| Chemie hat wieder Zukunft |
Dank neuer Berufsbilder und Technologien
entspannt sich der
Arbeitsmarkt für Chemiker
Die gute Nachricht gleich vorab: Der Arbeitsmarkt
für Chemiker ist nach einer langen Durststrecke
wieder im Aufwind.
Nachdem die chemische Industrie - vor allem
in der so genannten Asienkrise Ende der 1990er
Jahre - harte Jahre mit starken Umsatzrückgängen
durchstehen musste, gibt es seit einiger
Zeit Licht am Ende des Tunnels. Chemie hat
wieder Zukunft - und das wirkt sich auch
belebend auf den Arbeitsmarkt für diplomierte
und promovierte Chemiker aus.
Wegen der schlechten Berufsaussichten in
der Branche waren die Studentenzahlen in
den letzten Jahren stark rückläufig: Gab
es in den frühen 70er Jahren rund 2.000 Studienanfänger
pro Jahr, so stieg diese Zahl bis Mitte der
80er Jahre auf 7.000 an, blieb bis Anfang
der 90er Jahre bei ca. 6.000 und ist in den
letzten Jahren auf rund 3.000 gefallen. Inzwischen
befürchten die Fachverbände sogar einen ernsten
Mangel an qualifizierten Chemikern schon
in den nächsten Jahren.
Dabei prognostiziert die chemische Industrie
attraktive berufliche Perspektiven in Industrie
und Wissenschaft und weist darauf hin, dass
sich die Chancen für Chemiker auf dem Arbeitsmarkt
seit Ende der 90er Jahre erheblich verbessert
haben. Wurden zwischen 1990 und 1997 durchschnittlich
495 Absolventen pro Jahr von Chemieunternehmen
eingestellt, so fanden 1998 fast 600 diplomierte
und promovierte Chemiker einen adäquaten
Job. Die Chemieindustrie hält ein vielfältiges
Angebot von Arbeitsplätzen bereit: Neben
dem klassischen Berufseinstieg in der Forschungs-
und Entwicklungsabteilung gibt es interessante
Herausforderungen für qualifizierte Chemiker,
für die eine Promotion nicht zwingend erforderlich
ist, z.B. in Marketing, Vertrieb oder Öffentlichkeitsarbeit
und im Umweltschutz.
Die Chancen für Chemiker auf dem Arbeitsmarkt
steigen jedoch nicht nur in der Industrie,
sondern auch in der Wissenschaft. In den
nächsten Jahren wird es an den deutschen
Universitäten zu einem deutlich spürbaren
Generationswechsel kommen: Etwa ein Drittel
der Professorenstellen (rund 330) für Anorganische,
Organische und Physikalische Chemie werden
dann frei. Gute Aussichten also auf eine
Hochschulkarriere für hochbegabte, wissenschaftlich
ausgerichtete Chemiker. Auch außeruniversitäre
Forschungseinrichtungen, z.B. die Max-Planck-Institute
oder Großforschungseinrichtungen stellen
wieder mehr Chemiker ein: jährlich rund 320
bis 340 mit steigender Tendenz.
Daneben haben sich neue Berufsfelder gebildet,
z.B. in der Biotechnologie oder der Gentechnik,
die das Fach Chemie mit verwandten Wissenschaften
verquicken.
Die Krise der Chemie im vergangenen Jahrzehnt
hat in Industrie und Wissenschaft auf breiter
Front zu einem Ruf nach Restrukturierung
des Studiums und der Berufsbilder geführt.
Generell war man sich einig darüber, dass
die Chemikerausbildung in Deutschland reformiert
werden müsse und das Studium vielfältiger
und differenzierter zu gestalten sei. Auch
neue Berufsbilder sollen helfen, die Arbeitsmarktperspektiven
für diplomierte und promovierte Chemiker
zu verbessern.
