Antworten der www.stephanplonka.de zum Thema
No-Goes im Bewerbungsverfahren
www.stephanplonka.de
Stephan Plonka
Personengesellschaft, Inhaber
Informationen zum Unternehmen:
Branche: Beratung, Personalberatung, Karriereberatung
Beschäftigte: 2
Gewünschte Bewerbungsform: Papier
Berufsstart.de: Die Bewerbungen auf eine
ausgeschriebene Stelle trudeln ein. Was wäre
für Sie ein Fall für den Papierkorb und wie
sollte eine Bewerbung auf keinen Fall sein?
Ich erwarte eine saubere ordentlich Mappe,
jedoch auf auf gar keinen Fall so eine High
Tech Mappe für € 14,95 die nur dazu dient,
dem Bewerber ein schlechtes Gewissen zu machen,
wenn er das Geld nicht investieren kann oder
möchte. Ein Schnellhefter für € 0,95 ist
für mich völlig ausreichend.
Unpassende Schriftarten, ellenlanges Anschreiben,
Rechtschreibfehler und verknickte und verschmutzte
Unterlagen sind wenig hilfreich.
Wenn ich aus dem Anschreiben nicht glasklar
herauslesen, kann welchen Vorteil ICH(!)
habe, wenn ich den Bewerber einlade oder
einstelle, dann wird das ganz schnell ein
"nogo" für das weitere Auswahlverfahren.
Ich möchte im Anschreiben auf einer Seite
lesen, warum der Kandidat sich für die Stelle
als geeignet betrachtet.
Berufsstart.de: Wie sehen für Sie die perfekten
Bewerbungsunterlagen aus?
Eine Seite Anschreiben, zwei Seiten Lebenslauf,
Bild auf Lebenslauf erste Seite oben rechts,
Hochschulzeugnis und Referenzen, das alles
in einer einfachen sauberen Mappe - that's
it.
Der Inhalt zählt, nicht die Verpackung. Ich
reagiere "allergisch", wenn die
Verpackung aufwendiger ist als der Inhalt.
Berufsstart.de: Wie sollten sich künftige
Arbeitnehmer zwischen Posteinwurf, Zwischenbescheid
und eventuellem Vorstellungsgespräch verhalten
und was könnten diese vorbereitend tun?
Bewerbung verschicken und warten. Jeder Anruf
zum Stand der Bearbeitung ist sinnlos. Wenn
die Firma kein Eingangsschreiben schickt
oder sich nicht zeitnah meldet, dann ist
das schlechter Stil. Wollen Sie in einem
Laden arbeiten, der nicht mal seine Orga
im Griff hat?
Nach dem ersten Vorstellungsgespräch (VOG)
einen kurzen Brief (keine Mail!) schicken,
Interesse weiterhin bekunden an der Stelle
- warten. Jede Nachfrage ist zwecklos.
Nach dem zweiten Vorstellungsgespräch warten.
Weitere Nachfrage oder neuerliche Kontaktaufnahme
ist nur dann sinnvoll, wenn es noch substantiell
neue interessante Informationen vom Bewerber
für den Arbeitgeber gibt.
Berufsstart.de: Unpünktlichkeit, mangelhafte
Vorbereitung, unklare Jobvorstellungen ...
Fehler die im Vorstellungsgespräch passieren.
Was wäre für Sie ein KO-Kriterium?
Bei Unpünklichkeit kommt es auf die Begründung
an. Für eine Vollsperrung auf der A8 kann
keiner etwas. Killkriterien:
Bewerber kann sich nicht
- vernünftig positionieren,
- bringt seinen USP nicht auf die Straße,
- fällt mit dem Gehalt aus dem Rahmen,
- weiß nichts über den Job, die Firma, die
Wettbewerber etc.,
- kann seine berufliche Planung und Perspektive
nicht klar aufzeigen.
Berufsstart.de: Was raten Sie künftigen Arbeitnehmern,
um solche Fettnäpfchen zu vermeiden und was,
wenn man bereits reingetreten ist?
Vorbereitung ist alles. Seminare werden genug
angeboten. Coachings gibt es überall. Viele
Studenten (nicht alle) investieren hohe Beträge
in die Freizeit, da sollten auch ein paar
€uro für die Karriereplanung im Budget sein.
Wenn ich im Fettnäpfchen stehe kommt es darauf
an, wie tief und ob man mit beiden Füßen
drin steht:
Wer gut ist überspielt die Situation;
Wer souverän ist packt den Stier bei den
Hörnern und nimmt einen neuen Anlauf;
Ansonsten gilt: neues Spiel - neues Glück.
Zitat (ich weiß nicht mehr von wem): Nicht
an meinen Erfolgen bin ich gewachsen, sondern
an meinen Niederlagen.
Berufsstart.de: Raum für Ihre Anekdoten/Bemerkungen.
Üben Sie und bewerben Sie sich bei Firmen,
bei denen Sie garantiert nie und nimmer anfangen
würden!
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