Unternehmen die
Daten wünscht. Weit verbreitet, auch wegen
der geringen Datenintensität ist das PDF.
Es ermöglicht eine ansprechende Gestaltung.
Bei wenig Anlagen sollten sich alle Dokumente
in einer Datei befinden. Beginnend mit dem
Anschreiben, folgt der Lebenslauf, eine Übersicht
der Anlagen gefolgt von den Zeugnissen etc..
Wichtig ist, dass man sich beim online-Versand
auf wenige wichtige Zeugnisse beschränkt.
Kein Unternehmensvertreter scrollt sich durch
20 Seiten. Wichtig ist auch, dass die Dokument
so eingescannt werden, dass sie zwar möglichst
nicht so datenintensiv, aber auch lesbar
sind. Hat man trotz aller Einschränkung mehr
als sechs Anlagen, sollte man ein PDF mit
Anschreiben und Lebenslauf und eines mit
den Anlagen erstellen, um eine Übersichtlichkeit
zu garantieren.
Das Vorstellungsgespräch
Mit dem Versand der schriftlichen Bewerbungsunterlagen
ist Ihre Arbeit zunächst erledigt. Jetzt
beginnt für Sie die Zeit des Wartens und
Hoffens. Glücklich können Sie sich schätzen,
wenn nach Ablauf der Prüfphase vom Unternehmen
sich nicht ein DIN A 4 Umschlag mit Ihren
Bewerbungsunterlagen, sondern ein deutlich
kleinerer Umschlag in Ihrem Briefkasten befindet.
Ein netter freundlicher Brief lädt Sie zum
Vorstellungsgespräch am Montag, dem 10. Juni
2004, um 8 Uhr nach München ein. Freuen Sie
sich. Die erste Hürde ist geschafft. Als
erstes sollten Sie nun den Termin bestätigen.
Dies geschieht in der Regel telefonisch und
sollte unverzüglich nach Erhalt der Einladung
erfolgen.
Sie studieren allerdings zum Beispiel in
Hamburg und sollen Dienstag früh in München
erscheinen! Das bedeutet, um ausgeschlafen
und gut gerüstet in das Vorstellungsgespräch
zu gehen, müssen Sie einen Tag zuvor anreisen.
Damit sind wir beim Thema Fahrtkosten.
Fahrtkosten
Die Fahrtkosten zum Vorstellungstermin werden
Ihnen vom Unternehmen in der Regel erstattet.
Leider gibt es schwarze Schafe, die diese
Regelung außer Acht lassen. Handelt es sich,
wie bei dem von mir gewählten Beispiel, um
eine längere Anreise mit Übernachtung, sollten
Sie die Frage der Erstattung von sich aus
ansprechen, denn die Kosten für die Übernachtung
zum Beispiel werden nicht automatisch übernommen.
Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden,
sollten Sie das Thema bei der Bestätigung
des Termins klären. Bei kürzeren Anfahrten
und damit geringeren Auslagen für Bus, Bahn
oder Auto können Sie diese Angelegenheit
entweder am Tag des Vorstellungsgespräches
oder auch zu einem späteren Zeitpunkt regeln.
Bis zu dem Tag Ihres Vorstellungsgespräches
gibt es für Sie noch eine Menge zu tun. Die
Grafik auf Seite xx zeigt Ihnen, worauf es
im Vorstellungsgespräch primär ankommt. Ihr
Fachwissen und Ihre weiteren Zusatzqualifikationen
haben die Zustimmung der Personal- und Fachabteilung
gefunden. Jetzt geht es darum, ob Ihre Persönlichkeit
in das Unternehmen und in das Team passt.
Entspricht Ihr Profil aus der schriftlichen
Bewerbung dem Bild, welches man sich im Unternehmen
aus Ihren Unterlagen gemacht hat? Um wohlgerüstet
in das Vorstellungsgespräch zu gehen, müssen
Sie sich wieder vorbereiten.
Die Vorbereitung zum Vorstellungsgespräch
Waren Informationen zum Unternehmen bei der
schriftlichen Bewerbung wünschenswert, so
sind sie zum Vorstellungsgespräch Pflicht.
Sie können bei der Bestätigung des Vorstellungsgespräches
um die Zusendung von Informationsmaterial
bitten. Falls man Ihnen nichts zuschicken
kann oder will, müssen Sie selbst recherchieren.
Fachzeitschriften, Tagespresse und Internet
können Ihnen hier wieder dienlich sein.
