Strukturwandel in der deutschen Wirtschaft
-
Neue Anforderungen an Ingenieure* als Manager |
*Die Bezeichnung “Ingenieure” wird hier als
Sammelbegriff für
“Ingenieure, Informatiker und
Naturwissenschaftler”
verwendet
Vorwort
Ingenieure sind potentielle Führungskräfte
und brauchen deshalb neben hervorragenden
Fachkenntnissen auch Fähigkeiten und Fertigkeiten,
die sie in die Lage versetzen, Managementaufgaben
zu übernehmen. Möglichst bereits während
des Studiums, spätestens aber in den ersten
Berufsjahren sollten die Ingenieure darauf
achten, sich die notwendigen Kenntnisse anzueignen,
um sich frühzeitig für Führungsaufgaben qualifizieren
zu können.
In der Siemens AG erreichen beispielsweise
100% der Ingenieure im Laufe ihrer Karriere
den mittleren Führungskreis, nahezu 50% sogar
den oberen Führungskreis.
Allerdings war in den letzten Jahren zu beobachten,
dass Funktionen, vor allem auf der Vorstandsebene
grosser deutscher Industrieunternehmen, in
zunehmendem Maße nicht wie in der Vergangenheit
von Ingenieuren, sondern von Juristen und
Kaufleuten besetzt wurden, was daraufhin
deutet, dass Ingenieure offensichtlich zu
wenig interdisziplinäres Wissen aus den relevanten
angrenzenden Fachgebieten haben. Eine solche
Veränderung bei der Besetzung von Führungspositionen
führt aber auch zu anderen Unternehmenszielen
und zu veränderten Unternehmenskulturen.
Diese Entwicklung geht nicht immer zugunsten
der betreffenden Unternehmen aus, Shareholder
Value als Unternehmensziel ist nicht immer
eine Alternative zu Innovation und der Qualität
von Hightech-Produkten. Um als Ingenieure
nicht Gefahr zu laufen, sich im Unternehmen
auf die Funktion eines nützlichen Fachidioten
beschränken zu müssen, müssen sich die Ingenieure
bemühen, sich über ihre Fachkenntnisse hinaus
auch in Kaufmännische und Juristische Denkweisen
hineinzudenken, einschlägiges Know-how zu
entwickeln, um damit kompetente Partner für
die Kaufleute und Juristen im Unternehmen
zu sein, oder selbst das Unternehmen lenken
zu können.
Strukturwandel
Um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu
sichern und zukunftsträchtige Arbeitsplätze
zu erhalten und neue zu schaffen, muß die
deutsche Wirtschaft weltweit wettbewerbsfähig
bleiben. Die gegenwärtige Wettbewerbsschwäche
in vielen Zweigen der deutschen Industrie
und Wirtschaft hat konjunkturelle und strukturelle
Ursachen. Während die Konjunktur in einigen
Branchen bereits wieder Fahrt aufgenommen
hat, machen die zutage getretenen strukturellen
Schwächen einen anhaltenden und tiefgreifenden
Umstrukturierungsprozeß in den Unternehmen
der deutschen Wirtschaft erforderlich. In
vielen Unternehmen sind diese Umstrukturierungsprozesse
bereits voll im Gange. Der Strukturwandel
hat weitreichende Auswirkungen auf das Beschäftigungs-
und Bildungssystem und bringt eine Vielzahl
neuer Anforderungen an Führungskräfte, insbesondere
an Ingenieure mit sich.
Der Strukturwandel in Industrie und Wirtschaft
wird durch den zunehmenden Wettbewerbsdruck
auf den zusammenwachsenden Weltmärkten ausgelöst.
Die Globalisierung der Wirtschaft und die
damit einhergehende fortschreitende Deregulierung
und Liberalisierung der Märkte und die Entwicklung
der Verkehrs- und Kommunikationstechnik ermöglichen
weltweite Wirtschaftsbeziehungen, führen
zugleich aber auch zu einer Ausweitung und
Verschärfung des Wettbewerbs. Die Unternehmen
müssen diesem Prozess Rechnung tragen und
ihre Ziele, ihre Strategien, ihre Organisation
sowie ihre Geschäfts- und Personalpolitik
kontinuierlich den sich verändernden Rahmenbedingungen
anpassen.
Die Ingenieure müssen sich noch weit mehr
als in der Vergangenheit als Manager und
Unternehmer verstehen und bewähren. Die gegenwärtig
fast ausschließlich fachlich orientierte
Ausbildung an den Hochschulen weist noch
Defizite bei der Vermittlung solcher außerfachlichen
Qualifikationen aus, die durch Einbringen
von entsprechenden neuen Inhalten in die
Curricula der Ingenieurausbildung zumindest
teilweise ausgeglichen werden könnten. Bis
dahin müssen diese Inhalte in Form von Weiterbildungsveranstaltungen
vermittelt oder selbst angeeignet werden.