Studienreform nach dem
Würzburger Modell
Lange Zeit wurden Chemiestudenten praktisch
eingleisig für eine wissenschaftliche Tätigkeit
in der Forschung ausgebildet. Nicht das Diplom
galt als Regelabschluss für das Chemiestudium,
sondern die Promotion – 90 Prozent der Diplom-Chemiker
machten ihren Doktor und galten erst damit
als “echte” Chemiker. Inzwischen hat die
Chemiebranche jedoch einen Paradigmenwechsel
vollzogen: Die Studienreform des Würzburger
Modells, 1996 von der Vollversammlung der
Konferenz der Fachbereiche Chemie einhellig
verabschiedet, verfolgt das Ziel, den Studiengang
Chemie stärker als bisher zu differenzieren
und an späteren Berufsbildern zu orientieren.
Dazu soll zunächst das Diplom als berufsqualifizierender
Abschluss für Tätigkeiten außerhalb der Forschung
“salonfähig” gemacht werden.
Die Neugliederung des Chemiestudiums nach
dem Würzburger Modell sieht ein gemeinsames
Basisstudium (1.-6. Semester) für alle Studenten
vor. Im 7./8. Semester erfolgt dann die Weichenstellung
zu einer von drei Studienrichtungen, die
sich sehr konkret am späteren Beruf orientieren.
Je nach Veranlagung und persönlichen Voraussetzungen
können Studenten wählen: Den Promotionsstudiengang,
ein forschungsorientiertes Chemiestudium,
das mit der Promotion endet und auf eine
berufliche Tätigkeit in der Forschung der
chemischen Industrie, in außeruniversitären
Forschungseinrichtungen oder auf eine Hochschulkarriere
inkl. der Habilitation vorbereitet. Die zweite
Spezialisierungsrichtung ist der anwendungsorientierte
Diplomstudiengang. In diesem Studiengang
erfolgt im 7./8. Semester eine Erweiterung
der chemischen Ausbildung durch eine zweisemestrige
Spezialisierung in chemischen oder chemienahen
Fächern, die im bisherigen herkömmlichen
Studiengang nicht oder nur am Rande gelehrt
wurden. Besonderes Gewicht liegt auf anwendungsorientierten
Aspekten und damit verbundenen Forschungs-
und Entwicklungs-Projekten. Der Diplomstudiengang
“neuerer Art” verbessert erheblich die beruflichen
Einsatzmöglichkeiten eines Diplomchemikers.
Der unmittelbare Berufseinstieg wird dadurch
zusätzlich erleichtert, dass die Absolventen
in der Regel zwei bis drei Jahre jünger sind
als die promovierten Kollegen. Schließlich
führt die Kombination Basisstudium Chemie/nichtchemisches
Zusatzstudium zu völlig neuen Berufsbildern,
z.B. dem Diplomwirtschaftschemiker. Dieser
Studiengang stellt ohne Zweifel die weitest
gehende Veränderung des klassischen Chemiestudiums
dar. Absolventen dieses Studiengangs sollten
neben Funktionen in der chemischen Industrie
in verstärktem Maße Aufgaben in den verschiedenen
Bereichen der Gesellschaft übernehmen können,
die den klassisch ausgebildeten Chemikern
bisher verschlossen waren, z.B. in Wirtschaft,
Industrie, Verwaltung und Behörden. Das Basisstudium
Chemie und unterschiedliche Zusatzfächer
(z.B. Wirtschaftswissenschaften, Jura, Geowissenschaften,
Biologie, Pharmazie, Informatik) bringen
eine hohe Flexibilität bei möglichen “Einsatzgebieten”
mit sich und erschließen Chemikern eine Vielzahl
neuer Berufsfelder.
Grundsätzlich sind die unterschiedlichen
Studiengänge keine Einbahnstraßen: der Wechsel
zu einem anderen Studiengang oder die Promotion
sind immer möglich.