Ein Tipp: In vielen Hochschulbibliotheken
finden Sie ein Nachschlagewerk zu Groß- und
mittelständischen Unternehmen, den Hoppenstedt.
Dort finden Sie Informationen zur Produktpalette,
zu Standorten, Beteiligungen, Umsatz- und
Beschäftigungszahlen. Wenn Ihnen trotz aller
Recherche unternehmensspezifische Daten verwehrt
bleiben, dann sollten Sie zumindest alles
Branchenspezifische in Erfahrung bringen.
Je besser gerüstet Sie ins Vorstellungsgespräch
gehen, desto gelassener werden Sie unternehmensspezifische
Fachfragen beantworten können.
Beispiel: „Mit welchen Mitteln würden Sie eine Marketingstrategie
für das Produkt xy im osteuropäischen Raum
starten?“ Wenn Ihnen das Produkt ein Begriff
ist und Sie auch wissen, dass das Unternehmen
im osteuropäischen Raum mit drei Standorten
vertreten ist, sammeln Sie Pluspunkte, erscheinen
interessiert und beschlagen.
Ein weiterer, wichtiger Punkt Ihrer Vorbereitung
ist der Vortrag zu Ihrer Person. Zu Beginn
dieses Artikels wurde er, im Rahmen der Messen,
schon angesprochen. Zum Vorstellungsgespräch
sollten Sie fähig sein, bis zu einer Viertelstunde
anschaulich und interessant über sich zu
reden. Wichtig ist, dass Sie nicht chronologisch
Ihren Lebenslauf herunterbeten, sondern mit
den „Highlights“, Ihren persönlichen und
fachlichen Vorzügen beginnen. Wie viel Zeit
Sie letztendlich für diesen Vortrag haben,
wissen Sie nie genau. Beim Assessment-Center
ist dieser Zeitraum minuziös festgelegt.
Sie müssen sich zum Beispiel exakt drei Minuten
vorstellen, nicht weniger und nicht mehr.
Nicht nur das Unternehmen, sondern auch Sie
sollten Fragen zum Vorstellungsgespräch parat
haben. Denn auch Ihnen wird während des Gesprächs
die Möglichkeit für eigene Fragen gegeben.
Diese werden Sie natürlich, je nach Gesprächsverlauf
dosieren. Keine Fragen zu haben, bedeutet
auf jeden Fall einen Minuspunkt.
Hat man Ihnen Ihren Arbeitsplatz gezeigt?
Wenn nicht, dann sollten Sie darum bitten.
Beobachten Sie die Unternehmensvertreter
untereinander. Wie ist der Umgangston? Wie
verfährt der Vorgesetzte mit seinem Team?
Wie werden Sie behandelt? Wie wird Ihre Abteilung
aufgebaut sein, in der Sie arbeiten würden?
Sind Sie der einzige Akademiker? Ist Ihr
Vorgesetzter oder Betreuer auch wie Sie Ingenieur,
Wirtschaftswissenschaftler...? Über welche
Kompetenzen werden Sie verfügen? Wie sehen
die Stationen Ihres Traineeprogramms im Detail
aus? Welche Weiterbildungsmaßnahmen bietet
Ihnen das Unternehmen? In welchem Zeitraum
ist diese Weiterbildung geplant? Wann startet
der im Stellenangebot angekündigte Auslandseinsatz?
Wie steht es mit Ihren Aufstiegschancen?
usw.
Eine Frage sollten Sie dem Unternehmen auf
alle Fälle überlassen: das Gehalt. Die Gehaltsfrage
kann, wie schon besprochen, in der schriftlichen
Bewerbung als Stressfrage auftauchen. Diese
Stressfrage kann Ihnen aber auch im Vorstellungsgespräch
gestellt werden. Die Frage nach Ihren Gehaltswünschen
bedeutet also nicht, dass Sie eingestellt
werden, sondern kann wiederum nur ein Test
sein. Ihre Antwort muss wie in der schriftlichen
Bewerbung nur eine Gehaltsspanne sein. Informieren
Sie sich!
Die eigentlichen Gehaltsverhandlungen beginnen
erst, nachdem das Unternehmen Ihnen signalisiert
hat, dass es an Ihnen ernstlich als Mitarbeiter
interessiert ist. (siehe dazu den Artikel
„Das Geld muss stimmen“).
