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Bachelorabschluss: Ende der Fahnenstange oder Anfang einer Bildungskarriere?

In technischen Berufen lockt eine händeringend nach Fachkräften suchende Industrie Absolventen auch schon mit Bachelorabschluss. Doch damit ist noch nicht Schluss mit der Bildungskarriere. In diesem Artikel werden Wege diskutiert, die technische Bachelorabsolventen einschlagen können, auch wenn sie sich vielleicht noch nicht sofort eine weitergehende akademische Ausbildung vorstellen können.

Mit einundzwanzig Ingenieurin oder Ingenieur? Kein Thema! Mit der Bologna-Reform ist es möglich, nach frühestens drei Jahren Studium einen Hochschulabschluss in den Händen zu halten, für frühere Verhältnisse eine atemberaubende Geschwindigkeit.

»Nicht jeder Bachelorabschluss ist gleich berufsqualifizierend«

Viele Absolventen, insbesondere in der Technik, zieht es direkt danach in den Beruf, bieten sich doch für diese Gruppe glänzende Aussichten auf ein gutes Gehalt und ein spannendes Arbeitsleben mit Karrierechancen.

Doch nicht jeder Bachelorabschluss ist gleich berufsqualifizierend. Deshalb sollte man sich frühzeitig Gedanken über die eigene langfristige Bildungskarriere machen! Mit einem anwendungsorientierten Bachelorabschluss z.B. von einer Fachhochschule (FH, Hochschule für angewandte Wissenschaften) fällt der direkte Start in den Beruf in der Regel leicht, hat man doch oft schon seine Abschlussarbeit in Unternehmen gemacht, die sich um die meisten Absolventen reißen. Selbstverständlich müssen die Noten dabei stimmen und man sollte sich in der Firma einen guten Namen gemacht haben.

Bachelorabschluss: Ende der Fahnenstange oder Anfang einer Bildungskarriere? Etwas anders ist die Sache, wenn der Abschluss von einer Universität stammt. Unis legen ihre Bachelorprogramme in der Regel so aus, dass sie die wissenschaftliche Grundqualifikation für den anschließenden Master bieten. Die Studiengänge sind theoretischer und die Absolventen finden sich bisweilen weniger leicht in der Industrie zurecht als ihre anwendungsorientierten Kollegen. Die meisten Unis bemühen sich darum, das Gros ihrer Bachelor in den weiterführenden wissenschaftlichen Master zu bringen. Von hier aus ist auch der Weg zum Doktortitel am ehesten begehbar.

Doch auch für FH-Bachelor steht die Möglichkeit des Masterabschlusses offen. Viele Hochschulen bieten hierfür einen direkten Weg an. Es lohnt sich aber auch in jedem Fall darüber nachzudenken, diese Zeit an einem anderen Studienort zu verbringen! Vielleicht findet sich ein Studienplatz im Ausland? Es muss nicht immer Amerika sein! Viele europäische Länder bieten preisgünstige Masterstudiengänge in englischer Sprache mit hoher Qualität an. Ein Plus für den Lebenslauf ist dieser Aufenthalt allemal! Auch der Weg an eine andersartige Hochschule kann interessant sein, wenn sich das angebotene Fach für die eigene Lebensplanung eignet. FH-Absolventen können z.B. an Universitäten weitermachen, oft müssen sie dafür noch eine Zwischenprüfung an der aufnehmenden Hochschule bestehen.

Auch bedeutet der direkte Berufseinstieg noch kein Aus für die weitere Bildungskarriere. Zumeist zwei Jahre Berufserfahrung braucht man für ein berufsbegleitendes Masterstudium, das bei vielen Anbietern auf dem Programm steht. Die Vielfalt ist verwirrend, mit etwas Vorbereitung findet sich jedoch für Jeden das richtige Modell. Am Beispiel der Hochschule Heilbronn lassen sich die Alternativen gut demonstrieren. Das Heilbronner Institut für Lebenslanges Lernen (HILL) an der Hochschule Heilbronn ergänzt die Vollzeitangebote der Hochschule durch berufsbegleitende Teilzeitstudiengänge in technischen und betriebswirtschaftlichen Disziplinen mit dem Bachelor- und Masterabschluss.

Der berufsbegleitende Master »Maschinenbau« ist in Kooperation mit der Hamburger Fernhochschule als Teilzeitstudium konzipiert, das sich im Wesentlichen im Selbststudium durchführen lässt. In wenigen kurzen Wochenendveranstaltungen wird das in Lehrbriefen erworbene Wissen vertieft oder in Laboren umgesetzt.