Strukturwandel,
Beispiel Weltelektromarkt
Während im Jahre 1992 Westeuropa im Weltelektromarkt
mit 29% noch knapp vor Südostasien(28%) führte
und einen satten Vorsprung vor NAFTA(24%)
hatte, ist bis zum Jahre 1996 der Anteil
Westeuropas um über 20% auf 23% gesunken,
während der NAFTA-Anteil um 30% auf 32% und
der Südostasien-Anteil um 25% auf 34% gestiegen
ist. Prognosen besagten, daß der Südostasien-Anteil
bis zum Anfang des Jahrtausend nahezu die
Hälfte des Weltelektromarkts erreichen würde,
während Westeuropa unter 20% absinken wird.
Durch den Einbruch der Wirtschaftskrise in
Asien ist es zwar nicht so weit gekommen.
Die Zahlen mussten reduziert werden, aber
man geht nun trotzdem davon aus, daß bis
zum Jahre 2010 der Anteil Südostasiens und
Japans am Weltelektromarkt auf 45% ansteigen
wird, NAFTA wird um 10% auf 27% fallen und
Europa soll dann auf den prognostizierten
Anteil von 20% absinken.
In der gleichen Zeit wird sich das Marktvolumen
des Weltelektromarkts von ca.1600 Mrd. EURO
auf ca. 4200 Mrd. EURO erhöhen und man sieht,
daß diese strukturellen Verschiebungen des
Marktes dreistellige Milliardenbeträge von
einer Seite des Globus auf die andere Seite
verlagern mit allen wirtschaftspolitischen,
finanzpolitischen und sozialen Folgen. Eine
ähnliche Entwicklung ist auch bei den anderen
Branchen zu beobachten. Die deutschen Unternehmen
müssen sich also auf die Weltregionen konzentrieren,
wo die Märkte noch wachsen und das sind vor
allem Südostasien und China, die Amerikas
und in jüngster Zeit, nach dem Zerfall des
Kommunismus, Russland und die mittel- und
südosteuropäischen Staaten.
Zu den o.a. globalen Entwicklungen, denen
wir Rechnung tragen müssen, kommen allerdings
noch zusätzlich unsere hausgemachten Probleme,
die uns seit langem beschäftigen und die
wir, wegen der Stagnation in der Politik,
seit Jahren vor uns herschieben. Durch verschiedenste
Einflüsse geht dem Staat das Geld aus, während
gleichzeitig auch in der Wirtschaft das Geld
knapp geworden ist. Diese unselige Situation
führt zu einem circulus vitiosus aus Steuern-
und Abgabenerhöhung, Rezession, ruinösem
Wettbewerb und Arbeitslosigkeit, der vor
allem unsere Sozialsysteme und damit unsere
wirtschaftliche Entwicklung belastet.
Das Ausland schaut ziemlich verständnislos
auf das, was in Deutschland geschieht. Das
amerikanische Magazin “NEWSWEEK” brachte
es vor einiger Zeit in einem Artikel über
die Zustände in Deutschland auf den Punkt:
“The ”German disease” - a deadly combination
of overpaid and underworked laborers, rigid
work rules, risk-adverse managers and a “busybody”
state, that threatens to tax and regulate
to death, what was once one of the world‘s
most powerful economies.”
“Die deutsche Krankheit - eine tödliche Kombination
von zu hoch bezahlten Arbeitnehmern, die
immer weniger arbeiten, starren Arbeitsgesetzen,
risikoscheuen Managern und einem übereifrigen
und sich überall einmischendem Staat, der
mit Steuern, Abgaben und immer neuen Vorschriften
das zu Grunde richtet, was einmal eine der
mächtigsten Volkswirtschaften der Welt war.”
Dieses Zitat gilt in seinen wesentlichen
Aussagen nach wie vor und wir sollten uns
dies täglich vor Augen halten und uns bemühen,
endlich unsere Hausaufgaben zu machen, unsere
Haushalte zu sanieren und ein innovations-
und investitionsfreundlicheres Klima zu schaffen,
um den kreativen Kräften im Lande bessere
Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten.
Aspekte des Strukturwandels
Zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit müssen
die Unternehmen ein ganzes Bündel existenzsichernder
Maßnahmen ergreifen und tiefgreifende Einschnitte
in die Firmenstrukturen vornehmen.
Unternehmen, die ihre Wettbewerbsfähigkeit
nicht drastisch steigern, werden nicht überleben.
An der Spitze der Maßnahmen stehen Aktivitäten
zur Produktivitätssteigerung und Innovationsförderung,
um wieder zu den Weltmarktführern aufschließen
zu können.
Zur Sicherung der weltweiten
Wettbewerbsfähigkeit
ist es notwendig
- die Kosten im Unternehmen zu senken
- die Innovationskraft des Unterneh- mens zu
stärken
- die Globalisierung des Geschäfts zu beschleunigen
- die Zusammenarbeit im Unterneh- men zu verbessern
- das Dienstleistungsgeschäft aus zubauen und
- den Dialog mit der Gesellschaft zu intensivieren.
Im Zusammenhang mit diesen Maßnahmen
kommen
auf die Ingenieure eine Fülle
von neuen Aufgaben
zu. Die Ingenieure werden, über
ihre eigentlichen
fachlichen Funktionen hinaus,
als Manager
diese Prozesse initiieren, einleiten
und
steuern müssen.
