Einflussfaktoren auf Ihr Einstiegsgehalt
1. Gehaltstabellen alleine reichen NICHT
aus!
Bei der Recherche nach einem Richtwert für
Ihr Einstiegsgehalt werden Sie immer wieder auf tabellarische Übersichten stoßen. Machen Sie nicht den Fehler und
orientieren Sie sich ausschließlich an diesen
Tabellen. Laut Nicola Holzapfel, Autorin
des Buches ‚Ich verdiene mehr Gehalt‘ können
„Alle gemachten Verdienstangaben (...) nur
Anhaltspunkte liefern“. Ihre Aufgabe ist
es, mit diesen Anhaltspunkten weiterzuarbeiten.
Informieren Sie sich zusätzlich immer über
branchenrelevante Fachmagazine, Verbände,
Organisationen etc. und tauschen Sie sich mit anderen aus.
Verwenden Sie außerdem niemals nur eine Übersicht
als Grundlage für die Angabe Ihrer Gehaltsvorstellungen,
sondern vergleichen Sie. Am Ende des Artikels finden Sie hilfreiche
Adressen, anhand derer Sie sich weiter informieren
können.
Gehaltstabellen geben Durchschnittswerte an, d.h. es kann noch oben oder nach unten
Abweichungen geben. Das ist der Grund, warum
die Angabe von Gehaltsspannen üblich ist.
Und während die eine Übersicht nach Branchen sortiert ist, orientieren sich andere an
der Position oder der Einstiegsform der Befragten. Wenn Sie Gehaltstabellen nutzen,
dann sollten Sie diese deshalb immer genau
analysieren. Viele Bewerber übernehmen die
Angaben einfach, ohne sich die Kriterien
genauer anzuschauen oder über die wirkliche
Aussagekraft der Übersichten nachzudenken.
Überprüfen Sie die Kriterien deshalb und
wenn möglich auch die Art der Datenerhebung.
Wer wurde befragt, wieviele Stimmen wurden
erhoben und wie ist das geschehen?
Ein direkter Vergleich im wörtlichen Sinne
ist somit gar nicht möglich, aber sehr wohl
jedoch eine Gegenüberstellung. Für Berufseinsteiger am sinnvollsten sind Gehaltstabellen, denen auch wirklich Berufseinsteiger als Befragte zugrunde liegen. Hier ist es sehr wichtig,
viele Kriterien zu beachten: Für die Personalverantwortlichen
ist die Frage nach den Gehaltsvorstellungen
eine Stressfrage, denn das Gehalt selbst
steht in den meisten Fällen bereits im Vorfeld
fest. Abweichungen sind daher die Ausnahme.
Für den potenziellen Arbeitgeber von Interesse
sind vor allem Ihre Reaktion und Ihre Argumentation.
Wenn Sie die Ergebnisse verschiedener Gehaltstabellen gegenübergestellt haben, müssen Sie in einem
nächsten Schritt weitere Einflussfaktoren berücksichtigen, die sich auf das Gehalt
auswirken können (siehe ‚Folgende Faktoren
beeinflussen Ihr Gehalt außerdem‘). Diese
Faktoren sind von Fall zu Fall individuell
unterschiedlich und situationsspezifisch.
Fazit: Gehaltstabellen ...
... können nur Anhaltspunkte bieten.
... geben nur Durchschnittswerte an.
... beruhen auf unterschiedlichen Bewertungskriterien
und Erhebungsmethoden.
... müssen analysiert, hinterfragt und gegenübergestellt
werden.
Betrachten Sie IMMER mehrere Gehaltsübersichten!
2. Weitere Einflussfaktoren für Ihr Einkommen
Durch die Gegenüberstellung verschiedener
Gehaltstabellen erhalten Sie einen Eindruck über Durchschnittsgehälter z.B. nach Branchen, Positionen und Einstiegsform
sortiert. Weitere Einflussfaktoren, die eine Rolle spielen, sind:
Studiengang und Abschluss
Der Einfluss von Studiengängen und Abschlüssen
auf das Einstiegsgehalt ist zwar durchaus gegeben, deutlich stärker
wirken sich allerdings die Branche und die Unternehmensgröße aus. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass
Berufseinsteiger mit einem technischen Studienfach
durchschnittlich mehr verdienen als solche
aus wirtschaftswissenschaftlichen Fachrichtungen.
Finanziell am schlechtesten positioniert
sind üblicherweise Bewerber aus den Geistes-
und Sozialwissenschaften.
