Berufsstart mitteilen:

Vorbereitung zum Vorstellungsgespräch

Tipp! Checkliste: Vorbereitung zum Vorstellungsgespräch
• Termin bestätigen
• Fahrtkosten abklären

• Firmenhistorie und Produktpalette pauken
• Eigenpräsentation üben
• Sich auf mögliche Fragen der Unternehmen vorbereiten
• Eigenen Fragekatalog erstellen

• Anfahrt ausarbeiten, Reserve kalkulieren
• Unterlagen zusammen sammeln
• Kleidung aussuchen

Mit dem Versand der schriftlichen Bewerbungsunterlagen ist Ihre Arbeit zunächst erledigt. Jetzt beginnt für Sie die Zeit des Wartens und Hoffens. Im Falle einer Einladung, z.B. Dienstag, dem 18. Januar xx um 8 Uhr nach München, können Sie sich freuen. Die erste Hürde ist geschafft. Als erstes sollten Sie den Termin bestätigen.

Tipp! Sie sind höflich und bestätigen kurz den Termin - das gibt Pluspunkte

Dies geschieht in der Regel telefonisch und sollte unverzüglich nach Erhalt der Einladung erfolgen. Sie studieren allerdings z.B. in Hamburg und sollen Dienstag früh in München erscheinen! Das bedeutet, um ausgeschlafen und gut gerüstet in das Vorstellungsgespräch zu gehen, müssen Sie einen Tag zuvor anreisen. Damit sind wir beim Thema Fahrtkosten.

Nun beginnt auch für Sie die Phase: "Drum prüfe wer sich ewig bindet" auch für Sie. Unterziehen Sie das Unternehmen Ihren Streßtest! Die Fahrtkosten zum Vorstellungstermin sollten vom Unternehmen erstattet werden. Leider gibt es schwarze Schafe, die diese Regelung außer Acht lassen. Handelt es sich, wie bei dem von mir gewählten Beispiel um eine längere Anreise mit Übernachtung, sollten Sie die Frage der Erstattung von sich aus ansprechen, denn die Kosten für die Übernachtung zum Beispiel werden nicht automatisch übernommen. Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, sollten Sie das Thema bei der Bestätigung des Termins klären.

Tipp! Ein Unternehmen, dass Ihre Anfahrskosten nicht übernimmt, sollte bei Ihnen schon Minuspunkte erhalten. Bei langen und teuren Anfahrten könnte durchaus die Überlegung angestellt werden, den Termin platzen zu lassen!

Warum? Mein Standpunkt - Sie sind der finanziell schwächere! Wenn also die Anfahrskosten nicht bezahlt werden, nutzt man Ihre schwächere Position aus. So könnte es dann als Mitarbeiter im Unternehmen weiter gehen. Möchten Sie das?
Mal im Ernst. Als Praktikant verfügen Sie über Know-how und als Absolventen sollten Sie ca. Euro 40.000 Gehalt beziehen. Da möchte das Unternehmen paar Euro sparen? Die Frage ist erlaubt: "Da passt etwas nicht!"

Bei kürzeren Anfahrten und damit geringeren Auslagen für Bus, Bahn oder Auto können Sie diese Angelegenheit entweder am Tag des Vorstellungsgespräches oder auch zu einem späteren Zeitpunkt regeln. Bis zu dem Tag Ihres Vorstellungsgespräches gibt es für Sie noch eine Menge zu tun.

Ihr Fachwissen und Ihre weiteren Zusatzqualifikationen haben die Zustimmung der Personal- und Fachabteilung gefunden. Jetzt geht es darum, ob Ihre Persönlichkeit in das Unternehmen und in das Team passt. Entspricht Ihr Profil aus der schriftlichen Bewerbung dem Bild, welches man sich im Unternehmen aus Ihren Unterlagen gemacht hat? Um wohl gerüstet in das Vorstellungsgespräch zu gehen, müssen Sie sich wieder vorbereiten.

Waren Informationen zum Unternehmen bei der schriftlichen Bewerbung wünschenswert, so sind sie zum Vorstellungsgespräch Pflicht. Sie können bei der Bestätigung des Vorstellungsgespräches um die Zusendung von Informationsmaterial bitten. Falls man Ihnen nichts zuschicken kann oder will, müssen Sie selbst recherchieren. Fachzeitschriften, Tagespresse und Internet können Ihnen hier wieder dienlich sein.

Tipp! In vielen Hochschulbibliotheken finden Sie ein Nachschlagewerk zu Groß- und mittelständischen Unternehmen, den Hoppenstedt. Dort finden Sie Informationen zur Produktpalette, zu Standorten, Beteiligungen, Umsatz- und Beschäftigungszahlen.

