| Interviews |
A.S.I. Wirtschaftsberatung AG
BDO Deutsche Warentreuhand AG
E.ON AG
Heidelberger Druckmaschinen AG
Hella KGaA Hueck & Co.
IKS Ingenieur Konstruktions Service GmbH
sd&m AG software design & management
Deutsche Ärzte Finanz Beratungs- und
Vermittlungs-AG
IAV GmbH
Roche Diagnostics GmbH
RWE AG
Salzgitter Flachstahl GmbH
SUSAT & PARTNER OHG
Accenture GmbH
Camelot IDPro AG
Noshokaty, Döring & Thun GmbH
Cortal Consors S.A.
Hochtief AG
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
Schaeffler KG
J. Wagner GmbH
Fiat Automobil AG |
| A.S.I. Wirtschaftsberatung AG |
 
Herr Wirth, welche Position haben Sie im
Unternehmen A.S.I. Wirtschaftsberatung AG?
Ich bin Bereichsleiter für die A.S.I.
Akademie und verantwortlich für die
Personalgewinnung im Gesamtunternehmen.
Wie gestaltete sich Ihre eigene Laufbahn
und Ihr Karriereweg?
Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre
in Würzburg, begann ich selbst als Wirtschaftsberater
bei A.S.I. in der Geschäftsstelle Aachen,
war dort als Geschäftsstellenleiter
10 Jahre im Medizinersegment tätig und
kam dann nach 3 Jahren Aufbauarbeit als Vertriebsleiter
in Baden Württemberg und Hessen in die
Firmenzentrale in Münster in meine aktuelle
Position.
Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Herrn
Wirth aus?
Mein Tagesablauf ist sehr unterschiedlich
und vielfältig aufgrund meiner Doppelaufgabe
im Training und in der Personalgewinnung.
Neben meinen Aufgaben im Trainingsmanagement,
zu denen beispielsweise auch die Konzeption
aller Trainings gehört, wirke ich aktiv
im Verkaufstraining unserer Grundausbildung
mit und betreue unsere Trainees, die sich
hier in der Zentrale in der ersten 3 Monaten
zur Grundausbildung befinden.
Ein typischer Tagesablauf beinhaltet auch
die Sichtung des Bewerbungseingangs, Telefoninterviews
und die Durchführung unserer regelmäßigen
Bewerbertage. In der Personalgewinnung arbeite
ich zusammen mit meiner Kollegin Frau Ruge,
die Juristin ist.
Können Sie einschätzen, wie viele
Einstellungsgespräche Sie geführt
haben?
Das ist schwer zu schätzen, geht aber
sicher in den dreistelligen Bereich. Bei
A.S.I. sehen wir seit vielen Jahren das klassische
Einstellungsgespräch nur als Baustein
unseres Auswahlverfahrens im Rahmen unserer
Bewerbertage.
Ein solcher Tag in der Zentrale dient der
Begegnung mit den ausgewählten Bewerbern,
bietet im Rahmen einer Unternehmenspräsentation
Zeit zu Fragen an den Vorstand, der stets
mitwirkt, und gibt z.B. Gelegenheit, einem
anwesenden Berater Fragen zur Praxis des
Berateralltags zu stellen.
Hat sich der Arbeitsmarkt aus Ihrer Sicht
für Akademiker im Allgemeinen verändert (Anforderungen, Eingliederung
in die Unternehmen)?
Der Arbeitsmarkt unterliegt konjunkturellen
Schwankungen, das ist ja bekannt. Die Anforderungen
speziell bei uns an die Bewerber haben sich
aber im Laufe der Jahre meines Erachtens
wenig verändert. Hier kommt es uns ja
immer auf die Persönlichkeit, das erkennbare
Überzeugungstalent und den Bezug zu
den Finanzthemen an.
Aus Ihrer Erfahrung: Bereiten Hochschulen
Absolventen hinreichend auf das Berufsleben
vor?
Eindeutig nicht, schon gar nicht hinsichtlich
der notwendigen Entscheidung zu den eigenen
Privat.nanzen. Nur wenige Hochschulen sind
hier praxisorientiert ausgerichtet, soweit
ich das beobachte. Ich beziehe mich dabei
aber auch nur auf die wirtschaftswissenschaftlichen
Segmente.
Gibt es gravierende Unterschiede in den Bewerbungen
zwischen Wirtschaftlern und Ingenieuren?
Zu dieser Frage kann ich wenig sagen, wir
stellen nur ausnahmsweise Ingenieure als
Berater ein. Eine größere Rolle
spielen da für uns schon dieWirtschaftsingenieure,
aber auch Wirtschaftsinformatiker.
Kann man schon einer schriftlichen Bewerbung
- neben den fachlichen - Informationen über
Eigenschaften und Charakter des Bewerbers
entnehmen?
Ja durchaus, da gibt der Lebenslauf z.B.
in Form geleisteter Praktika oder Nebenjobs
bei Hochschulabsolventen Hinweise, die sich
dann beim persönlichen Kennenlernen
oft bestätigen.
Wenn eine junge Dame z.B. Ihr Studium durch
eine Kellnertätigkeit finanzierte und
Praktika in Marketingbereichen mit Öffentlichkeitsbezug
leistete, ist sie oft auch kommunikativ und
arbeitet gerne mit Menschen zusammen.
Sind Soft Skills - auch als emotionale Intelligenz
bezeichnet - heutzutage aufgrund der Bewerberflut
in einigen Branchen relevanter geworden?
Ja, Sie sind für uns von besonderer
Bedeutung, weil die Aus- und Weiterbildung
zu den beratungsspezifischen Themen bei uns
groß geschrieben wird.
Unsere jungen Berater und Beraterinnen haben
keine Probleme damit, sich den umfangreichen
Stoff anzueignen.
Das nützt aber nur dann, wenn auf dieser
Fachbasis auch die Soft Skills stimmen, z.B.
die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge
auf den Punkt zu bringen oder sensibel und
intuitiv auf unterschiedliche und bei uns
im Akademikersegment doch auch sehr anspruchsvolle
Mandanten einzugehen.
Kann man die Soft Skills eines Bewerbers
objektiv bewerten? Oder spielt Sympathie
eine Rolle?
Sympathie spielt immer eine große Rolle;
einen wirklich unsympathischen Bewerber würden
weder wir noch andere Unternehmen einstellen,
denke ich.
Es ist aber wichtig für uns, dass jeder
Bewerber seinen Eindruck in verschiedenen
Situationen und vor allem bei verschiedenen
Menschen hinterlässt.
Deshalb wirken bei unserem Bewerbertag mindestens
5-6 Führungskräfte und eben auch
Jungberater mit. Die Bewerber sind einen
ganzen Tag bei uns und am Ende eines solchen
Tages entscheiden wir uns i.d.R. einheitlich
für einen Bewerber oder eine Bewerberin.
Wenn Sie eine Stelle ausschreiben, welche
sind (nach Priorität geordnet) die für
Sie relevanten Einstellungskriterien?
Bei Hochschulabsolventen – wir suchen ja
parallel auch noch erfahrene Privatkundenberater
für Bestandsmandanten – sind es in erster
Linie hohe Lernbereitschaft, soziale Kompetenz
und Überzeugungskraft, die uns besonders
wichtig sind.
Durch Ihre Tätigkeit als Personaler
sehen Sie sicher in einige Lebensläufe/
Bewerbungen. Welche sind die häufigsten
Stärken und Schwachpunkte?
Das schlimmste sind für mich die Streubewerbungen,
wo von Anfang an klar ist, dass der Bewerber
keine Ahnung hat, wo er sich bewirbt. Ein
Blick auf die Homepage und die Stellenausschreibung
hätte genügt und wäre zeitlich
zumutbar. Insofern ist der größte
Fehler ein inhaltsloses Allerweltsanschreiben.
Positiv ist, dass die Lebensläufe ganz
überwiegend gut und sinnvoll strukturiert
sind. Hier haben die Bewerber in den letzten
Jahren deutlich hinzugelernt.
Welche Kriterien, Aussagen oder Verhaltensweisen
veranlassen Sie, einen Bewerber auf keinen
Fall einzustellen?
Ein viel zu langes Studium, sofern kein plausibler
Grund dafür genannt wird wäre z.B.
ein objektives Kriterium für eine Absage.
Unzuverlässigkeit im Bewerbungsverfahren
oder zu lange Bedenkzeiten auf Seiten des
Bewerbers sind ebenfalls sehr ungünstig.
Worauf achten Sie in Bewerbungsgesprächen
und Assessment Centern? Welche Tipps können
Sie Bewerbern geben?
Im Rahmen unseres Auswahlverfahrens gibt
es grundsätzlich kein Assessmentcenter.
Unser Bewerbertag dient der Begegnung, dem
Austausch und natürlich dem Kennenlernen.
Das sehen wir aber wechselseitig.
Auch wir müssen uns insgesamt als attraktives
Unternehmen dem Bewerber gegenüber präsentieren,
der Bewerber soll die Menschen im Unternehmen
genauso kennenlernen wie wir ihn. Wir suchen
Persönlichkeiten die zu uns passen,
die Spaß an der Beratungsarbeit haben
und mit denen wir langfristig zusammen arbeiten
wollen. Tipps oder besser Skills kann sich
jeder Bewerber auf unseren Seminaren holen.
Unsere 25 Geschäftsstellen bieten regelmäßige
Assessmentcentertrainings an wo man die Aufgaben
eines Assessmentcenters übt und Feedback
erhalten kann. Dort würde ich einen
Bewerber hinschicken, um sich für andere
Unternehmen, bei denen er sich bewerben will,
richtig fit zu machen!
Gestalten_Welche Karrierechanchen und Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet das Unternehmen A.S.I. ?
Als Mittelständler mit .achen Hierarchien
und selbständigen Wirtschaftsberatern
in den Geschäftsstellen sind die interessantesten
Entwicklungen auf der Beraterebene zu nennen.
Nach ca. 3 Jahren, wenn der Berater das komplette
Fachwissen zu den Bereichen Finanzierung,
Geldanlagen, Versicherungen, Existenzgründung
etc. hat und dies als Generalist mit seinen
Kunden erfolgreich umsetzt, wird er Gesellschafter
seiner Geschäftsstelle. Das ist ähnlich
einem Partner in einer Anwaltssozietät.
Der Berater ist ab dann – im Team zusammen
mit weiteren Gesellschaftern – Führungskraft,
entscheidet über die Geschäftspolitik
vor Ort und pro.tiert von zusätzlichen
Verdienstchancen.
Nicht umsonst wurde A.S.I. von unabhängiger
Seite zum vierten Mal in Serie zum TOP Arbeitgeber
in Deutschland gewählt und hat 2007
zusätzlich einen 3. Platz in der Sonderkategorie
Vergütung erhalten.
Wie schon gesagt, wird Weiterbildung sehr
groß geschrieben bei uns. Die A.S.I.
Akademie bietet neben der 3-monatigen Grundausbildung
allein in diesem Jahr über 60 Fortbildungsveranstaltungen
in der Zentrale in Münster und bundesweit
an.
Dazu gehören neben vielen Fachtrainings
auch die spezielle Ausbildung zum Versicherungsfachmann
(IHK), welche im Rahmen der Vermittlerrichtlinie
ab Mai 2007 in der Branche allgemein gefordert
wird. Hinzu kommen Personalentwicklungsmaßnahmen
und auch die Möglichkeit zur Weiterbildung
zum Financial Planner in Zusammenarbeit mit
der Bankakademie in Frankfurt.
Oftmals werden in den Stellenanzeigen "Spitzen-Absolventen"
gesucht.... beste Studienleistungen, kurze
Studiendauer, Auslandserfahrung... Sollte
man sich aus Ihrer Sicht auch dann bewerben,
wenn man diese Kriterien nicht erfüllen
kann?
Unbedingt, bei uns zählt die Persönlichkeit
und ein kurzes Studium sowie interessante
Praktika.
Ein prima Abschluss ist gut, aber eben nicht
alles. Wir schauen da sehr genau hin und
sortieren keinesfalls vorab nach Noten, so
wie dies oft in Großunternehmen geschieht.
Ein anderes Fallbeispiel: Ich habe meine
Bewerbung versandt und höre vier Wochen
nichts von dem Personalverantwortlichen.
Sollte ich mich persönlich erkundigen?
Und wann?
Ja nach 4 Wochen kann man schon einmal höflich
nachfragen. Der Bewerber hat ja ein berechtigtes
Interesse am Stand der Bearbeitung seiner
Bewerbung. Da versuchen wir immer sehr zeitnah
zu arbeiten. Allerdings ist dies nicht zu
jeder Zeit umsetzbar, wenn man jährlich
wie bei uns zwischen 600 und 800 Bewerbungen
erhält.
Für wen ist die Branche der privaten
Finanzberatung für Akademiker ein interessantes
Berufsfeld? Welche Interessen sollte man
mitbringen?
Gut ist es schon, wenn ein Bewerber und Hochschulabsolvent
z.B. selbst erste Erfahrungen mit kleineren
Geldanlagen sammeln konnte. Ich stelle auch
fest, dass sich in jüngster Zeit Bewerber
in ihren Diplomarbeiten mit den gesellschaftlichen
und politischen Veränderungen unserer
Sozialsysteme, z.B. der Altervorsorge oder
der Krankenversicherung auseinandersetzen.
Das hilft sehr, daraus entstehen oft die
ersten Gedanken, diese spannende und wichtige
Thematik auch zum Beruf zu machen. A.S.I.
ist ein unabhängiger Makler, weswegen
nicht zuletzt das Motiv, Menschen fair, unabhängig
und langfristig orientiert beraten zu wollen,
hinzukommt.
In Vorstellungsgesprächen wird oft gefragt:
"Warum möchten Sie gerade in unserem
Unternehmen arbeiten?". Wir drehen diese
Frage um: Warum sollten sich Absolventen
gerade bei Ihrem Unternehmen bewerben?
Ich weiß aus eigener langjähriger
Beratungsarbeit, dass es kaum einen vielfältigeren,
spannenderen Beruf gibt, man hat immer mit
angenehmen Menschen zu tun, es gibt wenig
Routine, man wird ständig hinzulernen.
Und nicht zuletzt entwickelt sich nach wenigen
Jahren eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit
mit dem Mandanten und seiner Familie, die
neben einer sehr guten Reputation vor Ort
auch ein überdurchschnittliches Einkommen
sichert. |
| www.asi-online.de |
 |
| BDO Deutsche Warentreuhand AG |
|
 
Herr Staben, welche Position haben Sie im
Unternehmen BDO Dt. Warentreuhand AG?
Ich bin als Personalreferent für die
Bereiche Personalentwicklung und Personalcontrolling
verantwortlich.
Wie gestaltete sich Ihre eigene Laufbahn
und Ihr Karriereweg?
Nach dem Studium war ich in einem großen
Handelsunternehmen erst für die dortige
Ausbildung verantwortlich und später
als Personalentwicklungsreferent tätig.
Nun bin ich seit über 6 Jahren bei BDO.
Wie sieht ein "normaler" Arbeitstag
bei Herrn Staben aus?
Vormittags lese und beantworte ich Emails
und bearbeite die Eingangspost. Daraus ergeben
sich dann häufig Telefonate und Abstimmungsgespräche.
Gelegentlich führe ich am späten
Vormittag Vorstellungsgespräche. Nach
der Mittagszeit erledige ich dann gern eher
organisatorische Aufgaben. Am Nachmittag
stehen dann umfangreichere Arbeiten an, weil
ich dann meistens
ungestörter arbeiten kann.
Können Sie einschätzen, wie viele
Einstellungsgespräche Sie geführt
haben?
Sehr viele…
Aus Ihrer Erfahrung: Bereiten Hochschulen
Absolventen hinreichend auf das Berufsleben
vor?
Ich denke schon. Insbesondere in den für
uns relevanten Studienfächern haben
Absolventen vielfach Gelegenheit, das Berufsleben
kennen zu lernen. Hinzu kommt, dass viele
unserer Berufseinsteiger bereits über
eine Berufsausbildung verfügen.
Gibt es gravierende Unterschiede in den Bewerbungen
zwischen Wirtschaftlern und Ingenieuren?
Da wir fast keine Ingenieure einstellen,
kann ich das nicht beurteilen.
Kann man schon einer schriftlichen Bewerbung
- neben den fachlichen - Informationen über
Eigenschaften und Charakter des Bewerbers
entnehmen?
Nur sehr bedingt. Manche Bewerbungen sind
"handwerklich" schlecht gemacht:
z.B. fehlen wesentliche Informationen, es
wurden viele Fehler gemacht oder die Unterlagen
sind unsauber. Ich denke, dass ein solcher
Bewerber wahrscheinlich insgesamt wenig sorgfältig
arbeitet. Viel mehr lässt sich meiner
Meinung nach aufgrund der schriftlichen Bewerbung
allerdings nicht über den Charakter
sagen.
Sind Soft Skills - auch als emotionale Intelligenz
bezeichnet - heutzutage aufgrund der Bewerberflut
in einigen Branchen relevanter geworden?
Ich glaube, dass Soft Skills immer schon
relevant waren!
Kann man die Soft Skills eines Bewerbers
objektiv bewerten? Oder spielt Sympathie
eine Rolle?
Natürlich ist Sympathie wichtig. Wenn
sich die Mitglieder eines Teams sympathisch
sind, ist dies für die Arbeit von Vorteil.
Da ich meistens aber nicht für meinen
eigenen Bereich einstelle, ist meine Sympathie
einem Kandidaten gegenüber weniger relevant.
Wenn Sie eine Stelle ausschreiben, welche
sind (nach Priorität geordnet) die für
Sie relevanten Einstellungskriterien?
Studienschwerpunkt, gute Noten, erste berufliche
Erfahrung (z.B. aufgrund einer Ausbildung,
Praktika usw.), Kommunikationsstärke,
Eigeninitiative/Eigenverantwortlichkeit,
Lernbereitschaft. Diese Priorität variiert
von Stelle zu Stelle.
Durch Ihre Tätigkeit sehen Sie sicher
in einige Lebensläufe/Bewerbungen. Welche
sind die häufigsten Stärken und
Schwachpunkte?
Die meisten Bewerbung, die uns erreichen
sind gut bis hervorragend. Die Stärken
sind dabei breit ausgebildet. Das reicht
von einer exzellenten Abschlussnote über
umfangreiche Auslandserfahrung bis hin zu
interessanten außeruniversitären
Engagement. Bei den Schwachpunkten kommt
mir am ehesten mangelnde Sorgfalt beim Lesen
des Anforderungsprofils und bei der Erstellung
der Unterlagen in den Sinn. Insbesondere
Kandidaten, die sich per Email bewerben,
gehen manchmal zu lässig mit den Unterlagen
um. Auch bei Bewerbungen per Email sollte
z.B. das Anschreiben fehlerfrei und der Lebenslauf
aktuell sein.
Welche Kriterien, Aussagen oder Verhaltensweisen
veranlasssen Sie, einen Bewerber auf keinen
Fall einzustellen?
Sofern der Studiengang und die -schwerpunkte
stimmen, gibt es bei BDO keine Ausschlusskriterien.
So kann z.B. auch ein Bewerber mit eher mittelmäßigen
Noten bei uns eingestellt werden, wenn dafür
der Rest stimmt.
Worauf achten Sie in Bewerbungsgesprächen
und Assessment Centern? Welche Tipps können
Sie Bewerbern geben?
Bewerber sollten natürlich sein und
nicht versuchen, sich zu verstellen. Das
heißt aber trotzdem, dass sich Bewerber
auf ein Gespräch vorbereiten sollten.
Gute Kandidaten nutzen die Chance, sich über
Broschüren, Zeitschriften und natürlich
über das Internet über die Branche
und das Unternehmen zu informieren.
Welche Karrierechanchen und Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet das Unternehmen BDO ?
Weiterbildung ist für uns von enormer
Bedeutung. Auch das heute so häu.g genannte
"Lebenslange Lernen" ist für
unsere Branche extrem wichtig, da sich Gesetze
und Vorschriften schnell ändern können.
Dabei muss man sich beispielsweise nur einmal
die jährlichen Änderungen im deutschen
Steuerrecht vor Augen führen. Aus diesem
Grund haben wir in Scharbeutz (Ostsee) ein
eigenes Schulungszentrum, das stets gut ausgelastet
ist.
Darüber hinaus ist es bei uns i.d.R.
erforderlich, nach Studienabschluss weitere
Berufsexamen abzulegen, z.B. das Examen zum
Steuerberater und/oder Wirtschaftsprüfer.
Wir unterstützen unsere Mitarbeiter
dabei inhaltlich, zeitlich und auch finanziell.
Wer bei BDO engagiert ist und etwas kann,
wird sehr schnell Verantwortung übernehmen
können.
Oftmals werden in den Stellenanzeigen "Spitzen-Absolventen"
gesucht.... beste Studienleistungen, kurze
Studiendauer, Auslandserfahrung... Sollte
man sich aus Ihrer Sicht auch dann bewerben,
wenn man diese Kriterien nicht erfüllen
kann?
Ein klares "JA"! Auch wir formulieren
in den Anzeigen Idealvorstellungen. Auch
gute Kandidaten erfüllen dabei eben
häufig nur einige der gewünschten
Kriterien. Etwas Anderes gilt, wenn sehr
konkrete Anforderungen gestellt sind.
Ein Beispiel: Wenn wir in einer Anzeige einen
Steuerberater suchen, der über konkrete
Berufserfahrung im Bereich Umsatzsteuer verfügt,
dann sollte man sich als Bewerber auf diesem
Gebiet auch auskennen.
Ein anderes Fallbeispiel: Ich habe meine
Bewerbung versandt und höre vier Wochen
nichts von dem Personalverantwortlichen.
Sollte ich mich persönlich erkundigen?
Und wann?
Wenn man nach vier Wochen immer noch nichts
gehört hat, sollte man hö.ich telefonisch
nachfragen, ob die Unterlagen überhaupt
angekommen sind und wie voraussichtlich der
weitere Ablauf sein wird.
Für wen ist die Branche Wirtschaftsprüfung
ein interessantes Berufsfeld? Welche Interessen
sollte man mitbringen?
Man sollte Spaß am Umgang mit Zahlen
haben. Gleichzeitig sollte man kommunikationsstark
sein, um sowohl im eigenen Team als auch
mit unseren Mandanten erfolgreich zusammen
arbeiten zu können. Wer sich gut auf
neue Personen und Sachverhalte einstellen
kann und außerdem gern einen tiefen
Einblick in die Funktionsweise von Unternehmen
erhalten möchte, ist im Bereich der
Wirtschaftsprüfung bei uns genau richtig.
Man muss allerdings auch darauf vorbereitet
sein, dass die Arbeitstage von Dezember bis
Mai lang sein können und man in dieser
Zeit auch hin und wieder auf Reisen ist und
dann im Hotel lebt.
In Vorstellungsgesprächen wird oft gefragt:
"Warum möchten Sie gerade in unserem
Unternehmen arbeiten?". Wir drehen diese
Frage um: Warum möchten sich Absolventen
gerade bei Ihrem Unternehmen bewerben?
Wer zu uns kommt, wird auf hohem fachlichen
Niveau arbeiten und unter der Anleitung von
erfahrenen Kollegen in kleinen Teams schnell
umfangreiche Kenntnisse im Bereich der Wirtschaftsprüfung
und der prüfungsnahen Dienstleistungen
erhalten.
Aufgrund unserer Größe bieten
wir außerdem ausgezeichnete Entwicklungsperspektiven
und frühzeitig die Möglichkeit,
Projekte zunehmend auch eigenverantwortlich
zu übernehmen.
|
| www.bdo.de |
 |
| E.ON AG |
|

Frau Muckermann, welche Position haben Sie
im Unternehmen E.ON AG?
Personalreferentin
Wie gestaltete sich Ihre eigene Laufbahn
und Ihr Karriereweg?
Abitur, Bankkauffrau, Wirtschaftswissenschaften
mit Schwerpunkten Personal /Marketing, 8
Jahre Berufserfahrung als Referentin im Industrieunternehmen,
1,5 Jahre bei E.ON
Wie sieht ein "normaler" Arbeitstag
bei Frau Muckermann aus?
Es gibt keinen "normalen" Arbeitstag.
Über Mitarbeiterfragen, administrative
Aufgaben, Bewerberkorrespondenz, interne
Besprechungen und Projektarbeit ist alles
dabei.
Können Sie einschätzen, wie viele
Einstellungsgespräche Sie geführt
haben?
Einige Hundert
Hat sich der Arbeitsmarkt aus Ihrer Sicht
für Akademiker im Allgemeinen verändert
(Anforderungen, Eingliederung in die Unternehmen)?
Es wird noch stärker auf internationale
Erfahrungen geachtet als vorher.
Aus Ihrer Erfahrung: Bereiten Hochschulen
Absolventen hinreichend auf das Berufsleben
vor?
Sie vermitteln das nötige theoretische
Rüstzeug. Auf die Praxis können
sie nur bedingt vorbereiten. Durch die häu.gen
"P.ichtpraktika" ist es den Absolventen
möglich, sich ihre Richtung besser auszusuchen
und die Praxis ein stückweit kennenzulernen.
Gibt es gravierende Unterschiede in den Bewerbungen
zwischen Wirtschaftlern und Ingenieuren?
Nein
Kann man schon einer schriftlichen Bewerbung
- neben den fachlichen - Informationen über
Eigenschaften und Charakter des Bewerbers
entnehmen?
Teilweise ja, aber das persönliche Gespräch
ist hierfür schon sinnvoller.
Sind Soft Skills - auch als emotionale Intelligenz
bezeichnet - heutzutage aufgrund der Bewerberflut
in einigen Branchen relevanter geworden?
Spätestens in einem Gespräch mit
gleich guten Bewerbern kommt natürlich
auch die "Persönlichkeit"
ins Spiel und kann entscheidend sein.
Kann man die Soft Skills eines Bewerbers
objektiv bewerten? Oder spielt Sympathie
eine Rolle?
Teilweise können Soft Skills auch vergleichbar
bewertet werden. Sympathie spielt natürlich
auch eine Rolle, man sollte das auch nicht
ganz ausschließen. Schließlich
verbringt man im Arbeitsalltag zahlreiche
Stunden miteinander.
Wenn Sie eine Stelle ausschreiben, welche
sind (nach Priorität geordnet) die für
Sie relevanten Einstellungskriterien?
Sind je nach Stelle immer unterschiedlich
und auf die Stelle abgestimmt.
Durch Ihre Tätigkeit als Personalreferentin
sehen Sie sicher in einige Lebensläufe/
Bewerbungen auf. Welche sind die häufigsten
Stärken und Schwachpunkte?
Kein Lebenslauf gleicht einem anderen. Das
macht das Leben als "Personaler"
ja gerade so spannend. Von der Struktur her
sollte er schnell überschaubar und lückenlos
sein.
Welche Kriterien, Aussagen oder Verhaltensweisen
veranlassen Sie, einen Bewerber auf keinen
Fall einzustellen?
Das Gesamtbild ist entscheidend. An einer
bestimmten Aussage oder Verhaltensweise lässt
sich das nicht festmachen.
Worauf achten Sie in Bewerbungsgesprächen
und Assessment Centern? Welche Tipps können
Sie Bewerbern geben?
Die Bewerber sollten darauf achten, authentisch
zu sein. Sie sollten sich im Vorfeld genau
überlegen, was Sie von der Stelle, auf
die sie sich bewerben, erwarten. Der Rest
ergibt sich im Gespräch.
Sie sollten sich vor allem gut über
das Unternehmen informieren.
Welche Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet das Unternehmen E.ON?
Karrieremöglichkeiten:
- Direkteinstieg
- E.ON Graduate Program: internationales konzernweites
Traineeprogramm
- Traineeprogramme bei den Business Units der
E.ON Energie mit regionalem Schwerpunkt
- Management Entwicklungsprogramm bei E.ON
Ruhrgas für Akademiker mit erster Berufsserfahrung
Siehe auch unter: www.eon-karriere.com
Weiterbildung:
Die bedarfsgerechte Weiterbildung der Mitarbeiter
und Führungskräfte stellt ein wichtiges
Element der Personalarbeit dar. Von Anfang
an wird jeder Mitarbeiter durch individuelle
Entwicklungsprogramme in seiner fachlichen
und persönlichen Weiterentwicklung unterstützt.
Im Rahmen von Feedback-Gesprächen und
standardisierten Personalprozessen werden
Entwicklungspläne gestaltet. Bei deren
Umsetzung kommen sowohl E.ON-eigene als auch
externe Programme renommierter Anbieter zum
Einsatz.
Oftmals werden in den Stellenanzeigen „Spitzen-Absolventen“
gesucht... beste Studienleistungen, kurze
Studiendauer, Auslandserfahrung... Sollte
man sich aus Ihrer Sicht auch dann bewerben,
wenn man diese Kriterien nicht erfüllen
kann?
Natürlich wissen die Unternehmen, das
die Anforderungen nicht immer in Gänze
zu erfüllen sind. Daher kann man sich
natürlich auch bewerben wenn man ein
Kriterium nicht erfüllt. Aber das Gesamtprofil
sollte schon passen.
Wie stehen Sie zu einer 3. Seite im Lebenslauf
bzw. Motivationsschreiben?
Wenn es nicht aus einem Lehrbuch abgeschrieben
ist, kann es ganz informativ sein. Nicht
immer kann es die entsprechende Beachtung
finden, wenn auf eine Stelle 400 Bewerbungen
eintreffen.
Für wen ist die Energiebranche ein interessantes
Berufsfeld? Welche Interessen sollte man
mitbringen?
Bei über 83.000 Mitarbeitern ist das
schwer zu beantworten, da zahlreiche Berufsfelder
abgedeckt werden. Neben den fachlichen Voraussetzungen
ist Neugierde für einen sich wandelnden
Markt erforderlich.
In Vorstellungsgesprächen wird oft gefragt:
„Warum möchten Sie gerade in unserem
Unternehmen arbeiten?“. Wir drehen diese
Frage um: Warum möchten sich Absolventen
gerade bei Ihrem Unternehmen bewerben?
3 Gründe, warum sich Top-Absolventen
bei uns bewerben sollten:
- 1. E.ON bietet herausfordernde Aufgaben E.ON
ist ein junges zukunftsfähiges Unternehmen,
das sich in einem steten Veränderungs-
und Internationalisierungsprozess befindet;
vor dem Hintergrund eröffnen sich spannende
Herausforderungen und Perspektiven für
Top-Absolventen, Zukunft mit zu gestalten.
- E.ON bietet sehr gute Entwicklungsmöglichkeiten
E.ON tut sehr viel für die Entwicklung
der Mitarbeiter; zur Umsetzung von Quali.zierungsangeboten
gibt es eine Vielzahl von Angeboten für
alle Mitarbeiter sowie eine Corporate University
für die Teilnehmer am E.ON Graduate
Program, die Emerging Leader und Top-Führungskräfte.
- E.ON bietet sehr gute Aufstiegsmöglichkeiten
E.ON ist ein .nanzkräftiges Unternehmen,
das auf dem Weg ist, das weltweit führende
Strom- und Gasunternehmen zu werden. Auf
dieser Basis bieten sich viele internationale
Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten.
|
| www.eon-karriere.com |
 |
| Heidelberger Druckmaschinen AG |
|