Kosten
Die deutsche Wirtschaft ist seit längerer
Zeit einem wachsenden Kostendruck ausgesetzt,
der in den letzten Jahren neue Formen angenommen
hat. Zu den traditionellen Wettbewerbern,
insbesondere in USA und Südostasien, sind
nach dem Ende der kommunistischen Systeme
in Osteuropa, “direkt vor der Haustür”, neue
Niedriglohnländer hinzugekommen. Gleichzeitig
haben die aus der hohen Regulierungsdichte
resultierenden Kosten und die Arbeitskosten
in Deutschland ein so hohes Niveau erreicht,
daß sogar aus anderen Hochlohnländern ein
zunehmender Kostendruck zu verspüren ist.
Kostennachteile ergeben sich auch aus gewachsenen
Organisations- und Arbeitsstrukturen, die
sich inzwischen als zu aufwendig erwiesen
haben und nicht mehr zeitgemäß sind. Auf
vielen Gebieten der Wirtschaft fordern Überkapazitäten
und der daraus resultierende Preisverfall
dazu heraus, Spitzentechnologie und hohe
Qualität zunehmend mit niedrigen Kosten in
Einklang zu bringen.
Strategische Maßnahmen zur Steigerung
der
Produktivität und Senkung der
Kosten sind
u.a.:
- Straffen des Produktspektrums und Fokussieren
auf breit einsetzbare Produktfamilien.
Beispiel
Plattformkonzept der Automobilindustrie.
- Straffen der Produktion u.a. durch Verringern
der Fertigungstiefe, Vereinfachen der Fertigungsinhalte
und Auslagern von Fertigungsaufgaben. Beispiel
zunehmende Spezialisierung bei den Produkten
und damit zunehmender Zukauf von Komponenten
und Aggregaten von Zulieferern. Automobilindustrie
kauft immer mehr von Zulieferern und konzentriert
sich auf den Zusammenbau der Aggregate.
- Durchführen unternehmensweiter funktionsübergreifender
Produktivitätsprogramme zur
Beschleunigung
der betrieblichen Prozesse,
Senkung der Kosten
und Sicherung der Qualität
in der gesamten
Prozesskette vom Marketing
bis zum Service.
Solche Produktivitätssteigerungs-
und Kostensenkungsprogramme
laufen unter zahllosen blumigen
Bezeichnungen
seit Jahren in allen Unternehmen.
- Teilweises Verlagern von Entwicklung und
Produktion in Niedriglohnländer, z.B. nach
Osteuropa und Südostasien. (Bis Faktor 10
bei Kosten für eine Arbeitsstunde)
Diese Verlagerung von Aktivitäten ins Ausland
wird aber in zunehmendem Maße nicht nur aus
Kostenerwägungen vorgenommen, sondern von
unseren internationalen Kunden erwartet.
Die Erteilung von Aufträgen aus dem Ausland
wird immer öfter mit der Auflage verbunden,
die Wertschöpfung ganz oder teilweise im
Land des Auftraggebers zu bewerkstelligen.
(Siehe auch Globalisierung).
- Kostengünstiger, weltweiter Einkauf von Material
und Zulieferungen. Gerade bei stark verringerter
Fertigungstiefe und zunehmender Nutzung von
Zulieferern kommt dem Einkauf eine besondere
Bedeutung zu. Durch geschickte Organisation
des Einkaufs können grosse Kosteneinsparungen
erzielt werden.
Um die notwendigen Maßnahmen umsetzen zu
können und Beiträge zur Steigerung der Produktivität
und Senkung der Kosten leisten zu können,
sind grundlegende betriebswirtschaftliche
Kenntnisse und unternehmerische Qualifikationen
erforderlich, wie z.B.
- Praxisrelevantes betriebswirtschaftliches
Wissen.
- Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge
im Betrieb.
- Methoden zur Kostenabschätzung und Kostenkontrolle.
- Konsequente Orientierung an den Anforderungen
des Kunden und des Marktes in der gesamten
Prozesskette vom Marketing bis zum Service.
- Ausgeprägtes Termin- Kosten- und Qualitätsbewußtsein
im Sinne des klassischen Projektmanagements.
Alle Ingenieure müssen bei ihrer Arbeit als
Manager neben technischen auch betriebswirtschaftliche
Kriterien berücksichtigen und in den Dimensionen
Zeit, Kosten und Qualität begründete Entscheidungen
treffen können. Dabei hat sich die Zeit zum
entscheidenden Wettbewerbskriterium entwickelt.
