Unternehmensgeschichte - Advanced Mask Technology
Center GmbH & Co. KG

Einmalige Technologieallianz:
Advanced Mask Technology Center GmbH &
Co. KG (AMTC)
Europas modernstes Maskenzentrum entsteht
in Dresden
Eines der Schlüsselelemente in der Herstellung
von Halbleiterchips sind Photomasken. Dabei
handelt es sich um Vorlagen, die dem Diaprinzip
ähnlich benutzt werden, um elektronische
Schaltungen auf einem Siliziumwafer zu erzeugen.
Photomasken bestehen aus hochreinem Glas
und enthalten präzise Abbildungen von integrierten
Schaltkreisen, die in einem Lithographiegerät
mittels Licht auf den Wafer übertragen werden.
Integrierte Schaltkreise sind Schicht für
Schicht aufgebaut. Die momentane Generation
von Schaltkreisen weist zwischen 20 und 60
Schichten auf. Für jede einzelne dieser Schichten
wird eine eigene Fotomaske benötigt. Da Hersteller
von Halbleiterprodukten im Wettbewerb nur
durch den Einsatz neuester Technologien bestehen
können, beschlossen Advanced Micro Devices
Inc. (AMD), Infineon Technologies AG (seit
2008 Qimonda AG) und DuPont Photomasks Inc.
(seit 2005 Toppan Photomasks Inc.), einen
neuen Weg einzuschlagen und ein gemeinsames
Maskenzentrum zu gründen. So entstand das
AMTC im Mai 2002 als Joint Venture der drei
Firmen. Diese weltweit einmalige Technologieallianz
birgt für die Mutterfirmen zwei wesentliche
Vorteile: zum einen sichert das AMTC ihre
mittel- und langfristige Technologieentwicklung
und frühzeitige Lieferung von modernsten
Photomasken, zum anderen verteilen sich die
enorm hohen Kosten von Investitionen sowie
Forschung und Entwicklung auf drei Schultern.
Die Entscheidung für den Standort Dresden
fiel nicht schwer: neben einer exzellenten
Infrastruktur mit direkter Anbindung des
Standorts zur Autobahn und zum Flughafen
verfügt die Region über eine hervorragende
Bildungs- und Forschungslandschaft, die schon
in der Vergangenheit und bis heute gut ausgebildete
Fachkräfte vor allem im naturwissenschaftlichen
Bereich hervorgebracht hat. Nicht zu vergessen
ist ein dritter wesentlicher Aspekt: die
Unterstützung durch die Bundes- und Landesregierung,
Behörden und Verwaltung sowohl finanziell
durch Beihilfen und Fördergelder als auch
administrativ mit einer investorenfreundlichen
Ansiedlungspolitik trugen zur Entscheidung
für den Standort Dresden bei.

Die Luftaufnahme zeigt das Maskenzentrum
im Dresdener Norden, in dem das AMTC und
Toppan Photomasks untergebracht sind.
So begann das AMTC 2002 mit einer Handvoll
Mitarbeiter. Nach nur einem Jahr Bauzeit
konnte das AMTC das Firmengebäude mit dem
1.400 qm großen Reinraum, der mittlerweile
auf 1.900 qm ausgebaut ist, beziehen. Das
Team wuchs kontinuierlich und zählt heute
ca. 150 Köpfe, unter ihnen Experten der Mutterfirmen
AMD, Qimonda und Toppan sowie namhafter internationaler
Halbleiterunternehmen. Kulturelle und sprachliche
Vielfalt sind im AMTC Programm: die Mitarbeiter
stammen aus 15 verschiedenen Nationen.
Eine weitere Besonderheit des Maskenzentrums
ist die enge Verzahnung von Forschung &
Entwicklung mit der Produktion unter einem
Dach. Nach erfolgreicher Pilotfertigung einer
Technologie durch das AMTC übernimmt Toppan
Photomasks deren Serienproduktion. Diese
Art der Kooperation in der Maskenherstellung
ist weltweit einmalig.
Photomasken bestehen aus hochreinen Glasscheiben,
die präzise Abbildungen von integrierten
Schaltkreisen enthalten. Sie werden für die
optische Umsetzung dieser Schaltkreise auf
Siliziumscheiben (Wafer) genutzt
Technologische Herausforderungen
Der Entwicklung in der Halbleiterindustrie,
immer kleinere Chips mit immer mehr Kapazität
herzustellen, muss sich auch das AMTC anpassen.
Vor zehn Jahren waren die kleinsten Strukturen,
die man fertigen konnte, ca. 500 nm (Milliardstel
Meter) groß, sind heute Strukturgrößen bis
32 nm möglich. Um solche technologischen
Meilensteine zu erreichen, benötigen die
Waferfabs zur Herstellung ihrer Chips entsprechende
Masken.
Die immensen Anforderungen an den Maskenhersteller
bestehen darin, nanometergenaue, absolut
defektfreie Vorlagen an den Chiphersteller
zu liefern. Herstellung, Vermessung, Inspektion
und gegebenenfalls die Reparatur von Masken
muss also hochpräzise bis ins kleinste Detail
erfolgen, auch bei noch so kleinen Strukturen.
Zur Veranschaulichung dieser Herausforderungen
mag ein Vergleich dienen: die Aufgabe, die
Lagegenauigkeiten auf der Maske einzuhalten
entspricht in etwa der, vom Mond aus einen
Swimmingpool auf der Erde in seiner Lage
zu vermessen und dann mit einem Fußball in
genau diesen Swimmingpool zu treffen. Ein
weiteres Problem, das die stetige Strukturverkleinerung
mit sich bringt, ist die Belichtungsmethode,
mit der in der Waferfab die Strukturen der
Maske auf dem Wafer abgebildet werden. Momentan
wird mit Licht der Wellenlänge 193 nm belichtet,
um Strukturen abzubilden, die deutlich kleiner
sind. Hierbei muss bereits in die physikalische
Trickkiste gegriffen werden, um diese Aufgabe
zu bewältigen. Bald jedoch werden die Grenzen
der Physik nicht weiter ausreizbar sein,
und als Konsequenz wird eine völlig neue
Technologie zum Einsatz kommen müssen, die
Belichtung mit weichen Röntgenstrahlen oder
Extrem Ultraviolettem Licht (EUV). Diese
neue Technologie stellt eine besondere Herausforderung
für die Maskenentwicklung dar, denn für die
Realisierung werden völlig neue Materialien
eingesetzt werden, auf die die gesamte Belichtungstechnik
umgestellt werden muss. Obgleich die EUV
Technologie erst in einigen Jahren zur Waferbelichtung
benutzt werden wird, läuft die Forschung
und Entwicklung zu diesem Thema im AMTC bereits
auf Hochtouren.
Durch die Entwicklung neuester Photomasken
für die nächsten Technologiegenerationen
trägt das AMTC zur Verkürzung von Innovationszyklen
sowie zur Verbesserung der Produktqualität
in der Halbleiterbranche bei.
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