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Unternehmensgeschichte - BAUER AG

BAUER AG Unternehmensgeschichte

Die heute weltweit im Bau und im Maschinenbau tätige BAUER AG ist ein Familienunternehmen mit mehr als 210-jähriger Geschichte. Von ihrem Stammsitz in Schrobenhausen, 70 Kilometer nordwestlich von München, steuert sie ein Geflecht von weltweit über 90 Einzelfirmen mit mehr als 8000 Mitarbeitern.


Von der Kupferschmiede zum Brunnenbau

Die Ursprünge der Unternehmensgruppe gehen auf das Jahr 1790 zurück. Damals erwarb der aus Deggendorf stammende Sebastian Bauer eine Kupferschmiede in Schrobenhausen. Aufträge kamen von Brauereien, von privaten Haushalten und bestanden im öffentlichen Bereich vor allem in Kupferarbeiten am Bau. So deckte Bauer um das Jahr 1840 Haube und Spitze vom Turm der Jakobskirche mit Kupfer.

BAUER AG UnternehmensgeschichteIm Zuge des technischen Fortschritts verlor das Handwerk des Kupferschmieds an Boden. Mit Andreas Bauer (1858-1933) schlug die vierte Bauer-Generation neue Wege ein. Er war mehrere Jahre lang auf Wanderschaft in verschiedenen Ländern Europas und kehrte mit Kenntnissen auch im Brunnenbau nach Hause zurück. Er entdeckte, dass man in Schrobenhausen artesische Brunnen bohren konnte und gelangte so an einen interessanten Auftrag der Generaldirektion der Königlich Bayerischen Verkehrsanstalten: den Bau des Brunnens für das Wasserhaus der Station Schrobenhausen an der neuen Eisenbahnlinie Augsburg-Ingolstadt. In der Folgezeit wurden von Bauer Pumpanlagen, Schachtbrunnen, Hausinstallationen und Wasserversorgungen gebaut.

Die Richtungsänderung zum Brunnenbau festigte dann Dipl.-Ing. Karl Bauer (1894-1956), der nach dem Ersten Weltkrieg den Betrieb übernahm. Er lenkte das Unternehmen in industrielle Bahnen. Ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung des Betriebs war 1928 der Bau der Wasserversorgung für die Stadt Schrobenhausen. Nach dieser Referenz erweiterte sich das Geschäftsgebiet für Wasserversorgung und Brunnenbau auf ganz Bayern.


Die Anfänge des Spezialtiefbaus

Mit Karlheinz Bauer, Jahrgang 1928, ging in der Aufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg die nächste Generation ans Werk. In kürzester Zeit absolvierte er das Studium, promovierte und machte die Prüfung zum Regierungsbaumeister. 1954 zeigten Grundwasserabsenkung und Pfahlgründung für die Großkläranlage der Stadt Augsburg, in welche Richtung sich das Unternehmen entwickeln würde – das Tätigkeitsfeld erweiterte sich und Bauer wandte sich immer mehr dem Spezialtiefbau zu.


Innovativer Durchbruch: die Erfindung des Bauer Ankers 1958

BAUER AG UnternehmensgeschichteNeue wissenschaftliche Methoden erlaubten es, exakt zu planen und hart zu kalkulieren. Dem Spezialtiefbau eröffneten sich weitere Dimensionen. Ein Wendepunkt war die Erfindung des Injektionsankers im Jahr 1958. Für den Bayerischen Rundfunk in München war eine große freie Baugrube mit rückverankerten Pfahlwänden herzustellen. Dazu wurden außerhalb der Pfahlwand Schächte abgeteuft, in die die Anker eingebohrt und fixiert werden sollten. Doch die Bohrungen wichen ab und trafen die Schächte nicht. Unter höchstem Termindruck kam man auf die Idee, die Ankerspitze durch die Bohrrohre mit Zement zu verpressen. Die Anker hielten, der Bauer-Anker war geboren. Die Erfindung wurde patentiert. Der Injektionsanker eröffnete dem Spezialtiefbau neue Möglichkeiten. Die neue Technik kam gerade recht zum U-Bahnbau der 1960er-Jahre in den deutschen Großstädten. Erste Lizenzen gingen nach Frankreich, England, Japan und nach Russland. Mit innovativer Kraft und neuen Bauverfahren prägte Bauer die Entwicklung des Spezialtiefbaus.


Expansion und Einstieg in Maschinenbau

Bauer erlebte in diesen Jahren einen starken Aufschwung, die Umsatzzahlen stiegen sprunghaft, ebenso die Zahl der Mitarbeiter. Nach ersten Auslandsaufträgen in der Schweiz und in Österreich hatte später der arabische Raum durch den Ölboom großen Baubedarf; Bauer arbeitete in Libyen, in Saudi-Arabien und im Iran.

