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Hochschulmarketing
Frau Viktoria Isaak
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Hella KGaA Hueck & Co.: ein globales,
unabhängiges Familienunternehmen
Beleuchtung und Elektronik für Automobile
und der Kfz-Teilehandel sind die Kerngeschäftsfelder
des Hella-Konzerns mit Sitz in Lippstadt
(Westfalen). Das global aufgestellte, unabhängige
Familienunternehmen ist mit 70 Standorten
in mehr als 30 Ländern präsent. Über 25.000
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwirtschaften
einen Umsatz von fast 4 Milliarden Euro. Damit
gehört Hella zu den Top 50 der weltweiten
Automobilzulieferer sowie zu den 100 größten
deutschen Industrieunternehmen.
Partner der Automobilindustrie mit langer
Tradition
Bereits seit über 100 Jahren ist Hella Partner
der Automobilindustrie und des Kfz-Teilehandels.
Hervorgegangen ist das Unternehmen aus der
Westfälischen Metall-Industrie AG, die Sally
Windmüller 1899 in Lippstadt gründete. Zum
Produktprogramm gehörten Lampen, Laternen
und Ballhupen für Kutschen, Fahrräder und
Fahrzeuge. Erste herausragende Innovation
war der Acetylen-Scheinwerfer „System Hella“
von 1908. Seitdem wird das Warenzeichen „Hella“
sowie das daraus 1925 geschaffene Markenzeichen
genutzt. 1923 übernahm die Fabrikantenfamilie
Hueck aus Lüdenscheid die Anteilsmehrheit,
und seit 1986 ist die Produktbezeichnung
„Hella“ Teil des Firmennamens. Als alleiniger,
langfristig orientierter Familiengesellschaft
erwirkt die Familie Hueck maßgeblich an der
Entwicklung des Unternehmens mit.
Die Geschichte beginnt mit Kutschlaternen
und Cornets
Die über einhundertjährige Unternehmensgeschichte
beginnt offiziell am 11. Juni 1899 mit der
Eintragung der „Westfälischen Metall-Industrie Aktien-Gesellschaft
(WMI)“ beim Amtsgericht Lippstadt. Da sind
gerade dreizehn Jahre vergangen, seitdem
Gottlieb Daimler und Karl Benz die ersten
Fahrten mit ihren Motorwagen unternahmen.
Laternen für Kutschwagen, Fahrräder und Automobile
bilden das Produktionsprogramm des jungen
Unternehmens. Bald kommen Ballhupen (Cornets) als
Signalgeber hinzu.
„System Hella“ von 1908: von der Lampe zum
Scheinwerfer
1908 erscheint zum ersten Mal die Produktbezeichnung
„Hella“. Dieser mit Acetylengas betriebene
Scheinwerfer war eine herausragende Produktinnovation
und kam mit seiner Luxusversion den heutigen
Projektionsscheinwerfern vom Prinzip her
schon sehr nah. Als Lichtquelle diente eine
Acetylenflamme. Hinter ihr war eine mit Silbermetall
hinterlegte plankonvexe Glaslinse platziert,
die das auftreffende Licht nach vorn reflektierte
und die Straße etwa 150 Meter weit ausleuchtete.
Noch leistungsfähiger war die Luxusversion
mit einer Leuchtweite von etwa 300 Meter.
Mit der wegweisenden Entwicklung des Scheinwerfers
„System Hella“ erfolgte der wichtige Schritt
von der Lampe und Laterne hin zum Scheinwerfer, der
die Wege und Straßen bei nächtlicher Fahrt
erhellte und die Sicherheit deutlich erhöhte.
Ursprung der Wortmarke „Hella“ ist nicht
ganz eindeutig
Ausgehend von dem seit 1908 genutzten Warenzeichen
„Hella“ wurde 1925 das bis heute in modifizierter
Form gültige Logo geschaffen und 1926 beim
Reichspatentamt in Berlin zum Markenzeichen
eingetragen. Wie es zur Wortmarke Hella kam,
lässt sich heute nicht mehr mit letzter Sicherheit
sagen. Die wahrscheinlichste Version wird
Firmengründer Sally Windmüller zugeschrieben,
der damit seine Frau Helene mit der Kurzform
ihres Vornamens Hella ehren wollte. Dabei
war die klangliche Assoziation zu „heller“
bei einem Scheinwerfer durchaus wünschenswert.
1986 wurde die Wortmarke „Hella“ dann in
die Firmenbezeichnung aufgenommen.