Herr Fuchs, welche Position haben Sie im
Unternehmen Heidelberger Druckmaschinen AG?
Teamleiter Human Resources am Standort Heidelberg
der Heidelberger Druckmaschinen AG
Wie gestaltete sich Ihre eigene Laufbahn
und Ihr Karriereweg?
Industriekaufmannslehre, BWL Uni Mannheim,
Einstieg bei Heidelberger Druckmaschinen,
Wechsel als Personalleiter zu einer Tochter
in einem internationalen Konzern. Rückkehr
zu Heidelberger Druckmaschinen in internationale
Aufgabenstellung
Wie sieht ein "normaler" Arbeitstag
bei Herrn Fuchs aus?
Telefonate/Meetings den ganzen Tag, zwischendurch
Vorstellungsgespräche und Mailabwicklung,
Präsentationsvorbeitungen etc.
Können Sie einschätzen, wie viele
Einstellungsgespräche Sie geführt
haben? In welchem Zeitraum?
In den letzten 12 Monaten ca. 100 Gespräche
Hat sich der Arbeitsmarkt aus Ihrer Sicht
für Akademiker im Allgemeinen verändert
(Anforderungen, Eingliederung in die Unternehmen)?
Der Arbeitsmarkt hat sich für Akademiker
in den letzten Jahren wieder verbessert.
Es wird wieder mehr eingestellt. Gerade für
Ingenieure, ist die Lage gut. Durch den derzeitigen
Ingenieurmangel haben die Ingenieure mehr
Auswahl als die Unternehmen selbst.
Aus Ihrer Erfahrung: Bereiten Hochschulen
Absolventen hinreichend auf das Berufsleben
vor?
Wenn ergänzend sinnvolle Praktikas absolviert
werden ja.
Gibt es gravierende Unterschiede in den Bewerbungen
zwischen Wirtschaftlern und Ingenieuren?
Nach unserer Erfahrung eigentlich nicht.
Kann man schon einer schriftlichen Bewerbung
- neben den fachlichen - Informationen über
Eigenschaften und Charakter des Bewerbers
entnehmen?
Es gibt sicherlich einige Anhaltspunkte aus
der Bewerbung.
Aber der Menschen mit seinen vielfältigen
Ausprägungen von Eigenschaften wird
u.E. nur im persönlichen Gespräch
sichtbar. Dies ist auch in dem Umstand erkennbar,
dass aus vielen Vorstellungsgesprächen
nur wenige Angebote an Kandidaten erfolgen.
Sind Soft Skills - auch als emotionale Intelligenz
bezeichnet - heutzutage aufgrund der Bewerber.ut
in einigen Branchen relevanter geworden?
In den überwiegenden Fällen scheitert
ein Kandidat nicht wegen fachlicher Mängel,
sondern wegen der Soft Skills (darunter verstanden
sind Dinge wie Zuhören können,
sich ausdrücken können, auf den
Gesprächspartner eingehen, Teamfähigkeit
u.v.m. …)
Kann man die Soft Skills eines Bewerbers
objektiv bewerten? Oder spielt Sympathie
eine Rolle?
Wenn es der Bewerber schafft, dass man ihn
sympathisch .ndet, dann ist das u.E. auch
ein objektiver Soft Skill!! Schließlich
sollen ihn die Kollegen, die Projektgruppe
usw mit ihm klar kommen.
Sympathie entsteht wohl vor allem durch Zuhören,
angemessenes Auftreten, dem Gegenüber
ein Lächeln schenken…- das kann man
bewußt wahrnehmen und bewerten.
Wenn Sie eine Stelle ausschreiben, welche
sind (nach Priorität geordnet) die für
Sie relevanten Einstellungskriterien?
Die entsprechende Ausbildung
Die entsprechende Erfahrung
Die entsprechende Persönlichkeit
Durch Ihre Tätigkeit als HR-Manager
sehen Sie sicher in einige Lebensläufe/Bewerbungen.
Welche sind die häufigsten Stärken
und Schwachpunkte?
Positiv: Mittlerweile haben viele Bewerber
neben dem reinen Studium viele Praktika und
Auslandsaufenthalte vorzuweisen.
Negativ: Viele Bewerbungen werfen Fragen
auf, auf die eigentlich im Anschreiben schon
ein Hinweis vorhanden sein sollte: warum
will ich die Stelle wechseln, warum habe
ich mich von der letzten Firma getrennt,
warum habe ich durchschnittliche Noten…
Welche Kriterien, Aussagen oder Verhaltensweisen
veranlassen Sie, einen Bewerber auf keinen
Fall einzustellen?
Bewerber, die im Gespräch nur die nötigsten
Antworten geben und keinerlei Anzeichen eines
Versuches erkennen lassen, sich in die Interessenlage
der Gegenüber zu versetzen.
Bewerber, die eigentlich noch nie über
Ihren eigenen Werdegang reflektiert haben.
Bewerber, die sich schlechte Argumentationen
zu recht gelegt haben: Mein Vordiplom ist
mit 3,2 eigentlich recht gut, weil ich in
….studiert habe oder weil ich mit dem und
jenem Professor nicht zurecht kam…
Bewerber kennt nur seinen bisherigen Arbeitsinhalt
- hat sich bisher nicht bemüht, über
die "Hutschnur" hinaus zu schauen
oder den Gesamtkontext zu erfassen, in dem
er tätig ist
Bewerber gibt in der Bewerbung Kenntnisse
an, (Fachkenntnisse oder Englisch sehr gut),
die im Gespräch dann relativiert werden
müssen oder die sich im Gespräch
zeigen.
Worauf achten Sie in Bewerbungsgesprächen
und Assessment Centern? Welche Tipps können
Sie Bewerbern geben?
Bei Heidelberg gibt es keine Assessement
Center, sondern Bewerbergespräche mit
den Personal- und Fachabteilungen. In diesen
Gesprächen legen wir besonders Wert
darauf, dass der Bewerber sich selbst treu
bleibt.
Er sollte im Vorfeld seine beru.ichen Ziele
genau kennen, ehrlich sein und seine fachlichen
Qualitäten deutlich machen. Nur so ist
es für beide Seiten möglich zu
erkennen, ob eine längere Zusammenarbeit
sinnvoll ist.
Welche Karrierechanchen und Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet das Unternehmen Heidelberger Druckmaschinen
AG?
So individuell wie unsere Produktlösungen
sind unsere Entwicklungs- und Karrierewege
für unsere Mitarbeiter.
Durch jährliche Mitarbeiter- und Potentialentwicklungsgespräche
werden die Ziele und Weiterbildungsbedarfe
festgelegt. Bei Heidelberg haben wir bedarfsorientierte
Personalentwicklungsprogramme sowie weiterführende
internationale Management Entwicklungsprogramme.
Oftmals werden in den Stellenanzeigen "Spitzen-Absolventen"
gesucht.... beste Studienleistungen, kurze
Studiendauer, Auslandserfahrung...
Sollte man sich aus Ihrer Sicht auch dann
bewerben, wenn man diese Kriterien nicht
erfüllen kann?
Natürlich kann man sich dennoch bewerben,
wenn man nur einen Teil der Anforderungen
erfüllt. Die Anforderungen als "Spitzen-Absolvent"
erfüllt nur eine kleine Gruppe an Studenten.
Dennoch gibt es genug andere Bewerber, die
durch andere Skills die nicht erfüllten
Kriterien wett machen. Wichtig ist, dass
man für sich selbst sicher ist, dass
man den Anforderungen an die ausgeschriebene
Position gewachsen ist.
Wie stehen Sie zu einer 3. Seite im Lebenslauf
bzw. Motivationsschreiben?
Ist nach unserer Erfahrung bei fast allen
identisch, insofern ist o.k., aber wenn nicht
vorhanden schadet es auch nicht.
Für wen ist die Branche ... ein interessantes
Berufsfeld? Welche Interessen sollte man
mitbringen?
So vielfältig wie unsere Fertigungstiefe
sind die Aufgaben, welche wir bieten. Durch
das breite Angebot an Aufgabenfeldern suchen
wir Mitarbeiter aus den Bereichen Drucktechnik,
Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau,
Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen,
Wirtschaftswissenschaften.
Wichtig ist uns die Arbeit in Projekten,
d.h. Freiheit und Initiative zur eigenen
Gestaltung und Verantwortungsbewußtsein
dafür im Gegenzug. Wir arbeiten in Teams,
das verlangt soziale Kompetenz im Umgang
miteinander. Wir schätzen hohes Engagement,
d. h. den Willen selbst etwas bewegen zu
wollen, Kreativität, Flexibilität
und zielorientiertes Arbeiten.
In Vorstellungsgesprächen wird oft gefragt:
"Warum möchten Sie gerade in unserem
Unternehmen arbeiten?". Wir drehen diese
Frage um: Warum möchten sich Absolventen
gerade bei Ihrem Unternehmen bewerben?
Heidelberg hat die"richtige Unternehmensgröße",
d.h. es ist überschaubar, hat .ache
Hierarchien, und bietet als Weltmarktführer
im Bogenoffsetbereich die Strukturen eines
modernen Großunternehmens.
Unsere Produkte sind innovativ, unsere Technologie
weltweit führend und seit Jahren bewährt.
Durch hohe Eigenverantwortung, vielfältiges
Arbeiten in Projekten und das gute Arbeitsklima
kann man sich gleich schnell wohl fühlen.
|
| www.heidelberg.com |
 |
| Hella KGaA Hueck & Co. |

Frau Ariane Krebs, welche Position haben
Sie bei Hella KGaA Hueck & Co.?
Personalreferentin
Wie gestaltete sich Ihre eigene Laufbahn
und Ihr Karriereweg?
Studium der Wirtschaftswissenschaften, einige
Jahre Personalreferentin in Süddeutschland,
seit 1.10.2006 Personalreferentin bei der
Hella KGaA Hueck & Co.
Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Frau
Krebs aus?
Einen normalen Arbeitstag gibt es in dem
Sinne nicht. Die Tätigkeit ist sehr
abwechslungsreich und ich muss mich dabei
schnell und .exibel auf die verschiedensten
Anfragen von den unterschiedlichsten Bewerbern
und Abteilungen einstellen. Der Fokus liegt
auf der Rekrutierung von hoch qualifizierten
Ingenieuren.
Mein Aufgabenbereich umfasst u. a. die Stellenausschreibung,
das Sichten von Bewerbungsunterlagen, das
Führen von Vorstellungsgesprächen
zusammen mit der Fachabteilung, Auswertung
der Gespräche, Vertragsverhandlungen,
Anhörung beim Betriebsrat, Zusammenarbeit
mit Dienstleistern und anderen Niederlassungen
weltweit, Reporting, Bewerberkorrespondenz
und Projektarbeit (z.B. Organisation eines
Bewerbertages, Teilnahme an Jobmessen, Beratungstage
an Hochschulen etc.). Ausserdem erfolgt die
Abstimmung mit den Fachabteilungen zu jedem
Zeitpunkt des Rekrutierungsprozesses.
Können Sie einschätzen, wie viele
Einstellungsgespräche Sie geführt
haben?
Bisher habe ich insgesamt ca. 500 Einstellungsgespräche
geführt.
Hat sich der Arbeitsmarkt aus Ihrer Sicht
für Akademiker im Allgemeinen verändert
(Anforderungen, Eingliederung in die Unternehmen)?
Die Anforderungen an potenzielle Mitarbeiter
sind in den letzten Jahren gestiegen, besonders
bezogen auf Auslandserfahrung und .ießende
Englisch-Kenntnisse . Gute Noten, Praktika
in verschiedenen Unternehmen und hohe Motivation
waren schon immer sehr wichtig und haben
sich meiner Meinung nach nicht wesentlich
verändert. Flexibilität und Leistungsbereitschaft
sowie Eigenständigkeit sind unerlässlich,
um in der heutigen Arbeitswelt zu bestehen.
Aus Ihrer Erfahrung: Bereiten Hochschulen
Absolventen hinreichend auf das Berufsleben
vor?
Auslandserfahrungen und Sprachen werden an
den Hochschulen noch zu wenig gefördert.
Einige Hochschulen haben Pflichtpraktika
im Lehrplan integriert - der Bedarf ist also
erkannt. Durch die Umstellung auf Bachelor-
/Master-Studiengänge wird jedoch teilweise
das integrierte Praxissemester aus dem Lehrplan
gestrichen, was ich sehr bedauere. Absolventen
mit Praxiserfahrung in Form von Praktika
werden immer noch im Vergleich zu Absolventen
mit gleicher Qualifikation und ohne Praxiserfahrung
vorgezogen.
Gibt es gravierende Unterschiede in den Bewerbungen
zwischen Wirtschaftlern und Ingenieuren?
Verallgemeinern kann man diese Aussage mit
Sicherheit nicht. Aber nach meiner Erfahrung
legen viele Wirtschaftswissenschaftler einen
größeren Wert auf ein ansprechendes
Layout ihrer Bewerbung als Ingenieure, was
vielleicht mit der Arbeitsmarktsituation
zu tun hat.
Kann man schon einer schriftlichen Bewerbung
- neben den fachlichen - Informationen über
Eigenschaften und Charakter des Bewerbers
entnehmen?
Natürlich kann man bereits aus den Bewerbungsunterlagen
die Motivation der Person für die Stelle
ablesen (Recherche über das Unternehmen,
Vollständigkeit der Bewerbungsunterlagen,
ansprechendes Anschreiben). Ein vollständiges
Bild hinsichtlich der Eigenschaften des Bewerbers
lässt sich jedoch nur im Interview herausarbeiten.
Sind Soft Skills - auch als emotionale Intelligenz
bezeichnet - heutzutage aufgrund der Bewerber.ut
in einigen Branchen relevanter geworden?
Den Soft Skills wird immer mehr Bedeutung
beigemessen. Denn ein Fachexperte muss beispielsweise
auch die Fähigkeit haben, sein Wissen
zuhörergerecht zu vermitteln. Genauso
bedeutsam sind beispielsweise Kommunikations-
und Teamfähigkeit, da ein Ingenieur
heutzutage nicht mehr in seinem „stillen
Kämmerlein“ sitzt, sondern in interdisziplinären
Teams mit anderen Kollegen aus zum Teil unterschiedlichen
Nationen zusammenarbeitet.
Kann man die Soft Skills eines Bewerbers
objektiv bewerten? Oder spielt Sympathie
eine Rolle?
Natürlich spielt der erste Eindruck
auch immer eine Rolle. Allerdings liegt es
in der Verantwortung eines guten Personalers
diesen Eindruck ggf. wieder zu revidieren,
wenn sich im Gespräch ein anderes Bild
des Bewerbers ergibt. Dazu hilft natürlich
auch eine analytische Auswertung des Gespräches,
um ein möglichst objektives Bild zu
bekommen.
Wenn Sie eine Stelle ausschreiben, welche
sind (nach Priorität geordnet) die für
Sie relevanten Einstellungskriterien?
Zunächst muss natürlich das Fachwissen
eines Kandidaten (Studium, Schwerpunkte)
ins Bild passen. Weiterhin sind uns Praktika
im relevanten Bereich bzw. Berufserfahrung
besonders wichtig, im Idealfall sogar erste
Erfahrung in der Automobilindustrie. Weiterhin
müssen wir als international agierendes
Unternehmen verstärkt auf Englisch-Kenntnisse
achten.
Durch Ihre Tätigkeit sehen Sie sicher
in einige Lebensläufe/Bewerbungen. Welche
sind die häufigsten Stärken und
Schwachpunkte?
Schwachpunkte: Unvollständigkeit der
Unterlagen, Standardanschreiben, keinerlei
Übereinstimmung mit den von uns angegebenen
Qualifikationen für die Stelle, unübersichtliche
Darstellung des Lebenslaufs.
Welche Kriterien, Aussagen oder Verhaltensweisen
veranlasssen Sie, einen Bewerber auf keinen
Fall einzustellen?
Die Aussage „man möchte die Stelle gar
nicht und wurde von der Agentur für
Arbeit gezwungen sich zu bewerben“ zeigt
keinerlei Motivation für die Stelle.
Worauf achten Sie in Bewerbungsgesprächen
und Assessment Centern? Welche Tipps können
Sie Bewerbern geben?
Es gibt heutzutage durch das Internet die
Möglichkeit sich gut auf Bewerbungsgespräche
und AC´s vorzubereiten. Diese Chance sollte
man als Bewerber auf jeden Fall nutzen und
nicht komplett „blauäugig“ in ein Auswahlverfahren
gehen. Weiterhin sollte man sich zwingend
mit den Grunddaten des Unternehmens sowie
der Stelle, um die es geht, auseinandergesetzt
haben und auch ein paar Fragen vorbereiten,
sodass ein gewisses Interesse erkennbar ist.
Welche Karrierechanchen und Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet das Unternehmen Hella KGaA Hueck &
Co.?
Lebenslanges Lernen ist der Schlüssel
für die Sicherung unserer Wettbewerbs-
und Innovationsfähigkeit. Durch die
Kombination aus bedarfsorientierter Kompetenzentwicklung
und Eigeninitiative eines jeden Mitarbeiters
stellen wir eine funktions- und aufgabenbezogene
Weiterentwicklung sicher. Hierzu werden in
regelmäßigen Abständen die
Bedarfe unserer Mitarbeiter erfasst und gezielt
Trainingsmaßnahmen durchgeführt.
Dementsprechend besetzen wir Führungspositionen
im Wesentlichen aus unseren eigenen Reihen.
Oftmals werden in den Stellenanzeigen „Spitzen-Absolventen“
gesucht.... beste Studienleistungen, kurze
Studiendauer, Auslandserfahrung... Sollte
man sich aus Ihrer Sicht auch dann bewerben,
wenn man diese Kriterien nicht erfüllen
kann?
Jeder sollte für sich selbst abschätzen,
ob die im Stellenprofil geforderten Qualifikationen
erfüllt werden. Wenn beispielsweise
jemand etwas länger studiert hat, es
aber damit begründen kann, dass während
des Studiums einige fachlich relevante Praktika
absolviert worden sind, so ist die Studienzeit
kein K.O.-Kriterium.
Wie stehen Sie zu einer 3. Seite im Lebenslauf?
Ein Motivationsschreiben ist nur sinnvoll,
wenn man noch wichtige Informationen weitergeben
möchte, die weder im Anschreiben noch
im Lebenslauf zu finden sind bzw. Informationen,
die der Bewerber noch unbedingt herausheben
bzw. betonen will.
Für wen ist die Automotive-Branche ein
interessantes Berufsfeld? Welche Interessen
sollte man mitbringen?
Die Affinität und Begeisterung für
Technik sind für eine Tätigkeit
in der Automobilbranche ein absolutes Muss.
Wir sind auf der Suche nach qualifizierten
Ingenieuren, die mit Herzblut Innovationen
vorantreiben wollen.
In Vorstellungsgesprächen wird oft gefragt:
„Warum möchten Sie gerade in unserem
Unternehmen arbeiten?“. Wir drehen diese
Frage um: Warum möchten sich Absolventen
gerade bei Ihrem Unternehmen bewerben?
Mit Hella arbeiten Sie an der Spitze des
technischen Fortschritts in der Automobilindustrie.
Weltweit werden Elektronik- und Lichtinnovationen
entwickelt und in serienreife Komponenten
und Systeme umgesetzt - mit dem Ziel, Sicherheit
und Fahrkomfort ständig zu verbessern.
Unsere Innovationskraft sichert uns eine
herausragende Position in wachstumsstarken
Produktfeldern, wie elektronische und lichtbasierte
Fahrerassistenzsysteme sowie Karosserieelektronik. |
| www.hella.de |
 |
| IAV GmbH |

Herr Dr. Hayn welche Position haben Sie im
Unternehmen IAV?
Ich bin als Personalreferent zuständig
für die Bereiche Personalrecruiting
und Hochschulmarketing.
Wie gestaltete sich Ihre eigene Laufbahn
und Ihr Karriereweg?
Schon früh im Studium habe ich durch
Praktika Erfahrungen im Personalbereich gesammelt.
Meine Promotion habe ich in einem Unternehmen
zu einem personalrelevanten Thema verfasst.
Fast folgerichtig bin ich dann auch im Personalwesen
gelandet.
Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Ihnen
aus aus?
Der Arbeitstag gestaltet sich so vielfältig,
dass es den „normalen“ Arbeitstag nicht gibt.
Können Sie einschätzen, wie viele
Einstellungsgespräche Sie geführt
haben?
Pro Monat sind das ungefähr 5 – 8.
Hat sich der Arbeitsmarkt aus Ihrer Sicht
für Akademiker im Allgemeinen verändert
(Anforderungen, Eingliederung in die Unternehmen)?
Praxiserfahrung, Mobilität und Sprachkenntnisse
sind zunehmend wichtige Kriterien.
Im Unternehmen muss der Mitarbeiter flexibel
genug sein, auch einmal eine andere Aufgabe
zu übernehmen.
Aus Ihrer Erfahrung: Bereiten Hochschulen
Absolventen hinreichend auf das Berufsleben
vor?
Nein. Zwar werden gute theoretische Grundlagen
gelegt, der Praxisbezug könnte allerdings
selbst bei Fachhochschulen stärker ausgeprägt
sein. Durch die Umstellung auf Bachelor und
Master wird die Situation nicht besser.
Gibt es gravierende Unterschiede in den Bewerbungen
zwischen Wirtschaftlern und Ingenieuren?
Auffällig ist, dass Wirtschaftler weitaus
häufiger Praktika und Auslandserfahrung
vorweisen können als Ingenieure.
Kann man schon einer schriftlichen Bewerbung
- neben den fachlichen - Informationen über
Eigenschaften und Charakter des Bewerbers
entnehmen?
Allein der Lebenslauf reicht hierfür
nicht aus. Zusammen mit relevanten Praktika-
oder Arbeitszeugnisse lassen sich allerdings
Eigenschaften wie Zielstrebigkeit etc. vermuten.
Sind Soft Skills - auch als emotionale Intelligenz
bezeichnet - heutzutage aufgrund der Bewerber.ut
in einigen Branchen relevanter geworden?
Soft Skills sind sicher wichtig, entscheidend
ist, dass der Bewerber gut in das bestehende
Team passt und sich mit der Unternehmenskultur
identifiziert.
Kann man die Soft Skills eines Bewerbers
objektiv bewerten? Oder spielt Sympathie
eine Rolle?
Sie können objektiv bewertet werden.
Wenn Sie eine Stelle ausschreiben, welche
sind (nach Priorität geordnet) die für
Sie relevanten Einstellungskriterien?
Die für die ausgeschriebene Position
erforderliche fachliche und persönliche
Eignung sowie gute Fremdsprachkenntnisse.
Durch Ihre Tätigkeit als Personalreferent
sehen Sie sicher in einige Lebensläufe/
Bewerbungen. Welche sind die häufigsten
Stärken und Schwachpunkte?
Schwachpunkte sind unvollständige, mit
Fehlern versehene Bewerbungsunterlagen.
Welche Kriterien, Aussagen oder Verhaltensweisen
veranlasssen Sie, einen Bewerber auf keinen
Fall einzustellen?
Wenn deutlich wird, dass er weder an der
ausgeschriebenen Position noch an dem Unternehmen
Interesse hat.
Worauf achten Sie in Bewerbungsgesprächen
und Assessment Centern? Welche Tipps können
Sie Bewerbern geben?
Auf eine klare Zielvorstellung: Was möchte
der Bewerber, wo will er hin, lassen sie
deutlich Stärken und Potenziale erkennen.
Welche Karrierechanchen und Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet das Unternehmen IAV?
Die IAV bietet den Mitarbeitern viel Freiraum
für ihre eigenen Ideen. Ein Nachwuchsprogramm
fördert die berufliche, ein umfassendes
Qualifizierungsprogramm die fachliche Entwicklung.
Oftmals werden in den Stellenanzeigen „Spitzen-Absolventen“
gesucht.... beste Studienleistungen, kurze
Studiendauer, Auslandserfahrung... Sollte
man sich aus Ihrer Sicht auch dann bewerben,
wenn man diese Kriterien nicht erfüllen
kann?
Wenn der Bewerber nicht alle, aber zumindest
einen Großteil der Kriterien erfüllen
kann, sollte er sich nicht abschrecken lassen.
Ein anderes Fallbeispiel: Ich habe meine
Bewerbung versandt und höre vier Wochen
nichts von dem Personalverantwortlichen.
Sollte ich mich persönlich erkundigen?
Und wann?
Sich persönlich nach dem Stand der Bewerbung
zu erkundigen, ist nicht verkehrt. Allerdings
sollten Sie dem Unternehmen mindestens 4
Wochen Zeit für die gründliche
Prüfung der Bewerbung einräumen.
Für wen ist die Automobilbranche ein
interessantes Berufsfeld? Welche Interessen
sollte man mitbringen?
Die IAV sucht insbesondere Ingenieure, Maschinenbauer,
Softwareentwickler, Konstrukteure etc. Mitbringen
sollten die Bewerber eine Leidenschaft für
Autos sowie Interesse an Forschung und Entwicklung.
In Vorstellungsgesprächen wird oft gefragt:
„Warum möchten Sie gerade in unserem
Unternehmen arbeiten?“. Wir drehen diese
Frage um: Warum möchten sich Absolventen
gerade bei Ihrem Unternehmen bewerben?
Die IAV bietet ein sehr persönliches
Arbeitsklima, eine offene Unternehmenskultur
mit flachen Hierarchien, ein gutes Qualifizierungsprogramm,
spannende und abwechslungsreiche Aufgaben
sowie die Möglichkeit in`s Ausland zu
gehen. Und dies alles eingerahmt in eine
junge Belegschaftsstruktur. |
| www.iav.de |
 |
| IKS Ingenieur Konstruktions Service GmbH |
 
