Mein Berufsstart

Richtig bewerben

Bewerbung - Bewerben im Ausland

Buko, Bier und Bio-Tech -

Zum Arbeiten und studieren nach Dänemark

Bewerben in Dänemark - Allgemeines über Dänemark

Das kleine Land Dänemark ist Deutschlands nördlichster Nachbar. Das Meer ist überall in Dänemark in erreichbarer Nähe, deshalb verbringen die Deutschen hier besonders gern ihren Urlaub.
In Dänemark leben 5,3 Mio. Menschen auf 43.000 km², ein großer Teil davon, nämlich 1,8 Mio., im Großraum Kopenhagen. Weitere Großstädte sind Aarhus (264.100 Einw.), Odense (177.600 Einw.), Alborg (155.600 Einw.) und Esbjerg (81.600 Einw.). Zu Dänemark gehören auch noch die Färöer Inseln und Grönland. Man spricht Dänisch, im Handels- und Geschäftsleben aber auch sehr gut Englisch, wie überall in Skandinavien.

Dänemark gehört zwar zur EU, nicht aber zur europäischen Währungsunion, deshalb bezahlt man in Dänemark noch immer mit der dänischen Krone. Im Jahr 2003 soll es voraussichtlich eine erneute Volksabstimmung über die Einführung des Euro geben und nach Umfrageergebnissen scheint die Übernahme der europäischen Währung dann ziemlich wahrscheinlich.

Dänemark ist ein moderner Industriestaat mit hohem Lebensstandard und einem stark ausgeprägten Dienstleistungssektor. Seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts hat sich die dänische Wirtschaft, die geprägt ist von mittelständischen und kleineren Unternehmen, sehr gut entwickelt. Mit 4,5 % ist die Arbeitslosenrate im europäischen Vergleich äußerst gering. 78 % der Dänen im berufstätigen Alter stehen auch tatsächlich im Erwerbsleben - damit hat das Land eine der höchsten Beschäftigungsquoten der Welt. Einen sehr hohen Anteil daran haben die Frauen. In Dänemark findet man das typisch nordische Phänomen, dass auch Frauen, die Kinder haben, weiterhin fast lückenlos berufstätig sind. Moderne und flexible Arbeitszeitmodelle und eine gut organisierte staatliche Kinderbetreuung machen dies möglich.

Der dänische Arbeitsmarkt basiert nicht auf einer staatlichen Reglementierung durch Gesetze, sondern auf Abkommen zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen. Sie umfassen grundlegende Bereiche wie Mindestlöhne, Streikrecht und Arbeitszeiten. 80 % der Beschäftigten sind daher auch gewerkschaftlich organisiert.

Bewerben in Dänemark - Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Die wichtigsten Wirtschaftszweige in Dänemark sind Schiffsbau, Maschinenbau und Anlagenbau, gefolgt von der Elektronikindustrie, Chemie und Biotechnologie, der pharmazeutischen Industrie, Druck und Papier, Textilien, Möbel, Zement, der Lebensmittelindustrie und Dienstleistungen. Obwohl die dänische Wirtschaft eher mittelständisch geprägt ist, gibt es traditionelle Großunternehmen in der Schifffahrt, im Handel und in der Brauereibranche mit so bekannten Marken wie Tuborg oder Carlsberg. Durch Fusionen sind in den letzten Jahren auch Großbanken entstanden sowie große Betriebe im Anlagenbau, in der pharmazeutischen Industrie, im Landmaschinenbau und in der Lebensmittelbranche. Jedes Kind in Deutschland kennt den Buko-Käse, ganz zu schweigen von den berühmten Legosteinen, die man überall auf der Welt findet. Der Tourismus spielt in Dänemark eine große Rolle und Erdöl- und Ergasfunde vor der dänischen Küste haben einen ebenfalls florierenden Wirtschaftszweig entstehen lassen.
Der wichtigste Handelspartner Dänemarks ist Deutschland, gefolgt von Schweden, den Benelux-Staaten und Großbritannien. Außerhalb Europas treibt Dänemark vor allem mit den USA und Japan Handel.
Angesichts der Globalisierungstendenzen betreiben die großen dänischen Firmen eine aktive grenzüberschreitende Akquisitionspolitik und investieren z.B. in Deutschland. Umgekehrt gibt es zahlreiche Tochterunternehmen deutscher Firmen in Dänemark. Wer bei einem solchen Unternehmen arbeiten möchte, sollte sich die entsprechende Liste bei der Deutsch-Dänischen Handelskammer ansehen, im Internet unter der Adresse www.ahk-daenemark.dk (auch auf Deutsch). Die Investoren-Initiative "Invest in Denmark" sieht vor allem in den Bereichen IT/Telekommunikation/Elektronik, Nahrungsmittel, Distribution, Servicezentren wie Call Center sowie Medizintechnik/Biotechnologie/Pharmazie ein großes Entwicklungspotenzial, besonders im Großraum Kopenhagen, das auch auf den benötigten Fachkräftebedarf durchschlagen wird.
Bei der geringen Arbeitslosigkeit in Dänemark und praktischer Vollbeschäftigung, sind die Chancen nicht schlecht, über kurz oder lang einen Arbeitsplatz zu finden. Auf längere Sicht wird in Dänemark in den oben genannten Branchen sogar ein Mangel an Fachkräften erwartet.