Elektrische Glühlampe als Basis moderner
Fahrzeugbeleuchtung
Parallel zur Produktinnovation des „SystemHella“-
Scheinwerfers auf Acetylen-Basis beginnt
mit der Verwendung der elektrischen Glühlampe
im Kraftfahrzeug um 1908 die Entwicklung
der modernen Fahrzeugbeleuchtung. Die Scheinwerfer
erhalten Paraboloidreflektoren und mit optisch
wirksamen Profilen versehene Abschlussscheiben.
Die schon damals unterschiedlichen Anforderungen
an ein gutes Fahrlicht, das die wachsende
Zahl motorisierter Verkehrsteilnehmer nicht
blendet, erfüllt 1914 ein Scheinwerfer-System,
das vom Fahrersitz aus über einen so genannten
„Bowdenzug“ geneigt werden kann. 1915 werden
rote Schlussleuchten und gelbe Bremsleuchten
eingeführt. Die schon seit Anfang des Jahrhunderts
vorgeschriebenen Lizenztafeln, sprich Kfz-Kennzeichen,
werden beleuchtet. Entsprechend erweitert
sich das Hella-Produktprogramm. Mit der Erfindung
der Biluxlampe im Jahr 1924 lassen sich Abblend-und
Fernlicht aus einem einzigen Reflektor erzeugen.
Elektrische Bremslichter und mehrere Patente
für Signalhörner mit elektrischer Tonerzeugung
tragen zur positiven Geschäftsentwicklung
bei.
Mehr Autos, mehr Umsatz
Parallel zum wachsenden Automobil-Absatz
in Deutschland steigen die Produktionszahlen
der Scheinwerfer und Leuchten mit dem Hella-Logo.
Dazu trägt auch die erste Straßenverkehrs-Zulassungsordnung
(StVZO) vom 13. Nov. 1937 bei. Sie schreibt
Bedingungen für Bauart und Lichtwerte von
Scheinwerfern und Leuchten sowie deren Typprüfung
durch das Kraftfahrt-Reichsamt vor. Der Auftrag
zur Herstellung der Scheinwerfer und Leuchten
als Vorserienmuster für die ersten Prototypendes
„KdF-Wagens“ (Vorläufer der legendären „Käfer“)
von 1935 und der Abschluss eines exklusiven
Liefervertrages mit Ford 1936 sind weitere
Anzeichen für die wachsende Bedeutung des
Automobilzulieferers in Lippstadt.
Grundlage für weltweites Handelsgeschäft
wird 1935 gelegt
1935 wird mit dem holländischen Handelshaus
Sluyter in Utrecht eine Handelspartnerschaft
begründet, die den Grundstein legt für ein
heute weltweites Netzwerk von Vertriebspartnern
und -gesellschaften in über 100 Ländern.
Auch technisch geht es weiter voran. Für
die Abdeckscheiben von Leuchten kommen neuartige
Kunststoffe (sogenannte Edelpressharze) statt
Glas zum Einsatz. 1942 entwickelt die WMI
ein Verfahren zur einstückigen Pressung von
gelb-roten Lichtscheiben für Leuchten aus
Duroplast. Neben dem Automobilbereich macht
die Fertigung von Teilen für Fahrradhersteller
und -händler immer noch etwa ein Drittel
des Umsatzes aus. Außerdem gehören elektrische
Motorrad- und Bootscheinwerfer zur Produktpalette.
Expansion im Wirtschaftswunder
Nach der Währungsreform im Jahr 1948 übernimmt
die Automobilindustrie eine Leitfunktion
für die deutsche Wirtschaft. Die ständig
steigenden Absatzzahlen von Kraftfahrzeugen
und die zunehmende Motorisierung der Bevölkerung
sorgen auch bei der WMI für kräftigen Aufschwung.
Hella-Scheinwerfer und -Leuchten zieren den
VW Käfer, dessen Erfolg das deutsche Wirtschaftswunder
symbolisiert. Ford und Borgward setzen ab
1951 als erste Automobilhersteller Blinkleuchten
aus Lippstadt anstelle der bisher üblichen
Winker zur Fahrtrichtungsanzeige ein.
Asymmetrisches Abblendlicht bringt mehr Sicherheit
Mit der Entwicklung des asymmetrischen Abblendlichts
,für das die WMI 1957 als erster Hersteller
eine europäische Bauartgenehmigung erhält,
untermauert das Unternehmen seinen Ruf als
innovativer Zulieferer. Die auf der Basis
dieser neuen Vorschrift entwickelten Scheinwerfer
erhöhen deutlich die Sichtweite im Bereich
der Beifahrerseite vor dem Auto. Außerdem
nimmt die Blendwirkung für entgegenkommende
Fahrzeuge ab. Das verbessert wesentlich die
Sicherheit im nächtlichen Straßenverkehr.