Das Assessment-Center
Große Unternehmen laden immer häufiger nicht
zum Vorstellungsgespräch, sondern zum Assessment-Center
ein. Für Sie bedeutet das nicht zwei Stunden
Einzelgespräch mit Personal- und Fachabteilung,
sondern ein bis zwei Tage Diskussionen, Vorträge,
Problemstellungen im Team lösen, Aufgaben
eines fiktiven Büroalltages alleine und in
Gruppen bewältigen. Zu einem Assessment-Center
werden bis zu 16 Kandidaten eingeladen, die
sich eventuell auch für unterschiedliche
Positionen beworben haben. Psychologen und
Firmenvertreter erarbeiten ein auf das Unternehmen
abgestimmtes AC-Programm. Sie werden dabei
von einem Beobachterteam unter die Lupe genommen.
Diese Beobachter kennen Ihre Bewerbung nicht
und gehen deshalb neutral an Ihre Person
heran.
Zum Thema AC gibt es eine Menge Literatur,
die Ihnen nützliche Tipps vermittelt. Sehen
Sie die Rat- und Vorschläge in diesen Büchern
nicht zu engstirnig. Handeln Sie Ihrer Persönlichkeit
entsprechend und auch ein bisschen aus dem
Bauch heraus.
Standardübungen im AC sind Diskussionsrunden
zu gesellschaftspolitischen Themen (es empfiehlt
sich also, auf dem Laufenden zu sein). Oder
Sie müssen Vorträge innerhalb kürzester Zeit
erarbeiten und halten. Dabei geht es weniger
um das Thema, sondern darum, wie Sie das
Thema angehen. In Rollenspielen mit anderen
Teilnehmern müssen Sie zum Beispiel ein Verkaufsgespräch
führen oder als Abteilungsleiter einen dem
Alkohol verfallenen Mitarbeiter Ihres Teams
zur Rede stellen. Wiederum ist das „wie“
gefragt.
Eine Aufgabe, die Sie alleine lösen müssen,
ist der Postkorb: Sie kehren nach einer Geschäftsreise
an Ihren Arbeitsplatz zurück und sollen nach
30 Minuten diesen schon wieder zu der nächsten
Reise verlassen. Ein riesiger Berg unerledigter
Post ziert Ihren Schreibtisch. Ihre Aufgabe
ist es zu entscheiden, welche Dinge Sie selbst
erledigen müssen, welche Sie delegieren können
und welche zunächst unerledigt bleiben könnten.
(Siehe auch Artikel "Die Entscheidung liegt beim Esel").
Ein Tipp: Auch wenn man Ihnen signalisiert,
dass das Unternehmen nach dem AC nicht an
Ihnen interessiert ist, sollten Sie auf ein
ausführliches Feed-Back und einer Begründung
bestehen. Es kann für Ihr weiteres Bewerbungsverfahren
sehr inte-ressant sein zu erfahren, wie neutrale
Beobachter Ihre Person beurteilen.
Am Tag des Vorstellungsgespräches
Für den Tag des Vorstellungsgespräches sollten
Sie sich einen Zeitplan aufstellen. Rechnen
Sie auf alle Fälle genügend Zeit für die
Anfahrt ein. Kalkulieren Sie Stau oder Zugverspätungen
ein. Ein Zuspät- kommen ist absolutes Tabu.
Bedenken Sie, dass Sie bei großen Unternehmen
Zeit benötigen, bis Sie vor dem Personalbüro
stehen. Formulare müssen beim Pförtner ausgefüllt
und längere Wege auf dem Firmengelände eingerechnet
werden. Die Kleiderfrage haben wir schon
beim Punkt “Lichtbild” dieses Artikels angesprochen.
Beim Vorstellungsgespräch gilt „Business
Look“.
Beispiel: „Kleider machen Leute“, aber auch
Autos machen Leute, zumindest sind einige
Unternehmen dieser Meinung. Am Beispiel „Auto
machen Leute“ möchte ich Ihnen verdeutlichen,
dass das Unternehmen einfach alles über Ihre
Person erfahren will. Denn obwohl Ihre persönlichen
Angelegenheiten die Personalabteilung nichts
angehen, werden Sie diesbezüglich mit Fragen
bombardiert.