Zusatzqualifikationen
Chemieabsolventen, die ihr Studium bereits
beendet haben und die Chancen, die das Würzburger
Modell eröffnet, nicht mehr wahrnehmen können,
haben die Möglichkeit, durch Eigeninitiative
Zusatzqualifikationen zu erwerben, die ihre
Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern.
Den meisten in der Industrie tätigen Chemikern
fehlen Wirtschafts- und Management-Kenntnisse,
denn die werden im klassischen Chemiestudium
nicht vermittelt. Dabei befassen sich Chemiker
während ihres Berufslebens immer wieder mit
wirtschaftlichen Zusammenhängen. Neben typischen
Management- und Personalführungsaufgaben
verlangt ein modernes Wirtschaftsunternehmen
von seinen leitenden Angestellten heute auch
spezielles Managementwissen in Forschung
und Entwicklung, Produktion und Marketing.
Der Chemiker in der Forschung ist kein Labor-Tüftler
mehr, sondern leitet als Manager verantwortlich
seine Projekte oder arbeitet als Betriebsleiter
in der Produktion mit Produktionsplanungs-
und Kostenmanagement-Systemen.
Es stehen dem Chemiker verschiedene Möglichkeiten
zur Verfügung, um die fehlenden wirtschaftswissenschaftlichen
Zusatzqualifikationen zu erlangen: So gibt
es einen Studiengang Diplomwirtschaftschemie
an den Universitäten Kaiserslautern, Düsseldorf,
Kiel und Ulm. Die TU Clausthal bietet im
Rahmen des Chemiestudiums die Spezialisierung
Wirtschaftschemie an. Ein BWL/VWL-Zweitstudium
vermittelt fundierte theoretische Kenntnisse,
ist aber zeitaufwendig und berufsbegleitend
nicht zu absolvieren. Für den berufstätigen
Chemiker eignet sich eher ein praxisorientiertes
BWL- Aufbaustudium an einer Fernuniversität
oder ein MBA an einer (ausländischen) Wirtschafts-
und Business-School.
In Eigeninitiative lassen sich auch typische
Schwächen ausbügeln, die Chemikern von Arbeitgebern
häufig vorgeworfen werden, z.B. mangelnde
sprachliche Kompetenz, nicht ausreichende
Fremdsprachenkenntnisse, fehlende “soft skills”
(Teamfähigkeit, soziale Kompetenz, Konfliktfähigkeit
etc.). Auch mangelnde Methoden- und Medienkompetenz,
Kreativität und Leistungsbereitschaft wird
vielfach beklagt. In Kursen und Seminaren
an Universitäten und Fortbildungsakademien
können diese Fähigkeiten jedoch auch zu einem
späteren Zeitpunkt noch trainiert und erlernt
werden.
Branchenüberblick
Die chemische Industrie ist allgegenwärtig:
Mit ihren zahlreichen Vor-, Zwischen- und
Fertigprodukten wirkt sie in fast alle Wirtschafts-
und Lebensbereiche hinein. Chemiker entwickeln
und produzieren in folgenden Bereichen:
- Agrarchemie, Pflanzenschutz
- Allgemeine Chemie/Grundlagen
- Analytische Chemie
- Biochemie/Biotechnologie
- Dienstleistungen
- EDV, Computer, Software
- Farben und Lacke
- Fein- und Grundchemikalien
- Kosmetik, Waschmittel
- Laborgeräte, Laborbedarf
- Lebensmittelchemie
- Petrochemie
- Pharmazeutische Chemie
- Polymere, Kunststoffe, Fasern
- Technische Chemie
- Umweltchemie
- Zulieferer, Anlagenbau etc.
Die Struktur der chemischen und verfahrenstechnischen
Industrie ist sehr gemischt, sie reicht von
spezialisierten Kleinstbetrieben bis zu weltweit
operierenden Großkonzernen. Die Branche erreichte
1998 einen Umsatz von DM 187 Mrd., davon
entfielen 62,5% auf den Export. Die wichtigsten
Auslandsmärkte waren Westeuropa (62,4%),
USA/Kanada/Mexiko (12,1%) und Asien inkl.
