Antworten der PTV AG zum Thema No-Goes im
Bewerbungsverfahren


PTV Planung Transport Verkehr AG
Nicole Seiler
Referentin Human Resources
Informationen zum Unternehmen:
Branche: IT / IT-Dienstleistung
Beschäftigte: 500
Gewünschte Bewerbungsform: Online
Berufsstart.de: Welches waren die lustigsten
Entschuldigungen und Ausreden auf einen Bewerbungsausrutscher?
Beim Umstellen der Sommerzeit auf die Winterzeit
kam ein Bewerber eine Stunde zu spät und
war ganz erschrocken, dass wir ihn eigentlich
schon nicht mehr erwarteten. Als Ausrede
sagte er: „Sie sind doch ein internationales
Unternehmen und nehmen sicher keine Rücksicht
auf die Zeitumstellung, denn für Sie gilt
doch die Weltzeit…“. Geht es noch dreister?
Berufsstart.de: Die Bewerbungen auf eine
ausgeschriebene Stelle trudeln ein. Was wäre
für Sie ein Fall für den Papierkorb und wie
sollte eine Bewerbung auf keinen Fall sein?
Grundsätzlich freuen wir uns über alle Bewerbungen.
Wer uns seine Unterlagen allerdings nicht
über unser Bewerberportal zukommen lässt,
macht uns extra Arbeit (d.h. viele Bewerber
schicken Ihre Bewerbung an ein eMail-Postfach
oder per Post). Schreibfehler sind ein absolutes
No-Go, wichtige fehlende Unterlagen, nach
denen wir fragen müssen, kosten uns auch
Zeit. Wenn eine Bewerbung lieblos gestaltet
ist und wir uns die Daten „zusammensuchen“
müssen, weil keine Gliederung zu erkennen
ist. Bewerbungen per eMail sollten als Anhang
max. 5 MB enthalten, manche Bewerber schicken
Anhänge mit 30 MB, das sprengt unser Postfach.
Bei Postbewerbungen dürfen die Blätter nicht
lose in der Mappe „herumfliegen“. Was auch
eher abstoßend ist, wenn Bewerbungsmappen
komische Gerüche (z.B. Zigarettenrauch) oder
Fettflecken haben. Grundsätzlich sollten
an den Unterlagen keine erkennbaren Gebrauchsspuren
sein. Sonst hat man als Firma den Eindruck,
dass Bewerber sich einfach wahllos überall
bewerben und nicht gezielt selektieren.
Berufsstart.de: Wie sehen für Sie die perfekten
Bewerbungsunterlagen aus?
Wenn die Unterlagen klar strukturiert sind,
alle Informationen enthalten, wenn wir erkennen,
dass der Bewerber sich im Anschreiben Gedanken
gemacht hat. Auch ist es hilfreich, wenn
auf Deckblatt, Anschreiben und Lebenslauf
alle Bewerberdaten zu finden sind (wie z.B.
Telefonnummer, eMail-Adresse,…). Wenn wir
erkennen, dass sich ein Bewerber wirklich
Mühe gegeben hat und uns mit seiner ganzen
Bewerbung zeigt, dass er wirklich in unserem
Unternehmen arbeiten möchte.
Berufsstart.de: Wie sollten sich künftige
Arbeitnehmer zwischen Posteinwurf, Zwischenbescheid
und eventuellem Vorstellungsgespräch verhalten
und was könnten diese vorbereitend tun?
Nach Absenden der Bewerbung heißt es erstmal
abwarten. Wenn ein Bewerber wirklich interessant
für ein Unternehmen ist, wird sich dieses
innerhalb der ersten zwei Wochen beim Bewerber
melden. Bitte nicht schon nach drei Tagen
nachfragen! Bis die Bewerbung erst von der
Personalabteilung gesichtet und dann noch
von dem (meist vielbeschäftigten) Abteilungsleiter,
können schon mal ein oder zwei Wochen vergehen.
In dieser Zeit warten wir ab, welche Bewerbungen
eingehen, es wird noch keine Entscheidung
getroffen. Der Bewerber kann sich auf der
Homepage bzw. der Karriere-Seite des Unternehmens
informieren. Oft sind hier die Abläufe erklärt.
Da Termine zu Vorstellungsgesprächen oft
kurzfristig vereinbart werden, kann der Bewerber
sich in der Wartezeit genauer über die Firma
und ihre Produkte informieren.
Berufsstart.de: Unpünktlichkeit, mangelhafte
Vorbereitung, unklare Jobvorstellungen ...
Fehler, die im Vorstellungsgespräch passieren.
Was wäre für Sie ein KO-Kriterium?
Für uns ist es ein No-Go, wenn der Bewerber
überhaupt nicht weiß, was er will. Es sollten
klare Vorstellungen vorhanden sein, welche
Beschäftigung der Bewerber anstrebt. Zu spät
kommen macht auch immer einen schlechten
Eindruck - zu einem Vorstellungsgespräch
muss der Bewerber genügend Zeit einplanen,
um pünktlich und nicht abgehetzt zu erscheinen.
Selbst von Studenten, die sich für ein Praktikum
bewerben, erwarten wir, dass sie sich vor
dem Gespräch zumindest unsere Homepage angesehen
haben und sich über das Unternehmen informiert
haben.
Berufsstart.de: Was raten Sie künftigen Arbeitnehmern,
um solche Fettnäpfchen zu vermeiden und was,
wenn man bereits reingetreten ist?
Vorbereitung ist das A und O. Wenn jemand
wirklich Interesse an einem Unternehmen und
einem konkreten Jobangebot hat, informiert
er sich vorher darüber. Auch kann sich der
Bewerber problemlos auf Fragen im Gespräch
vorbereiten und sich schon Antworten überlegen.
Allein schon über die Homepage von Berufsstart
können sich Bewerber viele wertvolle Tipps
holen, ebenso in vielen anderen Internetportalen
auch.
Ein zuspätkommen ist im Rahmen von 10 Minuten
sicherlich noch zu erklären, aber wenn ein
Bewerber unvorbereitet ins Gespräch kommt
und Unlust ausstrahlt, kann er das im Grunde
nicht wieder Ausbügeln. Dafür ist die Konkurrenz
der motivierten Bewerber viel zu groß.
Berufsstart.de: Raum für Ihre Anekdoten/Bemerkungen.
Einmal kam ein Bewerber fast eine Stunde
zu spät. Zu einem Vorstellungstermin, den
wir ihm zuliebe schon abends um 18 Uhr angesetzt
hatten. Er rief zwischendurch ca. 5 mal an,
um uns nach dem Weg zur PTV zu fragen. So
etwas geht überhaupt nicht. Nachdem wir zu
dritt eine Stunde auf ihn gewartet hatten,
kam er endlich. Schon während der ersten
10 Minuten des Gespräches stellte sich heraus,
dass er sich ständig selbst widersprach.
Wir brachen das Gespräch dann nach 20 Minuten
ab.
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