Der Unternehmer, der mit einem neuen Produkt
als erster am Markt erscheint, diktiert den
Preis, sobald weitere Anbieter auf den Markt
kommen, sinken die Preise exponentiell (Beispiel
Mikroelektronik). Wer zu spät auf den Markt
kommt, kann nicht einmal seine Entwicklungskosten
amortisieren. Dieser Effekt verstärkt sich
gegenwärtig durch immer kürzere Produktzyklen,
d.h. daß ein Produkt bei kürzer werdender
Lebenszeit seine Entwicklungskosten in immer
kürzerer Zeit einspielen muss. (Beispiel
Handy, Mobilfunk)
Innovationen
In der deutschen Wirtschaft fehlt es nicht
an innovativen Ideen. Es fehlt auch nicht
an Investitionen in die Forschung. Mehr als
80 Mrd. DM werden in Deutschland jährlich
für Forschung ausgegeben, einmal in der Wirtschaft,
zum zweiten für die Forschung an Hochschulen
und schließlich für die Großforschungseinrichtungen
wie Max-Planck-Institute, Fraunhofer-Gesellschaft,
Blaue Liste Institute u.ä. Nicht immer gelingt
es aber, die vielfältigen Forschungsergebnisse
schnell in erfolgreiche Produkte umzusetzen.
Die Zeit von der Idee bis zum Produkt dauert
häufig zu lange. Unsere Konkurrenten in Asien
und Amerika sind hier meist schneller, zumal
sie nicht immer die 100%-Lösung anstreben,
sondern lieber mit einer 80%-Lösung schneller
am Markt sein wollen. Bisweilen wird auch
nicht rechtzeitig erkannt, wo die Erfolgschancen
neuer Forschungserkenntnisse am größten sind.
Teilweise mangelt es auch an Mut und Risikobereitschaft,
um Innovationen konsequent voranzutreiben.
Bei kürzer werdenden Innovationszyklen kommen
neue Produkte häufig zu spät auf den Markt
oder treffen den Bedarf der Kunden nicht
ausreichend. Staatliche Regulierungen und
ein innovationshemmendes öffentliches Klima
können zusätzlich den Erfolg beeinträchtigen.
Die deutsche Wirtschaft muß große Anstrengungen
unternehmen, um auf wichtigen Wachstumsgebieten
unter den Technologieführern zu bleiben bzw.
diese Position (wieder) zu erreichen.
Strategische Maßnahmen zur Stärkung
der Innovationskraft
sind u.a.:
- Steigern der Effizienz und Marktrelevanz
der Forschung und Entwicklung,
u.a. durch
Bündeln von Ressourcen, Fokussieren
der Aktivitäten
auf den Kundennutzen, Nutzen
vorhandener
Teillösungen, Ausbau der Kooperationen
zur
Entwicklung technologischer
Grundlagen und
ergebnisorientierte Zusammenarbeit
mit den
Hochschulen auf dem Gebiet
der Forschung.
- Verstärken der Entwicklungsaktivitäten auf
allen relevanten Technologiegebieten
und
beschleunigtes Ablösen herkömmlicher
Techniken
und Technologien, z. B. durch
Einsatz von
Software und Elektronik.
- Entwickeln neuer umweltschonender Produkte
einschließlich dazugehöriger Recyclingverfahren.
- Rasches Aufgreifen und Umsetzen neuer Forschungsergebnisse
und Technologien in wettbewerbsfähige
Produkte.
- Integration von Produkten und Komponenten
zu neuen Systemen und Erweitern des Anwendungsspektrums
von Systemlösungen.
Bei der Beschleunigung von Innovationen sind
die Ingenieure als Manager gefordert. Um
Produktideen rascher und mit größerer Treffsicherheit
in wettbewerbsfähige Produkte umsetzen zu
können, brauchen sie ausgeprägte Methodenkompetenz
in Form von Kenntnissen und Anwendungserfahrungen
auf folgenden Gebieten:
- Methoden zur Marktbeobachtung, zur Konkurrenzanalyse
und zum Erkennen des Kundennutzens.
- Methoden und Werkzeuge zur Steuerung des
Produktinnovationsprozesses.
- Softwaretechnologie, Softwareengineering.
- Methoden der Qualitätssicherung.
- Methoden der Technikbewertung und Technikfolgenabschätzung,
Umwelttechnik.
- Beachten von Gesetzen, Normen , Vorschriften.
- Methoden und Werkzeuge zur zielgerichteten
Planung und Durchführung der eigenen Arbeit
unter Beachtung von Terminen, Kosten und
Qualität. (Arbeitstechniken zum Selbstmanagement).
- Systematisches Erschließen, Aufbereiten und
Nutzen vorhandenen Fachwissens, insbesondere
auch über das INTERNET.
- Systematische Dokumentation von Arbeitsergebnissen.
- Befähigung zur eigenen Weiterbildung in Auseinandersetzung
mit den Managementaufgaben.
Um als Manager von Innovationsprojekten erfolgreich
sein zu können, müssen die Ingenieure über
entsprechende Methodenkompetenz verfügen.
Als Leiter großer Projekte muß der Ingenieur
in der Lage sein, über den Tellerrand seiner
eigenen Aufgabe hinauszusehen, um das Zusammenfügen
von Komponenten und Aggregaten zu komplexen
Systemen und Anlagen unter Berücksichtigung
relevanter Schnittstellen und Wechselwirkungen
erfolgreich bewerkstelligen zu können. Um
durch Integration unterschiedlicher Komponenten
zu komplexen technischen Systemen Innovationen
vorantreiben zu können, braucht der Ingenieur
zusätzlich Systemkompetenz und damit Kenntnisse
und Anwendungserfahrungen auf folgenden Gebieten:
- Überblickswissen über angrenzende Fachgebiete,
die für die Systemgestaltung relevant sein
können.