Herr Claus J. Gottburg, welche Position haben
Sie im Unternehmen IKS Ingenieur Konstruktions
Service GmbH?
Geschäftsführer
Wie gestalteten sich Ihre eigene Laufbahn
und Ihr Karriereweg?
Maschinenbaustudium FH Köln, 2 Jahre
Tätigkeit als Konstrukteur, 5 Jahre
Aufbau einer Konstruktionsabteilung für
einen Personaldienstleister, 5 Jahre leitende
Tätigkeit im Bereich Ingenieur- und
Montagedienstleistung, ab 1997 bei iks: Niederlassungsleiter
Frankfurt, Regionalleiter Köln, Bereichsleiter
Süddeutschland, Verkaufs- und Marketingleiter
gesamt, Geschäftsführer, Teilhaber
Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Ihnen,
Herr Gottburg aus?
Natürlich gibt es in meinem Arbeitsalltag
auch Routinearbeiten. Aber die Ingenieurdienstleistung
und natürlich meine Position als Geschäftsführer
bieten so viel Abwechslung, Dynamik und Herausforderung,
dass es nie langweilig wird. Es gibt immer
wieder neue Aufgaben zu lösen.
Können Sie einschätzen, wie viele
Einstellungsgespräche Sie geführt
haben?
Deutlich über 1000.
Hat sich der Arbeitsmarkt aus Ihrer Sicht
für Akademiker im Allgemeinen verändert
(Anforderungen, Eingliederung in die Unternehmen)?
Vor 15 Jahren waren fachliche Kenntnisse
entscheidend für eine Einstellung, heute
sind die persönlichen Vorraussetzungen
genauso wichtig. Zudem sind gute Englischkenntnisse
Pflicht: Schul- und Urlaubsenglisch reicht
bei Ingenieuren nicht mehr aus. Außerdem
müssen sich neue Mitarbeiter heute bereits
in den ersten Wochen bewähren, Einarbeitungszeiten
von mehr als 6 Monaten werden nicht mehr
akzeptiert.
Aus Ihrer Erfahrung: Bereiten Hochschulen
Absolventen hinreichend auf das Berufsleben
vor?
Gerade die deutsche Ingenieursausbildung
ist nach wie vor eine der besten weltweit
und die Angebote die über das Fachliche
hinausgehen sind vollkommen ausreichend.
Entscheidend ist die Bereitschaft das Gelernte
auch zu verinnerlichen und in die Praxis
umzusetzen.
Gibt es gravierende Unterschiede in den Bewerbungen
zwischen Wirtschaftlern und Ingenieuren?
Wir beschäftigen kaum Wirtschaftler
sondern überwiegend Ingenieure. Die
Ingenieure sind vielleicht zu sehr von ihrer
angeblich rationalen Sicht der Dinge und
der Welt überzeugt.
Kann man schon einer schriftlichen Bewerbung
- neben den fachlichen - Informationen über
Eigenschaften und Charakter des Bewerbers
entnehmen?
Neben den über 1000 Vorstellungsgesprächen
habe ich bestimmt 5000-10000 Bewerbungen
gelesen. Meine Erfahrung ist, dass es den
Bewerbern nur sehr selten gelingt, sich zu
verstellen, auch nicht mit einer schriftlichen
Bewerbung. Ein Beispiel: Verwendet ein Bewerber
häufig Passivsätze oder verwendet
mehrmals Ausdrücke wie „man hat..“,
„die haben...“ usw. ist er meistens selbst
auch eher passiv.
Sind Soft Skills - auch als emotionale Intelligenz
bezeichnet - heutzutage aufgrund der Bewerber.ut
in einigen Branchen relevanter geworden?
Von welcher Bewerber.ut sprechen Sie? Hier
muss ich Ihnen deutlich widersprechen! Wir
haben einen immer größer werdenden
Ingenieursmangel. Von Bewerberflut kann gar
keine Rede sein. Mag sein, dass es bei den
Nichtingenieuren anders aussieht.
Kann man die Soft Skills eines Bewerbers
objektiv bewerten? Oder spielt
Sympathie eine Rolle?
Sicher spielt Sympathie eine Rolle, aber
ist das denn so schlimm? Ich würde es
niemals zulassen, dass ein Fachvorgesetzter
kein Vetorecht für eine Einstellung
hat. Schließlich sollen die beiden
erfolgreich zusammen arbeiten. Wie soll das
denn funktionieren, wenn der Vorgesetzte
seinen Mitarbeiter als unsympathisch empfindet.
Ein Bewerber wird sich auch nicht für
einen Arbeitgeber entscheiden, wenn ihm dieser
unsympathisch ist.
Bei iks haben wir eine Systematik für
die Bewertung der Soft Skills erarbeitet.
Außerdem haben wir auf unsere Bedürfnisse
abgestimmt Interview - IKS Ingenieur Konstruktions
Service GmbH eine Online-Potenzialanalyse
entwickeln lassen. Mit diesen standardisierten
Elementen haben wir eine vergleichbare Bewertung
der Soft Skills geschaffen.
Wenn Sie eine Stelle ausschreiben, welche
sind (nach Priorität geordnet) die für
Sie relevanten Einstellungskriterien?
- Fachliche Kompetenz
- Persönliche Kompetenz
- Planung und Organisation
- Motivation/Leistungsorientierung
- Stabilität
- Online Potenzialanalyse
Durch Ihre Tätigkeit sehen Sie viele
Bewerbungen. Welches sind die häufigsten
Stärken und Schwachpunkte?
Am häu.gsten gehen Anspruch und Wirklichkeit
im Bereich „selbständiges Arbeiten“
auseinander. Fast jeder möchte selbständig
Arbeiten können doch gerade an dieser
Aufgabe scheitern sehr viele.
Welche Kriterien, Aussagen oder Verhaltensweisen
veranlassen Sie, einen Bewerber auf keinen
Fall einzustellen?
Wenn überhaupt keine Loyalität
gegenüber vorherigen Arbeitgeber erkennbar
ist.
Worauf achten Sie in Bewerbungsgesprächen?
Welche Tipps können Sie Bewerbern geben?
Ich frage Bewerber gerne nach Anforderungen
und Aufgaben der ausgeschriebenen Stelle
und was sie über iks wissen. So kann
ich sehr gut erkennen, wie intensiv sich
ein Bewerber mit unserem Unternehmen und
der Position auseinandergesetzt hat. Von
guten Bewerbern erwarte ich, dass sie auch
die Marktposition einschätzen können.
Welche Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet das Unternehmen?
Die besten Karrierechancen haben die, die
sich nach dem Studium erfolgreich im Berufsleben
zurechtfinden. Gerade Absolventen fragen
gerne nach Weiterbildungsmöglichkeit,
doch wer sich in der Praxis beweist, dem
steht der Weg bis ins obere Management frei.
Dies wird bei uns fast ausschließlich
aus den eigenen Reihen besetzt. Weiterbildung
ist für uns natürlich ein wichtiger
Punkt. Unsere CAD-Akademie dient in erster
Linie der Weiterbildung unserer eigenen Mitarbeiter.
Als Ingenieurdienstleister lebt iks vom Know-how
der Mitarbeiter.
Oftmals werden in den Stellenanzeigen „Spitzen-Absolventen“
gesucht… beste Studienleistungen, kurze Studiendauer,
Auslandserfahrung… Sollte man sich aus Ihrer
Sicht auch dann bewerben, wenn man diese
Kriterien nicht erfüllen kann?
Spitzen-Absolventen, was ist hier Wunsch
und Wirklichkeit? Oder anders herum gefragt:
„Wonach sollen Personalentscheider bei Absolventen
urteilen? Absolventen können sonst kaum
Unterscheidungsmerkmale bieten. Egal, ob
Bewerber eine, keine oder alle „Nebenbedingungen“
erfüllen, sie sollten sich auf jeden
Fall bewerben.
Ein anderes Fallbeispiel: Ich habe meine
Bewerbung versandt und höre vier Wochen
nichts von dem Personalverantwortlichen.
Sollte ich mich persönlich erkundigen?
Und wann?
Pauschal kann dies nicht beantwortet werden.
Bei Bewerbungen auf konkrete Stellenausschreibungen
rat ich aber eher dazu etwas zu warten. Bei
Initiativbewerbungen ist es durchaus legitim,
nach 2 bis 4 Wochen nachzufragen.
Für wen ist die Branche Ingenieurdienstleister
ein interessantes Berufsfeld? Welche Interessen
sollte man mitbringen?
Auf jeden Fall für junge Ingenieure,
aber natürlich auch berufserfahrene
Ingenieure. Absolventen kennen oft die vielen
Berufsmöglichkeiten der Ingenieure,
sowie ihre eigenen beruflichen Neigungen
und Fähigkeiten noch nicht.
Wir bieten Ihnen die Chance unterschiedliche
Branchen, Tätigkeitsbereiche, Unternehmensformen
und Unternehmensstrukturen kennen zu lernen
in der sicheren Position einer unbefristeten
Festanstellung.
In Vorstellungsgesprächen wird oft gefragt:
„Warum möchten Sie gerade in unserem
Unternehmen arbeiten?“. Wir drehen diese
Frage um: Warum möchten sich Absolventen
gerade bei Ihrem Unternehmen bewerben?
Zum einen bieten wir die Vorzüge der
Branche wie soeben genannt. Zum anderen unterscheiden
wir uns aber ganz deutlich von unseren Marktbegleitern.
Die iks ist ein unabhängiges, inhaber-
und ingenieurgeführtes Unternehmen.
Bei uns steht der Mitarbeiter und nicht der
Aktienkurs im Zentrum des Handelns. Das sichert
uns allen, den Mitarbeitern wie den Inhabern
eine langfristige positive Perspektive. |
| www.iks-engineering.de |
 |
| Noshokaty, Döring & Thun GmbH |

Frau Susanne Becker, welche Position haben
Sie im Unternehmen Noshokaty, Döring
& Thun GmbH?
Im Team von Noshokaty, Döring &
Thun habe ich die Position des „Managers“.
Wie gestaltet sich Ihre eigene Laufbahn und
Ihr Karriereweg?
Meine akademische Ausbildung umfasst das
Studium der Wirtschaftskommunikation an der
FHTW Berlin und das Masterstudium in „Business
Management“ an der „University of Luton“.
Während der Studienzeit konnte ich durch
verschiedene Praktika das theoretische Grundgerüst
mit praktischen Erfahrungen ergänzen.
Diese führten mich zum MVG Verlag, zu
dem New Yorker Start-Up Platform.net, nach
Barcelona zu Bertelsmann Direct (jetzt Arvato
Services) und zu der Münchner Agentur
Avantgarde, für die ich während
des Studiums als freie Mitarbeiterin weiterhin
tätig war. Vor meiner Anstellung bei
Noshokaty, Döring und Thun arbeitete
ich in London bei der Guardian Media Group
als Projekt Koordinatorin und als Projekt
Managerin bei Corpcom, einer Berliner Agentur
für kartenbasierte Kundenbindungsprogramme.
Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Ihnen
aus?
Von einem normalen Tag mag ich gar nicht
sprechen - jeder Tag bringt neue Aufgaben.
Im Grunde gibt es jedoch drei Kernbereiche
aus denen sich meine Arbeit zusammensetzt.
Dazu gehört die Entwicklung tragfähiger
Kooperationskonzepte für unsere Kunden,
die in anschaulichen Diskussionspapieren
an Gestalt gewinnen. Darüber hinaus
bin ich verantwortlich für die Bereiche
Wissensmanagement und das Recruiting.
Können Sie einschätzen, wie viele
Einstellungsgespräche Sie geführt
haben?
Ich denke ich komme auf 50 Gespräche.
Hat sich der Arbeitsmarkt aus Ihrer Sicht
für Akademiker verändert ?
Ja, das hat er. Die Unternehmen erwarten
mehr als früher. Die Absolventen müssen
ihre Karriere strategischer planen. Dazu
gehört die gut überlegte Wahl der
Universität, die Teilnahme an akademischen
Austauschprogrammen möglichst mit dem
entsprechenden Stipendium, und natürlich
lehrreiche Praktika in Unternehmen. Gerade
zu letzterem ist jedoch anzumerken, dass
hier nach meiner Erfahrung weder „beeindruckende“
Unternehmensnamen noch Auslandsaufenthalte
einen Wert „per se“ darstellen: Entscheidend
ist, dass man sich durch sämtliche Aktivitäten
in und um das Studium persönlich weiterentwickelt
– das kann je nach Person zu sehr unterschiedlichen
Lebensläufen führen. Von ge-„streamlined“ten
Lebensläufen halte ich wenig. Deshalb
spielt auch das persönliche Auftreten
in vielen Gesprächen eine entscheidende
Rolle.
Aus Ihrer Erfahrung: Bereiten Hochschulen
Absolventen hinreichend auf das Berufsleben
vor?
Ich denke, es sollte den Studenten stärker
vermittelt werden, dass sie sich in einem
internationalen Wettbewerb be.nden, und dass
es nicht mehr ausreicht, das Studium erfolgreich
abzuschließen. Zum Erfolg gehört
mehr. Vor allem persönliches Engagement,
und natürlich sollte das Studium möglichst
schnell durchgezogen werden. Fachlich sind
die Bewerber meist gut vorbereitet.
Kann man schon einer schriftlichen Bewerbung
- neben den fachlichen Angaben - Informationen
über Eigenschaften und Charakter des
Bewerbers entnehmen?
Ja, Bewerbungen verraten doch einiges vorab.
So z.B. die Wahl des Layouts sowie die Informationen,
die eine Bewerbung enthält oder eben
gerade weglässt.
Nicht zuletzt vermittelt auch das Foto, das
in Deutschland immer noch „Gang und Gebe“
ist, einen ersten Eindruck. Allzu oft muten
die Bilder jedoch nach Freizeit an und vermitteln
nicht die erwartete Professionalität.
Und damit meine ich nicht, dass jeder Bewerber
zwingend eine Krawatte oder ein Tuch tragen
sollte. Die Investition in einen geschulten
Fotografen lohnt sich doch meistens.
Sind Soft Skills - auch als emotionale Intelligenz
bezeichnet - heutzutage aufgrund der Bewerber.ut
in einigen Branchen relevanter geworden?
Insgesamt sind Soft Skills wichtiger geworden.
In Jobs, in denen man sich früher noch
mit seinem Abschluss quali.ziert hat, sind
heute soziale Kompetenzen unverzichtbar gefordert.
Jedoch sind Soft Skills nicht in allen Berufsgruppen
im gleichen Maße von Bedeutung. Bei
Akademikern werden diese sicherlich in anderem
Maße vorausgesetzt, als bei Hilfsarbeitern.
Kann man die Soft Skills eines Bewerbers
objektiv bewerten? Oder spielt Sympathie
eine Rolle?
Es gibt einige Methoden, die helfen, die
Objektivität in der Bewertung zu stärken.
Sympathie fließt jedoch sicherlich
immer in die Bewertung mit ein.
Wenn Sie eine Stelle ausschreiben, welche
sind (nach Priorität geordnet) die für
Sie relevanten Einstellungskriterien?
Konsistenter Gesamteindruck: der gesamte
Lebenslauf sollte ausreichend Eigenmotivation
und Zielstrebigkeit erkennen lassen; Erfolgreiches
Studium/Notenschnitt; Universität; Praktika/Zusatzqualifikationen;
Auslandsaufenthalte; Stipendien; Weiteres
Engagement (z.B. in universitären Consulting-
Teams, Karriere Services, Netzwerken) Im
Gespräch sollte der Bewerber seine bisherigen
Karriereschritte begründen können,
um zu zeigen, dass die einzelnen Schritte
entsprechend überlegt waren. Dabei müssen
die Karrieren nicht zwingend geradlinig gestaltet
sein. Neue Bereiche auszuprobieren ist ein
wichtiger Bestandteil der Karriereentwicklung.
Schließlich muss auch jeder für
sich heraus.nden, was einem nicht so sehr
liegt oder keine Freude bereitet. Wenn sich
ein Kandidat als aktiv, .eißig und
mutig präsentiert, ist das sicherlich
von Vorteil.
Durch Ihre Tätigkeit sehen Sie sicher
in einige Lebensläufe/Bewerbungen. Welche
sind die häu.gsten Stärken und
Schwachpunkte?
Auslandsaufenthalte nehmen stark zu, d.h.
immer mehr Lebensläufe sind international
ausgerichtet. Zu den Schwächen vieler
Bewerbungen zählen, dass…
- die Anschreiben zu allgemein gehalten sind
und insbesondere ein „Eindenken“ in die Unternehmensperspektive
vermissen lassen
- die Anschreiben Rechtschreibfehler enthalten
- unprofessionelle Fotos beigefügt sind
- sie uneinheitlich gestaltet sind
- Bewerbungen per Email nicht in einem entsprechenden
einheitlichen Format (PDF) verschickt werden
Welche Kriterien, Aussagen oder Verhaltensweisen
veranlassen Sie, einen Bewerber auf keinen
Fall einzustellen?
Das kann sehr unterschiedlich sein. Allerdings
werden es Bewerber bei Noshokaty, Döring
& Thun schwer haben, die keine praktischen
Erfahrungen während des Studiums gesammelt
haben.
Worauf achten Sie in Bewerbungsgesprächen
und Assessment Centern? Welche Tipps können
Sie Bewerbern geben?
Man sollte sich unbedingt über das Leistungsspektrum,
den Markt und die Themenschwerpunkte des
Unternehmens (in unserem Fall wären
das „Marketingkooperationen“) informieren.
So stellen wir Bewerbern oftmals Fragen,
wie z.B. „Warum gehen Unternehmen Marketingkooperationen
ein?“, „Was für Marketingkooperationen
sind Ihnen im Markt aufgefallen?“. Es ist
sicherlich hilfreich, Presseberichte des
Unternehmens zu lesen und das Unternehmen
zu „googlen“.
Man sollte auch eine genaue Vorstellung davon
haben, was man von der Stelle erwartet und
eine Reihe von Fragen z.B. über die
Aufgaben und Verantwortlichkeiten vorbereiten.
Fragen, die sich durch die Informationen
der Website beantworten lassen, schaffen
jedoch eher einen negativen Effekt.
Welche Karrierechanchen und Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet das Unternehmen Noshokaty, Döring
& Thun GmbH?
Noshokaty, Döring & Thun investiert
stark in seine Mitarbeiter. Regelmäßige
Feedback-Gespräche helfen, die Stärken
auszubauen und schwächere Bereiche aktiv
zu stärken. So werden zum Beispiel auch
unterstützende Weiterbildungsmöglichkeiten
angeboten.
Oftmals werden in den Stellenanzeigen „Spitzen-Absolventen“
gesucht.... beste Studienleistungen, kurze
Studiendauer, Auslandserfahrung... Sollte
man sich aus Ihrer Sicht auch dann bewerben,
wenn man diese Kriterien nicht erfüllen
kann?
Ja, auf jeden Fall – wichtig ist, dass sich
der Lebenslauf sinnvoll begründen lässt
und Eigenmotivation und Zielorientierung
erkennen lässt.
Wie stehen Sie zu einer 3. Seite im Lebenslauf
bzw. Motivationsschreiben?
Ich denke zwei Seiten Lebenslauf und ein
einseitiges Anschreiben oder Motivationsschreiben
geben einen ausreichenden, ersten Eindruck
des Bewerbers. Einhaltung bzw. Nicht-Beachtung
einer „vermeintlichen“ Norm werden aber nie
der ausschlaggebende Grund für bzw.
gegen eine Einstellung sein. Wie gesagt:
Der Gesamteindruck ist entscheidend.
Für wen ist Ihre Branche ein interessantes
Berufsfeld? Welche Interessen sollte man
mitbringen?
Die Beratung im Bereich strategisches Marketing
und Marketingkooperationen ist in erster
Linie für Bewerber mit betriebswirtschaftlichem
Hintergrund interessant, die sich bereits
während des Studiums auf Marketingthemen
konzentriert haben.
In Vorstellungsgesprächen wird oft gefragt:
„Warum möchten Sie gerade in unserem
Unternehmen arbeiten?“. Wir drehen diese
Frage um: Warum möchten sich Absolventen
gerade bei Ihrem Unternehmen bewerben?
Kräftige Gründe sprechen für
Noshokaty, Döring & Thun. In erster
Linie die spannenden Beratungsprojekte für
unsere internationalen Kunden. Die konzeptionelle
Arbeit deckt die vielen verschiedenen Facetten
des strategischen Marketings ab und stellt
uns immer wieder vor interessante Herausforderungen.
Doch wir arbeiten nicht ausschließlich
konzeptionell, sondern unterstützen
unseren Kunden auch operativ bei der Etablierung
und dem Management von Kooperationen. Insgesamt
bietet das ausreichend Abwechslung. Dazu
herrscht bei uns eine professionelle, persönliche
Atmosphäre eines kleinen Teams, in dem
die Hierarchien .ach sind und der Umgang
miteinander auf gemeinsam festgelegten Werten
basiert.
Darüber hinaus bieten wir attraktive
Weiterbildungsmöglichkeiten an. In regelmäßigen
Gesprächen erhalten Mitarbeiter ein
detailliertes Feedback bezüglich ihrer
Leistungen in denen auch gemeinsam zukünftige
Unterstützungsschwerpunkte vereinbart
werden. Zusätzlich stehen wöchentliche
One-to-One Gespräche und regelmäßige
Kicker-Spiele auf der Tagesordnung. |
| www.noshokaty-doering-thun.com |
 |
| Roche Diagnostics GmbH |