Japan (12,1%).
Berufsfelder für Chemiker
Der klassische Berufseinstieg für Chemieabsolventen
findet in der Forschungs- und Entwicklungs-Abteilung
eines Chemieindustrie-Unternehmens statt.
Dem talentierten Nachwuchs eröffnen sich
hier vielfältige Chancen und anspruchsvolle
Tätigkeiten, z.B. als Laborleiter. In der
industriellen Forschung und Entwicklung sind
hochqualifizierte promovierte Chemiker mit
ausgewiesener fachlicher Kompetenz, aber
auch mit Kreativität, Flexibilität und Stehvermögen
gefragt. Die Promotion bleibt Einstiegsvoraussetzung.
Typische Arbeitsfelder sind auch Marketing
und Vertrieb (Produktmanager), Produktion
(Betriebsleiter), Patentwesen, Analytik und
Umweltschutz.
Interessante Aufgaben für Chemiker ohne Promotion
bieten neue oder alternative Berufsfelder:
Pharmareferent
Eine Tätigkeit als Pharmaberater im Außendienst
wird manchmal etwas naserümpfend als Ausweichjob
für Studienabbrecher deklassiert. Jedoch
weit gefehlt: Pharmaberatung ist eine anspruchsvolle
Aufgabe, die ausgezeichnete kommunikative
und verkäuferische Fähigkeiten verlangt.
Pharmaberatung darf nach den gesetzlichen
Bestimmungen nur von sachkundigen Personen
ausgeführt werden, d.h. Apothekern und Personen
mit Hochschulabschlüssen in den Fächern Chemie,
Biologie, Human- oder Veterinärmedizin. Zugelassen
sind auch Assistenten der genannten Disziplinen,
wenn sie eine Ausbildung zum “geprüften Pharmareferenten”
absolviert haben.
Aufgabe der Pharmaberater ist es, praktizierende
Mediziner über die in der Pharmaforschung
gewonnenen Erkenntnisse und entwickelten
Arzneimittel fachgerecht und vollständig
zu informieren. Andererseits sollen die Angehörigen
der Heilberufe Informationen über die beim
Patienten beobachteten Nebenwirkungen und
Risiken von Medikamenten an die Erzeuger
zurückgeben können. Damit sind Pharmaberater
Informationsträger zwischen pharmazeutischen
Unternehmen und den Angehörigen der Heilberufe,
wie Ärzten, Zahnärzten, Tierärzten, Heilpraktikern
und Apothekern.
Neben der Qualität der Produkte spielt die
Persönlichkeit des Pharmareferenten für seinen
beruflichen Erfolg eine entscheidende Rolle.
Der Beruf verlangt Kommunikationsfähigkeit,
Offenheit, Menschenkenntnis und Ehrlichkeit,
um das Vertrauen der Kunden gewinnen zu können.
Das Unternehmen erwartet absolute Zuverlässigkeit
und Loyalität, Fleiß, Initiative und Kreativität.
Um den hohen Anforderungen gerecht zu werden,
durchlaufen Pharmareferenten im Regelfall
vor dem Einsatz zunächst ein Verkaufstraining.
Als Naturwissenschaftler haben sie zwar hochspezialisiertes
Wissen in ihrem Fachgebiet, jedoch kaum Verkaufserfahrung.
Sie erhalten deshalb eine Ausbildung in Verkaufspsychologie
und -techniken und bekommen Kenntnisse über
effektive Gesprächsführung vermittelt. Aufstiegschancen
gibt es zum Verkaufsleiter, Regionalmanager,
ins Produktmanagement oder auf Firmenebene.
Biotechniker
Die Biotechnologie und mit ihr die Gentechnik
gelten als Branche mit glänzender Zukunft.