- Fachübergreifendes, systemorientiertes Denken
und Handeln.
- Entwickeln systembezogener Alternativen,
Szenarien und Visionen.
- Methoden und Werkzeuge des Systems Engineering:
- Modellbildung, Simulation und Bewertung;
- Planung, Entwurf, Analyse, Integration und
Betrieb komplexer technischer Systeme;
- Umweltgerechte Wiederaufbereitung oder Beseitigung
von Systemen.
Solche Kenntnisse und Erfahrungen können
z.B. durch eine vertiefte Ausbildung in “Systems
Engineering” vermittelt werden.
Globalisierung
Deutschland lebt vom Export. 41% aller in
Deutschland Beschäftigten, 84% aller in der
Industrie Beschäftigten arbeiten direkt oder
indirekt für den Export. Deshalb müssen wir
hier in Deutschland den Globalisierungsprozess
nicht als Bedrohung sondern als Chance begreifen.
Dazu wächst in der deutschen Industrie der
Anteil des Auslandsgeschäfts seit Jahren.
Auch in den vergangenen, von schwacher Konjunktur
geprägten Jahren konnten wir unsere führende
Position als Exportnation verteidigen. Aufträge
aus dem Ausland sind aber zunehmend mit der
Forderung nach hoher lokaler Wertschöpfung
im jeweiligen Land verknüpft. Hohe Aufwendungen
für die Entwicklung neuer Produkte und Systeme
sowie notwendige Produktivitätssteigerungen
erfordern Volumenausweitungen, die vielfach
nur durch die Erschließung neuer Märkte im
Ausland zu realisieren sind. Um ein nachhaltiges
Unternehmenswachstum zu sichern, wird ein
weltweites Engagement auf allen großen Märkten
immer wichtiger.
Welche Produkte die Märkte in anderen Erdteilen
brauchen, gilt es am jeweiligen Einsatzort
herauszufinden. Die Anforderungen an die
Produkte sind in verschiedenen Regionen unterschiedlich.
Darüberhinaus erwarten Kunden, die weltweit
operieren, eine weltweite Präsenz ihrer Geschäftspartner.
Dies alles veranlaßt die deutschen Unternehmen,
die Globalisierung des Geschäfts weiter zu
beschleunigen.
Strategische Maßnahmen zur Globalisierung
des Geschäfts und zur Erschließung
neuer
Märkte im Ausland sind u.a.:
- Verstärktes Einbeziehen lokaler Wertschöpfung
bei der Abwicklung von Auslandsaufträgen.
- Viele Komponenten und Dienstleistungen sind
vor Ort kostengünstiger zu
erhalten, als
sie aus dem eigenen Land heran
zu transportieren.
Beispiel Kraftwerksbau.
- Aufbau eigener Fertigungs- und Entwicklungskapazitäten
im Ausland. Dies kann sowohl
aus Kostengründen
als auch aus Gründen der Marktpräsenz
sowie
durch Auflagen der Kunden,
Wertschöpfung
vor Ort zu erbringen, erfolgen.
- Strategische Kooperationen mit ausländischen
Wettbewerbern und Akquisition ausländischer
Unternehmen. Insbesondere die Grundlagenentwicklung
und die Entwicklung neuer Produkte im HighTech-Bereich
(z.B. Mikroelektronik) verschlingt immer
größere Summen, die auch von umsatz- und
ertragsstarken Großunternehmen nicht mehr
alleine finanziert werden können.
Ein Ausweg ist die Bündelung
von Resourcen
durch die Bildung strategischer
Allianzen,
auch auf Zeit, bei denen geeignete
Unternehmen,
die auf gemeinsamen Fachgebieten
tätig sind,
ihre wissenschaftlich-technischen
Kapazitäten
und ihre Finanzkraft zusammenlegen,
um Forschung
und Entwicklung weiterzubringen.
Ein Beispiel
ist das Konsortium Siemens-Toshiba-Motorola-IBM
zur Entwicklung der Submikrometer-Strukturen
(Nanotechnologie) für den Gigabit-Chip.
Die
Entwicklung der Strukturen und
der Fertigungstechnologie
erfolgt gemeinsam, mit den auf
der Basis
dieser Technologie entwickelten
Produkte
gehen die Partner als Konkurrenten
auf den
Markt. (Siehe auch Innovationen
und Kosten).
- Fokussieren der Aktivitäten auf Schlüsselmärkte,
z.B. in Europa, USA. Südostasien und Japan.
Um die globale Ausrichtung unserer
Unternehmen
erfolgreich bewältigen zu können,
werden
in wachsender Zahl Ingenieure
benötigt, die
weltweit als Manager für internationale
Industrieprojekte
eingesetzt werden können. Dazu
sind speziell
für die internationale Einsatzfähigkeit
folgende
Zusatzqualifikationen erforderlich:
- Perfekte Englischkenntnisse und möglichst
gute Kenntnisse in einer weiteren
Sprache.