Frau Magirus, welche Position haben Sie im
Unternehmen Roche Diagnostics GmbH?
Ich leite die Abteilung „Placement“, verantwortlich
für das in- und externe Recruiting,
der Roche Diagnostics GmbH in Penzberg.
Wie gestaltete sich Ihre eigene Laufbahn
und Ihr Karriereweg?
Nach meinem Studienabschluss als Diplom Soziologin
stieg ich 1991 bei Roche Diagnostics (damals
Boehringer Mannheim) als Personalsachbearbeiterin
ein. Von 1993 bis 2006 war ich als Personalreferentin
für unterschiedliche Fachbereiche der
Produktion, Forschung und Entwicklung verantwortlich.
Am 01.10.2006 habe ich die Leitung der Abteilung
Placement für den Standort Penzberg
übernommen.
Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Frau
Magirus aus?
Sehr lebendig und spannend! Neben den strategischen
Aufgaben, wie z.B. der Konzeption von neuen
Recruiting-Strategien und –Tools sowie der
Auswahl von geeigneten Jobbörsen, führe
ich elf Mitarbeitende. Ich stehe den Fachbereichen
als Beraterin für Personal-Beschaffung
und - Vermittlung zur Verfügung und
betreibe trouble shooting, wenn die Technik
anders als erwartetet arbeitet oder die Beschaffung
nicht wie gefordert läuft. Außerdem
führe ich auch noch Vorstellungsgespräche,
Bewerbertage und Assessmentcenter durch.
Können Sie einschätzen, wie viele
Einstellungsgespräche Sie geführt
haben?
Seit Beginn meiner Karriere sicher weit über
1000 Gespräche.
Hat sich der Arbeitsmarkt aus Ihrer Sicht
für Akademiker im Allgemeinen verändert
(Anforderungen, Eingliederung in die Unternehmen)?
Internationalität wird wesentlich größer
geschrieben als noch vor ein paar Jahren.
Gerade für Akademikern/innen sind daher
Auslandserfahrungen und der Nachweis interkultureller
Fähigkeiten in einem international arbeitenden
Unternehmen wie Roche zunehmend wichtig.
Darüber hinaus wird deutlich mehr in
Projekten und Matrix-Strukturen gearbeitet,
da sind Projektmanagement-Kenntnisse gefordert.
Weitere spannende Themen kommen durch die
neuen Studienabschlüsse Bachelor und
Master und die sich verändernde Hochschullandschaft
sowie durch die demographische Entwicklung
auf uns zu. Sowohl die Eingliederung ins
Unternehmen als auch die Bedeutung von Unternehmensbindung
wird sich durch diese Entwicklungen deutlich
verändern.
Aus Ihrer Erfahrung: Bereiten Hochschulen
Absolventen hinreichend auf das Berufsleben
vor?
Das lässt sich so pauschal nicht beantworten.
Viele Studierende eignen sich während
ihres Studiums neben Fachkenntnissen zusätzliche
Skills, z.B. in Rhetorik, Englisch, Präsentationstechnik,
Moderation an und bringen viele Erfahrungen
aus Praktika mit. Das ist ideal. In ihrem
diesbezüglichen Angebot an die Studierenden
unterscheiden sich die Hochschulen allerdings
deutlich. Außerdem gibt es natürlich
Eigenschaften wie Führungskompetenz,
die auch stark in der Persönlichkeit
des Menschen selbst begründet liegen
– da hilft Training nur bedingt.
Gibt es gravierende Unterschiede in den Bewerbungen
zwischen Wirtschaftlern und Ingenieuren?
Wirtschaftswissenschaftler verstehen es besser,
Eigenmarketing zu betreiben. Inhaltlich kann
ich keine gravierenden Unterschiede feststellen.
Kann man schon einer schriftlichen Bewerbung
- neben den fachlichen - Informationen über
Eigenschaften und Charakter des Bewerbers
entnehmen?
Ich gewinne aus den Inhalten einer Bewerbung
in der Regel einen Eindruck, den ich dann
im Interview hinterfrage. Grundsätzlich
ist es gut möglich aus einer Bewerbung
die Ernsthaftigkeit und das Interesse an
einer Position herauszulesen.
Sind Soft Skills - auch als emotionale Intelligenz
bezeichnet - heutzutage aufgrund der Bewerberflut
in einigen Branchen relevanter geworden?
Auf jeden Fall! Fachlich lässt sich
vieles aneignen, die Persönlichkeit
zu ändern oder zu entwickeln ist weitaus
schwieriger – unabgängig davon, dass
jedes Unternehmen andere Werte hat und entsprechende
Persönlichkeitsattribute bei den Mitarbeitenden
wünscht.
Kann man die Soft Skills eines Bewerbers
objektiv bewerten? Oder spielt Sympathie
eine Rolle?
Ganz frei von Sympathie ist man nie. Mit
einer professionellen Gesprächsführung
gelingt es jedoch, Soft Skills zu hinterfragen
und objektive „Beweise“ für das Vorhanden-
oder Nichtvorhandensein zu .nden. Dabei geht
es nicht nur darum, dass ein Lebensweg geradlinig
verläuft, denn gerade an „Brüchen“
kann ich sehr gut die „Ecken und Kanten“,
die uns alle auszeichnen, erkennen und bewerten.
Wenn Sie eine Stelle ausschreiben, welche
sind (nach Priorität geordnet) die für
Sie relevanten Einstellungskriterien?
Dies ist abhängig von der jeweiligen
Funktion und den damit verbundenen Anforderungen
an den potenziellen Mitarbeitenden. Bei Hochschulabsolventen/
innen, die in einer entsprechenden Einstiegsfunktion
eingesetzt werden sollen, sind uns wichtig:
- zügiges und erfolgreiches Studium
- (Auslands-)Praktika
- sehr gute Fachkenntnisse (je nach Funktion)
- fließendes Englisch
- Teamfähigkeit
- Kommunikations- und Verhandlungsstärke
- Unternehmerisches Denken
- Bereitschaft, sich neuen Herausforderungen
Aufgaben und Personen zu stellen (Pioniergeist)
Durch Ihre Tätigkeit als Leiterin Placement
sehen Sie sicher in einige Lebensläufe/
Bewerbungen? Welche sind die häufigsten
Stärken und Schwachpunkte?
Die Anschreiben sind meist der erste Kontakt,
den die Bewerber mit uns aufnehmen und wir
machen uns über dieses Schreiben ein
erstes Bild. Schreibfehler oder zu lange
Anschreiben sind oft Schwachpunkte in Bewerbungen;
oft wird auch versäumt, den eigenen
Bezug zur Stelle oder spezielle, passende
Fähigkeiten darzustellen. Grundsätzlich
ist ein klarer übersichtlicher Aufbau
des Lebenslaufes ein Vorteil, da er den zukünftigen
Vorgesetzten auf den ersten Blick ein möglichst
klares Bild über die Erfahrungen und
Fähigkeiten vermitteln soll.
Welche Kriterien, Aussagen oder Verhaltensweisen
veranlassen Sie, einen Bewerber auf keinen
Fall einzustellen?
Aussagen und Verhaltensweisen werden meist
vor dem Hintergrund eines Anforderungspro
.ls an eine Position bewertet – und so kann
beispielsweise ein sehr forsches und selbstbewusstes
Auftreten bei der einen Position ein klarer
Wettbewerbsvorteil sein, während für
eine andere Position eher diplomatische,
ausgleichende Verhaltensweisen gesucht werden.
Grundsätzlich sind falsche Aussagen
über Quali.kationen oder Tätigkeiten
ein Kriterium nicht einzustellen. Vertrauen
und Glaubwürdigkeit sind für uns
unabdingbar.
Worauf achten Sie in Bewerbungsgesprächen
und Assessment Centern? Welche Tipps können
Sie Bewerbern geben?
Ich erwarte von Bewerberinnen und Bewerbern,
dass sie sich in ihrem Lebenslauf gut auskennen,
ihn chronologisch im Kopf haben. Es macht
wirklich kein gutes Bild, wenn ich im Vorstellungsgespräch
gebeten werde, die Bewerbungsunterlagen nochmals
anschauen zu dürfen. Wichtig ist auch,
dass Bewerber sich über ihre Entscheidungen
Gedanken gemacht haben. Warum habe ich diesen
Weg gewählt? Was war gut daran? Was
würde ich vielleicht anders machen?
Ich will in einem Vorstellungsgespräch
die Menschen kennen lernen und verstehen,
was sie motiviert, diesen oder jenen Weg
einzuschlagen und wie ihre Eigeninitiative
ausgeprägt ist.
Tipp: es zählen Glaubwürdigkeit,
Persönlichkeit und Authentizität.
Bewerberinnen und Bewerber sollten sich beim
Interview oder AC nicht so verhalten, wie
Sie glauben, dass wir es erwarten.
Welche Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet das Unternehmen Roche Diagnostics?
Karriere machen können Mitarbeitende
bei uns über spezielle Programme für
eine Führungsaufgabe oder eine Fachlaufbahn.
Weiterhin bieten wir Einsatzmöglichkeiten
im In- und Ausland an.
Allen Mitarbeitenden stehen außerdem
umfangreiche Weiterbildungsmöglichkeiten
offen: von Fachfortbildungen bis hin zu Angeboten
zur persönlichen Entwicklung, innerhalb
und außerhalb der Arbeitszeit. Natürlich
wird schon geschaut, was für die jeweilige
Funktion oder im Rahmen individueller Personalentwicklungsziele
sinnvoll oder notwendig ist und dementsprechend
vom Unternehmen gefördert wird. Führungskraft
und Mitarbeitende vereinbaren einmal pro
Jahr individuelle Personalentwicklungsmaßnahmen.
Oftmals werden in den Stellenanzeigen „Spitzen-Absolventen“
gesucht... beste Studienleistungen, kurze
Studiendauer, Auslandserfahrung... Sollte
man sich aus Ihrer Sicht auch dann bewerben,
wenn man diese Kriterien nicht erfüllen
kann?
Es müssen natürlich nicht immer
alle Kriterien erfüllt sein. Allerdings
gilt es gerade dann umso mehr zu unterstreichen,
welche der vorhandenen Erfahrungen und Kompetenzen
für die zu besetzende Funktion interessant
und wichtig sind.
Wie stehen Sie zu einer 3. Seite im Lebenslauf
bzw. Motivationsschreiben?
Wenn Bewerber nicht nachvollziehbare und
realistische Beispiele für ihre Eigenschaften
haben, rate ich von dieser Selbstbeschreibung
ab. Sie ist – wenn nicht ausdrücklich
gefordert – kein Standard- Bestandteil einer
Bewerbung. Selbsteinschätzung und Glaubwürdigkeit
sind sehr wichtige Kriterien und beide können
bei zu überschwänglicher Darstellung
der eigenen Fähigkeiten schnell in Frage
gestellt werden.
Für wen ist die Branche Health Care
ein interessantes Berufsfeld? Welche Interessen
sollte man mitbringen?
In erster Linie für Studierende, Absolventen
und Professionals der Fachrichtungen Naturwissenschaften
(Biochemie, Chemie, Biologie)und Ingenieurwesen
(Verfahrenstechnik, Chemie, Elektrotechnik,
Informatik, Maschinenbau). Aber auch andere
Fachrichtungen kommen in Frage – da hilft
auf jeden Fall ein Interesse an naturwissenschaftlichen
oder technischen Themen. Die Bewerber sollten
Begeisterung und Engagement mitbringen, Lust
auf teilweise internationale Teamarbeit haben
und neugierig sein auf neue, innovative Lösungen
für die Gesundheit.
In Vorstellungsgesprächen wird oft gefragt:
„Warum möchten Sie gerade in unserem
Unternehmen arbeiten?“. Wir drehen diese
Frage um: Warum möchten sich Absolventen
gerade bei Ihrem Unternehmen bewerben?
Roche gehört zu den weltweit erfolgreichsten
Gesundheitsunternehmen.
Wir erwarten viel von unseren Mitarbeitenden.
Aber wir haben auch eine ganze Menge zu bieten.
Neben den bereits beschriebenen Weiterbildungs-
und Entwicklungsmöglichkeiten beispielsweise
eine attraktive Vergütung, die sich
mit dem 13. Monatsgehalt und erfolgs- und
leistungsorientierten Prämien zu einem
überdurchschnittlichen Betrag summieren
kann. Außerdem tun wir viel dafür,
dass unsere Mitarbeitenden Familie und Beruf
gut miteinander vereinbaren können:
beispielsweise durch flexible Arbeitszeitmodelle,
Homeoffice-Möglichkeiten und Unterstützung
bei der Betreuung von Kindern und älteren
Angehörigen. Nicht umsonst hat Roche
Diagnostics zahlreiche Auszeichnungen erhalten:
„Top Arbeitgeber 2006“ (CRF und geva Institut),
Prädikat „Total E-Quality“ für
die Umsetzung von Chancengleichheit, Sonderehrung
beim Landeswettbewerb 2006 Baden Württemberg
„Gleiche Chancen für Männer und
Frauen im Beruf“ um einige Beispiele zu nennen.
Mehr dazu auf unserer Homepage unter www.roche.de/jobs. |
|
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| RWE AG |

Frau Nimzik, welche Position haben Sie im
Unternehmen RWE?
Ich leite die Organisationseinheit „Personalentwicklung
Konzern“.
Wie gestalteten sich Ihre eigene Laufbahn
und Ihr Karriereweg?
- Studium: BWL, Französisch u. Wirtschaftspädagogik
in Göttingen, Abschluss Dipl.-Hdl.
- Referendariat an einer kaufmännischen
Berufsschule in Hannover
- Assessorin des Lehramtes für berufliche
Schulen in Niedersachen
- 6 ½ Jahre wissenschaftliche Mitarbeiterin
im FB Berufspädagogik Universität
Siegen
- Seit 1999 im RWE-Konzern
- 1999 – 2000 RWE Energie AG, Personalentwicklung
- 2000 – 2001 MIT & OC Consulting, PE-Beratung
- 2001 – 2004 RWE Power AG, Personalentwicklung
- 2004 – heute RWE AG, Personalentwicklung
Konzern
- seit 1.1.2006 Leiterin der Organisationseinheit
„Personalentwicklung Konzern“
- Nebenberufliche Weiterbildungen zur Hochschuldidaktischen
Moderatorin am hochschuldidaktischen Zentrum
Universität Dortmund
- Systemische Personalentwicklungs- und Organisationsentwicklungsberaterin
bei Bernd Schmidt am systemischen Institut
für Beratung in Wiesloch
Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Ihnen,
Frau Nimzik aus?
Normal ist bei mir, dass kein Tag wie der
andere ist. Es gibt wenig Platz für
„entlastende“ Routine, dafür umso größere
Herausforderungen durch die Vielfalt der
Aufgaben im diplomatischen Umfeld eines Konzerns
und im gewerkschaftlich/betriebsrätlich
mitbestimmten Bereich.
Können Sie einschätzen, wie viele
Einstellungsgespräche Sie geführt
haben?
Bis auf die Einstellung eigener Mitarbeiter
führe ich keine Einstellungsgespräche.
Diese werden in jedem RWE Unternehmen von
Kollegen des operativen Personalmanagements
geführt.
Hat sich der Arbeitsmarkt aus Ihrer Sicht
für Akademiker im Allgemeinen verändert
(Anforderungen, Eingliederung in die Unternehmen)?
Ja, er ist knapper und begrenzter geworden:
die guten werden wieder sehr stark umworben
und müssen sich sehr schnell ins Geschäft
einarbeiten können, selbstständig
Problemlösungen erarbeiten und präsentabel
für Entscheidungsträger vorbereiten.
Daher gibt es auch zunehmend spezi.schere
Traineeprogramme, die zugespitzt sind auf
die Bedürfnisse der jeweiligen Gesellschaften
im Konzern. Und vieles müssen sie halt
schon mitbringen. Im Unternehmen ist nicht
viel Zeit für die Vermittlung von Basics
wie Moderation, Präsentationstechniken
etc.
Aus Ihrer Erfahrung: Bereiten Hochschulen
Absolventen hinreichend auf das Berufsleben
vor?
Im Allgemeinen eher nicht. Wir stellen immer
wieder fest, dass sie selbst auf einfache
Dinge, wie z.B. die eigene Bewerbung – also
das Vermarkten der eigenen Person, der eigenen
Vorstellungen über die Fähigkeiten
und die Verbindung zum Unternehmen und dazu,
was jemand mal erreichen möchte, nicht
so zielführend vorbereitet sind und
sich dadurch unteroptimal bei Unternehmen
präsentieren, sozusagen unter Wert verkaufen.
Gibt es gravierende Unterschiede in den Bewerbungen
zwischen Wirtschaftlern und Ingenieuren?
Nein, da stellen wir keine nennenswerten
Unterschiede fest.
Kann man schon einer schriftlichen Bewerbung
- neben den fachlichen - Informationen über
Eigenschaften und Charakter des Bewerbers
entnehmen?
Das ist nur bedingt möglich. Nicht zuletzt
auch deswegen, weil viele Bewerbungen von
Dritten oder durch externe Unterstützung
erstellt werden. Was man erkennen kann, ist,
ob sich jemand mit der Stelle und dem Unternehmen
beschäftig hat und inwieweit er das
auch realistisch mit dem, was er mitbringt,
in Zusammenhang bringen kann.
Sind Soft Skills - auch als emotionale Intelligenz
bezeichnet - heutzutage aufgrund der Bewerberflut
in einigen Branchen relevanter geworden?
In allen Bereichen sind diese Skills relevanter
geworden. Im Wissenszeitalter, in dem das
einmal gelernte Fachwissen sich sehr schnell
überholt, sind es vielleicht sogar die
wahren Hard Skills. Mitarbeiter müssen
heute in der Lage sein, Wissen laufend zu
aktualisieren, Problemlösungen interdisziplinär
mit anderen zu erarbeiten und, was nicht
zu unterschätzen ist – andere von ihren
Ideen zu begeistern. Vieles von dem, was
dazu führt, dass Wissen in Resultate
transformiert wird, ist deshalb heute auf
die sog. Soft Skills zurückzuführen.
Die Soft Skills sind somit der wahre Schlüssel
zum Erfolg, ohne sie sind die sog. Hard Skills
von begrenztem Wert, was aber auch umgekehrt
gilt.
Kann man die Soft Skills eines Bewerbers
objektiv bewerten? Oder spielt Sympathie
eine Rolle?
Die Bewertung der Soft Skills ist sicherlich
sehr anspruchsvoll, aber mit Hilfe moderner
diagnostischer Möglichkeiten durchaus
„objektivierbar und aussagekräftig“
zu machen. Ich denke nur an die methodischen
Möglichkeiten, die ein Assessment Center
bietet oder die Fortschritte, die mit strukturierten
Interviews erzielt werden können.
Da man nicht in die Menschen hineinschauen
kann, muss man sie genau „anschauen“, d.h.
versuchen, anhand erfolgskritischer Verhaltensweisen
in realistischen Anforderungssituationen
(im AC sind das die Übungen, im Interview
muss man geeignete Verhaltensbeispiele aus
der Vergangenheit sammeln) eine Prognose
für das künftige Arbeitsverhalten
zu machen.
In jedem Fall muss man sich intensiv mit
den Bewerbern auseinandersetzen und sich
zunächst freimachen von Dingen wie Sympathie/
Antipathie. Allerdings sollte einen auch
nichts davon abhalten, dass nach sorgfältiger
und gut begründeter Auswahl am Ende
die Bewerber den Vorzug bekommen, die im
Auswahlverfahren nicht nur ihre Eignung unter
Beweis gestellt haben sondern einem selbst
und/ oder dem Team auch noch sympathisch
sind. Dann passt wirklich alles zusammen.
Wenn Sie eine Stelle ausschreiben, welche
sind (nach Priorität geordnet) die für
Sie relevanten Einstellungskriterien?
Das lässt sich so pauschal nicht beantworten.
Je nachdem für welche Stelle wir jemanden
suchen, können die Einstellungskriterien
ganz unterschiedlich sein. Entscheidend ist
das zugrunde liegende Anforderungsprofil
der Stelle. Es macht einen erheblichen Unterschied,
ob ich einen Risikomanager suche oder eine
Stelle im Vertrieb zu besetzen habe. Allerdings
gibt es im RWE Konzern als Rahmen zur Beschreibung
von Anforderungen und Kompetenzen ein „Model
of Competence“, das konzernweit die Kompetenzen
beschreibt, die für eine Karriere bei
RWE sehr wichtig sind. Darin werden 5 Kompetenzbereiche
unterschieden: (1) Fachkompetenz, (2) Sozialkompetenz,
(3) Veränderungskompetenz, (4) Führungskompetenz
und (5) Unternehmerkompetenz. Diese Kompetenzen
werden dann weiter differenziert in einzelne
Fähigkeiten. Durch konkrete Verhaltensbeschreibungen
können diese Fähigkeiten jeweils
stellenspezifisch definiert und zu einem
aussagekräftigen Anforderungsprofil
genutzt werden.
Darüber hinaus achten wir darauf, dass
unsere künftigen Mitarbeiter flexibel
einsetzbar sind (auch im Ausland), bereit
sind Verantwortung zu übernehmen, sich
aktiv weiterzuentwickeln und offen für
neue Herausforderungen sind.
Durch Ihre Tätigkeit als Personalentwicklerin
sehen Sie sicher in einige Lebensläufe/
Bewerbungen. Welche sind die häufigsten
Stärken und Schwachpunkte?
Bei Bewerbungsberatungen, auf Messen oder
an Hochschulen sehe ich immer wieder, dass
die Bewerber alles, was sie gemacht haben
chronologisch auflisten, aber sich keine
Gedanken darüber machen, inwiefern ihr
Angebot an Fähigkeiten, Fertigkeiten
und Verhaltensweisen mit dem von Unternehmen
geforderten übereinstimmt bzw. was von
ihrem Angebot überhaupt gebraucht wird.
Darüber hinaus wissen viele auch gar
nicht, was einzelne Aktivitäten überhaupt
aussagen bzw. was sie damit verkaufen können.
Viele Argumente, die für den Bewerber
sprechen, werden damit oftmals gar nicht
entsprechend aufgeführt.
Welche Kriterien, Aussagen oder Verhaltensweisen
veranlassen Sie, einen Bewerber auf keinen
Fall einzustellen?
Arroganz, Überheblichkeit, mangelnde
realistische Selbsteinschätzung/-reflexion,
mangelnde Bereitschaft mit anderen zusammen
zu arbeiten, fehlende Flexibilität und
Mobilität
Worauf achten Sie in Bewerbungsgesprächen
und Assessment Centern? Welche Tipps können
Sie Bewerbern geben?
Bewerber sollten sich auf ihre eigenen Stärken
besinnen: Was kann ich, was will ich und
warum will ich das in diesem Unternehmen
und nicht woanders. Darauf sollten Bewerber
eine schlüssige Antwort parat haben.
Wer sie hat, kann gelassen in ein Bewerbungsgespräch
oder ein Assessment Center gehen und sich
auch authentisch verhalten.
Welche Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet das Unternehmen RWE AG?
Die Karrierechancen sind in einem Konzern
wie RWE sehr vielfältig. Wir bieten
mit unseren Konzerngesellschaften ein sehr
breites Tätigkeitsspektrum auf allen
Wertschöpfungsstufen unseres Kerngeschäftes
- der Erzeugung von Strom und der Versorgung
mit Strom und Gas. Wer in unserem Konzern
z.B. erfolgreich im Controlling einer Gesellschaft
gearbeitet und nun Interesse hat, im internationalen
Handel tätig zu sein, muss sich deshalb
nicht bei einer Investmentbank bewerben und
den Konzern verlassen, sondern kann sich
beispielsweise bei der RWE Trading im Stromhandel
auf internationalem Parkett bewegen.
Solche „Querverbindungen“ sind in unserem
Konzern nicht nur möglich, sondern sie
werden auch ausdrücklich gefördert.
Durch unsere Führungsinstrumente wie
z.B. dem Führungsdialog oder unserem
Potenzialeinschätzungsverfahren „Entdeckungen“
sprechen Führungskräfte und Mitarbeiter
regelmäßig über Ziele, erzielte
Arbeitsergebnisse, die Qualität der
Zusammenarbeit und die weitere Entwicklung
des Mitarbeiters. Dabei werden auch eigene
Karriereziele besprochen und konkrete Entwicklungs-
und Fördermaßnahmen individuell
vereinbart. Für Potenzialkandidaten
für Führungsfunktionen bieten wir
gezielte Förderprogramme an. Durch unser
Nachfolgemanagement stellen wir darüber
hinaus auch sicher, dass für wichtige
Schlüsselfunktionen auf allen hierarchischen
Ebenen die richtigen Kandidaten bereit stehen.
Oftmals werden in den Stellenanzeigen „Spitzen-Absolventen“
gesucht... beste Studienleistungen, kurze
Studiendauer, Auslandserfahrung... Sollte
man sich aus Ihrer Sicht auch dann bewerben,
wenn man diese Kriterien nicht erfüllen
kann?
Diese Frage lässt sich nicht einfach
mit ja oder nein beantworten. Wenn die Stellenanzeige
in der durchaus mitunter anzutreffenden Tendenz
zu Superlativen formuliert wurde und darin
nur noch nach „Weltmeistern und Olympiasiegern“
gesucht wird, ohne die tatsächlichen
Anforderungen sorgfältig geprüft
zu haben, kann es passieren, dass man auf
diese Weise die an sich richtigen Bewerber
von einer Bewerbung abhält.
Oder anders ausgedrückt: Da der Arbeitsmarkt
nicht die Menge an Spitzen-Absolventen zur
Verfügung stellen kann, die von den
Unternehmen z.T. auch völlig unbegründet
gefordert werden, könnte eine Bewerbung
durchaus auch dann zur Stelle führen,
wenn der Kandidat nicht alle Kriterien erfüllt.
Aber diese Situation kann weder im Interesse
des Unternehmens noch des Bewerbers liegen.
Hier sollten die Unternehmen darüber
nachdenken, wie man zu realistischeren Formulierungen
in den Stellenanzeigen kommt.
Denn Ziel sollte sein, dass einerseits die
Ansprache der Zielgruppen so aussagekräftig
und klar wie möglich ist, also die geforderten
Kriterien sauber beschreibt und dass die
Bewerber dadurch in die Lage versetzt werden,
ihr eigenes Profil daran zu überprüfen
und sich - bei guter Übereinstimmung
– zu bewerben.
Ein anderes Fallbeispiel: Ich habe meine
Bewerbung versandt und höre vier Wochen
nichts von dem Personalverantwortlichen.
Sollte ich mich persönlich erkundigen?
Und wann?
Das Mindeste, was ein Bewerber bereits nach
wenigen Tagen erhalten sollte, sind eine
Bestätigung des Eingangs der Bewerbungsunterlagen
und ein Hinweis, wie der Prozess weiter ablaufen
wird. Wenn es keine Reaktion seitens des
Unternehmens gibt, ist es absolut in Ordnung,
wenn der Bewerber nach ein oder zwei Wochen
mal persönlich Kontakt aufnimmt und
sich nach dem Stand erkundigt.
Für wen ist Ihre Branche ein interessantes
Berufsfeld? Welche Interessen sollte man
mitbringen?
Unser Geschäft ist die Energie. Mitarbeiter,
die in unserem Konzern arbeiten, wissen,
dass sie in einer Branche tätig sind,
die für die weitere Entwicklung unserer
Wirtschaft und Gesellschaft eine zentrale
Bedeutung hat. Es gibt derzeit wohl kaum
eine Branche, die stärker im Blickpunkt
steht als die Energiebranche. Hier entstehen
Innovationen, die wegweisend für die
Zukunft sind. Daran mitzuarbeiten ist nach
unseren Erfahrungen für sehr viele ein
hochinteressantes Berufsfeld.
In Vorstellungsgesprächen wird oft gefragt:
„Warum möchten Sie gerade in unserem
Unternehmen arbeiten?“ Wir drehen diese Frage
um: „Warum möchten Absolventen sich
gerade in Ihrem Unternehmen bewerben?“
Wir sind in einem Umfeld tätig, in dem
Vieles im Umbruch ist. Unsere Unternehmen
bieten daher spannende und herausfordernde
Aufgaben, Möglichkeiten der eigenverantwortlichen
Gestaltung und der persönlichen Weiterentwicklung.
Durch unsere dezentrale Struktur sind wir
auf der einen Seite wegen der vielen Veränderungen
gleichzeitig interessant und überschaubar
und auf der anderen Seite bieten wir die
Sicherheit, Sozialleistungen, Anreize und
viele weitere Möglichkeiten eines Großkonzerns
. |
| www.rwe.com/karriere |
 |
| Salzgitter Flachstahl GmbH |