Der Bio-Tech-Markt boomt: Seit 1996 hat sich
die Zahl der Biotechnik-Unternehmen verdreifacht
auf nun über 500. Derzeit arbeiten rund 10.000
Männer und Frauen in Biotechnik-Firmen und
die Nachfrage nach guten Mitarbeitern wächst
permanent. Prinzipiell scheint dies ein breites
Auffangbecken für arbeitslose Biologen und
Chemiker zu sein, doch so einfach ist die
Jobsuche nicht. Die Bio-Tech-Branche kann
mit den klassischen Uniabsolventen wenig
anfangen. Sie sucht nach Mitarbeitern, die
Geschäftssinn und praktische Erfahrung haben
und Begriffe wie Profit, Marketing und Controlling
ganz selbstverständlich in ihre Arbeit integrieren.
Der forschende Wissenschaftler macht nur
noch 20 Prozent des Bedarfs aus. Stärker
gefragt ist der Wissenschaftler, der kalkulieren
und verkaufen kann: der Scientific Manager,
der mit chemischen Formeln und Wirtschaftsbilanzen
gleichermaßen vertraut ist. Da eine solche
Ausbildung an der Universität nicht zu bekommen
ist, empfehlen Insider Eigeninitiative: Selbstschulungen
und Praktika in Bio-Tech-Unternehmen sind
das A und O für einen erfolgversprechenden
Beruf.
Hochinteressante Berufsperspektiven bietet
auch die Bioinformatik. Statt im Reagenzglas
entwickeln Bioinformatiker am Computer zum
Beispiel Programme zum Modellieren von Molekülen
oder Software zur Genanalyse. Auch für dieses
neue Berufsbild gibt es keine universitäre
Ausbildung. Der typische Werdegang des Bioinformatikers
ist entweder der Computerfachmann, der sich
für Biotechnologie interessiert oder der
Biologie, der irgendwann ein Gespür für das
Programmieren entwickelt hat.
Chemiker im Fachverlag
Wer als Chemiker über ein breites Fachwissen
und gute EDV-Kenntnisse verfügt, ausgezeichnete
sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten, Organisationstalent
und Teamfähigkeit hat, für den ist eine Position
in einem wissenschaftlichen Fachverlag vielleicht
eine gute berufliche Alternative.
Das “Handwerkszeug” als Fachredakteur oder
Fachlektor erlernt der Hochschulabsolvent
in einem ein- bis zweijährigen Volontariat
oder “Training-on-the-job”.
Fachredakteure bei einer wissenschaftlichen
Zeitschrift schreiben entweder selbst oder
bearbeiten eingehende Artikel nach sprachlichen,
formalen und inhaltlichen Kriterien. Sie
glätten, formatieren und stellen Sachverhalte
und Zusammenhänge klar. Dazu müssen sie sich
naturgemäß im Fachgebiet und seiner Terminologie
sehr gut auskennen. Zur redaktionellen Arbeit
gehört auch die technische Aufbereitung der
Manuskripte am Computer und - heute immer
stärker - die Bearbeitung für elektronische
Publikationen und das Internet. Wichtig für
wissenschaftliche Redakteure ist auch der
exakte Umgang mit Terminen, Kostenbudgets
und wirtschaftlichen Aspekten, z.B. Abonnements-
und Anzeigenerlösen.
Fachlektoren müssen ein vielseitiges Qualifikationsprofil
mitbringen: Sie betreuen die Herstellung
eines Buches von der Idee bis zur Marktreife.
Der Lektor hat die Rolle eines Produktmanagers.
Zu Beginn entwickelt er die Idee für ein
Buch und muss den idealen Autor oder Herausgeber
finden. Er plant den Ablauf des Buchprojektes,
befasst sich mit Marktforschung und darf
die Konkurrenz nicht aus den Augen verlieren.
Wenn das fertige Manuskript im Verlag eintrifft,
ist der Lektor von der inhaltlichen und formalen
Annahme eines Manuskripts über die Erarbeitung
eines Marketing-Konzepts bis zur Lösung technischer
Probleme - eingebunden in ein Team aus Marketing-
und Herstellungsexperten - für die fachgerechte
Produktion und das termingerechte Erscheinen
eines Werkes verantwortlich.
