Bachelorstudium - Praktikum in der Ferne
wird honoriert
Aus Angst, zu viel Zeit zu verlieren, verschieben
viele Bachelorstudenten den Auslandsaufenthalt
auf die Zeit nach dem Examen. Dabei befürworten
viele Unternehmen selbst längere Auslandsphasen
– besonders, wenn die Studenten dort praktische
Erfahrungen gesammelt haben.
Arbeitgeber schätzen es, wenn Studienabsolventen
Auslandserfahrung haben, so das Ergebnis
einer Studie des Deutschen Akademischen Austauschdiensts
(DAAD). Demnach gibt jedes zweite Unternehmen
an, dass ein Auslandsaufenthalt die Einstellungschancen
verbessert; bei den exportorientierten Firmen
sagen das sogar mehr als 80 Prozent.
Doch mit Einzug der Bologna-Reform, die ja
den grenzüberschreitenden Hochschulwechsel
erleichtern sollte, ist die Auslandsmobilität
zum Teil sogar gesunken:
Lediglich 16 Prozent der Uni-Bachelors legen
ein Auslandsstudium ein, in den alten Diplomstudiengängen
zog es noch 19 Prozent der Hochschüler über
die Grenze.
Anders sieht es an den Fachhochschulen aus.
Hier studieren im Schnitt 14 Prozent der
Bachelors für eine Weile im Ausland, bei
den früheren Diplomstudenten waren es nur
9 Prozent.
Allerdings hinkt der Vergleich zwischen Bachelor-
und Diplomstudenten: Das Bachelorstudium
ist deutlich kürzer als das Diplomstudium.
Viele Diplomstudenten entschlossen sich erst
im fünften oder sechsten Semester zu einem
Auslandsaufenthalt – zu diesem Zeitpunkt
brüten die heutigen Bachelorstudenten bereits
über ihrer Abschlussarbeit. Deshalb verlegen
viele von ihnen ihren Aufenthalt in New York
oder Tokio auf die Zeit nach dem ersten Studienabschluss:
Im Schnitt schieben 13 Prozent der Uni-Bachelors
nach ihrem Abschluss ein Auslandspraktikum
ein, 15 Prozent verlegen ihr Masterstudium
sogar gleich ins Ausland.
Bei den Fachhochschul-Bachelors ist der Drang,
die Heimat zu verlassen, etwas geringer ausgeprägt:
Jeweils 7 Prozent schließen an den Abschluss
ein Praktikum oder ein Masterstudium im Ausland
an.

Die Firmen haben übrigens klare Prioritäten
bezüglich der Dauer und der Art des Auslandsaufenthalts
ihrer Nachwuchskräfte: Eine Mehrheit von
60 Prozent favorisiert ein Auslandspraktikum
zwischen drei und sechs Monaten. Ein Auslandssemester
schätzen immerhin rund 50 Prozent der Betriebe:
Nur für eine kleine Minderheit von 5 Prozent
ist das Studium innerhalb der Regelstudienzeit
wichtiger als ein Auslandsaufenthalt.
Annähernd 29 Prozent der Betriebe finden
dagegen, dass die Auslandserfahrungen wichtiger
sind als die dadurch verursachten längeren
Studienzeiten (Grafik). Die Studienzeit ist
höchstens dann relevant, wenn Mitbewerber,
die ebenfalls einen Auslandsaufenthalt vorweisen
können, schneller studiert haben oder der
Bewerber durch die auslandsaufenthaltsbedingte
Studienzeitverlängerung deutlich älter ist
als andere gute Kandidaten.
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft
Köln
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