Für Bundesbürger ist es besonders einfach, in Dänemark einen Job anzutreten, bürokratische Hürden gibt es kaum. Dennoch ist ein Arbeitsplatz in Dänemark nicht unbedingt begehrt - in erster Linie wegen des dänischen Steuersystems, das zwar einfacher ist als das in Deutschland, aber einen wesentlich höheren Steuersatz festlegt. Hinzu kommt, dass das Lohnniveau niedriger ist als im Heimatland, so dass ein Job in Dänemark finanziell wenig attraktiv erscheint. So kommen denn auch mehr Dänen zum Arbeiten nach Deutschland als umgekehrt.

Sprache lernen
Wer dennoch in Dänemark arbeiten möchte oder zum Beispiel in ein Tochterunternehmen einer deutschen Firma in Dänemark versetzt wird, muss als erstes die dänische Sprache erlernen. Selbst wenn im Geschäftsleben sehr häufig Englisch gesprochen wird, ist der Alltag ohne dänische Sprachkenntnisse sehr mühsam und letztlich auch einsam. Aber keine Sorge: Dänisch zu lernen ist für Deutsche nicht sehr schwer, da die Sprachen viele Ähnlichkeiten haben.

Dänisch-Kurse werden in Deutschland bei privaten Sprachenschulen, z.B. Berlitz, und an vielen Volkshochschulen angeboten. Wer noch Kontakte zur Universität hat, kann sich in einem skandinavistischen Institut nach entsprechenden Sprachkursen erkundigen.

In Dänemark werden Sprachkurse für Ausländer angeboten bei:
  • Sprachhochschule Kalö, www.kalo.dk
  • Internationale Hochschule in Helsingör, Tel. 0045/ 49 21 33 61
  • Hochschule Askov und Volkshochschule Svenborg in Zusammenarbeit mit dem Dänischen Kulturinstitut, http://www.dankultur.dk/
  • Ein- und mehrwöchige Kurse an der Heimvolkshochschule Östersöen, www.hojoster.dk

Hinsichtlich der Preise, Anmeldungen, Unterbringung etc. setzt man sich am besten direkt mit den Institutionen in Verbindung.

Bewerben in Dänemark - Job finden

Selbstverständlich kann sich ein Jobsucher bei allen Unternehmen und Einrichtungen, die ihn interessieren, direkt bewerben. Besonders aussichtsreich ist die Suche über Stellenangebote in der Presse. Hier erfährt man schnell, in welchen Branchen und Bereichen überhaupt Arbeitskräfte gesucht und eingestellt werden. Den größten Stellenmarkt hat die Zeitung "Berlingske Tidende", www.berlingske.dk. Die Sonntagsausgaben von "Morgenavisen Jyllands Posten" (www.jp.dk) und "Stiftstidende" haben einen umfangreichen Stellenteil. Für einen Job in Dänemark kann man sich auch über schwedische Zeitungen bewerben.
Neben Zeitarbeitsfirmen, privaten Stellenvermittlern (im dänischen Telefonbuch unter "Vikarbureauer" sowie Berufsberatungsstellen können jedoch vor allem die staatlichen Arbeitsämter weiterhelfen.
In Deutschland erteilt die Bundesagentur für Arbeit (www.arbeitsagentur.de)Auskunft über freie Stellen in Dänemark. Freie Stellen in Dänemark haben auch die EURES-Berater der europäischen Arbeitsvermittlungsdienste in ihrem Computer: www.eures.dk. Die EURES-Berater helfen bei Fragen zu Bewerbungsformalitäten, Sozialversicherung und Steuern.
Als Bundesbürger hat man auch freien Zugang zu allen Angeboten der staatlichen dänischen Arbeitsverwaltung und zu den dänischen Jobzentren (eine Liste ist bei der dänischen Botschaft erhältlich). Alle Arbeitssuchenden, auch deutsche Staatsbürger, können die Arbeitsvermittlung kostenlos nutzen, ohne dass eine Registrierung bei der Arbeitsverwaltung erfolgen muss.

