Was ist ein Trainee-Programm?
Fast jeder große Konzern und zunehmend auch mittelständische Unternehmen bieten Hochschulabsolventen, die gerade ihr Examen bestanden haben, die Möglichkeit, mit einem Trainee-Programm in die Berufswelt einzusteigen. Das Konzept, für eine begrenzte Zeit in verschiedenen Stationen eines Unternehmens zu arbeiten und dieses gründlich kennen zu lernen, bevor man eine feste Position einnimmt, ist nicht neu.
Trainee-Programme gibt es schon seit 50 Jahren. Sie haben sich in dieser Zeit von starren, genau festgelegten Ausbildungs-Programmen mit wechselnden Einsatzorten zu wesentlich flexibleren, individuell auf die Person und den späteren Einsatzort abgestimmten Programmen weiterentwickelt. Frühere Trainee-Programme waren vollkommen standardisiert: alle Kandidaten hatten exakt dieselben Stationen zu absolvieren, ungeachtet ihres universitären Werdegangs und ihrer späteren Position. Mittlerweile sind die Unternehmen aber weitgehend von dieser schematischen Rund-um-die-Firma-Tour abgekommen.
Die Stationen, die ein Trainee durchläuft, werden stärker auf die jeweilige Zielposition ausgerichtet, die er am Ende anstrebt. In seiner Ausbildungszeit soll der Trainee alles lernen, was ihm die Hochschule nicht beibringen konnte: wie Abläufe in einem Unternehmen funktionieren, wie Projekte gemanagt werden, was Teamarbeit ausmacht. In nahezu allen Trainee-Programmen wird die praktische Arbeit ergänzt mit theoretischer fachbezogener und persönlicher Weiterbildung in Form von Seminaren und Workshops. Damit eröffnen sich für den Berufseinsteiger eine Vielzahl von Möglichkeiten für den Lebens- und Karriereweg.
Am Ende eines erfolgreichen Programms ist der Trainee schließlich nicht mehr der Generalist, der überall mal hineinschnuppert und anderen über die Schulter schaut, sondern der Spezialist, der dank seines Überblicks sein Fachwissen in den Zusammenhang des Gesamtgeschäfts einordnen kann. Danach sind alle Chancen für einen Aufstieg im Unternehmen offen: Steile Karrieren beginnen oft als Trainee, wissen Personalverantwortliche und Talentsucher in den Konzernen zu berichten.
Alles klar? Trainee oder Training on the job
Wer nach einem Trainee-Programm Ausschau hält, stößt mitunter auf eine unangenehme Sprachverwirrung. Keine Fragen tun sich auf, wenn der Direkteinstieg in den Beruf angeboten wird. Da weiß jeder, was gemeint ist. In den Personalanzeigen der Unternehmen wird jedoch nicht immer klar unterschieden zwischen einem “Trainee-Programm” oder auch “Einstiegsprogramm” und einem “Training on the job”.
Die Begriffe werden nicht eindeutig verwendet, die Grenzen sind fließend. Das “Training on the job” wird manchmal zum Direkteinstieg gezählt und meint dann die Einarbeitungsphase. Manchmal wird aber auch ein wenig strukturiertes Trainee-Programm als “Training on the job” annonciert. So bezeichnet das eine Unternehmen den Direkteinstieg als “Training on the job” und bietet außerdem ein Trainee-Programm an (Aha!). Ein anderes Unternehmen sucht Hochschulabsolventen zum Direkteinstieg und für ein “Training on the job-Programm” (Ist das jetzt ein Trainee-Programm?) und ein drittes Unternehmen sucht gar “Trainees on the job” (Nun ist die Verwirrung komplett!). Da hilft nur gezieltes Nachfragen beim Unternehmen selbst, um welche Form der Einarbeitung es sich handelt. Achten sollte man auch auf ergänzende Hinweise in der Personalanzeige, z.B. zur Struktur und zur Dauer des Programms. Einige Unternehmen halten Info-Broschüren zu ihren Trainee-Programmen bereit oder beschreiben ihre Nachwuchsförderung in ihrem Geschäftsbericht. Anfordern lohnt sich immer.
• Was ist ein Trainee-Programm?
• Trainee oder Direkteinstieg?
• Voraussetzungen für ein Trainee-Programm
• Auswahlverfahren für zukünftige Trainees
• Ablauf eines Trainee-Programmes
• Trainee-Gehalt
• Fazit
|