1958 erhält die WMI ein grundlegendes Patent
zur Verwendung hochwirksamer Prismenoptiken
in Lichtscheiben von Heckleuchten. Anfang
der 60er Jahre entwickelte neue Fertigungsverfahren
und der Einsatz neuer Werkstoffe, etwa thermoplastische
Kunststoffe, machen es möglich, besondere
Designwünsche der Automobilhersteller zu
erfüllen. Dazu gehören beispielsweise rechteckförmige
Scheinwerfer mit vergrößerten Reflektoren
und verbessertem Abblendlicht (etwa für den
Ford Taunus, im Volksmund auch „Badewanne“genannt),
karosserie angepasste Heckleuchten oder verchromte
Kunststoff-Zierteile.
Die Entwicklung zum globalen Zulieferer
1961 nimmt Hella in Australien die erste
Auslandsfabrik in Betrieb. Damit beginnt
die Globalisierung der Unternehmensaktivitäten,
die einhergeht mit der kontinuierlichen Entwicklung
innovativer Produkte und der gezielten Ausweitung
des Handelsnetzwerks innerhalb und außerhalb
Deutschlands.
Quantensprünge in der Lichttechnik
1962 stellt Hella den ersten Halogen-Zusatzscheinwerfer
vor. 1971 erhält das Unternehmen die weltweit
erste Zulassung für einen Scheinwerfer mit
H4-Zweifadenlampe. 1991 folgt mit der Vorstellung
des Xenon-Scheinwerfers der nächste Quantensprung
in der Lichttechnik. 1997 stellt Hella den
ersten Bi-Xenon-Scheinwerfer für Abblend-
und Fernlicht aus einer Lichtquelle vor.
2003 folgen Systeme für Abbiege- und Kurvenlicht,
und 2006 das erste vollautomatische intelligente
Scheinwerfersystem. Bei den Lichtquellengewinnen
LEDs (lichtemittierende Dioden) auch im Scheinwerfer
zunehmend an Bedeutung, vor allem für Signalfunktionen.
Erste Voll-LED-Scheinwerfer, die auch Abblend-
und Fernlicht erzeugen, sind seit 2008 auf
dem Markt. Sie eröffnen neue, weitreichende
Stylingoptionen und damit ein großes Differenzierungspotenzial
für die Automobilhersteller. Weiter in die
Zukunft weisen kamerabasierte Fahrerassistenzsysteme,
wie etwa adaptive Hell-Dunkel-Grenze, blendfreies
Fernlicht und markierendes Licht. Die kamerabasierte
Steuerung des Scheinwerfersystems schafft
neue Möglichkeiten für eine optimale Lichtverteilung
in Abhängigkeit von der Verkehrssituation
und damit eine wesentlich höhere Sichtweite
als mit herkömmlichen Systemen. Gleichzeitig
werden entgegenkommende und vorausfahrende
Verkehrsteilnehmer weniger geblendet. Durch
eine Kombination mit weiteren Komfort- und
Sicherheitsfunktionen, wie etwa Spurwechselassistent,
Verkehrszeichenerkennung, Regen-Licht-Sensor
und Abstandsregelsystem (ACC), baut Hella
die Kompetenz bei der Fusion von Licht und
Elektronik weiter aus.
Sicherheitspreis für Nebelschlussleuchte
Auch bei Signalleuchten treibt Hella den
Fortschritt voran: 1966 kommt die erste Nebelschlussleuchte. Dafür
gibt es 1967 den ADAC-Sicherheitspreis. Zum
Schutz vor Auffahrunfällen werden 1979 in
der Bundesrepublik Deutschland zusätzliche
hochgesetzte Bremsleuchten zugelassen. Nach
anfänglichen Erfolgen verebbt die Nachrüstung.
Erst die mittig hochgesetzte Sicherheits-Bremsleuchte,
seit 1985 in den USA, seit 1993 in Deutschland
und Europa zugelassen, setzt sich auch in
der Serienausrüstung durch. Hella ist auch
hier beim Fortschritt ganz vorn: Bereits
1992 wird das erste Serienfahrzeug mit einer
Zusatzbremsleuchte in LED-Technik ausgerüstet.
Dieser Trend setzt sich später auch bei den
Heckleuchten fort. Federführend entwickelt
und fertigt Hella außerdem wegweisende Konzepte
ambienter Innenbeleuchtungssysteme für Mittel-
und Oberklassefahrzeuge. Dazu gehören auch
berührungslose Bediensysteme auf optischer
und kapazitiver Basis.
Elektronik-Geschäft beginnt mit dem Blinkgeber
Mit der Entwicklung und Fertigung des ersten
vollelektronischen Blinkgebers begründet
Hella 1965 den Geschäftsbereich Elektronik.