Herr Gießelmann, welche Position haben
Sie im Unternehmen Salzgitter Flachstahl
GmbH? Wie gestaltete sich Ihre eigene Laufbahn
und Ihr Karriereweg?
Personalreferent in der Abteilung Führungskräfte
Personalentwicklung nach Direkteinstieg im
Anschluss ans Studium. Vom Führungs-
und Expertennachwuchs bis hin zum Leitenden
Angestellten betreut meine Abteilung in allen
Personalthemen wie Personalentwicklung, Recruiting
und Gehalt.
Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Herrn
Gießelmann aus?
Ein normaler Arbeitstag beinhaltet in der
Regel unter anderem Vorstellungsgespräche,
Telefoninterviews, Besprechungen zu aktuellen
Projekten wie z.B. der Einführung eines
jährlichen Qualifizierungsgespräches,
sowie abteilungsübergreifende Zusammenarbeit,
z.B. mit den Bereichen IT und Marketing.
Hinzu kommt die Teilnahme an Personalentwicklungsseminaren,
Hochschulmessen sowie Berufsinformationsveranstaltungen,
beispielsweise an Gymnasien.
Können Sie einschätzen, wie viele
Einstellungsgespräche Sie geführt
haben?
Inklusive Telefoninterviews: ca. 100.
Hat sich der Arbeitsmarkt aus Ihrer Sicht
für Akademiker im Allgemeinen verändert
(Anforderungen, Eingliederung in die Unternehmen)?
Unternehmen setzen zunehmend auf frühzeitige
Bindung von Akademikern/innen. Zudem bietet
der Arbeitsmarkt heute eine bisher ungekannte
Transparenz: Online- Stellenbörsen bieten
einen sehr guten Überblick über
Job-Angebote und viele Unternehmen informieren
umfassend über Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten.
Aus Ihrer Erfahrung: Bereiten Hochschulen
Absolventen hinreichend auf das Berufsleben
vor?
Hochschulen und Fachhochschulen unterstützen
den Einstieg ins Berufsleben mittlerweile
gezielt. Dies zeigt sich an der Vielzahl
von Unternehmenspartnerschaften im Rahmen
von dualen Studiengängen ebenso wie
an Mentoring-Programmen, in denen Studierende
mit Berufserfahrenen in Kontakt gebracht
und gecoacht werden.
Gibt es gravierende Unterschiede in den Bewerbungen
zwischen Wirtschaftlern und Ingenieuren?
Nein.
Kann man schon einer schriftlichen Bewerbung
- neben den fachlichen - Informationen über
Eigenschaften und Charakter des Bewerbers
entnehmen?
Eine Bewerbung gibt grundsätzlich Auskunft
darüber, wie ernsthaft das Interesse
an der Position ist (Stichwort: Sorgfalt).
Kann der Bewerber/ die Bewerberin Fakten
übersichtlich aufbereiten? Wurden in
der Darstellung Prioritäten gesetzt?
Eine Bewerbung kann diese Fragen beantworten,
sie gibt jedoch keine Auskunft über
den Charakter eines/ einer Bewerbers/in.
Sind Soft Skills - auch als emotionale Intelligenz
bezeichnet - heutzutage aufgrund der Bewerberflut
in einigen Branchen relevanter geworden?
Die Bedeutung von Soft Skills hat sich nicht
aufgrund der Bewerberflut erhöht. Außerfachliche
Kompetenzen wurden vielmehr als wichtiger
Erfolgsfaktor erkannt - viele tägliche
Probleme sind nicht fachlicher Unkenntnis
geschuldet, sondern liegen in Mängeln
der Organisation und Kommunikation begründet.
Kann man die Soft Skills eines Bewerbers
objektiv bewerten? Oder spielt Sympathie
eine Rolle?
In einem professionell geführten Vorstellungsgespräch
wird eine weitest gehend objektive Bewertung
durch systematisches Vorgehen sichergestellt.
Sehr hilfreich ist es, sich seiner eigenen
Subjektivität bewusst zu werden und
Spontanurteile kritisch zu hinterfragen.
Wenn Sie eine Stelle ausschreiben, welche
sind (nach Priorität geordnet) die für
Sie relevanten Einstellungskriterien?
Die relevanten Einstiegskriterien sind natürlich
stellenbezogen, aber eine häufige Anforderung
ist Teamfähigkeit gepaart mit Durchsetzungsvermögen.
Konstruktive Zusammenarbeit und Zielorientierung
müssen sich ergänzen.
Durch Ihre Tätigkeit als Personalreferent
sehen Sie sicher einige Lebensläufe/Bewerbungen
an. Welche sind die häufigsten Stärken
und Schwachpunkte?
Die häufigste Stärke: viel Praxiserfahrung.
Die häufigste Schwäche: Oft wird
nicht hinreichend klar: Wo will der Bewerber/die
Bewerberin eigentlich hin, was ist sein/
ihr Ziel?
Welche Kriterien, Aussagen oder Verhaltensweisen
veranlassen Sie, einen Bewerber auf keinen
Fall einzustellen?
Schwierig wird es, wenn der Eindruck entsteht,
dass die Position den/ die Bewerber/ in im
Grunde nicht reizt.
Worauf achten Sie in Bewerbungsgesprächen
und Assessment Centern? Welche Tipps können
Sie Bewerbern geben?
Das Profil einer Stelle entscheidet, was
wichtig ist. Die an eine Position gestellten
Anforderungen werden in der Ausschreibung
offen kommuniziert. Je authentischer Sie
auftreten und je mehr Sie von Ihrem potenziellen
Arbeitgeber erfahren wollen, desto besser
finden Sie heraus, ob eine Position zu Ihnen
paßt.
Welche Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet Salzgitter Flachstahl GmbH?
Die Salzgitter Fachstahl GmbH bietet ihren
Mitarbeitern kontinuierliche fachliche und
außerfachliche Quali.kation, beginnend
mit einem Personalentwicklungsprogramm für
Trainees und junge Direkteinsteiger/innen.
Soft Skills werden dabei ebenso trainiert
wie betriebswirtschaftliches Know How. Arbeitsplatzbezogene
Weiterbildung wie z.B. Vertragsrecht oder
Englisch ergänzen dieses Angebot für
Einsteiger.
Oftmals werden in den Stellenanzeigen „Spitzen-Absolventen“
gesucht... beste Studienleistungen, kurze
Studiendauer, Auslandserfahrung... Sollte
man sich aus Ihrer Sicht auch dann bewerben,
wenn man diese Kriterien nicht erfüllen
kann?
Ja. Entscheidend ist, ob man sich in dem
Profil insgesamt wiederfindet.
Wie stehen Sie zu einer 3. Seite im Lebenslauf
bzw. Motivationsschreiben?
Meiner Meinung nach ist ein gut verfaßtes
Anschreiben ebenso aussagekräftig wie
eine „3. Seite“.
Für wen ist die Branche Stahlindustrie
ein interessantes Berufsfeld? Welche Interessen
sollte man mitbringen?
Die Stahlindustrie bietet vielfältigste
Einsatzmöglichkeiten und ein breites
Einsatzspektrum. Elektrotechnik, Maschinenbau
und Metallurgie sind in Produktion und Instandhaltung
die typischen Studienabschlüsse, Wirtschaftsingenieure
finden sich z.B. im Controlling, in der Arbeitssicherheit
und im Umweltschutz, während Kau.eute
v.a. in den Bereichen Vertrieb, Marketing
und Personal anzutreffen sind.
In Vorstellungsgesprächen wird oft gefragt:
„Warum möchten Sie gerade in unserem
Unternehmen arbeiten?“. Wir drehen diese
Frage um: Warum möchten sich Absolventen
gerade bei Ihrem Unternehmen bewerben?
Hoch- und Fachhochschulabsolventen/ innen
werden bei uns schnell mit hoher Verantwortung
eingebunden und durch eine umfassende Personalentwicklung
in ihren Aufgaben unterstützt. Experten-
und Führungslaufbahn stehen gleichwertig
nebeneinander. |
|
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| SUSAT & PARTNER OHG |

Frau Fingberg, welche Position haben Sie
im Unternehmen SUSAT & PARTNER OHG?
Personalreferentin
Wie gestaltete sich Ihre eigene Laufbahn
und Ihr Karriereweg?
Hochschule, kaufmännische Tätigkeit,
später Spezialisierung auf Personal
mit entsprechender Fortbildung
Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Frau
Fingberg aus?
Bunt und vielfältig!
Können Sie einschätzen, wie viele
Einstellungsgespräche Sie geführt
haben?
Hunderte.
Hat sich der Arbeitsmarkt aus Ihrer Sicht
für Akademiker im Allgemeinen verändert
(Anforderungen, Eingliederung in die Unternehmen)?
Ja. Da die Anforderungen im Beruf zunehmend
komplexer werden, werden auch an Absolventen
höhere Erwartungen hinsichtlich fachlicher
und persönlicher Qualifikationen gestellt.
Aus Ihrer Erfahrung: Bereiten Hochschulen
Absolventen hinreichend auf das Berufsleben
vor?
Das mit dem Hochschulabschluss erworbene
Wissen ist zunächst ein solides Fundament
für den Start in den Beruf.
Um jedoch sicher zu gehen, dass die beru.iche
Realität auch tatsächlich den eigenen
Vorstellungen und Neigungen entspricht, empfehle
ich, sich bereits während des Studiums
durch Praktika oder Nebentätigkeiten
einen Eindruck vom Berufsalltag zu verschaffen.
Kann man schon einer schriftlichen Bewerbung
- neben den fachlichen - Informationen über
Eigenschaften und Charakter des Bewerbers
entnehmen?
Manchmal/zum Teil:
Kreativität (erkennbar z.B. am sprachl.
Stil, Aufmachung, Gestaltung) Lebendigkeit
des schriftlichen Ausdrucks, Sorgfältigkeit
(z.B. inhaltlich: gut informiert über
potentiellen Arbeitgeber, formal: keine Tippfehler,
ordentliche und vollständige Bewerbungsmappe)
Sind Soft Skills - auch als emotionale Intelligenz
bezeichnet - heutzutage aufgrund der Bewerberflut
in einigen Branchen relevanter geworden?
Die Fähigkeit, gut mit anderen zusammen
zu arbeiten, war und ist gleich bleibend
wichtig für den beruflichen Erfolg.
Wenn Sie eine Stelle ausschreiben, welche
sind (nach Priorität geordnet) die für
Sie relevanten Einstellungskriterien?
Persönliche und fachliche Eignung gleichermaßen.
Welche Kriterien, Aussagen oder Verhaltensweisen
veranlasssen Sie, einen Bewerber auf keinen
Fall einzustellen?
Arroganz
Worauf achten Sie in Bewerbungsgesprächen
und Assessment Centern? Welche Tipps können
Sie Bewerbern geben?
Bei Bewerbungsgesprächen:
Gute Vorbereitung des/der Bewerber/in
Überzeugende Motivation
Authentizität / Natürlichkeit
Angenehme Umgangsformen
Guter sprachlicher Ausdruck
Dialogfähigkeit
Argumentationskraft
Welche Karrierechanchen und Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet das Unternehmen SUSAT & PARTNER
OHG?
Das interne Fortbildungsprogramm von SUSAT
beinhaltet sowohl berufsbezogene fachliche
Schulungskurse als auch Soft-Skill- Seminare.
Das Ablegen der Berufsexamen (Steuerberater/
in, Wirtschaftsprüfer/in) oder anderer
berufsspezifischer Fortbildungsabschlüsse
(z.B. Aktuar, CISA, Financial Analyst) ermöglicht
dann die Übernahme besonderer Verantwortungsbereiche.
Oftmals werden in den Stellenanzeigen „Spitzen-Absolventen“
gesucht... beste Studienleistungen, kurze
Studiendauer, Auslandserfahrung... Sollte
man sich aus Ihrer Sicht auch dann bewerben,
wenn man diese Kriterien nicht erfüllen
kann?
Ja, wenn es eine Begründung (z.B. für
eine längere Studiendauer) gibt und
man dieses „Manko“ durch eine andere besondere
Leistung, die für den angestrebten Beruf
vorteilhaft ist, kompensieren kann.
Für wen ist die Branche Wirtschaftsprüfung
ein interessantes Berufsfeld? Welche Interessen
sollte man mitbringen?
Die Wirtschaftsprüfung ist ein hochinteressantes
Betätigungsfeld für alle, die über
ausgeprägte analytische Fähigkeiten
verfügen, einschlägig studiert
haben, sicher mit Zahlen umgehen und eine
hohe Eigenmotivation und Lernbereitschaft
mitbringen.
Außerdem sollte man gut mit unterschiedlichen
Menschen kommunizieren und zusammen arbeiten
können.
In Vorstellungsgesprächen wird oft gefragt:
„Warum möchten Sie gerade in unserem
Unternehmen arbeiten?“. Wir drehen diese
Frage um: Warum möchten sich Absolventen
gerade bei Ihrem Unternehmen bewerben?
SUSAT gehört zu den großen mittelständischen
Wirtschaftsprüfungsgesellschaften mit
interessanter Mandantenstruktur und namhaften
Projekten. Unsere Mitarbeiter/innen schätzen
die Vielfalt und den Abwechslungsreichtum
ihrer Tätigkeit, d.h. sie lernen Unternehmen
unterschiedlichster Branchen und Größen
kennen, und begegnen dabei den verschiedensten
Fragestellungen.
Sie mögen die kooperative Arbeitsatmosphäre,
das menschliche Miteinander und die flachen
Hierarchien.
Unser Fortbildungsprogramm ermöglicht
zielgerichtete Weiterentwicklung und im Rahmen
unseres Netzwerks Grant Thornton ist die
Möglichkeit eines Auslandsaufenthalts
gegeben. |
|
|
 |
| Accenture GmbH |
 
Frau Franz, welche Position haben Sie bei
Accenture?
Ich bin Leiterin Personalmarketing ASG –
also verantwortlich für Deutschland,
Österreich und die Schweiz.
Hat sich der Arbeitsmarkt aus Ihrer Sicht
für Akademiker im Allgemeinen verändert?
Es ist zu beobachten, dass einerseits die
Chancen für Akademiker vergleichsweise
gut sind – das zeigen die Arbeitsmarktstatistiken.
Zudem wird immer öfter ein abgeschlossenes
Hochschulstudium verlangt. Andererseits steigen
aber auch die Anforderungen: nicht nur die
guten Noten allein zählen, ein guter
Studienabschluss ist kein Garant für
den Traum-Job. Fachkenntnisse setzen wir
bei Accenture zum Beispiel voraus. Gleiches
gilt für gutes Englisch und relevante
Praktika – am besten in Verbindung mit einem
Auslandsaufenthalt, das beweist Mobilität
und Flexibilität. Wer zudem zeigt, dass
er engagiert ist und über den eigenen
Tellerrand hinausblickt, hat je nach Fachrichtung
gute Chancen.
Bereiten Hochschulen Absolventen hinreichend
auf das Berufsleben vor?
Das kommt durchaus auf die Art der Ausbildung
und auch auf die Studienrichtung an. BA und
FH bilden sehr praxisorientiert aus, während
klassische Universitäten den Schwerpunkt
im wissenschaftlichen Arbeiten haben. Generell
haben wir jedoch festgestellt, dass in Deutschland
vielfach am Bedarf der Unternehmen vorbei
ausgebildet bzw. studiert wird. Der Nachwuchs
in Deutschland ist insgesamt nur unzureichend
auf die Anforderungen der Unternehmen vorbereitet.
Um dies in bestimmten Feldern auszugleichen,
haben wir unterschiedliche Einstiegsprogramme,
wie z.B. unser sechsmonatiges Traineeprogramm
Accenture SAP Jump Start. (s.u.). Wer seine
Chancen im Arbeitsmarkt erhöhen möchte,
sollte sich z. B. durch Praktika selbst erste
Praxiserfahrung aneignen. Wir schauen uns
als Arbeitgeber immer genau an, was ein Bewerber
an Fähigkeiten und Erfahrungen mitbringt.
Kann man schon einer schriftlichen Bewerbung
- neben den fachlichen - Informationen über
Eigenschaften und Charakter des Bewerbers
entnehmen?
Der Werdegang und die Interessen, über
die ein Bewerber schreibt, sagen durchaus
etwas über die Person aus: Wer z. B.
ins Ausland geht, dem kann zumindest ein
gewisses Maß an Neugier, Flexibilität
und Mobilität unterstellt werden. Auch
aus der Gestaltung kann man Schlüsse
ziehen, besonders wenn die Bewerbung unsauber
aufbereitet ist oder Fehler enthält.
Aber solche Dinge können nur erste Eindrücke
sein, die dann im weiteren Verlauf der Bewerbung
genauer betrachtet werden.
Sind Soft Skills - auch als emotionale Intelligenz
bezeichnet - heutzutage aufgrund der Bewerberflut
in einigen Branchen relevanter geworden?
Soft Skills sind de.nitiv wichtiger geworden.
Fachkenntnisse alleine reichen nicht mehr,
besonders in der Beratung. Unsere Berater
arbeiten in immer neuen Teams direkt bei
den Kunden, da muss die menschliche Seite
stimmen. Zudem hat Kollegialität bei
Accenture einen enorm hohen Stellenwert.
Die Fähigkeit, mit immer wieder neuen
Menschen umzugehen, ist eine Grundvoraussetzung
für eine erfolgreiche Karriere bei uns.
Durch Ihre Tätigkeit als Leiterin Personalmarketing
sehen Sie sicher einige Lebensläufe/
Bewerbungen. Welche sind die häufigsten
Stärken und Schwachpunkte?
Zu den Stärken lässt sich zählen,
dass viele Absolventen heutzutage Auslandserfahrung
und gute Fremdsprachenkenntnisse aufweisen
können. Zudem haben sie in der Regel
bereits erste Praxiserfahrung in unterschiedlichen
Praktika gesammelt. Eine der häufigsten
Schwächen in Bewerbungen ist nach wie
vor, dass die Bewerbung an sich zu generisch
gestaltet ist. Zu oft wird der Lebenslauf
bzw. die komplette Bewerbung nicht genügend
an das Unternehmen und an die jeweilige Stelle
angepasst.
Welches sind für Sie die relevanten
Einstellungskriterien und worauf achten Sie
in Bewerbungsgesprächen und Assessment
Centern? Welche Tipps können Sie Bewerbern
geben?
Wir versuchen herauszu.nden, ob der Bewerber
zu uns und den Aufgaben bei uns passt. Wir
erwarten von unseren Bewerbern einen überdurchschnittlichen
Abschluss, Fachkenntnisse, Engagement und
vor allem gute Englischkenntnisse. Darüber
hinaus müssen sie mobil und flexibel
und in der Lage sein, sich schnell in neue
Teams zu integrieren. Wichtig ist uns, dass
Bewerber den Blick über den Tellerrand
wagen, sprich außeruniversitäres
Engagement, Praktika und gerne auch Auslandserfahrung
gesammelt haben. Wir achten aber auch darauf,
ob sich ein Bewerber im Vorfeld bereits mit
unserem Unternehmen beschäftigt, dass
er sich informiert hat. Nicht zuletzt sollten
unsere Bewerber eine positive Erscheinung
haben und begeisterungsfähig sein. Schließlich
heißt Beratung Dienstleistung und damit
Service- sowie Kundenorientierung. Dann sind
eine möglichst individuell zugeschnittene
Bewerbungsmappe und gründliche Vorbereitung
auf die Gespräche wichtig. Einen angemessenen
Weg zu finden, um in Erinnerung zu bleiben
- das ist dann die Kür beim Bewerben.
Welche Karrierechanchen und Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet Accenture?
Wir legen sehr viel Wert auf das Thema Weiterqualifizierung.
Im Jahr 2006 haben wir weltweit fast 700
Millionen US-Dollar in Trainings investiert.
Unsere Mitarbeiter haben im Durchschnitt
75 Stunden Training im vergangenen Jahr erhalten.
Mit den Fortbildungen vertiefen sie nicht
nur ihre Kenntnisse im funktionalen und technischen,
sondern auch im industriespezifischen Bereich.
Darüber hinaus bieten wir individuelle
persönliche Weiterbildungsmaßnahmen
an, in denen beispielsweise Präsentations-
und Führungstechniken vermittelt werden.
Im Einzelfall finanziert Accenture-Mitarbeitern
auch ihren MBA. Zudem pflegen wir eine intensive
Feedbackkultur: Wenn ein Projekt zu Ende
ist oder wenn die Mitarbeiter eine neue Rolle
innerhalb des Projekts übernehmen, wird
detailliert über die Leistung gesprochen.
Ziel ist es, eine stetige Weiterentwicklung
zu ermöglichen. Mitarbeiter können
sich zudem als Coach engagieren und so neue
Mitarbeiter unterstützen. Berufseinsteigern
in der IT-Beratung bieten wir außerdem
das sechsmonatige Traineeprogramm Accenture
SAP Jump Start, in dem sie zum SAP-Berater
ausgebildet werden. Berufseinsteiger im Bereich
Accenture Technology Solutions mit weniger
als sechs Monaten Berufserfahrung beginnen
mit der zweimonatigen Pre-Entry- School in
der Zentrale in Kronberg bei Frankfurt. Professionelle
Trainer vermitteln hier beispielsweise praxisnahe
Einblicke in die Welt der Datenbanken, SAP
oder ABAP-Programmierung. Absolventen starten
bei uns in der Regel als Junior-Berater,
nach circa zwei Jahren steht bei entsprechender
Leistung dann die Beförderung zum Berater
an.
Oftmals werden in den Stellenanzeigen „Spitzen-Absolventen“
gesucht... beste Studienleistungen, kurze
Studiendauer, Auslandserfahrung... Sollte
man sich aus Ihrer Sicht auch dann bewerben,
wenn man diese Kriterien nicht erfüllen
kann?
Bewerber sollten ehrliches Interesse an der
Arbeit bei Accenture mitbringen. Wer sich
bei uns bewirbt, muss in der Lage und bereit
sein, schnell zu lernen und sich in unterschiedliche
Themen und Branchen einzuarbeiten. Er oder
sie muss zudem ein Teamplayer sein. Das sind
Dinge, die man nur bedingt in der Abschlussnote
sieht. Wir möchten aber erkennen, dass
ein Bewerber in der Lage ist, sich zu fokussieren.
Für wen ist die Beratungsbranche ein
interessantes Berufsfeld? Welche Interessen
sollte man mitbringen?
Beratungsunternehmen wie Accenture arbeiten
für Top-Unternehmen verschiedener Branchen,
von der Automobilindustrie bis zur Telekommunikation.
Zudem sind Projekte bei uns häufig sehr
umfangreich und erfordern unterschiedliches
Know-how. Deshalb ist die Arbeit in der Beratungsbranche
für Absolventen und Berufserfahrene
vieler Fachrichtungen interessant. Gute Chancen
haben neben Wirtschaftswissenschaftlern vor
allem Naturwissenschaftler, Ingenieure und
Informatiker, aber auch IT-Spezialisten mit
Berufsausbildung. Absolventen und Kandidaten
mit erster Berufserfahrung, die früh
Verantwortung übernehmen wollen und
eine herausfordernde Arbeit in internationalen
Teams suchen, finden hier vielfältige
Karriere-Chancen. Bedient wird auch, wer
Abwechslung und Mobilität sucht. Denn
unsere Berater arbeiten je nach Projekt mit
anderen Kollegen und meist direkt bei den
Kunden vor Ort. Deshalb sind hier engagierte
Persönlichkeiten mit Freude am Umgang
mit Menschen gefragt.
In Vorstellungsgesprächen wird oft gefragt:
„Warum möchten Sie gerade in unserem
Unternehmen arbeiten?“. Wir drehen diese
Frage um: Warum möchten sich Absolventen
gerade bei Ihrem Unternehmen bewerben?
Weil Absolventen bei uns in kurzer Zeit unheimlich
viel lernen können, Berater eignen sich
bei uns sehr schnell viel Know-how an. Absolventen
arbeiten vom ersten Tag an als vollwertiges
Teammitglied für internationale Top-Unternehmen
verschiedener Branchen. Wir verfolgen zudem
einen ganzheitlichen Ansatz: Strategieberatung,
Technologieberatung und Outsourcing aus einer
Hand. Das bieten andere Beratungen nicht.
Bei uns entwerfen die Berater nicht nur Strategien,
sondern implementieren sie auch. Daraus ergeben
sich vielfältige Einsatzbereiche und
Karrierechancen für die Mitarbeiter.
Zudem können unsere Berater sehr stark
fachbezogen arbeiten und entsprechendes Fachwissen
in einzelnen Branchen erwerben, zum Beispiel
als Chemiker in der chemischen Industrie. |
|
|
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| Deutsche Ärzte Finanz Beratungs- und
Vermittlungs-AG |

Herr Lergenmüller, welche Position haben
Sie im Unternehmen Deutsche Ärzte Finanz
Beratungs- und Vermittlungs- AG?
Personalreferent
Wie gestaltete sich Ihre eigene Laufbahn
und Ihr Karriereweg?
Jurastudium Uni Freiburg/Brsg. und Lausanne/Schweiz,
danach 3 Jahre bei ausländischen Unternehmen
im Bereich Recruiting, MLP Berater, danach
div. Positionen bei Deutsche Ärzte Finanz.
Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei einem
Berater der Deutsche Ärzte Finanz aus?
Terminvereinbarungen (Akquise), Vorbereitung
und Nachbearbeitung der Termine, Beratungsgespräche,
Erfahrungsaustausch
Können Sie einschätzen, wie viele
Einstellungsgespräche Sie geführt
haben?
Sicherlich sehr viele da ich diese Tätigkeit
seit 1999 ausübe!
Hat sich der Arbeitsmarkt aus Ihrer Sicht
für Akademiker im Allgemeinen verändert
(Anforderungen, Eingliederung in die Unternehmen)?
Zur Zeit ist der Arbeitsmarkt für Akademiker
wieder besser, d.h. Absolventen haben in
den verschiedensten Branchen wieder gute
Einstiegschancen.
Aus Ihrer Erfahrung: Bereiten Hochschulen
Absolventen hinreichend auf das Berufsleben
vor?
Was das fachliche Wissen anbelangt sicherlich,
nur ist in der Praxis eben vieles anders
als in der Theorie. Soft-Skills sind aber
nicht an der UNI erlernbar und diese spielen
heute eine größere Rolle.
Gibt es gravierende Unterschiede in den Bewerbungen
zwischen Wirtschaftlern und Ingenieuren?
Nein.
Kann man schon einer schriftlichen Bewerbung
- neben den fachlichen - Informationen über
Eigenschaften und Charakter des Bewerbers
entnehmen?
Ja es wird ersichtlich durch außeruniversitäres
Engagement und auch durch Praktika.
Sind Soft Skills - auch als emotionale Intelligenz
bezeichnet - heutzutage aufgrund der Bewerberflut
in einigen Branchen relevanter geworden?
Absolut, neben den fachlichen Voraussetzungen
ist die Persönlichkeit/das Auftreten
eines Bewerbers insbesondere in Bereichen
mit Kunden- oder Mandantenkontakt ein wesentliches
Einstellungskriterium.
Soft-Skills spielen eine große Rolle.
Wenn Sie eine Stelle ausschreiben, welche
sind (nach Priorität geordnet) die für
Sie relevanten Einstellungskriterien?
Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit,
Leistungswille/Ehrgeiz, Unternehmerisches
Denken und Handeln, Teamfähigkeit
Durch Ihre Tätigkeit als Personalreferent
sehen Sie sicher in einige Lebensläufe/
Bewerbungen auf. Welche sind die häufigsten
Stärken und Schwachpunkte?
Oft wird im Anschreiben zu wenig auf die
konkrete Position eingegangen. Es sind oft
stereotype Bewerbungen.
Welche Kriterien, Aussagen oder Verhaltensweisen
veranlassen Sie, einen Bewerber auf keinen
Fall einzustellen?
Das ist schwierig zu beurteilen. Bewerber
die keinen Spaß am Umgang mit Menschen
haben sind bei uns sicherlich fehl am Platz.
Worauf achten Sie in Bewerbungsgesprächen
und Assessment Centern? Welche Tipps können
Sie Bewerbern geben?
Siehe oben auf die kommunikativen Fähigkeiten,
das Auftreten und im AC auf den Umgang untereinander.
Welche Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet das Unternehmen Deutsche Ärzte
Finanz?
2-jähriges Training on the job als Einstieg,
danach Fach- und Persönlichkeitsschulungen.
Oftmals werden in den Stellenanzeigen „Spitzen-Absolventen“
gesucht.... beste Studienleistungen, kurze
Studi- endauer, Auslandserfahrung... Sollte
man sich aus Ihrer Sicht auch dann bewerben,
wenn man diese Kriterien nicht erfüllen
kann?
Ja auf jeden Fall, denn –wie schon oben erwähnt-
zählen neben der Note auch die Persönlichkeit
des Kandidaten/der Kandidatin.
Wie stehen Sie zu einer 3. Seite im Lebenslauf
bzw. Motivationsschreiben?
Durchaus positiv, denn daraus wird ersichtlich,
daß sich der Kandidat oder die Kandidatin
mit sich als Person beschäftigt hat
und weiß wo Stärken und vermeintliche
Schwächen liegen.
Für wen ist die Branche Finanzdienstleistungen
ein interessantes Berufsfeld? Welche Interessen
sollte man mitbringen?
Für alle, die Spaß am Umgang mit
Menschen und an wirtschaftlichen Zusammenhängen
haben, bzw. unser Klientel auf höchstem
Niveau beraten wollen.
In Vorstellungsgesprächen wird oft gefragt:
„Warum möchten Sie gerade in unserem
Unternehmen arbeiten?“. Wir drehen diese
Frage um: Warum möchten sich Absolventen
gerade bei Ihrem Unternehmen bewerben?
Sie arbeiten in einer gehobenen Zielgruppe
und wir bieten ein interessantes Netzwerk
an Kooerpationspartnern. |
| www.aerzte-finanz.de |
 |
| Camelot IDPro AG |