»Ein erster Karriereschritt und Führungsverantwortung fühlen sich für viele technische Bachelor wie ein Sprung ins kalte Wasser an.«

Der Studiengang bietet IngenieurInnen die Möglichkeit, sich fachlich zu vertiefen und das methodische Rüstzeug aufzubauen, das für verantwortungsvolle Positionen in einem technischen Umfeld notwendig ist. Andere, branchenspezifische Studiengänge, wie der Master »Elektromobilität« sind für diejenigen gedacht, die für spezielle Fragestellungen ihres beruflichen Umfelds fachliche und methodische Kenntnisse benötigen.

Ein erster Karriereschritt und Führungsverantwortung, verbunden mit Planung und strategischem Management, fühlen sich für viele technische Bachelor wie ein Sprung ins kalte Wasser an. Auf Aufgaben dieser Art wurden sie im Studium nicht vorbereitet. Auch wenn viele Unternehmen die Lücke mit Seminaren schließen, lohnt sich für den genannten Personenkreis über ein berufsbegleitendes MBA-Studium nachzudenken. Im Master of Business Administration bekommen sie in zwei Jahren in Sachen Betriebswirtschaft, Recht, Führung, Kommunikation und Organisation das Wissen, das sie für ihre neuen Aufgaben brauchen. MBA-Abschlüsse werden von zahlreichen privaten und staatlichen Hochschulen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Umfängen angeboten.

Im HILL sind typische Vertreter dieser akademischen Spezies zu finden: Der MBA »Unternehmensführung« orientiert sich am generalistischen »St. Gallener« Ansatz. »International Automotive Management« vermittelt dieselben Themen, jedoch angepasst auf die Automobilbranche, beispielsweise im Bereich Entwicklungs- und Produktionsmanagement, Marketing und Supply-Chain. Beide Studiengänge werden innerhalb von zwölfeinhalb Tagen pro Semester kompakt vermittelt, dazu kommen Projektarbeit und Selbststudium. Nach drei Semestern schließt sich eine Masterarbeit an. Die Prüfungen werden als Präsentationen durchgeführt.

Eine Besonderheit dieser Studiengänge ist die Integration der Lehrinhalte in den beruflichen Alltag. Fast die Hälfte der zum Abschluss geforderten Credits werden durch Projekte im Unternehmen erbracht. Damit profitieren Studierende und Unternehmen vom Studium und nicht selten wechseln Aufgaben und Position bereits während des Studiums. Durch die enge Verzahnung mit dem beruflichen Alltag steigt auch die Bereitschaft der Unternehmen, den studierenden Mitarbeitern die notwendige Zeit für das Studium einzuräumen oder sie finanziell zu unterstützen.

»Mit dem Bachelorabschluss ist die akademische Karriere noch lange nicht beendet.«

Wie wäre es mit einem MBA von einer amerikanischen Universität und dafür nur begrenzte Zeit in den USA zu verbringen? Im Studiengang »MBA Global Business« findet das Studium in englischer Sprache in Deutschland und kompakt in zweimal vier Wochen an der University of Louisville in Kentucky statt.

»Es macht Sinn, sich früh Gedanken zu machen.«

Fazit

Mit dem Bachelorabschluss ist die akademische Karriere noch lange nicht beendet. Auch diejenigen, die den direkten Berufseinstieg gewählt haben, können die verschiedensten Angebote wahrnehmen. Es macht Sinn, sich früh Gedanken zu machen, wie ein Folgestudium - unmittelbar nach dem Bachelorabschluss oder nach der ersten Karrierephase - in die berufliche und private Planung integriert werden kann. Insbesondere bei berufsbegleitenden Angeboten sollte man sich aber im Klaren sein, dass ein erhebliches Maß an Freizeit dafür einzuplanen ist. Es lohnt sich darauf zu achten, wie Lern-, Projekt- und Präsenzphasen von der Hochschule gestaltet werden und wie sie zum eigenen Lerntyp passen. Auch sollte man sich über die Anerkennung des Titels in Deutschland bzw. im eigenen Berufsumfeld informieren. Dann steht einem erfolgreichen weiteren Schritt auf der akademischen Leiter nichts mehr entgegen.

http: //www.hs-heilbronn.de
http: //www.hill-heilbronn.de
http: //www.mba-werden.de
Bachelorabschluss: Ende der Fahnenstange oder Anfang einer Bildungskarriere?

Kurzvita

Prof. Dr.-Ing. Ansgar Meroth, Jahrgang 1965, studierte Elektrotechnik an der Universität Karlsruhe, wo er auch promovierte. Danach arbeitete er bei der Robert Bosch GmbH u. a. im Bereich Car Multimedia und in der Personal- und Organisationsentwicklung. Seit 2003 ist er Professor in verschiedenen Studiengängen an der Hochschule Heilbronn. Daneben vertrat er die Hochschule im Fakultätsvorstand und als Prorektor. Er ist Herausgeber und Mitautor eines Buchs und zahlreicher Veröffentlichungen.
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