Meilensteine sind unter anderem das Wisch-Wasch-Intervall-Steuergerät
1969, das Gurtwarngerät 1973, das Glühlampenkontrollgerät
1976, der erste elektropneumatische Geschwindigkeitsregler
1976, der weltweit erste dynamische Motorölstandssensor
1980, das Sitzmemory-Steuergerät 1982, die
erste elektronisch gesteuerte Innenraumtemperaturregelung
1984, das Steuergerät des ersten elektronisch-hydraulischen
Motorrad-ABS 1988, die erste Antriebsschlupfregelung
für frontgetriebene Fahrzeuge 1989 und die
dynamische Leuchtweiteregelung für Xenonscheinwerfer
1995. Im gleichen Jahr stellt Hella außerdem
den intelligenten Geschwindigkeitsregler
ACC (Adaptive Cruise Control) als ein Entwicklungsresultat
aus dem europäischen Forschungsprogramm PROMETHEUS
vor. 1997 eröffnet der integrierte elektronische
Fahrpedalsensor neue Möglichkeiten für den
Einsatz von Drive-by-Wire-Systemen in Serienfahrzeugen
mit Otto- oder Dieselmotor. Das Produkt schreibt
Erfolgsgeschichte: inzwischen sind davonüber
100 Millionen Stück produziert worden. In
diesem Segment ist Hella seit Jahren weltweiter
Marktführer.
Elektronische Fahrerassistenzsysteme erhöhen
die Verkehrssicherheit
Heutiges Innovations- und Wachstumsfeld ist das Gebiet elektronischer Fahrerassistenzsysteme. Hella hat bereits den Spurwechselassistenten mit 24 GHz Radar-Sensorik, ein Rückfahrkamera-System, ACC (Adaptive Cruise Control) zur automatischen Abstandregelung auf Basis der LIDAR-Infrarot-Sensortechnik sowie die Systeme Spurwechselwarnung und Verkehrszeichenerkennung auf Basis einer Frontkamera in Serie gebracht. Kurz vor dem Serieneinführung steht der elektronische Einparkassistent, der dem Fahrer ein automatisches, komfortables und sicheres Einparken in Längsparklücken ermöglicht. Auf dem Gebiet der Fahrerassistenzsysteme verfügt Hella über ein leistungsstarkes Technologieportfolio, das Infrarot-Laufzeitmessung (LIDAR = Lightdetection and ranging), 24 GHz-Radar sowie Kamera- und Ultraschallsensorik beinhaltet.
Komplexe Karosserie-Elektronik
In der Karosserie-Elektronik decken Daten-Bus-fähige
elektronische Steuergeräte heute bereits
vielfältige Basisfunktionen für den vorderen
und den hinteren Fahrzeugbereich ab. Ein
weiterer Bestandteil moderner Bordnetze ist
etwa das Fahrzugangs- und Fahrberechtigungssystem
CAPE, das mit verschiedensten Steuergeräten
des Bordnetzes kommuniziert, zum Beispiel
mit Zentralelektroniken oder Tür- und Sitzsteuergeräten.
Energiebilanz durch intelligentes Energiemanagement
verbessern
Im Produktsegment Energiemanagement entwickelt
und fertigt Hella Produkte, die einen maßgeblichen
Beitrag zur Optimierung der Energiebilanz
im Fahrzeug leisten und somit signifikant
zur Reduktion der CO2-Emissionen beitragen.
Dazu gehören der Intelligente Batteriesensor
(IBS), Spannungsstabilisatoren, Steuergeräte
für elektrische Lenkungen, Heizungssteuergeräte
und Kraftstoffpumpen. Im Geschäftsfeld elektrischer
beziehungsweise elektronischer Komponenten
legt Hella einen Schwerpunkt auf die Entwicklung
intelligenter Lösungen für effiziente Kraftstoffnutzung.
Die zweite Generation der Ultraschall-Ölsensoren
PULS (Packaged Ultrasonic Level Sensor) ermöglicht
den gänzlichen Verzicht auf den Ölpeilstab.
Handelsgeschäft hat wachsende Bedeutung
Hella verfügt über eine der weltweit größten
Handelsorganisationen für Kfz-Teile und Zubehör
mit eigenen Vertriebsgesellschaften und Partnern
in mehr als 100 Ländern der Erde. Damit versorgt
das Unternehmen den Kfz-Teilehandel und die
Werkstätten mit umfassenden und ständig wachsenden
Teilesortimenten in den Kernkompetenzbereichen
Beleuchtung, Elektrik, Elektronik und Thermo
Management. Darüber hinaus erhalten Handel
und Werkstatt effektive Verkaufsunterstützung,
etwa in Form eines modernen und schnellen
Informations- und Bestellsystems (mit Online-Katalog,
Hella Aftermarket Club und TecCom) sowie
kompetenten technischen Service.