Antworten von Schaeffler zum Thema Online-Bewerbung
Die erwarteten Erfolgsaussichten von postalisch verschickten Bewerbungen werden von den Teilnehmern unserer Studie als sehr hoch eingeschätzt. Sind postalische Bewerbungen in Ihrem Unternehmen erfolgversprechender als andere Bewerbungsformen?
Es gibt keinen Vorteil bei einer klassischen Postbewerbung. Eine Bewerbung per Mail kann genauso ansprechend gestaltet sein. In der Praxis erlebt man leider sehr oft, dass für E-Mail-Bewerbungen nicht die gleiche Sorgfalt aufgewendet wird wie für Postbewerbungen. Dazu gibt es ein ganz einfaches Beispiel: Schickt man zusammen mit seiner Bewerbungsmail 20 einzelne Dokumente ist das Handling für den Personalentscheider beim Prüfen der Unterlagen deutlich schwieriger als wenn alle Dokumentein einer Datei (z.B. PDF) zusammengefasst sind.
Von den befragten Unternehmengaben mehr als Drei Viertel an, Bewerber mit Bachelor-Abschlüssen zu suchen. Welche Einstellungschancen haben angehende bzw. fertige Bachelor-Absolventen in Ihrem Unternehmen?
Praktika: gut
Trainee-Programme: gut
Direkteinstieg: gut
Bachelor-Studiengänge unterscheiden sich inhaltlich nicht wesentlich von den alten Diplom-Studiengängen. Dieser Trend wird an vielen Hochschulen verzeichnet. Dadurch sind auch die Einstiegschancen von Bachelor- und Diplomabsolventen vergleichbar.
Für die Studierenden bleibt allerdings immer weniger Zeit, praktische Erfahrungen zu sammeln. Das ist schade, denn das bedeutet auch, dass Studierenden leider weniger Möglichkeiten offen stehen, beim Schnuppern von Praxisluft herauszufinden, welche Tätigkeiten und Bereiche für den späteren Berufseinstieg in Frage kommen.
Die Studie zeigt, dass die Teilnehmer 2009 mit durch schnittlich 19 Bewerbungen bis zur Einstellung ganze 24 Bewerbungen weniger verschicken als noch 2005. Halten Sie diesen niedrigen Wert in Zeiten von Wirtschaftskrise und Einstellungsstopps für realistisch?
Die Anzahl der durchschnittlichen Bewerbungen hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab: z.B. von der wirtschaftlichen Lage, der Anzahl an offenen Stellen, der Wechselwilligkeit von Berufserfahrenen, der Anzahl der Studienabgänger u.v.m.. Diese Tatsache macht es extrem schwer, eine konkrete Einschätzung oder Begründung für die Schwankungen zu nennen.
Die deutlich gesunkene Zahl im Vergleich zu 2005 könnte u.a. daraus resultieren, dass in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld die Bereitschaft, sich in das Abenteuer »Jobwechsel« zu stürzen, deutlich niedriger ist als sonst.
Wann ist Ihrer Ansicht nach das richtige Alter für den Berufseinstieg?
Bachelor-Absolventen im Alter von 22 bis 23 Jahren müssen sich durchaus anhören, sie seien zu jung. Eine hartnäckige Behauptung wiederum sagt aus, man sei für viele Trainee- oder Einstiegsstellen mit 26 bis 27 Jahren zu alt.
Das perfekte Alter für den Berufseinstieg gibt es nicht! Einen Großteil der Kenntnisse, die man für seinen Job braucht, erwirbt man ohnehin erst im Unternehmen. Letztlich istder Abgleich zwischen Stellen- und Kandidatenprofil entscheidend und nicht das Alter.
Personalentscheider nehmen sich nur in den seltensten Fällen mehr als 5 Minuten Zeit für die Erstdurchsicht einerBewerbung. 18% der von uns Befragten wenden sogar nur maximal 2 Minuten zur Durchsicht auf. Bewerber vergessen das oft! Warum ist der Zeitrahmen so eng gesteckt und was müssen Bewerber beachten, um den entscheidenden positiven Eindruck zu hinterlassen?
Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in denen das Angebot an interessanten Stellen knapp ist, bewerben sich im Schnitt mehr Personen auf eine Stelle. Dadurch bleibt für jede einzelne Bewerbung weniger Zeit. Deshalb ist es elementar, bei der Bewerbung darauf zu achten, dass sich der Personalentscheider schnell zurechtfindet und alle relevanten Informationen in den Unterlagen enthalten sind. Dabei kann weniger manchmal auch mehr sein. Vor allem im Anschreiben sollten Bewerber darauf achten, sich möglichst kurz zu fassen,ohne jedoch wichtige Informationen wegzulassen.
Wann ist eine Bewerbung für Sie qualitativ hochwertig?
In erster Linie ist es wichtig, dass der Bewerber die für die zu besetzende Stelle passenden Qualifikationen mitbringt. Im Idealfall sind die Informationen zur Person und zum Werdegang des Bewerbers in einer ansprechenden und vor allem übersichtlichen Bewerbung verpackt. Dabei spielt die Bewerbungsform keine Rolle.