- Weitere Sprachkenntnisse und Einfühlungsvermögen
in fremde Kulturen und Mentalitäten.
- Auslandserfahrung, z.B. im Rahmen von Praktika
und Studienanteilen im Ausland,
verbunden
mit der Bereitschaft, zumindest
auf Zeit
im Ausland zu leben und zu
arbeiten.
- Erhöhte Lernbereitschaft, Mobilität und Flexibilität.
Diese Anforderungen gelten aber
nicht nur
für solche Ingenieure, die im
Ausland Projekte
leiten sollen, sondern in modifizierter
Form
auch für die, die im Inland bleiben.
Auch
im Inland müssen Ingenieure in
der Lage sein,
mit ausländischen Kollegen zusammenzuarbeiten,
sei es, daß ausländische Kunden
zu uns kommen,
sei es, daß sie in großen international
tätigen
Konzernen regelmäßig mit ausländischen
Kollegen
zusammenarbeiten müssen.
Integration
Durch den Strukturwandel ist auch die Struktur
und die Konsistenz unserer Unternehmen in
Frage gestellt worden. Zur Steuerung großer
Unternehmen ist es erforderlich, überschaubare,
markt- und kundengerechte, geschäftsführende
Einheiten zu bilden und neue organisatorische
Strukturen zu schaffen, ähnlich wie sie in
mittelständischen Unternehmen anzutreffen
sind, die auf Veränderungen der Umweltbedingungen
schneller reagieren können. Neue innovative
Produkte überschreiten jedoch zunehmend die
Grenzen der geschäftsführenden Einheiten,
ebenso wie die der klassischen Ingenieurdisziplinen
und wachsen zu komplexen Systemen und Problemlösungen
zusammen.
Die Planung und Realisierung komplexer Systeme
erfordert in den Unternehmen die Zusammenarbeit
über Fach und Bereichsgrenzen hinweg. Nicht
zuletzt erwarten auch die Kunden einen kompetenten
Ansprechpartner für bereichsüberschreitende
Projekte. Um erfolgreich zu sein, müssen
die integrativen Kräfte in den Unternehmen
gestärkt, die Unternehmensorganisation laufend
den Markterfordernissen angepasst, die abteilungs-
und bereichsüberschreitende Kommunikation
gefördert sowie die Arbeitsabläufe und Zusammenarbeit
zwischen den verschiedenen Bereichen im Unternehmen
verbessert werden.
Strategische Maßnahmen zur Stärkung
der integrativen
Kräfte und zur Verbesserung der
Zusammenarbeit
sind u.a.:
- Bilden kleinerer, gut steuerbarer geschäftsführender
Einheiten, die überschaubar,
projektorientiert,
räumlich zusammengefasst oder
über Intranet
verbunden mit flacher Hierarchie
und mit
verstärkter unternehmerischer
Kompetenz und
Verantwortung für die gesamte
Prozeßkette
vom Marketing bis zum Service
ausgestattet
sind.
- Realisieren kurzer Entscheidungswege und
flacher Hierarchien.
- Verstärken der fach-, funktions-, ressort-
und länderübergreifenden Projektarbeit.
- Übertragen von mehr Verantwortung und Entscheidungskompetenz
an den einzelnen Mitarbeiter und an Mitarbeitergruppen.
Neue Arbeitsstrukturen in Form von kleineren
unternehmerischen Einheiten und teilautonomen,
selbstgesteuerten Arbeitsgruppen erfordern
aber auch eine neues Führungsverständnis
und damit ein neues Rollenverständnis sowohl
bei den Führungskräften als auch bei den
Mitarbeitern.
Eine Führungskraft ist nicht mehr Hierarch,
sondern Coach, Moderator und Helfer seiner
Mitarbeiter. Sie überträgt ihnen Befugnisse
und Verantwortung, vermittelt Visionen und
vereinbart Arbeitsziele. Sie schafft seinen
Mitarbeitern Freiräume, greift nicht ins
Tagesgeschäft ein, überlässt den Mitarbeitern
die Einteilung der Arbeit und der Arbeitszeit,
kontrolliert die Qualität der Arbeitsergebnisse
und ob sie unter Einhaltung der vorgegebenen
Randbedingungen, wie Zeit, Kosten und andere
Resourcen entstanden sind und sorgt, was
meist vergessen wird, für Anerkennung guter
Leistungen.
Die Mitarbeiter auf der anderen Seite sind
Unternehmer in eigener Sache in ihrem Aufgabenfeld.
Sie arbeiten in Teams oder selbständig, ergreifen
selbst die Initiative, warten also nicht
auf Anweisungen ihres Chefs, handeln eigenverantwortlich,
lösen selbständig die im Zusammenhang mit
Ihrer Aufgabe auftauchenden Probleme, arbeiten
ständig an Verbesserungen, nicht nur ihres
Produkts, sondern auch an den Prozessen,
die zum Produkt führen und gestalten ihren
Arbeitsplatz und ihr Arbeitsumfeld aktiv
mit.