Frau Redlinghöfer, welche Position haben
Sie im Unternehmen Camelot IDPro AG?
Mein Name ist Heide Redlinghöfer und
bin bei der Camelot IDPro AG Human Resources
Professional und kümmere mich vorwiegend
um die Personal - und Organisationsentwicklung.
Wie gestaltete sich Ihre eigene Laufbahn
und Ihr Karriereweg?
Nach meinem BWL-Studium bin ich als Beraterin
bei Camelot IDPro eingestiegen und habe nach
3 Jahren den Aufbau und die Leitung des Competence
Centers Sales & Distribution aufgebaut.
Hier verantwortete ich neben 3 Mitarbeitern
die fachlichen Themen rund um das Thema Supply
Chain Management mit Fokus auf Sales &
Distribution. Da ich schon immer einen Hang
zum Personalwesen hatte, habe ich einen Master
of Arts (HR-Development) nachgeschoben. Das
passte perfekt, da ich vor 2 Jahren eine
kleine Tochter bekommen habe und aktuell
per Teilzeit im Personalbereich bei Camelot
IDPro arbeite. Ich kenne das Leben eines
Beraters sehr gut und kann so von Anfang
an neben der persönlichen Ebene auch
auf fachlicher Ebene mit Bewerbern sprechen.
Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Frau
Redlinghöfer aus?
Normale Arbeitstage gibt es kaum. Vorwiegend
kümmere ich um Personalentwicklungsprogramme,
erstelle Trainingspläne, führe
Entwicklungsgespräche durch, evaluiere
Trainingsanbieter. Aber auch kleinere Projekteinsätze
als Beraterin gehören zu meinem täglichen
Alltag.
Hat sich der Arbeitsmarkt aus Ihrer Sicht
für Akademiker im Allgemeinen verändert
(Anforderungen, Eingliederung in die Unternehmen)?
In den letzten 5 Jahren ist die Nachfrage
nach Akademikern sicher gestiegen und ein
sog. „Nachwuchskräftemangel“ zeichnet
sich ab. Gleichzeitig sind aber auch die
Ansprüche an Absolventen gestiegen.
Neben einem guten Abschluss sind praktische
Erfahrungen wichtiger geworden. So sollte
jeder Akademiker neben einem fachlich relevanten
Praktikum auch eine gewisse Auslandserfahrung
mitbringen.
Aus Ihrer Erfahrung: Bereiten Hochschulen
Absolventen hinreichend auf das Berufsleben
vor?
Leider bereiten die meisten Universitäten
Ihre Studenten nicht genügend auf das
spätere Arbeitsleben vor. So kommen
Fallstudienbearbeitung, Präsentationen
und Praktikumsangebote an Hochschulen oft
zu kurz. Hier sollte jeder einzelne sich
nach Möglichkeiten während des
Studiums umsehen. Fachhochschulen haben zwar
einen starken Praxisbezug, aber auch hier
ist verstärkte Eigeninitiative ratsam,
um die bei FH-Studenten oft in Frage gestellte
Selbst- und Eigenständigkeit unter Beweis
zu stellen.
Kann man schon einer schriftlichen Bewerbung
- neben den fachlichen - Informationen über
Eigenschaften und Charakter des Bewerbers
entnehmen?
Oft ist es eine Kombination aus Hobbys, außeruniversitärem
Engagement und absolvierten Praktika die
auf Eigenschaften des Bewerbers schließen
lassen. Wenn z.B. ein Bewerber längere
Zeit im Ausland war, sein Interesse Reisen
ist und er sich an der Uni für Austauschstudenten
engagiert hat, lässt das vermuten, dass
er einen gewissen „Hunger nach Neuem“ hat
und somit optimal für das Beratergeschäft
geeignet ist.
Sind Soft Skills - auch als emotionale Intelligenz
bezeichnet - heutzutage aufgrund der Bewerberflut
in einigen Branchen relevanter geworden?
Kann man die Soft Skills eines Bewerbers
objektiv bewerten? Oder spielt Sympathie
eine Rolle?
Wie Sie sehen, sind Soft Skills im Consultingumfeld
eines der entscheidenden Kriterien. Skills
wie Teamorientierung, Motivation, Mobilität
und Kreativität lassen sich in einem
Bewerbergespräch oder einem Assessment
Center sehr gut objektiv durch gezielte Fragestellungen
bewerten. Soll man z.B. die emotionale Intelligenz
beobachten, gestaltet sich das schwieriger.
Im Endeffekt spielt auch Sympathie eine Rolle,
da ohne Sympathie ein effektives und ef.zientes
Zusammenarbeiten nicht möglich ist.
Wenn Sie eine Stelle ausschreiben, welche
sind (nach Priorität geordnet) die für
Sie relevanten Einstellungskriterien?
Bei Camelot IDPro steht der Einzelne im Vordergrund.
Deshalb haben wir auch keine standardisierten
Auswahlkriterien. Bei uns zählt die
Bewerbung als Ganzes. Wichtig ist uns neben
relevanten Praxiserfahrungen, einem guten
Hochschulabschluss, die Begeisterung für
das Beratungsgeschäft. Durch Ihre Tätigkeit
sehen Sie sicher in einige Lebensläufe/Bewerbungen.
Welche sind die häufigsten Stärken
und Schwachpunkte?
Ein Schwachpunkt auf den wir immer wieder
in Lebensläufen stoßen, ist die
unzureichende Erläuterung der praktischen
Erfahrungen. Zwei bis drei beschreibende
Stichpunkte sollten bei den relevanten Erfahrungen
zu finden sein.
Worauf achten Sie in Bewerbungsgesprächen
und Assessment Centern? Welche Tipps können
Sie Bewerbern geben?
In Bewerbungsgesprächen und Assessment
Centern achten wir vor allem auf gute Präsentationsfähigkeiten
und die Motivation der Kandidaten. Hierbei
sollten Sie beachten, dass eine gute Vorbereitung
bereits die halbe Miete ist.
Welche Karrierechanchen und Weiterbildungsmöglichkeiten
bieten Sie?
Jeder neu eingestellte Mitarbeiter füllt
zunächst ein Kompetenzprofil aus, welches
seine jeweiligen Kompetenzen widerspiegelt.
Das Profil wird genau besprochen und ein
Entwicklungsplan für das nächste
Jahr wird erstellt. Dieser Plan beinhaltet
konkrete Maßnahmen wie interne oder
externe Trainings und vor allem ein qualifiziertes
Training-onthe- Job. Bei Camelot wird jede
Karriere individuell gefördert. Neben
einer klassischen Beraterlaufbahn kann man
ebenfalls eine Expertenlaufbahn einschlagen.
Oftmals werden in den Stellenanzeigen „Spitzen-Absolventen“
gesucht.... beste Studienleistungen, kurze
Studiendauer, Auslandserfahrung... Sollte
man sich aus Ihrer Sicht auch dann bewerben,
wenn man diese Kriterien nicht erfüllen
kann?
Hier gilt die allgemeine Regel, dass man
sich bei 80% Übereinstimmung der gesuchten
Kriterien bewerben sollte.
Wie stehen Sie zu einer 3. Seite im Lebenslauf
bzw. Motivationsschreiben?
Eine dritte Seite ist genau dann sinnvoll,
wenn der Lebenslauf nicht gradlinig ist.
Wenn Sie z.B. einen Studienwechsel durchgeführt
haben, kann dieses durchaus auf einer 3.
Seite erklärt werden.
Welche Interessen sollte man für die
Beratung mitbringen?
Unternehmensberatung ist für alle spannend,
die sich gerne und häufig neuen Herausforderungen
stellen. In einem Consultingunt12:33 02.07.2007ernehmen
bestimmt Dynamik das tägliche Geschäft.
Reiselust und gute Kommunikationsskills sind
unabdingbar.
Oft wird gefragt: „Warum möchten Sie
gerade in unserem Unternehmen arbeiten?“.
Wir drehen diese Frage um: Warum möchten
sich Absolventen gerade bei Ihrem Unternehmen
bewerben?
Bei der Camelot IDPro AG werden Sie sich
nicht im Kreis drehen, sondern sich kontinuierlich
weiterentwickeln - fachlich wie persönlich.
In unseren jungen, internationalen Teams
übernehmen Sie frühzeitig Verantwortung,
bauen Ihr Know-how kontinuierlich aus. Von
Anfang an sorgen unsere maßgeschneiderten
Entwicklungsprogramme dafür, dass Sie
Ihre Talente voll entfalten können.
Und das in einem Unternehmen, in dem die
Balance von „Work and Life“ stimmt. Von unseren
Mitarbeitern wird oft die Kommunikation auf
Augenhöhe sowie die kollegiale und familiäre
Atmosphäre betont. |
| www.camelot-idpro.de |
 |
| Cortal Consors S.A |

Frau Stegle, welche Position haben Sie im
Unternehmen CortalConsors?
Ich bin Manager Human Resources, zuständig
für die Aus- und Weiterbildung. Dazu
gehören auch das Personalmarketing,
insbesondere das Hochschulmarketing, sowie
die Betreuung der Werkstudenten und Praktikanten.
Das Personalmarketing beinhaltet z.B. die
Ausschreibung offener Stellen.
Wie gestaltete sich Ihre eigene Laufbahn
und Ihr Karriereweg?
Nach meinem Abitur habe ich an der Berufsakademie
Heidenheim und bei CortalConsors studiert,
mein Schwerpunkt lag dabei auf dem Bankwesen.
Seit 2004 bin ich in der Personalabteilung.
Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Frau
Stegle aus?
Ein normaler Arbeitstag beinhaltet unter
anderem das schriftliche oder telefonische
Bearbeiten von Anfragen, die von Auszubildenden,
Praktikanten und Werkstudenten kommen.
Außerdem bereite ich AC’s vor und führe
sie durch, ebenso führe ich Vorstellungsgespräche.
Zusätzlich organisiere ich Weiterbildungen
und veröffentliche Stellenausschreibungen.
Können Sie einschätzen, wie viele
Einstellungsgespräche Sie geführt
haben?
Genaue Angaben kann ich dazu nicht machen.
Es waren seit Berufsausübung definitiv
mehr als 200 Vorstellungsgespräche.
Hat sich der Arbeitsmarkt aus Ihrer Sicht
für Akademiker im Allgemeinen verändert
(Anforderungen, Eingliederung in die Unternehmen)?
Ja, der Anteil an Akademikern hat stark zugenommen.
Aus Ihrer Erfahrung: Bereiten Hochschulen
Absolventen hinreichend auf das Berufsleben
vor?
Zum Teil sind Hochschulen zu theoretisch
ausgelegt.
Gibt es gravierende Unterschiede in den Bewerbungen
zwischen Wirtschaftlern und Ingenieuren?
Nein, gravierende Unterschiede konnte ich
nicht feststellen.
Kann man schon einer schriftlichen Bewerbung
- neben den fachlichen - Informationen über
Eigenschaften und Charakter des Bewerbers
entnehmen?
Teilweise kann man an der schriftlichen Bewerbung
schon Informationen über Eigenschaften
und Charakter des Bewerbers bekommen. Aufschlussreich
sind dabei genannte Hobbies oder Wesenseigenschaften,
die der Bewerber im Anschreiben schildert.
Sind Soft Skills - auch als emotionale Intelligenz
bezeichnet - heutzutage aufgrund der Bewerberflut
in einigen Branchen relevanter geworden?
Selbstverständlich sind die Soft Skills
eines Bewerbers für die Bewerberauswahl
relevant.
Kann man die Soft Skills eines Bewerbers
objektiv bewerten? Oder spielt Sympathie
eine Rolle?
Ich denke, beides trifft zu. Dennoch sollte
man immer versuchen, möglichst objektiv
zu bewerten.
Wenn Sie eine Stelle ausschreiben, welche
sind (nach Priorität geordnet) die für
Sie relevanten Einstellungskriterien?
Es ist wichtig, dass der Bewerber zunächst
einmal dem Anforderungsprofil der Stelle
entspricht. Im Allgemeinen zählen jedoch
der Gesamteindruck und die Stimmigkeit der
Bewerbung.
Durch Ihre Tätigkeit als Manager Human
Resources sehen Sie sicher in einige Lebensläufe/Bewerbungen.
Welche sind die häufigsten Stärken
und Schwachpunkte?
Stärken sehe ich in einem lückenlosen
Werdegang und einem Lebenslauf in tabellarischer
Form. Schwachpunkte sind aber Rechtschreibfehler
und eine zu ausführliche Darstellung
des Bewerbers.
Welche Kriterien, Aussagen oder Verhaltensweisen
veranlassen Sie, einen Bewerber auf keinen
Fall einzustellen?
Ein Bewerber wird auf keinen Fall eingestellt,
wenn sich das Anforderungsprofil der Stelle
sich nicht mit den Kenntnissen/ Erfahrungen
des Bewerbers deckt.
Worauf achten Sie in Bewerbungsgesprächen
und Assessment Centern? Welche Tipps können
Sie Bewerbern geben?
Bei Vorstellungsgesprächen und Assessment
Centern achten wir besonders auf seriöses
Auftreten der Bewerber. Bewerbern kann ich
raten, ihren Lebenslauf ausführlich
zu schildern und auch Begründungen für
ihre Entscheidungen zu geben. Außerdem
sollten sie sich mit dem Unternehmen auseinander
gesetzt haben.
Welche Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet Cortal Consors?
Cortal Consors hat einen großen Personalentwicklungskatalog,
der zum einen Führungslaufbahnen als
auch Fachlaufbahnen fördert.
Oftmals werden in den Stellenanzeigen „Spitzen-Absolventen“
gesucht... beste Studienleistungen, kurze
Studiendauer, Auslandserfahrung... Sollte
man sich aus Ihrer Sicht auch dann bewerben,
wenn man diese Kriterien nicht erfüllen
kann?
Auf jeden Fall sollte man sich bewerben,
auch wenn man diese Kriterien nicht erfüllen
kann. Denn der Bewerber kann diese Schwachpunkte
durch andere Leistungen wieder ausgleichen.
Wie stehen Sie zu einer 3. Seite im Lebenslauf
bzw. Motivationsschreiben?
Ein Motivationsschreiben schätze ich
sehr positiv ein.
Für wen ist die Branche Banken/ Finanzdienstleistungen
ein interessantes Berufsfeld? Welche Interessen
sollte man mitbringen?
Die Branche Banken/ Finanzdienstleistungen
ist für folgende Studienrichtungen interessant:
• Betriebswirtschaft
• Volkswirtschaft
• Wirtschaftswissenschaftler
• Informatik
• Rechtswissenschaften
Grundsätzlich sollten die Bewerber jedoch
Interesse am Banken- und Börsengeschehen
mitbringen.
In Vorstellungsgesprächen wird oft gefragt:
„Warum möchten Sie gerade in unserem
Unternehmen arbeiten?“. Wir drehen diese
Frage um: Warum möchten sich Absolventen
gerade bei Ihrem Unternehmen bewerben?
Cortal Consors ist ein junges, dynamisches
Unternehmen (der Altersdurchschnitt liegt
bei 33 Jahren) mit flachen Hierarchien und
offener Kommunikation.
Außerdem zeichnen wir uns durch einen
lockeren, aber respektvollen Umgang untereinander
aus, und der Spaß an der Arbeit steht
im Vordergrund.
Natürlich bieten wir unseren Mitarbeitern
auch gute Sozialleistungen. |
| www.cortalconsors.de |
 |
| Hochtief AG |

Frau Hübner-Henninger, welche Position
haben Sie im Unternehmen HOCHTIEF Aktiengesellschaft?
Leiterin Personalmarketing und Stellenmarkt
Personalmanagement Center Europa
Wie gestalteten sich Ihre eigene Laufbahn
und Ihr Karriereweg?
Nach einer kaufmännischen Ausbildung
habe ich ein BWL-Studium absolviert. Da ich
schon immer gerne mit Menschen gearbeitet
habe, waren meine Schwerpunkte im Studium
unter anderem Personal und Psychologie. Nach
dem Studium habe ich bei HOCHTIEF mit einem
Direkteinstieg im Personalbereich angefangen.
Dadurch erhielt ich einen guten Einblick
über die verschiedenen Tätigkeitsfelder
des Personalwesens. Auch ein Einsatz auf
einer Baustelle gehörte dazu – und an
diese Zeit erinnere ich mich sehr gerne zurück.
Danach war ich eine Zeitlang für die
Nachwuchskräfte der Unternehmenszentrale
verantwortlich, habe mich um das operative
Personalgeschäft einer Tochtergesellschaft
gekümmert und später intensiv im
Bereich Personalentwicklung mitgearbeitet.
Die spannendste Aufgabe war für mich,
das Personalmarketing bei HOCHTIEF aufzubauen.
Hierfür bin ich heute noch verantwortlich,
allerdings um viele Aufgaben und den gesamten
Bereich der Rekrutierung erweitert. Mein
Team besteht aus acht hochengagierten Mitarbeitern,
die sich sowohl um eingehende Bewerbungen
kümmern, die Vorauswahl in Abstimmung
mit den Personalreferenten vornehmen, Projekte
im Bereich des internen und externen Personalmarketings
entwickeln und umsetzen.
Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Ihnen,
Frau Hübner-Henninger, aus?
Ob es einen „normalen“ Arbeitstag bei mir
gibt, wage ich zu bezweifeln. Ich beginne
meinen Arbeitstag im Regelfall um kurz nach
sieben. Gerade die morgendliche Ruhe nutze
ich, bevor dann ab 9 Uhr das Telefon klingelt,
Besprechungen oder Auswärtstermine anstehen.
Was meinen Job auszeichnet? Das Arbeiten
in Projekten und die Möglichkeit, kreativ
Neues zu entwickeln und HOCHTIEF als Top-Arbeitgeber
am Markt zu platzieren.
Können Sie einschätzen, wie viele
Einstellungsgespräche Sie geführt
haben?
… wenn ich das wüsste. Jede Zahl die
ich Ihnen jetzt sagen würde, wäre
sicherlich falsch. In den letzten Jahren habe ich sowohl
Gespräche mit angehenden Auszubildenden,
Studenten, die sich für ein Praktikum
oder einen Berufseinstieg bei HOCHTIEF interessierten,
als auch mit Berufserfahrenden geführt.
Dabei lernt man eine Vielzahl unterschiedlicher
Menschen kennen.
Hat sich der Arbeitsmarkt aus Ihrer Sicht
für Akademiker im Allgemeinen verändert?
(Anforderungen, Eingliederung in die Unternehmung)?
Der Arbeitsmarkt für Akademiker hat
sich während der letzten Jahre stark
verändert. Neben den fachlichen Anforderungen
haben interdisziplinäres Arbeiten, Selbstmotivation
sowie lebenslanges Lernen an Bedeutung gewonnen.
In unserer Branche legen wir deshalb besonders
bei den Ingenieuren großen Wert auf
ein generelles Interesse an betriebswirtschaftlichen
und rechtlichen Fragestellungen. Umgekehrt
ist es aus unserer Sicht notwendig, dass
sich Akademiker mit einem nicht-technischen
Abschluss für technische Fragestellungen
interessieren. Studenten sollten daher am
besten schon während des Studiums lernen,
über den Tellerrand zu schauen.
Aus Ihrer Erfahrung: Bereiten Hochschulen
Absolventen hinreichend auf das Berufsleben
vor?
Aus fachlicher Sicht bereiten Hochschulen
ihre Absolventen gut auf das Berufsleben
vor. Die theoretischen Kenntnisse sollten
jedoch durch praktische Erfahrungen erweitert
sein. Wünschenswert wäre hier eine
noch stärkere Kooperation zwischen Hochschulen
und Unternehmen.
Gibt es gravierende Unterschiede in den Bewerbungen
zwischen Wirtschaftlern und Ingenieuren?
Bei den meisten Bewerbern merkt man, dass
sie sich schon einmal mit dem Thema Bewerbung
befasst haben. Dennoch vermarkten sich Wirtschaftswissenschaftler
oftmals besser als Ingenieure. Ich denke,
an dem Punkt könnten Ingenieure einiges
von den BWLern lernen.
Kann man schon einer schriftlichen Bewerbung
– neben den fachlichen – Informationen über
Eigenschaften und Charakter des Bewerbers
entnehmen?
Der schriftlichen Bewerbung können vereinzelt
Informationen über die Persönlichkeit
des Bewerbers entnommen werden. Das Anschreiben
gibt Aufschluss über die Kommunikationsfähigkeit
und den Sprachgebrauch des Bewerbers. Es
zeigt, wie gezielt er sich auf diese Stelle
bewirbt. So lässt beispielsweise die
Gestaltung des Lebenslaufs Rückschlüsse
auf das Strukturierungsvermögen zu.
Praktikumszeugnisse geben Auskunft über
das Engagement und das fachliche Wissen sowie
über das persönliche Auftreten
eines Bewerbers. Hobbys und privates Engagement,
sei es im sozialen oder politischen Bereich,
geben weitere Informationen.
Sind Soft Skills – auch als emotionale Intelligenz
bezeichnet – heutzutage aufgrund der Bewerberflut
in einigen Branchen relevanter geworden?
Neben der fachlichen Eignung eines Bewerbers
achten wir bei der Einstellung von Nachwuchskräften
auch auf die Soft Skills. Wichtig sind methodisches
Denken, Verantwortungsbewusstsein und die
Fähigkeit, interdisziplinär zu
arbeiten und enge Zeitpläne einzuhalten.
Unsere Mitarbeiter sollen ihre eigene Meinung
vertreten können und Spaß an Teamarbeit
haben. Für ein internationales Unternehmen,
wie es HOCHTIEF ist, sind Sprachkenntnisse
und das Verständnis für andere
Kulturen von besonderer Bedeutung.
Kann man die Soft Skills eines Bewerbers
objektiv bewerten? Oder spielt Sympathie
eine Rolle?
Durch unsere Vorstellungsgespräche bekommen
wir einen sehr guten Eindruck von der Persönlichkeit
des Bewerbers. An dem anschließenden
Auswahltag können wir feststellen, welcher
Bewerber unter anderem besonders teamfähig
ist, oder ob er/ sie ein angemessenes Durchsetzungsvermögen
besitzt. Sicherlich spielt bei jeder Entscheidung
auch das eigene „Bauchgefühl“ eine Rolle.
Wenn Sie eine Stelle ausschreiben, welche
sind (nach Priorität geordnet) die für
Sie relevanten Einstellungskriterien?
Wenn ich hier eine Rangfolge bilden müßte,
sieht diese wie folgt aus:
Studienrichtung einschließlich Vertiefungsfächer,
besondere Fachkenntnisse, die für die
Stelle von Bedeutung sind, Studiendauer,
Studiennoten, Praktische Erfahrungen (Praktikum,
Werkstudententätigkeit, Ausbildung),
Auslandserfahrung , privates Engagement,
PC-Kenntnisse, Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit
sowie Einsatzbereitschaft, Eigeninitiative
und Verantwortungsbewusstsein sind für
die meisten zu besetzenden Stellen wichtige
Fähigkeiten.
Durch Ihre Tätigkeit als Leiterin des
Personalmarketings und der Nachwuchsförderung
sehen Sie sicher einige Lebensläufe/Bewerbungen
an. Welche sind die häufigsten Stärken
und Schwachpunkte?
Wir sind oftmals erstaunt, was die Studenten
alles neben ihrem Vollzeitstudium leisten.
Soziales Engagement, Mitgliedschaften in
Vereinen und ehrenamtliche Tätigkeiten
sind inzwischen in vielen Lebensläufen
aufgeführt. Schwachpunkte sind: zu wenige
Praktika in dem entsprechenden Bereich der
ausgeschriebenen Position und nicht passende
Studienleistungen. Häufig „vergessen“
Bewerber, ihre kompletten Bewerbungsunterlagen
zu senden. Es fehlen Zeugnisse oder es wird
nur die Seite des Diplomzeugnisses zugesandt,
die die Gesamtnote enthält.
Welche Kriterien, Aussagen oder Verhaltensweisen
veranlassen Sie, einen Bewerber auf keinen
Fall einzustellen?
Als erste Hürde muss die Vorselektion
überstanden werden. Völlig zerknitterte
und unstrukturierte oder unvollständige
Bewerbungsunterlagen haben es da schon schwer.
Ist der Bewerber beim Vorstellungsgespräch
nicht authentisch oder stellt sich heraus,
dass er falsche Angaben im Lebenslauf gemacht
hat, kann er mit einem Ablehnungsbescheid
rechnen.
Worauf achten Sie in Bewerbungsgesprächen
und Assessment Centern? Welche Tipps können
Sie Bewerbern geben?
In Bewerbungsgesprächen achten wir auf
die Kommunikationsfähigkeit, die Körpersprache
und Ausdrucksfähigkeit des Bewerbers
sowie auf eine schlüssige Argumentation.
Ich empfehle Bewerbern, sich gründlich
auf ein Vorstellungsgespräch vorzubereiten.
Bei unseren Auswahltagen können wir
die Bewerber über einen Zeitraum hinweg
beobachten. Hier sehen wir, wie sich die
Kandidaten im Team verhalten, wer dort welche
Rolle einnimmt und wie strukturiert Aufgaben
gelöst werden. Uns ist es aber auch
an den Tagen wichtig, dass der Bewerber uns
selbst noch besser kennen lernt. Nicht nur
wir entscheiden, ob der Kandidat zu uns passt,
sondern auch der Bewerber, ob HOCHTIEF zu
ihm oder ihr passt.
Welche Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet das Unternehmen HOCHTIEF?
Wir bieten unseren Mitarbeitern umfangreiche
Qualifizierungsprogramme an. Dabei setzen
wir auf das bewährte Fach- und Spezialwissen
unserer langjährigen Mitarbeiter, die
als interne Referenten den Wissenstransfer
– insbesondere zwischen Alt und Jung – sichern.
Persönlichkeitsbildende Seminare und
Fachtrainings sind ein kleiner Teil unseres
Angebotes. Durch regelmäßig statt.ndende
Mitarbeitergespräche und Leistungsbeurteilungen
ermitteln wir kontinuierlich den Qualifizierungsbedarf.
Damit wir das Potenzial unseres Personals
noch besser einschätzen können,
werden qualifizierte Mitarbeiter in unseren
HOCHTIEFForen, einer Art Assessment Center,
weiter gefördert. Wir geben hiermit
unseren Mitarbeitern eine beru.iche Orientierung.
Außerdem wollen wir so das Potenzial
für weitergehende Tätigkeiten im
Unternehmen einschätzen.
Oftmals werden in den Stellenanzeigen „Spitzen-Absolventen“
gesucht …. Beste Studienleistungen, kurze
Studiendauer, Auslandserfahrungen… Sollte
man sich aus Ihrer Sicht auch dann bewerben,
wenn man diese Kriterien nicht erfüllen
kann?
Es gibt in Stellenausschreiben Anforderungen,
die erfüllt werden müssen und Anforderungen,
die wünschenswert sind. Erfüllt
der Bewerber die sogenannten „Muss-Anforderungen“
nicht, kann dies zur Absage führen.
Wenn ein Bewerber sich unsicher fühlt,
ob er den Kriterien entspricht, empfehle
ich, vorher einfach einmal bei dem Unternehmen
anzurufen und nachzufragen.
Ein anderes Fallbeispiel: Ich habe meine
Bewerbung versandt und höre vier Wochen
nichts von dem Personalverantwortlichen.
Sollte ich mich persönlich erkundigen?
Und wann?
Generell brauchen Unternehmen Zeit, um die
Unterlagen eines Bewerbers eingehend zu prüfen.
Sollte ein Bewerber jedoch von einem Unternehmen
nichts hören, emp.ehlt es sich, nach
zirka zwei Wochen nachzufragen, ob die Unterlagen
eingegangen sind.
Für wen ist die Branche Bau ein interessantes
Berufsfeld? Welche Interessen sollte man
mitbringen?
Besonders interessant ist die Baubranche
für Studenten der Studiengänge
Bauingenieurwesen/ Architektur, Elektrotechnik,
Maschinenbau, Technische Gebäudeausrüstung,
Verfahrenstechnik und Wirtschaftsingenieurwesen.
Darüber hinaus bieten sich für
Betriebswirtschaftler oder Wirtschaftswissenschaftler
vielfältige Möglichkeiten. Bewerber
sollten Spaß an techn. Themen mitbringen
und sich für neue Entwicklungen im Hochbau-
und Infrastrukturgeschäft sowie für
die Gestaltung von Lebensräumen für
Menschen interessieren. Das Entwickeln und
Betreiben von Infrastruktur- oder Immobilienprojekten,
der Bereich PPP (Public- Private-Partnership)
oder das Bauen im Bestand sind Aufgabengebiete,
in denen es hervorragende Einstiegs- und
Entwicklungsmöglichkeiten im In- und
Ausland gibt.
Im Vorstellungsgespräch wird oft gefragt: „Warum möchten Sie in unserem Unternehmen
arbeiten?“ Wir drehen diese Frage um: Warum
möchten sich Absolventen bei Ihrem Unternehmen
bewerben?
HOCHTIEF bietet Hochschulabsolventen ein
interessantes Einstiegsprogramm. Absolventen
erhalten die Möglichkeit zum Direkteinstieg
oder zu einer aufgabenbezogenen Einarbeitung.
Wir entwickeln gemeinsam mit dem Absolventen
ein zwölf bis 24 Monate langes Traineeprogramm,
das auf der persönlichen und fachlichen
Qualifikation, den bisherigen Erfahrungen
und den beruflichen Vorstellungen des Absolventen
aufbaut. Ziel ist es, Absolventen auf ihre
zukünftigen Aufgaben optimal vorzubereiten.
Absolventen rotieren innerhalb ihres Bereichs
und bekommen einen Mentor zur Seite gestellt.
Auf diese Weise entwickeln die Mitarbeiter
spezifisches Knowhow in unserem vernetzten
Unternehmen. Sie lernen sowohl die Ansprechpartner
und unterschiedlichen Tätigkeiten kennen,
als auch ihre Fähigkeiten optimal einzusetzen.
Das Einarbeitungsprogramm ist der Einstieg
für eine Fach- oder Führungslaufbahn
bei HOCHTIEF. In den HOCHTIEF-Foren begleiten
und fördern wir unsere Mitarbeiter über
die nächsten Jahre. |
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| Sanofi-Aventis Deutschland GmbH |