Nun, es ist faszinierend und von mir auch
schon persönlich festgestellt, dass Besucherparkplätze
unter den Fenstern der Personalabteilung
liegen. Haben Sie sich nun bei einem Unternehmen
der Energiebranche beworben, kann Ihre alte
„Ente“ mit dem „Atomkraft Nein Danke“- Aufkleber
sich eher negativ auswirken. Genauso skeptisch
wird man den nagelneuen Porsche eines Freundes
betrachten, den Sie sich für die Spritztour
zum Vorstellungsgespräch ausgeliehen haben,und
sich die Frage stellen, wie wohl Ihre Gehaltsvorstellungen
aussehen. Trifft eines dieser Fahrzeuge auf
Sie zu, sollten Sie lieber ein paar Straßen
weiter entfernt parken.
Dieses Beispiel ist natürlich überzogen.
Verdeutlicht Ihnen aber, dass die Firmenvertreter
Sie auf Herz und Nieren prüfen und "alles"
über Sie in Erfahrung bringen wollen. Sie
greifen dabei auch zu ungewöhnlichen Mitteln,
zum Beispiel zu Ihrem Auto.
Der erste Eindruck, den Sie in der Begrüßungsphase
hinterlassen, wird der entscheidende sein.
Entsprechen Sie den Erwartungen, die Ihre
schriftliche Bewerbung hinterlassen hat?
Passen Sie ins Unternehmen? Ist für den Personal-
und Fachabteilungsleiter die lange Suche
nach dem richtigen Kandidaten nun endlich
vorbei? Nach der Begrüßungsphase befragt
man Sie nach einer kurzen Firmenpräsentation
zu Ihrer Person, Ihren fachlichen und persönlichen
Kenntnissen. Man checkt Ihren Lebenslauf
mit Ihnen durch. Sie sollen aus Ihrem Leben
erzählen. Hierbei müssen Sie sich interessant
machen. Fünf bis zehn Minuten kann so eine
Präsentation Ihrer Person schon dauern. Legen
Sie darauf Wert, dass man Ihnen Ihre zukünftige
Arbeitsposition und Ihr Aufgabengebiet klar
aufzeigt. Hier können Sie auch mit Fragen
Ihrerseits ansetzen.
Bis Sie mit einer eventuellen Zusage rechnen
können, werden Sie wohl zwei Gesprächstermine
haben. Das erste Gespräch dient dem ersten
Kennenlernen. Hat man Sie dann in die enge
Auswahl gezogen, wird man in konkrete Verhandlungen
mit Ihnen treten, in denen dann auch zum
Beispiel der Punkt des Gehalts oder weiterer
Zusätze besprochen wird.
Wie schon bemerkt, ist Ihre Persönlichkeit
gefragt. Also werden die Unternehmensvertreter
versuchen, Persönliches von Ihnen zu erfahren.
Da die familiären Hintergründe eigentlich
nicht abgefragt werden dürfen, können Sie
hier auch einmal flunkern, um einen positiven
Eindruck zu hinterlassen. Beispiel: Sie haben
sich nach München beworben, weil Ihr(e) Lebenspartner/in
dort lebt. Das sollten Sie aber auf keinen
Fall erwähnen, da das Unternehmen davon ausgeht,
dass Sie München sofort wieder verlassen
würden, falls Sie Freund oder Freundin verlassen.
Dasselbe gilt für die an uns Frauen immer
wieder gestellte Frage nach dem Kinderwunsch.
Auch hier können Sie getrost ohne mit der
Wimper zu zucken, die karrierebewusste Frau
an den Tag legen. Denn hätten Sie all die
Jahre studiert, um dann mit dem Kinderwagen
durch die Gegend zu fahren? So oder ähnlich
kann Ihre Antwort lauten. Auf alle Fälle
sollten Sie sich auf diese Frage einrichten.
Ein anderes Beispiel: Ist Ihr Lebenspartner
aus Hamburg mit dem Entschluss einverstanden,
dass Sie nun anstreben, in München Ihre berufliche
Karriere zu starten? Auch wenn Sie sich erst
gestern so richtig mit Ihrem Lebenspartner
über Ihre Karriereziele gestritten haben,
ist für den Personalverantwortlichen natürlich
alles in bester Ordnung.
Leider dürfen Sie bei der Verabschiedung
nach gestressten zwei Stunden nicht fragen:
„Und, wie war ich?“ Sie müssen sich wieder
in Geduld üben, bis das Unternehmen Ihnen
die Entscheidung mitteilt. Aber auch hier
gilt, sollte ein vereinbarter Termin überschritten
werden, sollten Sie Eigeninitiative zeigen
und anrufen.
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