Jeder einzelne Buchtitel will kalkuliert,
optimiert, budgetiert und schließlich erfolgreich
publiziert sein.
Die Arbeit eines Fachlektors lässt sich beschreiben
als eine Kombination aus Produktentwicklung,
Projektsteuerung und Profit-Center-Management.
Sie ist spannend und herausfordernd und eine
echte Alternative zur klassischen Laborarbeit.
Managementberatung
Als Chemiker in einem Consulting-Unternehmen?
Dies ist sicher die radikalste Abkehr von
den Inhalten des Studiums, denn mit Chemie
wird ein Management-Berater wohl nur selten
in Kontakt kommen. Top-Management-Beratungen
unterstützen die Vorstände großer Unternehmen
und öffentlicher Institutionen bei der Anpassung
an veränderte Wettbewerbsbedingungen. Strategien
werden neu definiert, Unternehmen auf besonders
lukrative Bereiche konzentriert, Organisationen
und Strukturen neuen Gegebenheiten angepasst.
Externe Berater sind aus der Wirtschaft nicht
mehr wegzudenken. Die Consulting-Branche
verzeichnet jedes Jahr Umsatzzuwächse im
zweistelligen Bereich; allein in Deutschland
werden jährlich rund 7 Mrd. € für Beratung
ausgegeben. Wie kaum eine andere Branche
bietet die Top-Management-Beratung intellektuelle
Herausforderungen und persönliche Entwicklungschancen.
Nicht nur der Mangel an hochqualifizierten
Wirtschaftswissenschaftlern lässt Unternehmensberatungen
in fremden Revieren wildern. Letztlich ist
das Studienfach unwichtig, wenn der Bewerber
herausragende analytische und kommunikative
Fähigkeiten und eine souveräne Persönlichkeit
mitbringt. An Naturwissenschaftlern wird
vor allem die Fähigkeit geschätzt, Probleme
analytisch zu erfassen und zu strukturieren.
Damit sind sie Bewerbern aus anderen Disziplinen
häufig überlegen. Die Defizite der Naturwissenschaftler
liegen eher im kommunikativen Bereich und
in der fehlenden Breite der Ausbildung. Wer
an einer Karriere in der Unternehmensberatung
interessiert ist, sollte deshalb frühzeitig
an einer Verbreiterung seines Wissens arbeiten
und sich Grundkenntnisse in Betriebswirtschafts-
und Volkswirtschaftslehre und Jura aneignen.
Consulting-Unternehmen erwarten außerdem
hervorragende Kenntnisse in mindestens einer
Fremdsprache.
Die wichtigste und effizienteste Vorbereitung
auf eine Tätigkeit in der Beratung ist ein
ein- bis zweimonatiges Praktikum, das in
der Regel angemessen vergütet wird.
Wer sich dann bei einer Unternehmensberatung
bewirbt, muss nicht schon als “fertiger”
Consultant auftreten, aber das Potential
sollte erkennbar sein. Ohnehin haben nur
die Besten eine Chance und die Auswahlkriterien
und Einstellungsprozeduren sind wirklich
hart. Wer aber die Anfangshürden schafft,
bekommt sehr schnell verantwortungsvolle
Aufgaben und kann einen Beruf ergreifen,
der ihm exzellente berufliche und persönliche
Weiterentwicklungs-möglichkeiten bietet.
Noch ein Tipp:
Chemiker finden zu wirklich allen
Fragen
rund um ihr Fachgebiet einen
riesigen Pool
an Informationen im zentralen
deutschen Internet-Dienst
für die Chemie-Branche. Unter
der Web-Adresse
http://www.chemie.de finden Sie
ein interaktives
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mit über
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vorgestellt und verschiedene
Diskussionsforen
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fachlichen
Austausch untereinander.
- Autor: Dr. Melanie Thielking
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