Frau Katinka Heppekausen, welche Position
haben Sie im Unternehmen Sanofi- Aventis
Deutschland GmbH?
Leitung Human Resources, Recruitment &
Marketing
Wie gestaltete sich Ihre eigene Laufbahn
und Ihr Karriereweg?
Ich bin Rechtsanwältin mit Schwerpunkt
im Arbeitsrecht. Ich habe nach dem zweiten
Staatsexamen in einer wirtschaftsrechtlich
ausgerichteten Kanzlei mein Berufsleben begonnen.
Dort habe ich mich fast ausschließlich
um arbeitsrechtliche Mandate und die damit
verbundene forensische Tätigkeit gekümmert.
Durch die Beratung von großen und mittelständischen
Mandanten wuchs der Wunsch, das Arbeitsrecht
aus der Unternehmenssicht kennen zulernen,
was zu meinem Wechsel zu dem Vorgängerunternehmen
Aventis Pharma in 2002 führte. Bei Aventis
Pharma, aus dem 2004 durch den Zusammenschluss
mit Sanofi-Synthélabo sano.-aventis
wurde, beschäftigte ich mich rund 4
Jahre mit allen Facetten des Arbeitsrechts
eines Großunternehmens. Anfang 2006
übernahm ich dann die Leitung des Bereichs
Recruitment & Marketing. Mein Team kümmert
sich um das gesamte Bewerbungsverfahren,
die Einstellung und Betreuung aller rund
700 Praktikanten, Diplomanden und Werkstudenten,
die im Jahr bei uns sind. Zudem wickeln wir
das gesamte Hochschulmarketing ab, d. h.
alle Hochschulkontakte, Rekrutierungsveranstaltungen
und Direktveranstaltungen an Hochschulen.
Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Ihnen,
Frau Katinka Heppekausen aus?
Den normalen Arbeitsalltag gibt es nahezu
nicht. Durch die Aufgaben des Hochschulmarketings
bin ich recht viel in Deutschland und teilweise
im Ausland unterwegs, da wir an über
20 Veranstaltungen jährlich teilnehmen.
Im letzten Jahr haben wir in einem Pilotprojekt
ein neues Online-Rekrutierungssystem eingeführt,
um das Bewerbungsverfahren zu optimieren.
Das Tagesgeschäft ergibt sich aus den
Themen und Anforderungen, welche die Personalbetreuungen
und Fachbereiche an uns herantragen und ist
sehr spannend und abwechslungsreich.
Können Sie einschätzen, wie viele
Einstellungsgespräche Sie geführt
haben?
In einer konkreten Zahl ist das schwer zu
sagen. Es waren schon einige. Im Regelfall
werden die Vorstellungsgespräche von
dem jeweils zuständigen Personalreferenten
und der Fachabteilung geführt.
Hat sich der Arbeitsmarkt aus Ihrer Sicht
für Akademiker im Allgemeinen verändert
(Anforderungen, Eingliederung in die Unternehmen)?
Sicher ändert sich der Arbeitsmarkt
stetig und passt sich an die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen und Gegebenheiten an. Die
Anforderungen an Akademiker sind nach wie
vor hoch. An der Eingliederung ins Unternehmen
hat sich bei sanofi-aventis nichts geändert,
es ist jedoch zu beobachten, dass viele Unternehmen
vermehrt und länger befristen. In einigen
Branchen ist auch die Substituierung von
Positionen mit immer wechselnden Praktikanten
auffällig. Aus diesem Grund stellen
wir keine Praktikanten ein, die ihr Studium
schon beendet haben. Wir wollen Absolventen
eine echte Perspektive bieten.
Aus Ihrer Erfahrung: Bereiten Hochschulen
Absolventen hinreichend auf das Berufsleben
vor?
Nein. Der Großteil der Bewerber hat
wenig Vorstellungen davon, wie ein Unternehmen
„funktioniert“, d. h., wie die Strukturen,
Hierarchien und Entscheidungsprozesse sind.
Ebenso wenig wissen die Studenten und Absolventen,
welche Qualifikationen neben ihren fachlichen
für ein Unternehmen noch wichtig sind.
Nur wenige Hochschulen in Deutschland bieten
den Studenten Bewerbungstrainings, Rhetorik-
oder Präsentationsseminare und Kontaktveranstaltungen
mit Unternehmen an. Dies ist schade, wird
aber künftig m. E. stärker zunehmen.
Gibt es gravierende Unterschiede in den Bewerbungen
zwischen Wirtschaftlern und Ingenieuren?
Auf Bewerbermessen fällt es oft auf,
dass die Wirtschaftswissenschaftler oft gern
hoch in der Hierarchie einsteigen möchten
und die Realitäten schlecht einschätzen
können. Im Gegensatz zu den Ingenieuren,
die am Markt zunehmend fehlen, ihre Einsatzgebiete
aber viel realistischer einschätzen.
Kann man schon einer schriftlichen Bewerbung
- neben den fachlichen - Informationen über
Eigenschaften und Charakter des Bewerbers
entnehmen?
Dies ist stark von der Bewerbung abhängig.
Je nach dem, ob ein Foto beigefügt ist,
welche Qualität dies hat, ob die Bewerbung
ordentlich ist, handgeschrieben, ob Hobbys
Interview - Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
angegeben sind und wie die Bewerbungsmappe
aufgeteilt und strukturiert ist, lassen sich
zumeist Rückschlüsse auf den Bewerber
ziehen.
Fehler in der Firmenbezeichnung, bei der
Adressierung und im Anschreiben sind häufiger,
als man annehmen sollte und ein denkbar schlechter
Einstieg.
Sind Soft Skills - auch als emotionale Intelligenz
bezeichnet - heutzutage aufgrund der Bewerberflut
in einigen Branchen relevanter geworden?
Die Anforderungen an Soft Skills sind eher
von der zu besetzenden Position, als der
Branche abhängig. Wenn ein Team Player
gesucht wird, sind die Soft Skills natürlich
obligatorisch, wenn ein Spezialist gesucht
wird, der hauptsächlich allein und eigenständig
arbeitet, sind die Anforderungen natürlich
geringer.
Kann man die Soft Skills eines Bewerbers
objektiv bewerten? Oder spielt Sympathie
eine Rolle?
Bei der Durchführung von strukturierten
Vorstellungsgesprächen kann man die
Soft Skills nach objektiven Kriterien bewerten,
wobei diese Bewertung sicher nicht den Anspruch
der Vollständigkeit hat.
Die Frage nach der Sympathie sehe ich unabhängig
davon. Wenn es zwei ähnlich qualifizierte
Bewerber für eine Position gibt, wird
im Zweifel immer die Sympathie den Ausschlag
geben, man wird ja später mit dem Bewerber
auch zusammen arbeiten, da sollte die „Chemie“
stimmen. Wenn Sie eine Stelle ausschreiben,
welche sind (nach Priorität geordnet)
die für Sie relevanten Einstellungskriterien?
Dies hängt ebenfalls stark von der Position
ab. Im Regelfall steht natürlich die
fachliche Qualifikation an erster Stelle,
gefolgt von den Zusatzqualifikationen wie
Sprachkenntnisse, Praktika, Auslandsaufenthalte
und vieles mehr.
Wenn es aber um Positionen geht, bei denen
eher Persönlichkeit oder Kreativität
gefragt ist, verschieben sich die Anforderungen.
Durch Ihre Tätigkeit sehen Sie sicher
einige Lebensläufe/Bewerbungen. Welche
sind die häufigsten Stärken und
Schwachpunkte?
Wichtig ist, dass die Bewerbung fehlerfrei,
klar und sauber strukturiert und vollständig
ist. Der Lebenslauf sollte klar sein, alle
wichtigen Stationen aber auch Lücken
deutlich erkennen lassen, das Anschreiben
kurz und prägnant sein.
Welche Kriterien, Aussagen oder Verhaltensweisen
veranlasssen Sie, einen Bewerber auf keinen
Fall einzustellen?
Bewerbungen, die an das falsch bezeichnete
Unternehmen gerichtet sind oder kopierte
Passagen aus dem Anschreiben anderer Bewerbungen
enthalten, fallen schon bei der Vorauswahl
durch.
Worauf achten Sie in Bewerbungsgesprächen
und Assessment Centern? Welche Tipps können
Sie Bewerbern geben?
Bewerber sollten sich auf jeden Fall natürlich
und authentisch verhalten.
Dem geschulten Personaler fällt schnell
auf, wenn sich ein Bewerber verstellt und
im späteren Berufsleben kann der Mitarbeiter
auch nicht monatelang „Theater spielen“.
Welche Karrierechanchen und Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet das Unternehmen Sanofi-Aventis Deutschland
GmbH ?
Sanofi-Aventis legt großen Wert auf
Aus- und Weiterbildung. Unsere interne Personalentwicklung
bietet eine breite Palette an Möglichkeiten,
die individuell auf den Mitarbeiter angepasst
werden.
Ebenso sind die Karrierechancen in einem
so großen Unternehmen wie sanofi-aventis
natürlich vielfältig. Unsere Führungspositionen
werden fast ausschließlich mit internen
Mitarbeitern besetzt.
Oftmals werden in den Stellenanzeigen „Spitzen-Absolventen“
gesucht.... beste Studienleistungen, kurze
Studiendauer, Auslandserfahrung... Sollte
man sich aus Ihrer Sicht auch dann bewerben,
wenn man diese Kriterien nicht erfüllen
kann?
Wenn der Bewerber von den „Muss-Kritierien“
stark abweicht, sollte er sich sicher nicht
bewerben.
Hat der Bewerber aber alternative Qualifikationen
(z.B. Berufserfahrung), die z.B. die nur
gute an Stelle der Spitzennote ausgleicht,
sollte er sich unbedingt bewerben.
Ein anderes Fallbeispiel: Ich habe meine
Bewerbung versandt und höre vier Wochen
nichts von dem Personalverantwortlichen.
Sollte ich mich persönlich erkundigen?
Und wann?
Wenn ein Bewerber nach 4 bis 6 Wochen nichts
gehört hat, sollte er sich erkundigen.
Je nach Struktur des Bewerbungsverfahrens
hat das Unternehmen einen Ansprechpartner
benannt oder ein spezielles Kontaktformular
auf der Karriereseite der Homepage, über
die der Bewerber Informationen zum Stand
des Bewerbungsverfahrens erhalten kann.
Für wen ist die Pharmabranche ein interessantes
Berufsfeld? Welche Interessen sollte man
mitbringen?
Die Pharmazeutische Industrie bietet einer
Vielzahl von Arbeitnehmern und Absolventen
interessante Perspektiven. Wir suchen insbesondere
Naturwissenschaftler, d.h. Chemiker, Biologen,
Pharmazeuten und Mediziner. Aber natürlich
ebenso Ingenieure und Wirtschaftswissenschaftler.
Laboranten- und kaufmännische Positionen
besetzten wir ganz überwiegend aus der
unternehmenseigenen Ausbildung.
In Vorstellungsgesprächen wird oft gefragt:
„Warum möchten Sie gerade in unserem
Unternehmen arbeiten?“. Wir drehen diese
Frage um: Warum möchten sich Absolventen
gerade bei Ihrem Unternehmen bewerben?
Mit rund 100.000 Mitarbeitern gehört
sanofi-aventis zu den führenden forschenden
Pharmaunternehmen weltweit und ist die Nr.
1 in Europa. In Deutschland sind 10.000 Mitarbeiter
in Forschung und Entwicklung tätig,
produzieren Wirkstoffe, fertigen und vermarkten
Arzneimittel.
Damit verbessern wir die medizinische Versorgung
der Menschen und leisten einen wesentlichen
Beitrag zum Standort Deutschland. Neben einer
vielseitigen und interessanten Tätigkeit
in kompetenten Teams mit zumeist internationaler
Ausrichtung bieten wir ein attraktives Vergütungspaket
mit überdurchschnittlichen Sozialleistungen
sowie die intensive Unterstützung und
Begleitung der fachlichen und persönlichen
Entwicklung. |
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| Schaeffler KG |

Herr Dr. Andreas Dietrich, welche Position
haben Sie im Unternehmen der Schaeffler KG?
Im Personalmanagement am Standort Schweinfurt
betreue ich knapp 1.000 Mitarbeiter in der
Sparte Industrie.
Wie gestaltete sich Ihre eigene Laufbahn
und Ihr Karriereweg?
Einstieg als Trainee und danach in rund 16
Jahren mehrere Linien- und Stabsfunktionen
bekleidet und geleitet
Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Herrn
Dr. Dietrich aus?
Personalarbeit von A bis Z, d. h. Anfragen
von Mitarbeitern, Führungskräften
und Bewerbern über E-Mail oder Telefon
beantworten, an Besprechungen teilnehmen,
Vorstellungs-, Entwicklungs- und Disziplinargespräche
führen, internen und externen Schriftverkehr
bewältigen usw.
Können Sie einschätzen, wie viele
Einstellungsgespräche Sie geführt
haben?
Hunderte vom Arbeiter bis zum Top-Manager
Hat sich der Arbeitsmarkt aus Ihrer Sicht
für Akademiker im allgemeinen verändert
(Anforderungen, Eingliederung in die Unternehmen)?
Ja, vor allem im Ingenieursbereich. Hier
besteht seit geraumer Zeit ein Mangel an
Absolventen, d. h. der Hochschulnachwuchs
deckt bei weitem nicht den Bedarf, der zur
Zeit auf dem Arbeitsmarkt angeboten wird.
Zudem haben sich auch die allgemeinen Anforderungen
an Akademiker erhöht.
Wo vor einigen Jahren noch Englisch als alleinige
Fremdsprache ausgereicht hat, wird diese
zunehmend als gegeben vorausgesetzt und weitere
Fremdsprachenkenntnisse gewünscht.
Aus Ihrer Erfahrung: Bereiten Hochschulen
Absolventen hinreichend auf das Berufsleben
vor?
Hier hat sich schon viel gebessert, aber
gerade bei den Soft Skills wie sozialer Kompetenz,
Auftreten, Präsentationsfähigkeit
usw. könnten noch viel mehr Vorbereitungen
seitens der Hochschulen unternommen werden.
Gibt es gravierende Unterschiede in den Bewerbungen
zwischen Wirtschaftlern und Ingenieuren?
Es gibt Unterschiede in Sachen Styling und
Aufbau der Bewerbung. Diese sind feststellbar,
aber meines Erachtens nicht gravierend.
Kann man schon einer schriftlichen Bewerbung
- neben den fachlichen - Informationen über
Eigenschaften und Charakter des Bewerbers
entnehmen?
In einigen Fällen schon, vor allem dann,
wenn man die Sachebene verlässt, indem
z. B. das Anschreiben mit einem Schmuckrahmen
verziert ist oder keine Passbilder, sondern
Alltagsfotos, benutzt werden.
Sind Soft Skills - auch als emotionale Intelligenz
bezeichnet - heutzutage aufgrund der Bewerberflut
in einigen Branchen relevanter geworden?
Auf jeden Fall. Denn wenn die Noten in den
relevanten Fächern in Ordnung sind,
prüft man in Vorstellungsgesprächen
vorrangig die Soft Skills, d. h. ob derjenige
von seiner Person her in das Unternehmen
bzw. die Abteilung passt.
Kann man die Soft Skills eines Bewerbers
objektiv bewerten? Oder spielt Sympathie
eine Rolle?
Objektivität spielt natürlich ein
große Rolle, um eine saubere Vergleichbarkeit
bei mehreren Bewerbern zu erhalten. Sympathie
entsteht im Unterbewusstsein. Man kann deshalb,
die subjektive Wahrnehmung, ob der Bewerber
einem sympathisch ist oder nicht, nie ganz
ausklammern.
Wenn Sie eine Stelle ausschreiben, welche
sind (nach Priorität geordnet) die für
Sie relevanten Einstellungskriterien?
Studiengang, Studienabschluss (Noten), Studiendauer,
Berufserfahrung (einschließlich Berufsausbildung,
Praktika und Diplomarbeit), bisheriger Werdegang,
Auslandsaufenthalte, Sprachkenntnisse
Durch Ihre Tätigkeit als Personalreferent
sehen Sie sicher in einige Lebensläufe/
Bewerbungen. Welche sind die häufigsten
Stärken und Schwachpunkte?
Als Stärke wird natürlich gewertet,
wenn schon aus dem Lebenslauf erkennbar ist,
dass der Bewerber ein berufliches Ziel hat,
welches er bei seiner Studien- und Fächerwahl
sowie bei Praktika und Diplomarbeitsthema
nicht aus den Augen verloren hat.
Darüber hinaus zeigen sich oft auch
Stärken aufgrund außeruniversitärer
Aktivitäten in Politik, Sport oder anderen
Lebensbereichen.
Schwachpunkte sind andererseits Ziellosigkeit
im bisherigen Lebenslauf, bei einheimischen
Bewerbern deutliche grammatikalische Mängel,
die Ausdruckweise im Anschreiben sowie der
optische Gesamteindruck der eingereichten
Unterlagen. Dazu gehören auch elektronische
Bewerbungen mit unzähligen Dateien als
Anhang.
Welche Kriterien, Aussagen oder Verhaltensweisen
veranlasssen Sie, einen Bewerber auf keinen
Fall einzustellen?
Bei diskriminierenden Aussagen oder Verhaltensweisen
in der Bewerbung oder im Vorstellungsgespräch.
Bei fehlenden Umgangsformen bzw. schlechtem
oder unpassendem Auftreten. Wenn der Bewerber
nicht das zeigt und so ist, was er im Vergleich
zu seinem Bewerbungsschreiben verspricht.
Worauf achten Sie in Bewerbungsgesprächen
und Assessment Centern? Welche Tipps können
Sie Bewerbern geben?
Die Bewerber sollen mit einem natürlichen
Selbstbewusstsein in solche Begegnungen hineingehen
und sich in den Gesprächen und AC’s
so geben und vorstellen, wie Sie wirklich
sind. „Schauspieler“ werden schnell als solche
entlarvt. Der erste Eindruck ist oft entscheidend,
d. h. der Bewerber sollte in passendem Outfit
und pünktlich zu solchen Terminen erscheinen.
Das klingt selbstverständlich, ist aber
weiterhin erwähnenswert. Außerdem
sollte der Bewerber seinen Lebenslauf, sein
Diplomarbeitsthema und die Inhalte seiner
Praktika kennen und davon ohne zu Zögern
erzählen können.
Ferner sollte er sich über das Unternehmen,
bei dem er vorstellig ist, vorab über
die Branche, Größe, Umsatz usw.
informieren, um entsprechendes Interesse
an der Firma zum Ausdruck zu bringen.
Welche Karrierechanchen und Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet die Schaeffler Gruppe?
Karrierechancen bieten sich in unserem Unternehmen
sowohl in der klassischen Linienlaufbahn,
aber auch in Fach- oder Projektlaufbahnen,
in den Sparten Industrie, Automotive oder
Luft- und Raumfahrttechnik.
Interne und externe Weiterbildungsmöglichkeiten
zur Förderung der fachlichen, persönlichen
und sozialen Kompentenz sind für einen
Konzern mit über 63.000 Mitarbeitern
unzählig und umfassend.
Oftmals werden in den Stellenanzeigen „Spitzen-Absolventen“
gesucht.... beste Studienleistungen, kurze
Studiendauer, Auslandserfahrung... Sollte
man sich aus Ihrer Sicht auch dann bewerben,
wenn man diese Kriterien nicht erfüllen
kann?
Ausschreibungen beschreiben immer den Idealkandidaten,
den man sich auf die ausgeschriebene Position
wünscht. Da meist keiner alles bieten
kann, empfehle ich, bei Fehlen der einen
oder anderen Anforderung sich dennoch zu
bewerben. Vermeintliche Qualifikationsmängel
kann man eventuell durch eine gezielte Personalentwicklung
ausgleichen. Zudem gibt es vielleicht in
diesem Unternehmen weitere Bedarfe, die genau
dem Profil entsprechen. Also tendenziell,
wenn einem eine Stellenanzeige anspricht,
immer bewerben.
Wie stehen Sie zu einer 3. Seite im Lebenslauf
bzw. Motivationsschreiben?
Drei Seiten Curriculum Vitae sind für
mich eindeutig zu viel. Hier lieber eine
andere Seitengestaltung überlegen, um
den Lebenslauf auf zwei Seiten unterzubringen.
Von Motivationsschreiben halte ich persönlich
auch nicht viel, da diese sich meist lehrbuchmäßig
anhören. Die Bewerber schreiben darin
genau das, was tolle Bücher empfehlen.
Für wen ist die Wälzlagerindustrie
ein interessantes Berufsfeld? Welche Interessen
sollte man mitbringen?
Wegen unseres nachhaltigen Wachstums in den
Sparten Industrie, Automotive und Luft- und
Raumfahrttechnik bieten wir Absolventen technischer
Studiengänge genauso wie Praxis erfahrenen
Ingenieuren – ob Mann oder Frau - sehr gute
Perspektiven in sehr interessanten Anwendungsbereichen.
Denn ob in der Konstruktion, in Entwicklung
und Versuch, ob in der Fertigungs- und Anwendungstechnik,
im Produkt- und Qualitätsmanagement,
in der Werkstofftechnik, in der Produktion
oder im Vertrieb – überall werden zur
Zeit Ingenieure gebraucht.
In Vorstellungsgesprächen wird oft gefragt:
„Warum möchten Sie gerade in unserem
Unternehmen arbeiten?“. Wir drehen diese
Frage um: Warum möchten sich Absolventen
gerade bei Ihrem Unternehmen bewerben?
Für Absolventen bieten sich die vielfältigsten
Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten.
Als Globalplayer sind wir einer der größten
Wälzlageranbieter und anerkannter Partner
aller bedeutenden Automobilhersteller. Unsere
Marken INA, FAG und LuK stehen seit Jahrzehnten
für Innovationskraft, Qualität
und Zuverlässigkeit.
Weltweit rund 63.000 Mitarbeiter erwirtschaften
an über 180 Standorten einen Jahresumsatz
von über 8,3 Milliarden Euro (2006).
„Gemeinsam bewegen wir die Welt“ ist das
Motto der Schaef.er Gruppe. In engem Dialog
mit unseren Kunden aus den Sparten Automotive,
Industrie und Aerospace entwickeln und fertigen
wir Präzisionsprodukte für alles,
was sich bewegt. |
| www.schaeffler-gruppe.de |
 |
| sd&m AG software design & management |

Frau Zingler, welche Position haben Sie bei
sd&m?
Ich bin Teamleiterin HR und Niederlassungsverwaltung.
Wie gestaltete sich Ihre eigene Laufbahn
und Ihr Karriereweg?
Nach dem Studium der evangelischen Theologie
und Vikariat begann ich als Quereinsteiger
über einen betriebswirtschaftlichen
Traineelehrgang und Praktika.
Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Frau
Zingler aus?
Folgender Ablauf: Morgens das Wichtigste
/ Drängendste / das, was auf ein Anstoßen
wartet – dann Mail-Bewerber bearbeiten /
Vorstellungsgespräche / Vertragsangebote
– diverse andere Themen und Projekte – Bewerbereingang
per Post und Mail – Organisation von Rekrutierungsaktivitäten
– den nächsten Tag planen.
Können Sie einschätzen, wie viele
Einstellungsgespräche Sie geführt
haben?
Einstellungsgespräche führen bei
sd&m diejenigen, die für die Auslastung
verantwortlich sind. Das heißt bei
allen Softwareingenieuren und erfahrenen
Kollegen aus dem Projektgeschäft ein
Geschäftsbereichsleiter und ein erfahrener
Kollege.
Dabei gilt das Vieraugenprinzip, jeder hat
ein Vetorecht. Qualifizierte telefonische
und persönliche Vorgespräche mit
Bewerber führe ich jeden Tag ca drei.
Darüberhinaus führe ich Gespräche
für mein Team, das waren bislang ca
30.
Hat sich der Arbeitsmarkt aus Ihrer Sicht
für Akademiker im Allgemeinen verändert
(Anforderungen, Eingliederung in die Unternehmen)?
Die Profile schärfen sich, so erhalten
wir im Unterschied zu früher vor allem
Bewerbungen aus dem IT-Bereich und weniger
von Quereinsteigern oder auch anderen Naturwissenschaften.
Die Themen „Master oder Bachelor versus Diplom“
und „Studiengebühren“ haben die Studierenden
dazu gebracht, sich mit ihren Zielen auseinander
zu setzen.
Was die Eingliederung ins Unternehmen betrifft,
so stellen wir durchwegs fest, dass die neuen
Kollegen sehr professionell in ihre oft erste
Anstellung starten.
Aus Ihrer Erfahrung: Bereiten Hochschulen
Absolventen hinreichend auf das Berufsleben
vor?
sd&m versteht sich als „verlängerter
Campus“, wer zu sd&m kommt, hat Spaß
daran, dass Gelernte anzuwenden und weiter
zu lernen.
Insofern profitieren wir von der sehr guten
Ausbildung der Absolventen.
Gibt es gravierende Unterschiede in den Bewerbungen
zwischen Wirtschaftlern und Ingenieuren?
Wir stellen Informatiker ein.
Kann man schon einer schriftlichen Bewerbung
- neben den fachlichen - Informationen über
Eigenschaften und Charakter des Bewerbers
entnehmen?
Sowohl aus einer schriftlichen als auch aus
einer Online-Bewerbung gehen Eigenschaften
wie Sorgfalt, die je eigene Balance zwischen
Ästhetik und Effektivität, Formulierungskunst
hervor.
Sind Soft Skills - auch als emotionale Intelligenz
bezeichnet - heutzutage aufgrund der Bewerberflut
in einigen Branchen relevanter geworden?
Soft Skills sind relevant! Das hat mit der
Bewerberflut nichts zu tun – zumal wir gerne
mehr Bewerber hätten – sondern mit den
Anforderungen aus dem Projektgeschäft.
Kann man die Soft Skills eines Bewerbers
objektiv bewerten? Oder spielt Sympathie
eine Rolle?
Objektivität gibt es sicher nicht. sd&m
bewertet und entscheidet sehr treffend aufgrund
der breiten und tiefen Erfahrung der Interviewer.
Ein Kriterium ist dabei, ob man mit dem potentiellen
neuen Kollegen gerne im Projekt zusammen
arbeiten würde – Sie können das
auch Sympathie nennen.
Wenn Sie eine Stelle ausschreiben, welche
sind (nach Priorität geordnet) die für
Sie relevanten Einstellungskriterien?
Siehe www.sdm.de ;-)
Durch Ihre Tätigkeit als Personalverantwortliche
sehen Sie sicher in einige Lebensläufe/
Bewerbungen. Welche sind die häufigsten
Stärken und Schwachpunkte?
Stärken: der Bewerber setzt sich mit
dem Unternehmen auseinander, weiß und
formuliert nachvollziehbar, was er will,
kennt seine Interessen und Grenzen.
Schwächen: jemand verwendet „Textbausteine“
aus gängiger Bewerberliteratur, schickt
Serienbriefe womöglich sogar mit falschen
Daten o. Massenmails an Verteiler.
Welche Kriterien, Aussagen oder Verhaltensweisen
veranlasssen Sie, einen Bewerber auf keinen
Fall einzustellen?
Wir entscheiden aufgrund der fachlichen und
persönlichen Eignung.
Worauf achten Sie in Bewerbungsgesprächen
und Assessment Centern? Welche Tipps können
Sie Bewerbern geben?
Seien sich dessen bewusst, worum es geht
– und seien Sie Sie selbst.
Welche Karrierechanchen und Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet sd&m?
Siehe www.sdm.de
Oftmals werden in den Stellenanzeigen „Spitzen-Absolventen“
gesucht.... beste Studienleistungen, kurze
Studiendauer, Auslandserfahrung... Sollte
man sich aus Ihrer Sicht auch dann bewerben,
wenn man diese Kriterien nicht erfüllen
kann?
Bewerber sollten sich ein realistisches Bild
davon machen, ob Sie die Anforderungen erfüllen
– und auch ob Sie in einem Unternehmen, das
auf eine bestimmte Art um Bewerber wirbt,
arbeiten wollen.
Ein anderes Fallbeispiel: Ich habe meine
Bewerbung versandt und höre vier Wochen
nichts von dem Personalverantwortlichen.
Sollte ich mich persönlich erkundigen?
Und wann?
Ja, rufen Sie an oder fragen Sie per Mail
nach.
Wann? Entweder wenn Sie vor einer Entscheidung
stehen und die Bewerbung bei genau dieser
Firma für Sie wichtig ist. Oder aber
nach 3 bis 4 Wochen.
Für wen ist die Branche ... ein interessantes
Berufsfeld? Welche Interessen sollte man
mitbringen?
Siehe www.sdm.de
In Vorstellungsgesprächen wird oft gefragt:
„Warum möchten Sie gerade in unserem
Unternehmen arbeiten?“. Wir drehen diese
Frage um: Warum möchten sich Absolventen
gerade bei Ihrem Unternehmen bewerben?
Weil wir genau das machen – uns bei den Bewerbern
bewerben als IT-Software- und Beratungshaus,
in dem Sie, lieber Interessent, mit einem
professionellen Team …. |
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| J. Wagner GmbH |