Für die neuen Techniken im Spezialtiefbau, für Pfahlbohrungen wie für Verankerungen gab es keine optimalen Maschinen. So ging Bauer daran, Geräte von Grund auf neu zu konzipieren und zu bauen. 1969 verließ der erste Ankerbohrwagen, 1976 das erste Großdrehbohrgerät die Werkhalle. 1984 folgte die Schlitzwandfräse. Für den Maschinenbau wurde 1984 ein neues Werk errichtet.


Die siebte Generation: Internationalisierung

Mit Prof. Dipl.-Kfm. Thomas Bauer, Jahrgang 1955, trat 1982 die siebte Generation in das Unternehmen ein. Er trieb die Internationalisierung des Unternehmens konsequent voran. Als das Bauvolumen in den arabischen Ländern zurückging, fand Bauer im Fernen Osten und in anderen Weltregionen neue Märkte. Der aufstrebende Maschinenbau erforderte nun eine eigene Vertriebsorganisation. Auch das Erscheinungsbild änderte sich. Das Logo wurde modernisiert und ein durchgängiges Corporate Design ausgearbeitet. 1987 wurden die Unternehmensleitlinien formuliert.

1989 veränderte sich die Marktlage in Deutschland grundlegend: In Berlin fiel die Mauer und die Wiedervereinigung eröffnete der Bauindustrie eine Jahrhundert-Chance. Während der 1990er-Jahre flossen Investitionen in die Sanierung der Verkehrsinfrastruktur, die Wiederbelebung der heruntergekommenen Stadtzentren von Berlin, Leipzig, Dresden und Magdeburg. Doch der immense Baubedarf zog ausländische Konkurrenz an und führte zu einem ruinösen Preiswettbewerb. Der Schwung der ersten Jahre hielt nur bis 1995.

In diesen kritischen Jahren konnte Bauer durch den Auslandsbau und den weltweiten Maschinenvertrieb, die seit den 1980er-Jahren enorm aufgebaut wurden, das Ergebnis einigermaßen im Gleichgewicht halten. Der deutsche Baumarkt geriet in eine jahrelang anhaltende Rezession, die namhafte Betriebe und einen großen Teil der Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft vernichtete.

BAUER AG UnternehmensgeschichteDurch die Fernost-Krise wurde im Jahre 1998 zeitweise auch das Maschinengeschäft getroffen. Mit größten Anstrengungen lotste die Geschäftsleitung das Unternehmen durch die Krisenzeit. Durch Flexibilität und geschickte Anpassung wurden neue Märkte erschlossen – Bauer wirkte an herausragenden Bauwerken in aller Welt mit. Die Referenzliste reicht von der Zeltdachverankerung für die Olympia Sportanlagen in München 1972 über die Gründungsarbeiten für den Burij Dubai und die Bodenverdichtung der künstlichen Insel „The Palm“ in Dubai bis zur Abdichtung des Péribonka-Staudamms in Kanada.


Der Börsengang

1994 erhielt die BAUER Gruppe eine neue Struktur: Die BAUER AG wurde als Holding gegründet. Zwölf Jahre später, im Sommer 2006, ging sie an die Börse. Die Aktie startete am 4. Juli 2006 mit einem Ausgabekurs von 16,75 Euro. Für das traditionsreiche Unternehmen bedeutet der Börsengang einen markanten Einschnitt.


Auf die Zukunft vorbereitet: Lösungen zur Erschließung von Rohstoffen

Für die Herausforderungen der Zukunft hat sich Bauer gut vorbereitet. In den Jahren 2007 und 2008 realisierte Bauer mit einem Volumen von rund 80 Millionen Euro das bisher größte Bauinvestitionsprogramm in der Firmengeschichte.

Am Firmenhauptsitz in Schrobenhausen, im thüringischen Nordhausen und in den USA entstanden neue Produktionswerke. Auch in Italien, Russland, China und Malaysia wurden die Produktionskapazitäten erweitert. Chancen ergeben sich für den Konzern vor allem durch die weltweite Verknappung der Rohstoffe und der daraus resultierenden Energieprobleme. Auf diese Themen hat sich Bauer in einem – neben Bau und Maschinenbau – dritten Geschäftsfeld spezialisiert. Der 2007 neu aufgebaute Bereich Resources bündelt Dienstleistungen in den Bereichen Mining, Geothermie, Umwelttechnik, Brunnenbau sowie Brunnenausbau.

 

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