Ablauf eines Trainee-Programmes
Allen Trainee-Programmen gemeinsam ist die Verteilung der Ausbildungszeit auf mehrere Stationen und Arbeitsbereiche. In der Regel dauern die jeweiligen Abschnitte von mehreren Wochen bis zu mehreren Monaten. Früher mussten alle Trainees auch alle Stationen durchlaufen, unabhängig davon, wo sie später fest arbeiten würden.
Moderne Trainee-Programme sind sehr viel individueller gestaltet im Hinblick auf den späteren Berufswunsch des Auszubildenden, auf seine fachlichen und persönlichen Ziele. Häufig hat der Trainee ein Mitspracherecht beim Ablauf seiner Ausbildung und darf die Stationen selbst bestimmen. Viele Unternehmen stellen ihren Trainees einen erfahrenen “Paten” oder Mentor an die Seite. Der Mentor unterstützt den Trainee nicht nur in fachlicher Hinsicht, sondern auch bei seiner persönlichen Entwicklung. Er bleibt fester Ansprechpartner während der gesamten Ausbildungszeit.
Fast alle Trainee-Programme beginnen mit einer 2-6-wöchigen Orientierungsphase, auch Initial Training genannt. In dieser Zeit bekommen die Neulinge intensive Schulungen über Märkte und Produkte und lernen das Unternehmen und seine Struktur kennen.
Dann beginnt die so genannte Qualifizierungsphase mit der ersten und weiteren Stationen, in der die Trainees sich in Theorie und Praxis das notwendige Know-how zu den einzelnen Bereichen des Unternehmens aneignen können. Idealerweise bekommt jeder Trainee schon jetzt eigenverantwortliche Aufgaben zugeteilt und muss sich die methodischen Voraussetzungen schaffen, damit er sie selbstständig lösen kann. Man erwartet auch, dass der Auszubildende in dieser Phase die Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Abteilungen lernt und sich ein eigenes Netzwerk an persönlichen Kontakten aufbaut.
Wenn im Trainee-Programm ein Auslandsaufenthalt vorgesehen ist, folgt er meistens im Anschluss an die Orientierungsphase. Alle befragten Trainees äußerten uneingeschränkte Begeisterung über ihren befristeten Aufenthalt zum Beispiel in New York, London oder Singapur und empfanden diese Zeit im direkten und übertragenen Sinn als “Horizonterweiterung”. Zurück im Heimatland beginnt dann ein Ausbildungsabschnitt, der sich als Spezialisierungsphase bezeichnen lässt. In den vergangenen Monaten konnte der Trainee seine Stärken kennenlernen und feststellen, welche Arbeitsbereiche und Stationen ihm ganz besonders liegen. Häufig kehrt er nun in diesen Bereich zurück und erhält die Gelegenheit, seine Kenntnisse und Fähigkeiten weiter zu verfeinern. Er darf nun allein- oder mitverantwortlich in Projekten arbeiten. In der Regel zeichnet sich in dieser Zeit ab, wo der Trainee nach seiner Ausbildung fest arbeiten wird.
Mancher Trainee wird es erleben, dass ihm schon während seines Aufenthaltes in einem bestimmten Bereich des Unternehmens attraktive Jobangebote unterbreitet werden. Er ist natürlich frei in seiner Entscheidung, schon früh eine feste Stelle anzunehmen. Der Trainee sollte aber doch ein Jahr im Programm verbringen, damit er wenigstens zwei verschiedene Tätigkeitsfelder kennenlernen und die vielen Vorteile wie Aufbau eines Netzwerkes, Überblick über das gesamte Unternehmen oder die begleitenden Weiterbildungsangebote nutzen kann.
Die begleitenden Off-the-Job-Programmangebote sind Standard bei allen Trainee-Programmen. Dazu gehört ein umfangreiches, die Ausbildung abrundendes Seminarprogramm, zum Beispiel mit allgemeinen EDV- und Sprachseminaren, fachspezifischen Veranstaltungen oder verhaltenspsychologischen Seminaren, die sich beispielsweise mit “Kommunikation und Kooperation” befassen. Es gibt sogar Konzerne, die hier die Gelegenheit nutzen, ihrer künftigen Führungselite mit Tanz- und Etikette-Kursen den letzten Schliff für das Gesellschaftsparkett beizubringen.
Besonders beliebt bei den Trainees sind regelmäßige Treffen mit anderen Trainees, u.a. bei so genannten Stammtischen. Im Austausch mit Gleichgesinnten wird das neue Unternehmen transparenter, es können Kontakte geknüpft und ein Netzwerk aufgebaut werden. In einigen Branchen gibt es auch firmenübergreifende Trainee-Treffen, von denen alle stark profitieren. Die Auszubildenden haben regelmäßige Meetings, bei denen Erfahrungen ausgetauscht werden, Betriebsbesichtigungen stattfinden und am “Networking” gearbeitet werden kann. Ein wichtiger Aspekt aller Trainee-Programme: Das Netzwerk persönlicher Kontakte wird von allen Beteiligten als entscheidender Vorteil angesehen. Die Trainees erkennen sehr schnell, dass der berufliche Erfolg auch davon abhängt, seine sozialen Kompetenzen einzusetzen, um so eines Tages umfassend und verlässlich mit Kollegen und vielen anderen Leuten “verdrahtet” zu sein.
• Was ist ein Trainee-Programm?
• Trainee oder Direkteinstieg?
• Voraussetzungen für ein Trainee-Programm
• Auswahlverfahren für zukünftige Trainees
• Ablauf eines Trainee-Programmes
• Trainee-Gehalt
• Fazit
|