Die öffentlichen Arbeitsvermittlungsstellen sind auch für kurzfristige Arbeit zuständig, z.B. Studentenjobs, Au-pair-Beschäftigung, Praktika etc. Die Chancen sind per Zeitung jedoch höher als über die staatlichen Arbeitsämter.

Anerkennung von Diplomen
Vor der eigentlichen Bewerbung sollten sich Jobsucher rechtzeitig erkundigen, ob und wie weit ihre akademischen Diplome in Dänemark anerkannt werden. Für entsprechende Informationen wendet man sich am besten an die dänische Niederlassung des National Academic Recognition Information Centre (NARIC), Rektorkollegiet, H.C. Andersens Boulvard 45, DK-1553 Kobenhavn V, Tel.: 0045 33 92-54 05, Fax: ...-5075, e-mail: jk-rks@inet.uni-c.dk

Bewerben in Dänemark - Besonderheiten bei der schriftlichen Bewerbung

Die schriftliche Bewerbung besteht aus einem Bewerbungsschreiben in einwandfreiem Dänisch (!), das maximal zwei DIN-A-4 Seiten lang sein darf. In der Regel bezieht sich eine Bewerbung auf eine konkrete Stellenannonce in der Zeitung oder im Internet, Blindbewerbungen sind unüblich. Zeugnisse werden in Kopie beigefügt. Wichtig ist die Angabe von Referenzen, die auch geprüft werden. Ein Foto wird nicht erwartet und ist auch nicht üblich. Ein bisschen tückisch: Der Arbeitgeber verlangt Gehaltsangaben über die letzte Arbeitsstelle (auch das wird geprüft), denn die Firmen orientieren sich bei einem Arbeitsplatzwechsel am letzten Gehalt. Tariflöhne und feste Gehaltsstrukturen gibt es in Dänemark nämlich nicht.

Bewerben in Dänemark - Vorstellungsgespräch

Wenn es zu einem Vorstellungsgespräch kommt, muss man sich auch auf Fragen nach den persönlichen Verhältnissen einstellen und Auskunft über Ehe, Kinder, Schwangerschaft, finanzielle Stellung etc. geben. Das findet in Dänemark jeder normal ! Fast immer wird vor einer Einstellung ein Persönlichkeitstest durchgeführt. Auch von Ausländern erwartet man den sicheren Umgang mit der Landessprache in Wort und Schrift. Hilfreich können persönliche Kontakte in Dänemark sein, darauf legt man Wert.
Noch ein Tipp: Im dänischen Geschäftsleben wird Pünktlichkeit sehr geschätzt.

Bewerben in Dänemark - Administratives

Arbeitsvertrag/Arbeitszeit/Probezeit
Die Beschäftigung von Arbeitern unterliegt in Dänemark keinen gesetzlichen Bestimmungen, Angestellte erhalten jedoch einen schriftlichen Arbeitsvertrag, der sich nach dem Angestelltengesetz bzw. Feriengesetz richtet. Häufig wird im Vertrag aber nur auf die Gültigkeit dieser Gesetze verwiesen. Tariflöhne und feste Gehaltsstrukturen gibt es nicht, das Gehalt richtet sich nach dem zuletzt erhaltenen Entgelt, 13. Monatsgehälter sind unüblich. Bei Gehaltsverhandlungen sollte man jedoch die relativ hohe Besteuerung der Gehälter berücksichtigen.
Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 37 Stunden. Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf 5 Wochen bezahlten Urlaub, wenn er das gesamte vorherige Jahr durchgehend beschäftigt war. Ist dies nicht der Fall, werden die Urlaubstage anteilig an der Dauer der Jahresarbeitszeit berechnet. Das Feriengesetz sieht vor, dass alle Arbeitnehmer in Dänemark drei Wochen ihres Urlaubes in der Hauptferienzeit zwischen dem 2. Mai und dem 30. September nehmen sollen. Sie erhalten zuzüglich zu ihrem Gehalt dann auch noch eine Ferienzulage von 1 % des Vorjahresgehaltes.
Die Probezeit beträgt in Dänemark üblicherweise 3 Monate.