Ingenieure, die als Manager Umstrukturierungen
durchführen und für eine Verbesserung
der
Zusammenarbeit in den Unternehmen
sorgen
müssen, benötigen dafür
- Verständnis für organisatorische Zusammenhänge
und Arbeitsabläufe im Unternehmen.
- Prozessorientiertes Denken und die Fähigkeit,
Arbeitsprozesse auch unter
Zeit- und Kostengesichtspunkten
zu organisieren.
- Befähigung zur Teamarbeit und zur Moderation
sowie zum “Verkaufen” von Ideen, Strategien
und Ergebnissen.
- Grundlagen des Projektmanagements und Erfahrung
in der Abwicklung fachübergreifender Projekte.
- die Einsicht von klassischen Hierarchievorstellungen
Abstand zu nehmen und die Mitarbeiter zu
“coachen”.
Alle Ingenieure sollen als Manager vor allem
in der Lage sein, Arbeitsprozesse zu organisieren
und Probleme im Team zu lösen, wobei die
Kreativität, Motivation und Verantwortung
der Mitarbeiter durch Coaching gefördert
wird.
Dienstleistungen
Das Dienstleistungsgeschäft ist in Deutschland,
auch in der Industrie noch entwicklungsfähig.
Dabei kommen zu den bisher üblichen Dienstleistungen
in Projektierung, Montage, Inbetriebsetzung,
Wartung und Service auf vielen Gebieten neue
Dienstleistungen hinzu.
Komplexe Anlagen und Systeme lassen sich
zunehmend nur noch in Verbindung mit umfangreichen
Engineeringleistungen, aber auch Finanzdienstleistungen
verkaufen. Z.B. ist im Grossanlagenbau nicht
unbedingt die beste technische Lösung für
einen Auftrag entscheidend, als vielmehr
das bessere Finanzierungskonzept. Die zunehmende
Komplexität und Flexibilität technischer
Systeme erfordert darüberhinaus umfassende
Betreuung vor und nach der Installation beim
Kunden, bis hin zur kontinuierlichen Modernisierung
einmal installierter Anklagen und Systeme.
Der Dienstleistungssektor ist weltweit ein
Wachstumsmarkt. Bei der Siemens AG werden
beispielsweise bereits über 60% des Umsatzes
mit Dienstleistungen und Engineeringleistungen
erbracht.
Um wettbewerbsfähig zu bleiben und ein ausreichendes
Wachstum zu sichern, muß die deutsche Industrie
neue Wertschöpfungsfelder im Dienstleistungsbereich
erschließen.
Strategische Maßnahmen zur Ausweitung
des
Dienstleistungsgeschäftes sind
u.a.:
- Ausbau der Dienstleistungen in Projektierung,
Montage, Inbetriebnahme, Wartung
und Service,
verbunden mit verstärkter Fokussierung
der
Dienstleistungen auf Märkte
und Kunden.
- Verknüpfen von Produkten mit neuen Dienstleistungen,
z.B. Finanzierung von Projekten
oder Betreiben
von Systemen. (Kraftwerke,
Telekommunikationssysteme).
- Entwickeln und Anbieten eigenständiger Engineeringleistungen,
z. B. Erstellen von Software und Integration
von Produkten in Systeme.
- Übernahme von Generalunternehmerfunktionen
bei Großprojekten.
Der Ingenieur als Manager von Dienstleistungsprojekten
benötigt dazu die bereits o.a. betriebswirtschaftlichen
Kenntnisse und Fähigkeiten, die o.a. Inhalte
der Methoden- und Systemkompetenz sowie die
Fähigkeit Dienstleistungen akquirieren und
vermarkten zu können.
Gesellschaft
Aus gesellschaftspolitischer Verantwortung
heraus müssen sich die Unternehmen den Problemen
und Herausforderungen der Industriegesellschaft
stellen und gemeinsam mit der Politik nach
Lösungen suchen. Auf dem Arbeitsmarkt gilt
es, kurzfristig auf ein Überangebot an Arbeitskräften
flexibel zu reagieren. Es müssen Wege gefunden
werden, die ein weiteres Ansteigen der Arbeitslosenzahlen
vermeiden helfen.
Auch für andere gesellschaftliche Herausforderungen
wie z.B. Sicherheit, Umweltschutz, Verkehr
und Energieversorgung sind unter Einsatz
des in der Industrie vorhandenen Sachverstandes
richtungsweisende und mehrheitsfähige Perspektiven
zu entwickeln.
Dabei geht es darum, dafür zu sorgen, dass
wir nicht in den Verdacht geraten, ein technologie-
und innovationsfeindliches Land zu sein,
wie es die öffentliche Diskussion über Kernenergie,
Biotechnologie bis hin zum Transrapid suggeriert
hat.