Herr Fahr, welche Position haben Sie im Unternehmen
J. WAGNER GmbH?
Personalreferent, u.a. verantwortlich für
den Bereich der Ausbildung und unserer Praktikanten/Diplomanden
Wie gestaltete sich Ihre eigene Laufbahn
und Ihr Karriereweg?
Studium zum Diplom-Betriebswirt (BA), Fachrichtung
Industrie an der Berufsakademie Ravensburg
mit Schwerpunkt Personalwirtschaft, Controlling.
Anschließend Personalreferent bei der
J. Wagner GmbH, Schwerpunkte klassische Rekrutierung,
Personalbetreuung, Personalcontrolling und
ebenfalls die Bereiche „Ausbildung“ und „Praktikanten,
Diplomanden“
Können Sie einschätzen, wie viele
Einstellungsgespräche Sie geführt
haben?
Eine Zahl ist sehr schwer zu nennen, ich
führe seit 2001 in meiner Funktion Vorstellungsgespräche
bzw. betreue Assessment Center (bei der Auswahl
von Auszubildenden, BA-Studierenden) und
Testverfahren.
Hat sich der Arbeitsmarkt aus Ihrer Sicht
für Akademiker im Allgemeinen verändert
(Anforderungen, Eingliederung in die Unternehmen)?
Der Arbeitsmarkt hat sich durchaus verbessert.
Insbesondere im technischen Bereich haben
auch Absolventen/innen sehr gute Einstiegsmöglichkeiten.
Wir haben bei der Einstellung von Absolventen/
innen sehr gute Erfahrungen mit dem Weg:
„Praktika-Diplomarbeit-Einstellung“ gemacht.
Absolventen/innen haben in diesem Fall bei
der Einstellung bereits Kenntnisse der Abläufe/Strukturen
im Unternehmen und sind direkt einsetzbar.
Generell ist ein hoher Praxisbezug im Studium
gefragt.
Aus Ihrer Erfahrung: Bereiten Hochschulen
Absolventen hinreichend auf das Berufsleben
vor?
Durchaus. Praxisbezug wird jedoch leider
zukünftig durch die Umstellung auf das
Bachelor-Master-System verringert, da nur
noch ein Praxissemester vorgesehen ist. Dies
ist für Unternehmen und für Studenten
meiner Meinung nach nicht ideal.
Gibt es gravierende Unterschiede in den Bewerbungen
zwischen Wirtschaftlern und Ingenieuren?
Meiner Meinung nach nein.
Kann man schon einer schriftlichen Bewerbung
- neben den fachlichen - Informationen über
Eigenschaften und Charakter des Bewerbers
entnehmen?
Ja, indirekt aufgrund der angegebenen Interessen,
Hobbies aber auch aufgrund der Gestaltung
der Bewerbung und des Schreibstils des Bewerbers.
Sind Soft Skills - auch als emotionale Intelligenz
bezeichnet - heutzutage aufgrund der Bewerberflut
in einigen Branchen relevanter geworden?
Soft Skills sind grundsätzlich immer
und in jeder Funktion wichtig, dies gilt
meiner Meinung branchenübergreifend
und hat nichts mit der Bewerberflut zu tun.
Kann man die Soft Skills eines Bewerbers
objektiv bewerten? Oder spielt Sympathie
eine Rolle?
Soft Skills sind immer im Zusammenhang mit
der zu besetzenden Stelle zu sehen, sie sind
jedoch nur schwer zu bewerten. Wir sind momentan
dabei ergänzend zu Vorstellungsgesprächen,
Testverfahren zu suchen, die die Bewertung
objektivieren. Sympathie und ein Rest „Bauchgefühl“
werden jedoch immer bleiben und die Entscheidung
mitbeeinflussen.
Wenn Sie eine Stelle ausschreiben, welche
sind (nach Priorität geordnet) die für
Sie relevanten Einstellungskriterien?
Generell ist dies ohne Stellenbezug nur schwer
zu sagen aber die Kriterien: Fachkenntnis,
Soft Skills, Gehalt und unser Eindruck, dass
der/die Bewerber/in in unser Team paßt,
sind hier vorwiegend zu sehen. Die Priorität
kann sich je nach Stelle verschieben.
Durch Ihre Tätigkeit sehen Sie sicher
in einige Lebensläufe/Bewerbungen. Welche
sind die häufigsten Stärken und
Schwachpunkte?
Schwachpunkte sind meist falsche Vorstellungen
von der Stelle/den Aufgaben, schlechte Zeugnisse/Bewertungen,
nicht sorgfältig erstellte Bewerbungen.
Stärken ergeben sich aus dem umgekehrten
Fall.
Welche Kriterien, Aussagen oder Verhaltensweisen
veranlasssen Sie, einen Bewerber auf keinen
Fall einzustellen?
Mangelndes Verantwortungsbewußtsein,
Selbstüberschätzung u.v.a.
Worauf achten Sie in Bewerbungsgesprächen
und Assessment Centern? Welche Tipps können
Sie Bewerbern geben?
Bewerber/innen sollten sich möglichst
authentisch geben und sich nicht verstellen.
Grundsätzlich sollten sich Bewerber/
innen klar machen, dass es nicht um „richtige
oder falsche“ Antworten geht, sondern wie
sie mit verschiedenen Situationen umgehen.
Welche Karrierechanchen und Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet das Unternehmen J. WAGNER GmbH?
Die WAGNER Gruppe ist ein international marktführendes
Unternehmen. Aufgrund flacher Hierachien
und kurzer Entscheidungswege sowie unserer
weltweiten Standorte bieten wir sehr gute
Chancen für eine interessante Karriere-Entwicklung
sowohl national, als auch international.
Diese unterstützen wir selbstverständlich
mit den entsprechenden Weiterbildungsmöglichkeiten,
die wir mit unseren Mitarbeitern auf Ihre
Belange der entsprechenden heutigen oder
zukünftigen Funktion abstimmen.
Beispielsweise sind unsere BA-Studiengänge
immer mit einem Auslandspraktikum gekoppelt,
um unsere Nachwuchskräfte auf ihre spätere
Funktionen ideal vorzubereiten.
Oftmals werden in den Stellenanzeigen „Spitzen-Absolventen“
gesucht.... beste Studienleistungen, kurze
Studiendauer, Auslandserfahrung... Sollte
man sich aus Ihrer Sicht auch dann bewerben,
wenn man diese Kriterien nicht erfüllen
kann?
Die o.a. Anforderungen sind natürlich
nicht zu unterschätzen, jedoch ist es
für Unternehmen wichtiger, motivierte
und engagierte Mitarbeiter zu .nden, die
die entsprechenden Soft Skills mitbringen
und dies wird nicht in diesen Anforderungen
abgedeckt.
Daher ist diese Frage klar mit ja zu beantworten!
Trotzdem sollten Bewerber/innen zuvor genau
prüfen, ob Ihr Profil zu dem ausgeschriebenen
Stellenprofil paßt!
Ein anderes Fallbeispiel: Ich habe meine
Bewerbung versandt und höre vier Wochen
nichts von dem Personalverantwortlichen.
Sollte ich mich persönlich erkundigen?
Und wann?
Auf jeden Fall! Vorallem aber sollten sich
Bewerber/innen auch darüber im Klaren
sein, dass sie auch am Telefon einen ersten
wichtigen Eindruck hinterlassen, der nicht
zu unterschätzen ist.
Für wen ist Ihre Branche ein interessantes
Berufsfeld? Welche Interessen sollte man
mitbringen?
WAGNER ist weltweit marktführender Hersteller
für Geräte und Anlagen für
den Bereich der Ober.ächenbeschichtung.
Unsere Kunden sind Industrieunternehmen,
Handwerksbetriebe und Heimwerker.
Aufgrund dieses breiten Spektrums bietet
WAGNER Möglichkeiten für eine sehr
große Bandbreite an Studiengängen/Berufsausbildungen.
Insbesondere die Studiengänge im technischen
Bereich: Elektrotechnik, Maschinenbau, Feinwerktechnik,
Verfahrenstechnik sowie Mechatronik.
Zudem bieten wir Möglichkeiten für
die Studiengänge Wirtschaftsingenieurwesen
und Betriebswirtschaft u.v.a. Dies gilt natürlich
auch für die entsprechenden Berufsausbildungen.
Grundsätzlich sollten Bewerber ein gewisses
Interesse an der Technik generell und ggf.
speziell der Obeflächentechnik mitbringen.
In Vorstellungsgesprächen wird oft gefragt:
„Warum möchten Sie gerade in unserem
Unternehmen arbeiten?“. Wir drehen diese
Frage um: Warum möchten sich Absolventen
gerade bei Ihrem Unternehmen bewerben?
Die Eigner der WAGNER Gruppe sind zwei Stiftungen.
Aufgrund dieser Konstellation bietet WAGNER
seinen Mitarbeitern ein hohes Maß an
Sicherheit, da WAGNER nicht verkauft/übernommen
werden kann.
Wir sind ein sehr gesundes Unternehmen, und
verfügen über eine sehr gute Kapitalstruktur.
WAGNER und auch der Markt der Ober.ächentechnik
haben sich in den vergangenen Jahren überaus
erfolgreich entwickelt. An diesem Erfolg
partizipieren selbstverständlich auch
unsere Mitarbeiter über eine entsprechende
Erfolgsbeteiligung.
WAGNER pflegt eine sehr offene Kultur, die
Mitarbeitern auch die Chance bietet, Fehler
zu machen, um daraus zu lernen. |
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| Fiat Automobil AG |

Herr Pongiluppi Eleuteri, welche Position
haben Sie bei der Fiat Automobil AG?
Ich bin hier als Personalreferent tätig
und zuständig für die Betreuung
von 120 Mitarbeitern in verschiedenen Unternehmensbereichen.
Wie gestaltete sich Ihre eigene Laufbahn
und Ihr Karriereweg?
Nach dem Abschluss meines Studiums der internationalen
Politikwissenschaften in Rom und Palermo
arbeitete ich als PR- und Eventspezialist
bei einer internationalen Weinkellerei in
Rom. Dann leistete ich als Offizier bei der
italienischen Luftwaffe meinen Wehrdienst
ab. Im Anschluss wurde ich wieder für
eine internationale Weinkellerei tätig
– diesmal auf Sizilien und im Event- und
Vertriebsbereich.
Dann folgte die Umorientierung in den Personalbereich
und ich absolvierte ein Masterstudium in
Human Resources Administration & Management
in Rom. Anschließend absolvierte ich
bei einem Tochterunternehmen von Renault
mit Sitz in Rom ein Trainee-Programm und
wurde als Generalist in der Personalabteilung
übernommen. Später wurde ich dann
für die Muttergesellschaft als Human
Resources Specialist tätig. Dann folgte
auch schon bald das Engagement bei Fiat Automobil
AG, wo ich nun seit August 2006 als Personalreferent
tätig bin.
Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag bei Herrn
Pongiluppi Eleuteri aus?
Weil wir im Moment sehr viele Stellen offen
haben, besteht ein großer Teil meiner
Arbeit darin, die passenden Kandidaten zu
finden. Das heißt ich führe sehr
viele Vorstellungsgespräche – bis zu
4 Gespräche pro Tag - und sichte viele
Bewerbungen.
Außerdem braucht eine konsequente Betreuung
unserer Mitarbeiter viel Zeit. Tatsächlich
ist es so, dass die Fragen und Probleme,
mit denen Mitarbeiter auf mich zu kommen,
immer wieder die gleichen sind. Doch jeder
Mitarbeiter ist anders. Daher lassen sich
deren Probleme auch selten mit „Standardlösungen“
aus der Welt schaffen. Außerdem haben
wir bei Fiat Automobil AG internationale
Konzernstrukturen und deshalb gehören
auch regelmäßige Berichte - v.a.
Kennzahlen und Stellenplanung - für
unsere Konzernzentrale in Turin zur Tagesordnung.
Schließlich arbeiten wir viel in Projekten
- z.B. Implementierung unserer neuen Führungsleitlinien
„avanti e veloci“ - und wickeln Administratives
wie Verträge, Gehaltsanpassungen, Bonuszahlungen
und Dienstwagen ab.
Können Sie einschätzen, wie viele
Einstellungsgespräche Sie geführt
haben?
Im letzten halben Jahr mindestens 150.
Hat sich der Arbeitsmarkt aus Ihrer Sicht
für Akademiker im Allgemeinen verändert
(Anforderungen, Eingliederung in die Unternehmen)?
Da ich noch nicht so lange in Deutschland
arbeite, kann ich leider die langfristigen
Veränderungen nicht erkennen. Aber im
Vergleich zu Italien fällt mir auf,
dass die Ansprüche von vielen deutschen
Hochschulabsolventen an ihre Einstiegsposition
sehr hoch sind. Viele versprechen sich mit
Abschluss eines Studiums den Einstieg bei
einem Global Player und ein ziemlich hohes
Gehalt. Für einen kometenhaften Aufstieg
sind Jungakademiker aber auch bereit viel
Geld zu bezahlen. Dabei fällt mir das
Stichwort „Master“ ein. Die schwarzen Schafe
unter den Instituten ködern Studenten
mit großen Versprechungen vom Traumjob
und verlangen hohe Studiengebühren.
Oft fallen diese Luftschlösser dann
erst nach dem sündhaft teuren Studium
in sich zusammen. Die Neueinführung
der internationalen Studienabschlüsse
hat den Traum von der steilen, internationalen
Karriere offensichtlich noch genährt.
Tatsächlich ist es aber so, dass sich
Hochschulabsolventen und Young Professionals
nicht nur im Studium sondern vor allem in
der Praxis ihre Sporen verdienen müssen.
Obwohl die Erwartungen auf der einen Seite
sehr hoch sind, fällt es den Bewerbern
offensichtlich schwer sich an die Erwartungen
der Unternehmen anzupassen. Meine oberste
Erwartung ist, dass ein Bewerber in der Lage
ist sich für unser Unternehmen und die
Stelle zu begeistern. Diese Erwartung wird
immer wieder aufs Neue enttäuscht, denn
standardisierte Anschreiben und Lebensläufe
sowie eine unzureichende Vorbereitung auf
ein Vorstellungsgespräch sind die Regel.
Obwohl immer wieder von dem knappen Angebot
an Einstiegspositionen zu hören ist,
habe ich bei vielen Bewerbern den Eindruck,
dass sie sich nicht ausreichend um die entsprechenden
Stellen bemühen.
Aus Ihrer Erfahrung: Bereiten Hochschulen
Absolventen hinreichend auf das Berufsleben
vor?
Ja, was den theoretischen Teil angeht. Doch
es zählen auch andere Qualitäten,
die sich Studenten am besten bei Praktika
aneignen. Ich denke dabei an eine gewisse
Transferfähigkeit Gelerntes in die Praxis
umzusetzen und die so genannten „Soft Skills“,
d.h. Engagement, Teamorientierung, Verantwortungsbewusstsein,
Flexibilität, Organisationsfähigkeit
u.v.m.
Idealerweise absolviert ein Student während
des Studiums 2-3 qualifizierte Praktika.
Eine dadurch begründete längere
Studiendauer wird von Arbeitgebern anerkannt.
„Qualifizierte“ Praktika bedeutet aber auch
ein größeres Verantwortungsgefühl
der Unternehmen, denn Praktika sollen den
Praktikanten zum „Lernen“ dienen und nicht
den Unternehmen dazu einen Mitarbeiter –
zum Beispiel eine Schreibkraft - zu ersetzen.
Die Fiat Automobil AG sieht sich einer fairen
Praktikantenpolitik verpflichtet. Deshalb
haben wir uns auch der Initiative „FairCompany“
des Magazins Karriere angeschlossen.
Universitäten sollten aber auch enger
mit der Wirtschaft zusammenarbeiten. Die
meisten Universitäten bieten inzwischen
Praktikumsbörsen an. Aber die Top Universitäten
und privaten Hochschulen gehen weiter: Sie
bieten Stipendienprogramme, Messen, Symposien,
Workshops, Vortragsreihen etc., die Studenten
und Wirtschaft zusammen bringen und den Austausch
fördern. Alles das dient dazu, den Studenten
auf das Berufsleben vorzubereiten.
Gibt es gravierende Unterschiede in den Bewerbungen
zwischen Wirtschaftlern und Ingenieuren?
Bei Ingenieuren ist es üblich Arbeitsproben
beizulegen. Das hat sich bei Wirtschaftswissenschaftlern
noch nicht durchgesetzt. Auch wenn Wirtschaftswissenschaftler
nicht mit aufwändigen Modellzeichnungen
glänzen können, so sind z.B. Veröffentlichungen,
Auszüge aus Diplom- bzw. Doktorarbeit
Bereicherungen für eine Bewerbung. Auch
legen Ingenieure meiner Erfahrung nach mehr
Wert auf Layout und Design. Dafür habe
ich den Eindruck, dass Wirtschaftswissenschaftler
mehr Wert auf eine genaue, historische Dokumentation
ihres Werdegangs legen.
Kann man schon einer schriftlichen Bewerbung
- neben den fachlichen - Informationen über
Eigenschaften und Charakter des Bewerbers
entnehmen?
Das ist natürlich schwierig. Aber zumindest
kann man aus der äußeren Form
etwa erkennen, ob jemand in der Lage ist
sich zu organisieren und ob er ordentlich
ist. Zum Beispiel zeugt es nicht von einer
guten Organisation und Genauigkeit, wenn
noch die Anrede des Unternehmens, bei dem
man sich zuvor beworben hat, im Anschreiben
auftaucht. Von Zielstrebigkeit zeugt ein
roter Faden im Werdegang und von Engagement
und Einsatzfreude außeruniversitäres
Engagement und Ehrenämter.
Sind Soft Skills - auch als emotionale Intelligenz
bezeichnet - heutzutage aufgrund der Bewerberflut
in einigen Branchen relevanter geworden?
Absolut. Davon bin ich 100%ig überzeugt.
Auch in Bereichen, in denen häufig wenige
Soft Skills definiert werden und die geforderte
Fachkompetenz überwiegt (z.B. technisch
und analytisch geprägte Bereiche), brauchen
Unternehmen Mitarbeiter, die engagiert bei
der Sache sind, sich mit ihren Aufgaben identifizieren
und vor allem in der Lage sind im Team zu
arbeiten.
Kann man die Soft Skills eines Bewerbers
objektiv bewerten? Oder spielt Sympathie
eine Rolle?
Leider kann man den Sympathiefaktor nie so
ganz isolieren. Man muss bei Personalentscheidungen
absolut objektiv bleiben. Leider gelingt
das nicht immer, weil man sich z.B. durch
den ersten Eindruck oder eine bestimmte Eigenschaft,
die einem besonders auffällt, beeinflussen
lässt. Man spricht hier vom so genannten
Halo-Effekt.
Wir begegnen diesem Problem, indem wir Vorstellungsgespräche
nicht alleine sondern zumindest noch mit
dem Fachvorgesetzten zusammen führen,
der auch Ein.uss auf den Verlauf des Gespräches
nimmt. Außerdem kann man so besser
die Reaktionen des Bewerbers beobachten während
der Kollege fragen stellt.
Wenn Sie eine Stelle ausschreiben, welche
sind (nach Priorität geordnet) die für
Sie relevanten Einstellungskriterien?
1. Fachkompetenz
2. Passt gut ins Team
3. Zielorientierung
4. Entschiedenheit
5. Integrität
6. Verbindlichkeit
7. Kundenorientierung
8. Flexibilität
9. Verantwortungsbewusstsein
10. Engagement
Durch Ihre Tätigkeit als Personalreferent
sehen Sie sicher in einige Lebensläufe/
Bewerbungen. Welche sind die häufigsten
Stärken und Schwachpunkte?
Die größte Stärke, die mir
auffällt ist, dass man in jedem Lebenslauf
sofort die Sprach- und IT-Kenntnisse erfassen
kann.
Schwächen sehe ich im Layout und bei
den Beschreibungen der bisherigen Tätigkeiten.
Oft fehlen sie oder sind wenig aussagekräftig.
Wer Schwierigkeiten mit dem Aufbau eines
Lebenslaufes hat, dem empfehle ich die Lebenslaufvorlagen
nach EU Norm. In Deutschland weiß kaum
jemand, dass es so etwas gibt. In Italien
und Frankreich dagegen sind diese Lebensläufe
weit verbreitet.
Auch finde ich es schade, wenn Bewerber kein
Foto beifügen. Wir wählen natürlich
nicht nach dem Aussehen aus. Das gebietet
die Professionalität und verbietet die
aktuelle Gesetzgebung. Aber das Foto hat
den entscheidenden Vorteil, dass man die
Personendaten mit einem Bild zusammenbringen
kann und einem der Bewerber besser im Gedächtnis
bleibt.
Welche Kriterien, Aussagen oder Verhaltensweisen
veranlassen Sie, einen Bewerber auf keinen
Fall einzustellen?
Eigentlich lässt sich diese Frage aus
meiner Antwort zur vorhergehenden Frage zu
den entscheidenden Einstellungskriterien
beantworten. Ein Bewerber, der einen wesentlichen
Teil der Anforderungen nicht erfüllt,
hat keine Chance. Außerdem fällt
ein Bewerber durch, wenn er die notwendige
Ernsthaftigkeit bei seiner Bewerbung vermissen
lässt, d.h. die Motivation sollte klar
erkennbar sein.
Worauf achten Sie in Bewerbungsgesprächen
und Assessment Centern? Welche Tipps können
Sie Bewerbern geben?
Seien Sie pünktlich!
Sollten Sie sich einmal verspäten und
einen guten Grund dafür haben, ist das
auch in Ordnung solange Sie sich rechtzeitig
melden. Es gibt nichts Schlimmeres als wenn
man eine halbe Stunde auf einen Bewerber
wartet und man nicht weiß, wo er steckt.
Sie können sich vorstellen, dass man
da nicht mit der besten Laune in ein Gespräch
geht. Eine nette und ehrlich gemeinte Entschuldigung
kann den schlechten Start aber wieder ausbügeln.
Welche Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet das Unternehmen Fiat Automobil AG?
Wir bieten vor allem die Entwicklungsmöglichkeiten
eines internationalen Unternehmens, d.h.
nicht nur die klassischen hierarchischen
Aufstiegschancen bestehen sondern auch die
Möglichkeiten, die Laufbahn bei einer
anderen Marke, in einem anderen Land oder
in einer anderen Gesellschaft fortzuführen.
Oftmals werden in den Stellenanzeigen „Spitzen-Absolventen“
gesucht... beste Studienleistungen, kurze
Studiendauer, Auslandserfahrung... Sollte
man sich aus Ihrer Sicht auch dann bewerben,
wenn man diese Kriterien nicht erfüllen
kann?
Ich denke ja. Die Anforderungen, die oft
gestellt werden, entsprechen der Idealvorstellung.
Aber in Zeiten von Studiengebühren ist
es ja kaum möglich das Studium in kurzer
Zeit zu absolvieren, weil die Studenten das
Geld durch Jobs und Praxissemester aufbringen
müssen. Ein Absolvent, der den genannten
Anforderungen entspricht, gleicht ja mehr
einem Roboter als einem Menschen. Und uns
sind Individualisten sowieso lieber.
Ein anderes Fallbeispiel: Ich habe meine
Bewerbung versandt und höre vier Wochen
nichts von dem Personalverantwortlichen.
Sollte ich mich persönlich erkundigen?
Und wann?
Ja, man sollte dann schon einmal nachfragen,
ob die Bewerbung überhaupt eingegangen
ist – nach ca. vier bis fünf Wochen.
Aber man sollte Verständnis dafür
aufbringen, dass der Personalmitarbeiter
Zeit für die Bearbeitung der Bewerbungen
benötigt. Die Bewerbungen müssen
ja vorsortiert werden und mit den Fachabteilungen
besprochen werden. Das braucht seine Zeit.
Für wen ist die Automobilbranche ein
interessantes Berufsfeld? Welche Interessen
sollte man mitbringen?
Idealerweise hat man Benzin im Blut und kann
sich begeistern für Design, Kreativität,
die Liebe zum Detail, Kundenbedürfnisse
und Fortschritt.
In Vorstellungsgesprächen wird oft gefragt:
„Warum möchten Sie gerade in unserem
Unternehmen arbeiten?“. Wir drehen diese
Frage um: Warum möchten sich Absolventen
gerade bei Ihrem Unternehmen bewerben?
Weil wir tolle Fahrzeuge herstellen und –
auch hier in Deutschland – die italienische
Lebensfreude leben. Wir stehen für Dynamik,
Innovation und Individualität und bieten
vielfältige Karrierechancen und die
Möglichkeit den Horizont zu erweitern.
Wir sind stets bestrebt das Beste zu geben.
Für unsere Kunden und unsere Mitarbeiter.
Das zeigt sich auch in unserer konsequenten
Führungsphilosophie „avanti e veloci“. |
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