Bei den Abschlüssen entstehen die Differenzen vor allem zwischen
den drei zu unterscheidenden Qualifikationsstufen:
• Bachelor
• Diplom, Master (Uni./FH)
• Promotion
Beobachtungen zeigen, dass sich die Vergütung
für ein Diplom und einen Masterabschluss
bei vielen Unternehmen angleichen. Leichte
Unterschiede ergeben sich außerdem durch
die Hochschulformen Universität und Fachhochschule.
Arbeitsmarktlage und Branche
Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt
bzw. in bestimmten Branchen bestimmen ganz
entscheidend, was Sie verlangen können. Wenn
Sie bei der Recherche also Gehaltstabellen zu Rate ziehen oder sich im Internet informieren,
dann sollten die Informationsquellen einerseits
möglichst aktuell und andererseits möglichst
seriös sein.
Je größer der Fachkräftemangel in bestimmten
Branchen ist, umso eher können Sie Ihre Forderungen
im oberen Bereich der durchschnittlichen Gehaltsspanne ansetzen. Je stärker sich Ihr Qualifikationsprofil dann noch mit dem Anforderungsprofil der
Stellenausschreibung deckt, umso besser ist
Ihre Argumentationsgrundlage. Bringen Sie
sogar vorteilhafte Zusatzqualifikationen für die Stelle mit, stärkt das Ihre Position
weiter. Vor allem dann, wenn Sie von nur
wenigen Mitbewerbern ausgehen können.
Unternehmensgröße = mehr Gehalt
Studien in unterschiedlichen Branchen zeigen,
dass mit der Unternehmensgröße auch das Einstiegsgehalt für Hochschulabsolventen ansteigt. Dabei
sind die Unterschiede zwischen Kleinunternehmen
und Mittelständlern höher als zwischen mittelständischen
Unternehmen und Großkonzernen. Neben der
Branche stellt das Kriterium Unternehmensgröße
für Berufsanfänger den wichtigsten Einflussfaktor
zur Bestimmung des Startgehaltes dar.
Bundesland/Region
Untersuchungen führender Personal- und Managementberatungen
wie Kienbaum oder personalmarkt belegen den
Einfluss des Unternehmensstandortes auf das Gehalt. Das gilt auch für Berufseinsteiger. Der Unterschied zwischen Ballungszentren
und Großstädten gegenüber ländlichen Regionen
kann hinsichtlich des Jahresgehalts durchaus
mehrere tausend Euro betragen. Genauso verhält
es sich bei dem Vergleich zwischen den Bundesländern.
Am meisten wird im Süden gezahlt, am wenigsten
im Osten. Zu berücksichtigen ist dabei, dass
die Lebenserhaltungskosten in Großstädten
und Ballungszentren deutlich höher sind.
Ein weiterer Grund sind regionale Unterschiede
bei den Tarifverträgen der Branchen. Auch
in diesem Fall muss die Situation deshalb
immer nach Branchen unterschieden werden.
Fazit: Einflussfaktoren zur Bestimmung Ihres
Gehaltes:
Hauptfaktoren
• Arbeitsmarktlage
• Branche, in der Sie tätig werden wollen
• Unternehmensgröße
Weitere Faktoren
• Unternehmensstandort
• Studiengang
• Abschluss
Diskutieren mit anderen an Ihrem Beispiel
die Wertigkeit der verschiedenen Einflussfaktoren.
3. Leistungen, die zum Gehalt dazukommen
können
„Ein Gehalt ist mehr als die Zusammensetzung
von zwölf Monatsgehältern“, sagt die anfangs
bereits erwähnte Autorin Nicola Holzapfel
in Ihrem Buch „Ich verdiene mehr Gehalt“
und erläutert in dem Buch „So setzt sich
ein Gehalt zusammen“ verschiedene mögliche
Bestandteile:
• 13. Monatsgehalt
• Jahressonderzahlungen
• Leistungszulagen
• Provision
• Ausgleich von Überstunden
• Urlaubsgeld
• Vermögenswirksame Leistungen
• Weihnachtsgeld
• Zusatzleistungen
Berufsstart.de wird das Buch in Kürze in
der Rubrik „Nachgeschaut & Nachgefragt“
besprechen und ein Interview mit der Autorin
führen.
Buchtipp: „Ich verdiene mehr Gehalt – Was
Sie für Ihre erfolgreiche Gehaltsverhandlung
wissen müssen“
Nicola Holzapfel - Campus Verlag: 2009 –
Kosten: 17,90 Euro
Hilfreiche Adressen zum Einstiegsgehalt
• Einstiegsgehalt
• www.igmetall.de
• www.tarifspiegel.de
• www.lohnspiegel.de
• www.studentsatwork.org
• www.kienbaum.de
• www.abgabenrechner.de
• www.steuerzahler.de
• www.finanztest.de |