Hier sind vor allem die Ingenieure aufgerufen,
ihre Arbeitsgebiete in der Öffentlichkeit
aktiver und manchmal auch aggressiver zu
präsentieren und zu verteidigen. Die Diskussionen
in der Öffentlichkeit über neue Technologien
werden bei uns bis zum heutigen Tag vor allem
von den sogenannten “-logen”, den Ideologen,
Soziologen, Psychologen, und Theologen geführt,
denen die einschlägige Fachkenntnis fehlt
und die statt dessen Ängste unter der Bevölkerung
schüren, während kompetente Leute, die etwas
von der Materie verstehen, nämlich die Ingenieure
und Naturwissenschaftler im Abseits stehen
und sich nicht artikulieren. Häufig fehlt
den Ingenieuren auch das rhetorische Geschick,
sich in öffentlichen Diskussionen gegenüber
den Ideologen behaupten zu können. Deshalb
sind bei uns viele Innovationen behindert
und verhindert worden, die Beispiele reichen
von der Kernenergie über die Biotechnologie
bis zur Magnetbahn Transrapid. Hier müssen
sich die Ingenieure mehr in der Öffentlichkeit,
aber auch in der Politik engagieren, aus
ihrem Sachverstand heraus auch komplexe technische
Prozesse für einen Laien verständlich darstellen
und die öffentliche Diskussion unter vernünftiger
Abwägung von Chancen und Risiken wieder auf
ein sachliches Niveau zurückführen.
Strategische Maßnahmen zum Wahrnehmen
der
Verantwortung gegenüber der Gesellschaft
sind u.a.:
- Anpassen der Personalgewinnung und Personalführung
an die Situation auf dem Arbeitsmarkt, z.B.
durch ein verstärktes Angebot an Teilzeitarbeitsplätzen,
zunehmende Flexibilisierung der Arbeitszeit
und neue Ansätze zur arbeitsmarktgerechten
Verteilung der Arbeit.
- Mitarbeit an Feldversuchen und Leitprojekten
zur Unterstützung der politischen Meinungsbildung,
in denen unter Beteiligung der Öffentlichkeit
neue technische Lösungen, wie z.B. Verkehrssysteme
erprobt werden. Stärkere Verzahnung von Forschungserkenntnis
mit industrieller Anwendung, verbunden mit
rechtzeitiger Kommunikation mit Politik und
Öffentlichkeit.
- Übergang vom Vertrieb bestimmter Produkte
zur Bereitstellung kompletter, offener Systemlösungen,
die dem sich wandelnden Bedarf der Gesellschaft
angepasst werden können.
- Intensivieren des Dialogs mit der Gesellschaft
und verstärkte Mitarbeit an der politischen
Meinungsbildung sowie an richtungsweisenden
Gesetzen, Normen und Vorschriften.
Gesellschaftsbezogene Qualifikationen
Um künftig einen intensiveren Dialog mit
der Gesellschaft führen zu können, müssen
Ingenieure als Manager auch über gesellschaftsbezogene
soziale Qualifikationen verfügen, wie z.
B.
- Fähigkeit zum Erkennen und zur Analyse gesellschaftlicher
Strömungen und Bedürfnisse.
- Fähigkeit zur allgemeinverständlichen Darstellung
technischer Aufgabenstellungen
und Lösungen.
- Fähigkeit zur Behandlung komplexer sozio-technischer
Probleme mit ihren Schnittstellen
und Verflechtungen
zur Gesellschaft.
- Politisches Engagement und Durchsetzungsvermögen.
Ingenieure müssen als Manager
in ihrem Wirkungsbereich
gesellschaftliche Fragen aufgreifen
und überzeugende
Antworten geben können. Vor allem
müssen
sich die Ingenieure darauf einstellen,
in
der Öffentlichkeit den Dialog
mit der Gesellschaft
zu führen und ggf. auch selbst
politische
Aufgaben zu übernehmen. Das notwendige
Rüstzeug
dazu kann man sich durch Teilnahme
an geeigneten
sozialwissenschaftlichen Veranstaltungen
und durch Mitwirkung in Gremien,
Verbänden
oder Parteien aneignen.
Resumee
Ím Zusammenhang mit den einzelnen Aspekten
des Strukturwandels kommen auf Ingenieure
in Management-Funktionen neue Herausforderungen
zu. Diese neuen Herausforderungen betreffen
sowohl die fachlichen als auch die außerfachlichen
Qualifikationen.
Zu den neuen Anforderungen, die fachliche
Qualifikation betreffend, gehören Methoden-
und Systemkompetenz zur Förderung von Innovationen
und zur Gestaltung von weltmarktfähigen,
innovativen Produkten, zu den außerfachlichen
Qualifikationen gehören betriebswirtschaftliche
Kenntnisse zur Steigerung der Produktivität
und Senkung der Kosten, die Fähigkeit, internationale,
die Grenzen überschreitende Projekte leiten
zu können, Organisationskenntnisse, um die
eigene Organisation den jeweiligen Erfordernissen
des Marktes und der Kunden anpassen zu können,
sowie soziale Kompetenz, um die Akzeptanz
der Gesellschaft für neue Technologien zu
erhöhen.
- Autor: Prof. h.c. (Dipl.-Ing.) Hans Bernd
Fischer, Siemens AG Hochschulmarketing
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