Wenn Ihnen trotz aller Recherche unternehmensspezifische Daten verwehrt bleiben, dann sollten Sie zumindest alles Branchenspezifische in Erfahrung bringen. Je besser gerüstet Sie ins Vorstellungsgespräch gehen, desto gelassener werden Sie Fachfragen beantworten können.
Beispiel: „Mit welchen Mitteln würden Sie eine Marketingstrategie für das Produkt xy im osteuropäischen Raum starten?“ Wenn Ihnen das Produkt ein Begriff ist und Sie auch wissen, dass das Unternehmen im osteuropäischen Raum mit drei Standorten vertreten ist, sammeln Sie Pluspunkte, erscheinen interessiert und beschlagen. Ein weiterer, wichtiger Punkt Ihrer Vorbereitung ist der Vortrag zu Ihrer Person.

Zum Vorstellungsgespräch sollten Sie fähig sein, bis zu fünf Minuten anschaulich und interessant über sich zu reden. Wichtig ist, dass Sie nicht chronologisch Ihren Lebenslauf herunterbeten oder gar sagen, dass dies alles im Lebenslauf stehe, sondern mit den „Highlights“, Ihren persönlichen und fachlichen Vorzügen beginnen. Wie viel Zeit Sie letztendlich für diesen Vortrag haben, wissen Sie nie genau.

Beim Assessment-Center (AC) ist dieser Zeitraum minuziös festgelegt. Sie müssen sich z.B. exakt drei Minuten vorstellen, nicht weniger und nicht mehr. Nicht nur das Unternehmen, sondern auch Sie sollten Fragen zum Vorstellungsgespräch parat haben. Denn auch Ihnen wird während des Gesprächs die Möglichkeit für eigene Fragen gegeben. Diese werden Sie natürlich je nach Gesprächsverlauf dosieren. Keine Fragen zu haben, bedeutet auf jeden Fall einen Minuspunkt.

Hat man Ihnen Ihren Arbeitsplatz gezeigt? Wenn nicht, dann sollten Sie darum bitten. Beobachten Sie die Unternehmensvertreter untereinander. Wie ist der Umgangston? Wie verfährt der Vorgesetzte mit seinem Team? Wie werden Sie behandelt? Wie wird Ihre Abteilung aufgebaut sein, in der Sie arbeiten würden? Sind Sie der einzige Akademiker? Ist Ihr Vorgesetzter oder Betreuer auch wie Sie Ingenieur, Wirtschaftswissenschaftler...? Über welche Kompetenzen werden Sie verfügen? Wie sehen die Stationen Ihres Traineeprogrammes im Detail aus? Welche Weiterbildungsmaßnahmen bietet Ihnen das Unternehmen? In welchem Zeitraum ist diese Weiterbildung geplant? Wann startet der im Stellenangebot angekündigte Auslandseinsatz? Wie steht es mit Ihren Aufstiegschancen? usw. die Zusendung von Informationsmaterial bitten. Falls man Ihnen nichts zuschicken kann oder will, müssen Sie selbst recherchieren. Fachzeitschriften, Tagespresse und Internet können Ihnen hier wieder dienlich sein.

Tipp! Berufsstart.de veröffentlicht jedes Frühjahr das praktische Handbuch „Unternehmen stellen sich vor“. Mit seiner Hilfe können Sie sich über die Geschichte und aktuelle Entwicklung von mehr als 150 Unternehmen verschiedener Größe und Branchen informieren.

Eine Frage sollten Sie dem Unternehmen auf alle Fälle überlassen: Das Gehalt. Die Gehaltsfrage kann, wie schon besprochen, in der schriftlichen Bewerbung auftauchen, besonders dann, wenn Sie sich auf eine Anzeige bewerben, in der Berufserfahrung erwünscht ist. Manche Unternehmen stellen die Frage nach dem Gehalt, wie schon gesagt, gerne als Stressfrage im Vorstellungsgespräch. Die Frage nach Ihren Gehaltswünschen bedeutet also nicht unbedingt, dass Sie schon kurz vor der Einstellung stehen, sondern kann wiederum nur ein Test sein. Ihre Antwort sollte wie in der schriftlichen Bewerbung nur eine Gehaltsspanne sein. Informieren Sie sich! Die eigentlichen Gehaltsverhandlungen beginnen erst, nachdem das Unternehmen Ihnen signalisiert hat, dass es an Ihnen ernstlich als Mitarbeiter interessiert ist.

Weitere Fragen, auf die Sie sich vorbereiten sollten.


Weiterführende Links:
Die Vorbereitung zum Vorstellungsgespräch
Das Vorstellungsgespräch
Unternehmen gefragt - Ängste im Vorstellungsgespäch

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