Steuern und soziale Leistungen
Auf den ersten Blick zahlen die dänischen Arbeitnehmer außerordentlich hohe Einkommensteuern von 32 % (in Holland 6 %, in Deutschland 17 %), abzüglich persönlicher Freibeträge. Hinzu kommen eventuell 12 % an sozialen Beiträgen für die freiwillige Zusatzversicherung und Arbeitslosenversicherung. Da das dänische Sozialsystem jedoch ganz anders strukturiert ist als das deutsche, halten sich die Lohnabgaben letztlich ungefähr die Waage. Das System der sozialen Sicherheit und die Krankenfürsorge werden in Dänemark weitgehend aus Steuermitteln finanziert. Die medizinische Versorgung durch Ärzte/Ärztinnen und die Behandlung in Krankenhäusern sind grundsätzlich kostenlos. Bei Zahnarztbehandlungen müssen die Patienten einen Teil der Rechnung selbst tragen. Krankheitsfürsorgeausweise bzw. Krankenversicherungsausweise für neue Bürger gibt es bei der Aufnahme ins Einwohnerregister. Die Mitgliedschaft in einer der 38 staatlich anerkannten Arbeitslosenversicherungen ist freiwillig. Alle Einwohner über 67 Jahre haben Anspruch auf eine staatliche Einheitsrente, für die keine Beiträge geleistet werden müssen. Für Arbeitnehmer gibt es eine Zusatzrente, für die sie umgerechnet 10 Euro im Monat zahlen.
Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder während der Urlaubszeit beträgt 100 % des Nettoeinkommens. In den ersten zwei Wochen einer Krankheit zahlt der Arbeitgeber das Gehalt weiter, danach erhält der Arbeitnehmer Krankengeld aus der Sozialversicherung.
Rentenversicherung, Invalidenrente und Familienleistungen, z.B. Kindergeld oder Mutterschaftsgeld, stehen allen in Dänemark lebenden Menschen zur Verfügung.

Weitere Informationen
EU-Bürger dürfen bis zu 3 Monaten in Dänemark ohne Visum, Aufenthaltsgenehmigung oder Arbeitserlaubnis wohnen und arbeiten. Wer länger als drei Monate bleiben will, braucht jedoch eine Aufenthaltsgenehmigung. Sie ist beim zuständigen Bezirksamt des dänischen Wohnortes, dem statsamt, zu beantragen. Ein Antrag auf Aufenthaltsgenehmigung kann auch schon in Deutschland bei einer dänischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung gestellt werden. Die Aufenthaltsgenehmigung ist für Ausländer das wichtigste Dokument. Sie muss ständig bei sich getragen werden und auf Verlangen vorgezeigt werden können.
Eine Arbeitserlaubnis ist für EU-Bürger - und damit auch für Deutsche - nicht erforderlich.

Hilfreiche Internet-Adressen:
· www.workindenmark.dk (englisch)
· Dänische Botschaft: www.daenemark.org
· Deutsch-Dänische Handelskammer: www.ahk-daenemark.dk

Bewerben in Dänemark
Bewerben in England
Bewerben in Estland
Bewerben in Finnland
Bewerben in Frankreich
Bewerben in Holland
Bewerben in Irland
Bewerben in Lettland
Bewerben in Litauen
Bewerben in Norwegen
Bewerben in Österreich
Bewerben in Polen
Bewerben in Schweden
Bewerben in der Schweiz
Bewerben in Slowakei
Bewerben in Spanien
Bewerben in Tschechien
Bewerben in den USA
Bewerben im Ausland

newsticker